Blattlausmittel: Was tun gegen Blattläuse?

Blattläuse an einer Pflanze im Garten

Blattläuse bekämpfen: Wir haben die besten Tipps und Hausmittel für dich. Foto: Adobe Stock, Robert Leßmann

Es wird wohl kaum einen Garten geben, in dem noch keine Blattläuse Schäden an Rosen, Gemüse und anderen Pflanzen angerichtet haben. Die kleinen Insekten scheinen aus dem Nichts zu kommen und vermehren sich rasend schnell. Sie wieder loszuwerden dauert leider etwas länger. Die folgende Anleitung zeigt dir, wie du die Schädlinge mit bewährten Mitteln aus der Wohnung und dem Garten wieder vertreiben kannst.

Was sind Blattläuse?

Blattläuse sind nur wenige Millimeter große, mit einem Stechrüssel ausgestattete Insekten, die sich vom Saft der Pflanzen ernähren. Rund 3.000 Arten sind weltweit bekannt, von denen etwa 750 bis 800 Arten in Europa heimisch sind. Fast alle Arten der Blattläuse sind flügellos und gelten als Schädlinge von Zier- und Nutzpflanzen.

Welche Arten von Blattläusen sind bei uns die bekanntesten?

In unseren Breiten sind es vor allem die großen grünen oder rosafarbenen Rosen-Blattläuse, die sich vom Saft der Rosen, aber auch von Apfel- oder Birnbäumen und Erdbeeren ernähren. Schwarze Bohnenläuse befallen unter den nützlichen Pflanzen in erster Linie Bohnen, Rüben und Kartoffeln und bei den Zierpflanzen Pfaffenhütchen und Schneeball. Die dritte Gruppe sind die dunkelbraunen bis violetten sogenannten Apfelblutläuse, die Apfel-, Quitten- und Birnenbäume befallen.

Blattläuse bekämpfen

Rund 3.000 Arten von Blattläusen sind weltweit bekannt, von denen etwa 750 bis 800 Arten in Europa heimisch sind Foto: Adobe Stock; (c) gordzam

Grüne Pfirsichblattläuse und gelbe Blattläuse sind in heimischen Gärten ebenfalls häufig vertreten. Pfirsichblattläuse sind fast überall zu finden. Sie befallen Obstbäume ebenso wie Gemüse oder sogar Unkraut. Gelbe Blattläuse sind auf Oleander spezialisiert.

Wie schaden Blattläuse Blumen, Bäumen und anderen Pflanzen?

Die kleinen Insekten können Pflanzen gleich auf mehrere Arten Schaden zufügen. Den größten Schaden richten die Insekten an, wenn sie mit ihrem Saugrüssel in die Leitbündel, die sogenannten Faszikel, der Blätter stechen und Pflanzensaft absaugen. Die angestochenen Blätter welken und fallen schließlich ab.

Die Blattläuse ernähren sich hauptsächlich von den im Pflanzensaft enthaltenen Aminosäuren. Den größten Teil der für sie unverwertbaren Kohlenhydrate scheiden sind als zuckerhaltigen Honigtau wieder aus. Der Honigtau wiederum dient anderen Insekten als Nahrung, von denen einige ebenfalls Pflanzenschädlinge sind. Schwärze- und Rußtaupilzen dient der Honigtau ebenfalls als Nährmedium.

Wie vermehren sich Blattläuse?

Blattläuse vermehren sich entweder durch Eier, von denen ein Weibchen zwischen 40 und 100 Stück legt, oder durch Lebendgeburt. Bei der Vermehrung wechseln Blattläuse zwischen geschlechtlicher und ungeschlechtlicher Fortpflanzung. Im Frühjahr wachsen meist zuerst ungeschlechtliche Tiere heran. Durch die ungeschlechtliche oder parthenogenetische Fortpflanzung einsteht schnell eine große Läusepopulation. Bis zu fünf lebende Klone entstehen so pro Muttertier und Tag.

Woher kommen Blattläuse?

Blattläuse auf Zimmerpflanzen sind wahrscheinlich mit der Pflanze oder Pflanzenerde ins Haus gekommen. Oft befinden sich Blattlauseier in der Erde, wo sie auch überwintern können. In freier Natur können Blattläuse insbesondere bei Nahrungsmangel Nachwuchs mit Flügeln hervorbringen, obwohl die meisten Blattläuse keine Flügel besitzen. Mit den Flügeln und unterstützt vom Wind sind die kleinen Schädlinge dann in der Lage, die Wirtspflanze zu wechseln und eine neue Population zu gründen.

Blattläuse bekämpfen

Mit sogenannten Nützlingen

Blattläuse haben eine Reihe natürlicher Feinde, sogenannte Nützlinge, die bei der Bekämpfung der Schädlinge gern behilflich sind. Zu den Fressfeinden zählen Marienkäfer und Ohrenschlüpfer. Ohrenschlüpfer kannst du relativ einfach in einem mit etwas Holzwolle gefüllten und mit der Öffnung nach unten aufgehängten Blumentopf im Garten ansiedeln. Die Insekten sind nachtaktiv und machen sich in der Dunkelheit auf die Jagd nach den Blattläusen.

Mit Marienkäfern und Ohrenschlüpfern lassen sich Blattläuse bekämpfen. Foto: Adobe Stock; (c) Andrea Wilhelm

Ein Marienkäfer verspeist in seinem Leben rund 40.000 der Schädlinge. Ein naturnaher Garten mit einem abwechslungsreichen Pflanzenangebot fördert die Ansiedlung von Marienkäfern und anderen Nützlingen.

Blattläuse bekämpfen ohne Chemie: Hausmittel

Eines der bekanntesten und effektivsten Hausmittel gegen Blattläuse ist Schmier- oder Kernseife. Im Gegensatz zu Naturseifen weist Schmierseife keinen Fettüberschuss auf und enthält im Gegensatz zu verschiedenen Flüssigseifen keine Stoffe, die den Pflanzen mehr schaden als nützen. Um Blattläuse zu bekämpfen, nimmst du 50 Gramm Kernseife und löst sie in etwa 1 Liter lauwarmen Wasser auf. Die abgekühlte Lösung kannst du mit einer normalen Sprühflasche oder einer Gartenspritze über die von den Schädlingen befallenen Pflanzen sprühen.

Tipp: Die Wirkung der Kernseifenlösung kann bei Bedarf mit ein bis zwei Teelöffeln Spiritus oder Alkohol je 1 Liter Lösung noch verstärkt werden.

Mit Brennnessel- und Ackerschachtelhalm-Jauche

Selbst hergestellte Brennnessel-Jauche ist ebenfalls ein bewährtes Hausmittel gegen Blattläuse im Garten. Für die Jauche benötigst du ein Kilogramm blühender, frisch geernteter Brennnesseln, die du in 10 Litern Wasser für etwa zwei Wochen gären lässt.

Auch mit Brennnesseltee kann man Blattläuse bekämpfen. Foto: Adobe Stock; (c) Hetizia

Ein Liter der vergorenen Jauche wird vor dem Ausbringen noch einmal mit 10 Litern Wasser verdünnt. Um Blattläuse zu bekämpfen, reicht es, wenn du die Pflanzen im Garten etwa alle 14 Tage mit der Brennnessel-Jauche einsprühst.

Tipp: Gegen den recht unangenehmen Geruch der Brennnessel-Jauche hilft eine Handvoll Gesteinsmehl, das in die unverdünnte Jauche gerührt wird.

Ackerschachtelhalm-Jauche

Ackerschachtelhalm-Jauche kannst du aus einem Kilogramm frischen oder 200 Gramm getrockneten Ackerschachtelhalm herstellen. Das Kraut musst du für zirka 24 Stunden in zehn Liter kaltem Wasser einweichen. Zwei Liter der fertigen Jauche werden mit 10 Litern Wasser verdünnt und einmal wöchentlich auf die Pflanzen im Garten gesprüht. Jauche aus Ackerschachtelhalm eignet sich sehr gut zur Vorbeugung gegen Blattläuse und wenn die Schädlinge gerade erst beginnen, Pflanzen zu erobern. Ist der Befall bereits weit fortgeschritten, solltest du besser Brennnessel-Jauche oder eine Kernseifenlösung verwenden.

Mit Tee und Küchenkräutern

In praktisch jeder Küche finden sich verschiedene Kräuter und Tees, die genutzt werden können, um Blattläuse zu bekämpfen. Oregano ist hierfür ein Beispiel.

Mit Oregano-Tee

Oregano enthält verschiedene Substanzen, die ihm nicht nur den typischen Geruch verleihen, sondern auch Blattläuse bekämpfen. Für die Bekämpfung der Insekten bereitest du einen Tee aus 100 Gramm frischem oder aus rund 10 Gramm getrocknetem Oregano.

Blattläuse bekämpfen

Hausmittel gegen Läuse: Mit Oregano lassen sich Blattläuse bekämpfen. Foto: Adobe Stock; (c) 7monarda

Das Gewürz wird mit kochendem Wasser aufgegossen und sollte ca. 15 bis 20 Minuten ziehen. Der abgekühlte Tee wird abgeseiht, mit der dreifachen Menge Wasser verdünnt und anschließend mit einer Sprühflasche ausgebracht.

Mit Wermut-Tee

Wermut enthält ätherische Öle, die ihm ein stark würziges Aroma verleihen, mit dem sich die Blattläuse bekämpfen lassen. Wermut-Tee wird wie Oregano-Tee zubereitet, sollte allerdings 24 Stunden ziehen. Unverdünnt eignet sich der Tee im Sommer und im Frühjahr für die Blattlausbekämpfung und vertreibt auch andere Schädlinge.

Mit schwarzem Tee Blattläuse bekämpfen

Schwarzer Tee ist ebenfalls ein bewährtes Hausmittel, um Blattläuse zu bekämpfen. Den Tee kannst du wie gewöhnlich zubereiten, musst ihn jedoch ca. 15 Minuten ziehen lassen. Den abgekühlten Tee kannst du ganz einfach mit einer Sprühflasche auf die Pflanzen sprühen.

Mit Zwiebel- und Knoblauch-Tee

Für einen Zwiebel- und Knoblauch-Tee nimmst du 40 Gramm gehackte Zwiebeln oder gehackte Knoblauchzehen und übergießt sie mit fünf Litern kochendem Wasser. Die Mischung muss anschließend gut 3 Stunden ziehen und wird dann abgesiebt. Etwa alle 10 Tage kann der Zwiebel- und Knoblauch-Tee unverdünnt auf die Pflanzen gesprüht werden.

Tipp: Mit in Stücke gehackten und in die Erde gesteckten Knoblauchzehen kannst du einem Blattlausbefall vorbeugen. Der Geruch vertreibt die Schädlinge zuverlässig. Bei schon befallenen Pflanzen hilft diese Maßnahme jedoch nicht mehr.

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