Was hilft gegen Ameisen im Haus und in der Wohnung?- HEROLD.at

Was hilft gegen Ameisen im Haus und in der Wohnung?

Ameisen im Haus

Ameisen im Haus. Foto: Adobe Stock, (c) Cherkas

Ameisenstraßen entstehen, wenn eine Ameise eine Futterquelle entdeckt hat und auf dem Weg zurück in den Ameisenbau eine Duftspur aus Pheromonen hinterlässt. Der Duft übermittelt anderen Ameisen die Botschaft „Achtung, hier gibt´s gutes Futter!“. Jede Ameise, die diesen Duft aufnimmt, gibt nun ebenfalls diesen Duft ab. Je mehr Ameisen dann die Ameisenstraße entlanglaufen, desto stärker wird der Duft und desto mehr Ameisen machen sich auf den Weg. Wenn kein Futter mehr gefunden wird, dann versiegt die Ameisenstraße wieder.

Wirksame Maßnahmen, um Ameisen im Haus und in der Wohnung zu vermeiden, beginnen daher bei der Beseitigung von Futterquellen. Was du sonst noch gegen Ameisen tun kannst, erfährst du hier in einem kompakten Überblick.

Ameisen im Haus und in der Wohnung verhindern

Nahrungsquellen beseitigen

  • Lebensmittel nicht offen stehen lassen, sondern dicht verschließen
  • Müll verschlossen halten und regelmäßig ausleeren
  • Befallene Lebensmittel entsorgen
  • Tierfutter nicht offen im Hunde- oder Katzennapf stehen lassen

Zugänge abdichten

Zusätzlich sollten alle Zugänge wie Ritzen und Spalten, durch die Ameisen in Haus oder Wohnung eindringen können, mit Lehm, Silikon oder Leim abgedichtet werden.

Ameisen natürlich bekämpfen

1. Hausmittel gegen Ameisen

  • Backpulver & Co: Wird eine Backpulver-Zucker Mischung auf Ameisenstraßen gestreut, nehmen es die Ameisen mit in ihren Bau, wo es dann seine tödliche Wirkung entfaltet. Brotbackpulver ist übrigens aufgrund seiner Zusammensetzung wirksamer als Kuchenbackpulver. Reines Natron (Soda) eignet sich ebenfalls zur Bekämpfung von Ameisen im Haus, da insbesondere das im Backpulver enthaltene Natron für Ameisen giftig ist. Sehr wirksam ist auch Hirschhornsalz. Sobald Ameisen es fressen, wird für Ameisen giftiges Ammoniak freigesetzt. Sämtliche Pulver kannst du auch nass machen und auf die Ameisenstraße oder sonstige stark frequentierte Orte pinseln, falls das Austreuen keine Wirkung zeigt.
  • Hefewürfel und Zucker: Alternativ zu Backpulver, Natron und Hirschhornsalz kannst du einen Hefewürfel auf einen Teller legen und ordentlich mit Zucker bestreuen.
  • Abgestandenes Bier und Honig: Als altes Hausmittel hat sich auch abgestandenes Bier mit einem Esslöffel Honig bewährt. Die Mischung in eine flache Schale mit senkrechten Wänden füllen und auf der Ameisenstraße platzieren. Der süßliche Geruch lockt die Ameisen an, sie fallen in die Flüssigkeit und ertrinken.
  • Ameisenbarrieren aus Kreide oder Kalk: Geeignete Mittel gegen Ameisen sind auch alkalisch wirkende Substanzen wie Kreidepulver oder Gartenkalk. Einfach eine dünne Linie ausstreuen und die Wände zusätzlich mit einem dicken Kreidestrich versehen.
  • Kieselgur: Kieselgur ist ein ungiftiges, mineralisches Pulver, das Ameisen quasi „vertrocknen“ lässt. Man verteilt das Kieselgur an den Eingängen der Ameisenstraßen, für kleinere Ritzen erleichtert ein Pinsel die Arbeit. Kieselgur ist in Baumärkten und im Tierbedarfshandel erhältlich.
  • Doppelseitiges Klebeband: Um die Ameisenstraße zu blockieren, ist auch doppelseitiges Klebeband ein wirksames Mittel.
Bier hilft gegen Ameisen im Haus

Ameisen lieben den Geruch von (schalem) Bier, Hefe und Zucker. Foto: Adobe Stock, (c) Alexander Raths

2. Ameisen mit Duftstoffen vertreiben

Ameisen reagieren sehr sensibel auf starke Duftstoffe. Um zu verhindern, dass sie den Weg ins Haus oder in die Wohnung finden, kannst du Ameisenstraßen oder sensible Eingänge mit duftenden Substanzen blockieren oder das Ameisennest damit behandeln. Um die Wirkung zu erhalten, muss allerdings der Duftstoff regelmäßig erneuert werden.

  • Zum Aufstreuen geeignete Duftsubstanzen sind Farnkraut, Wacholderblätter, Kerbel, getrocknete Tomatenstauden, Majoran, gemahlener Kaffee, Gewürznelken, Zimtpulver, Lavendel, Zitronenschalen.
  • Ätherische Öle wie etwa Teebaumöl oder Pfefferminzöl
  • Du kannst auch einen Sud aus Gewürznelken und Wasser ansetzen und ein bis zwei Tage ziehen lassen. Der Sud wird dann auf Flächen verteilt, von denen die Ameisen fern gehalten werden sollen.
  • Vor allem die Kombination von Essig und Zitronensaft scheint sehr erfolgreich zu sein. Beides wird auf Papier aufgeträufelt und vor den Eingängen und auf Ameisenstraßen aufgelegt.

Was hilft Ameisen im Haus? Hausmittel wie Zitrone und Gewürznelken schrecken die kleinen Krabbler ab. Foto: Adobe Stock, (c) volkerladwig

3. Ameisennester bekämpfen

  • Pflanzen überschwemmen: Wenn Balkonblumen oder Pflanzentöpfe im Garten von Ameisen besiedelt werden, ist es hilfreich, die Pflanzen mehrmals komplett unter Wasser zu setzen. Die Ameisen werden sich dann freiwillig einen neuen Wohnort suchen. Dieselbe Methode kann bei Ameisenhügeln angewandt werden, indem sie regelmäßig mit Wasser eingeebnet werden.
  • Umsiedeln von Ameisennestern: Hat man das Ameisennest gefunden, wird es einfach umgesiedelt, indem man einen Blumentopf mit Erde oder Holzwolle füllt und diesen umgekehrt auf das Nest stellt. Sind die Ameisen umgezogen, wird der Topf mit einer Schaufel an einen anderen Ort gebracht, wo die Ameisen keinen Schaden anrichten können.
  • Ameisennest mit Jauche bekämpfen: Funktioniert die Umsiedelung nicht, kann man 300 Gramm frisches oder 30 Gramm getrocknetes Wermutkraut in zehn Liter Wasser anrühren, 14 Tage lang gären lassen und dann das Nest damit überschwemmen. Brennesseljauche oder heißes Wasser ist ebenso wirksam.
  • Kaffeesatz in das Ameisennest: Einfach den Kaffeesatz vom Filter sammeln und dann in das Nest geben, mit einem Löffel kann noch nachgedrückt werden.
  • Kupferdrähte in Ameisennest stecken: Ameisen kann man erfolgreich bekämpfen, indem man in das Nest zwei bis drei blanke 7 – 10 cm lange Kupferdrähte steckt. Auch das Auflegen von Kupfermünzen an sensiblen Stellen soll gegen Ameisen im Haus helfen.
  • Nikotinbrühe: Raucher können einfach ihre Zigarettenstummel sammeln und mit kochendem Wasser überbrühen. Einige Tage stehen lassen und dann das Nest übergießen.

Gift gegen Ameisen?

Dauerhafte Abhilfe gegen Ameisen im Haus und in der Wohnung schaffen nur Gifte, die auch die Königin beseitigen. Denn sobald es keine Königin mehr gibt, können auch keine Arbeiterinnen mehr produziert werden und der Ameisenstaat stirbt aus. Sogenannte Köderfallen erfüllen diesen Zweck. Sie enthalten einen Lockstoff verbunden mit einem Gift, das die Ameisen aufnehmen, in den Bau tragen und dort auch der Königin als Nahrung füttern. Wirksame Produkte sind Celaflor Ameisen-Köder, Ameisenmittel Loxiran-S von Neudorff, Naturen-Ameisenköder oder Compo Ameisen-frei. Hilft auch das nichts mehr, kann ein professioneller Schädlingsbekämpfer bei der Ameisen – Bekämpfung unterstützen.

 

Wann muss der Profi ran? Schädlingsbekämpfung

Ameisen zählen zu jenen Schädlingen, die wir zwar als lästig empfinden, aber nicht unbedingt als Gesundheitsgefahr betrachten. Verpflichtend ist eine professionelle Schädlingsbekämpfung in Österreich dann, wenn es sich bei den Krabbeltieren um Pharaoameisen oder Feuerameisen handelt. Die gemeine schwarzgraue Wegameise gilt hingegen als harmlos. Trotzdem kann ein starkes Vorkommen des Insekts folgende Gefahren mit sich bringen, die den Einsatz des Kammerjägers empfehlenswert machen:

  • Materialschäden: Besondere Gefahr droht bei holzfressenden Ameisenarten, die bei sehr starkem Befall sogar tragende Balken zum Einsturz bringen können. Durch die gemeine Wegameise entstehen häufig Schäden an Gehwegplatten und Terrassen, da die Gangsysteme der Ameisen nach und nach den Untergrund aushöhlen.
  • Hygiene- und Vorratsschäden: Ameisen machen sich vor allem an zucker- und eiweißhaltigen Lebensmitteln zu schaffen.
  • Pflanzenschäden: Wo Ameisen sind, da sind auch Blattläuse. Nimmt die Ameisen-Population Überhand, zerstören die Pflanzenschädlinge sämtliches Grün in Wohnung und Garten. Die Ameisengänge sorgen außerdem dafür, dass der Kontakt zwischen Wurzeln und Erdreich verloren geht. Die Folge sind ausgetrocknete, abgestorbene Pflanzen.
  • Gesundheitsrisiken: Manche Menschen reagieren allergisch auf Ameisensäure, was im schlimmsten Fall zum anaphylaktischen Schock führen kann.

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