Rigips im Innenausbau: Trennwand einziehen wie der Profi - HEROLD.at

Rigips im Innenausbau: Trennwand einziehen wie der Profi

Rigips, Gipskarton Platten

Trennwände aus Rigips sind eine gute Lösung für den gut geplanten Innenausbau. Foto: Adobe Stock, (c) Karin & Uwe Annas

Kostengünstig, einfach zu verarbeiten und multifunktional: Platten aus Rigips eignen sich selbst für ungeübte Anwender. In unserem Ratgeber erfährst du, welche Vorteile eine Rigipswand gegenüber gemauerten Wänden hat, auf welche Hürden du dich bei der Verarbeitung gefasst machen musst, und welche Werkzeuge du benötigst, wenn du Gipskartonplatten verarbeiten möchtest.

Rigips für Instant-Trennwände

Wurde früher ein Haus gebaut, blieb es, wie es war. Neue Wände einzuziehen war so mühsam und kostenintensiv, dass sich kaum jemand diese Arbeit machte. Dank Rigips sieht das heute ganz anders aus: Du kannst am Morgen die Idee haben, am Mittag in den Baumarkt fahren – und mit ein wenig Geschick hast du am Abend eine neue Wand. Rigipsplatten sind auch hervorragend geeignet, wenn du im Zuge eines Sanierungsprojektes einen großen Raum unterteilen oder eine Decke einziehen möchtest.

Ein sehr bekannter Hersteller von Rigipsplatten in allen Formaten und Stärken ist zum Beispiel Saint Gobain Austria. Der Anbieter hat Standorte in so ziemlich allen österreichischen Bundesländern. Gegenüber herkömmlichen gemauerten Wänden haben Trennwände aus Rigips folgende Vorteile:

  • Einfache Verarbeitung: Rigips ist vielseitig einsetzbar und einfach zu handhaben.
  • Große Auswahl: Gipskarton gibt es in unterschiedlichen Breiten, Stärken und Längen.
  • Spezialprodukte: Es gibt zum Beispiel spezielle Feuchtraumplatten für Trennwände in Nasszellen.
  • Geringe Anschaffungskosten: Für die Verarbeitung benötigst du nur Werkzeug, das jeder Heimwerker zur Hand hat.
  • Zeitersparnis: Die Errichtung von Wänden mit Gipskartonplatten geht recht schnell.
  • Kompatibilität: Auch Elemente wie Türen und Fenster lassen sich problemlos integrieren.

Bauen mit Rigips: Werkzeuge & Materialien

Für eine Trennwand aus Gipskarton benötigst du neben den Rigipsplatten zunächst einmal Material für die Unterkonstruktion, auf der die Platten später befestigt werden. Hierfür kommen entweder Kanthölzer mit einer Stärke von ca. 60×60 mm oder spezielle Trockenbauprofile in Frage. Beides erhältst du bei einem Fachhändler für Baustoffe oder im Baumarkt.

Achte beim Anfertigen der Unterkonstruktion darauf, dass die senkrecht verlaufenden Balken/Profile von Mitte zu Mitte einen Abstand zueinander haben, der exakt der Breite deiner verwendeten Gipskartonplatten entspricht. An Werkzeugen benötigst du folgendes:

  • Bohrmaschine (samt Gesteins- und Holzbohre)
  • Wasserwaage
  • Zollstock
  • Rigips- oder Cuttermesser (Zuschneiden der Platten)
  • Schrauben (Befestigen der Unterkonstruktion)
  • Schnellbau-Schrauben (Befestigen der Platten auf der Unterkonstruktion)
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Wer beim Hausbau selbst werkeln will, braucht die richtigen Materialien, ein wenig Erfahrung und handwerkliches Geschick. Adobe Stock, (c) archideaphoto

Rigips im Bad?

Viele Selbstbauer schrecken vor dem Einsatz von Rigips im Badezimmer zurück, weil hier eine besonders hohe Luftfeuchtigkeit herrscht. Und tatsächlich: Normaler Gipskarton neigt bei hoher oder konstanter Luftfeuchtigkeit zu Schimmelbildung. Aus diesem Grund werden für den Bau im Bad speziell imprägnierte Gipskartonplatten verwendet, die kernimprägniert sind. Kernimprägnierte Rigips-Platten sind zwar teurer als herkömmlicher Rigips, aber für den Bau von Wänden oder Decken in Feuchträumen auf jeden Fall die klügere Wahl.

Nach dem Bau: Rigips verputzen

Sobald die Unterkonstruktion beidseitig mit Rigipsplatten versehen ist, folgen weitere Arbeitsschritte. Hier solltest du besonders gewissenhaft vorgehen, um eine ideale Grundlage für das spätere Verputzen zu schaffen. Als erstes müssen die Plattenstöße verspachtelt und mit einer sogenannten Rissbrücke versehen werden. Hierfür müssen die Rigipsplatten bereits vor der Anbringung an den Stoßkanten mit einer Fase versehen werden, sodass eine Fuge entsteht. In dieser Fuge kann die Spachtelmasse optimal haften.

Achtung: Denk daran, den Rigips vor dem Verspachteln sorgfältig zu entstauben. Für diese Arbeit ist ein feiner Besen am besten geeignet. Anschließend bringst du über jeder Fuge eine Rissbrücke aus Gewebeband an.

Gipskarton Grundierung nicht vergessen!

Im nächsten Schritt behandelst du die Platten mit einer Grundierung. Wenn du diesen Arbeitsschritt vergisst, wird die Feuchtigkeit in der Spachtelmasse vom Gipskarton eingesogen. Die Grundierung verschließt die Poren und sorgt dafür, dass Spachtel und später auch Putz optimal haften. Jetzt kannst du mit dem Spachteln der Fugen beginnen.

Trage die Spachtelmasse zunächst quer zur Fuge auf und drücke sie sanft hinein. Den Rest nimmst du mit einer Glättekelle längs zur Fuge ab und verwendest ihn für die nächste Fuge. Achte darauf, erst die waagerechten Fugen und anschließend die senkrechten Fugen zu verspachteln. Denk außerdem daran, auch die Schrauben zu verspachteln.

Wandanschlüsse zu „normalen“ Wänden verspachtelst du nicht mit Spachtelmasse, sondern füllst sie am besten mit dauerelastischem Acryl oder Silikon. Achte beim Kauf jedoch darauf, dass es sich um ein überstreichbares Silikon handelt. Nachdem du die Wand geschliffen und von Unebenheiten befreit hast, ist sie bereit zum Verputzen, Fliesen, Streichen oder Tapezieren.

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Gipskartonplatten gibt es in vielen unterschiedlichen Stärken und Formaten. Idealerweise lässt du dich im Fachhandel beraten. Adobe Stock, (c) olgavolodina

Größte Hürde beim Bauen mit Rigips: das Finish

Während du den Bau deiner Gipskartonwand problemlos selbstständig planen und in Eigenregie durchführen kannst, scheitern viele Heimwerker am anschließenden Finish. Werden die Platten nämlich nicht fachgerecht mit Rissbrücken ausgestattet und im Anschluss möglichst glatt verspachtelt, erschwert dies den späteren Putzauftrag. Fehler bei der Grundierung können dazu führen, dass die Platten sich verformen und der Putz bröckelt oder abplatzt. Bei besonders feinem Putz macht sich außerdem jede kleine Unebenheit in der Verspachtelung bemerkbar.

Die einzige Möglichkeit, ein optimal glattes Finish zu erreichen, ist der Einsatz eines speziellen Trockenbauschleifer. Dieser ist in der Anschaffung jedoch recht teuer und verursacht außerdem sehr viel Lärm und Schleifstaub.

Verputzen von Gipskarton: besser mit Fachmann

Aufgrund der möglichen Probleme beim Spachteln und anschließenden Verputzen ist es ratsam, diese Arbeitsgänge einem Fachmann zu überlassen. Es wäre schade, wenn du das Geld, das du durch den Eigenbau mit Gipskartonplatten gespart hast, wieder verlierst, weil die Wand sich verformt oder du den Putz ein paar mal erneuern musst. Ausgeführt werden Arbeiten dieser Art von Stuckateuren und Trockenausbauern.

Kontakt: die besten Stuckateure und Trockenbauer in deinem Bundesland



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