Balkonblumen – Tipps zur Pflanzung und Pflege

Balkonblumen auf Balkongeländer

Balkonblumen solltest du erst nach dem 15. Mai pflanzen. Foto: Adobe Stock, (c) Alexandra Giese

Mit Balkonblumen kannst du deinen Balkon oder deine Terrasse in ein duftendes Blütenmeer verwandeln. Ob groß oder klein, stehend, kletternd oder hängend, ein- oder mehrfarbig – für jeden Balkon sind die passenden Blumen vorhanden. Was du bei der Auswahl, Bepflanzung und Pflege deiner Balkonbepflanzung beachten solltest, erfährst du in diesem Beitrag.

Wann werden Balkonblumen gepflanzt?

Balkonblumen werden erst nach den Eisheiligen (15. Mai) gepflanzt, da es bis dahin noch zu Nachtfrost kommen kann. Wer aber dennoch schon etwas auspflanzen möchte, kann Stiefmütterchen, Hornveilchen oder vorgezogene Frühjahrsblumen wie Primeln, Tulpen, Narzissen oder Hyazinthen einsetzen. Auch winterfeste Pflanzen wie Bergenien, Farne und Funkien bieten sich an.

Die richtigen Pflanzen für den Balkon

Damit du auch wirklich Freude an der Balkonbepflanzung hast, ist die Auswahl der richtigen Pflanzen entscheidend. Dabei gilt es einige Faktoren zu beachten:

  • Lichtverhältnisse: Ist der Balkon schattig oder eher sonnig und heiß? Viele Pflanzen, die sonnige Standorte bevorzugen, wachsen auch im Halbschatten gut und andersherum.
  • Platzverhältnisse: Überlege dir, wie viel Platz du hast bzw. wie viel Platz du an die Pflanzen abgeben möchtest. Zur Ausnutzung des Raumes hast du viele Möglichkeiten: Von den klassischen am Balkongeländer befestigten Balkonkästen über an der Decke oder Wand hängende Pflanzgefäße und Kletterpflanzen bis hin zu Blumentöpfen, die auf dem Balkon selbst stehen.
  • Zielsetzung: Möchtest du in erster Linie blühende Blumen oder sollen es immergrüne Pflanzen sein, die dir auch einen Sichtschutz bieten. Oder möchtest du vielleicht auch Kräuter und Gemüse anpflanzen?
  • Aufwand für die Pflege: Wieviel Zeit für die Pflege möchtest du aufwenden? Balkonblumen müssen gegossen und gedüngt, geschnitten und gegen Schädlinge behandelt werden. Viele Hobbygärtner haben viel Freude mit dieser Arbeit. Vielleicht ziehst du aber eher pflegeleichte Pflanzen vor, die schön aussehen und weniger Zeit beanspruchen.
  • Qualität der Balkonpflanzen: Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten Pflanzen für den Balkon zu kaufen. Wer auf hohe Qualität der Pflanzen und professionelle Beratung Wert legt, ist bei einem Gärtner gut aufgehoben. Viele Gärtnereien haben bereits auch einen Onlineshop und senden dir die Pflanzen direkt nach Hause.

Welche Erde wird für Balkonblumen verwendet?

Da Pflanzen in Kästen, Kübeln und anderen Gefäßen über einen sehr begrenzten Wurzelraum verfügen, kommt der Qualität der Erde besondere Bedeutung zu. Mit billiger Erde wirst du keine Freude haben, da sie häufig aus minderwertigem Kompost besteht, der Wasser nicht gut speichern kann. Auch ist der Salzgehalt bei vielen Standard-Erden zu hoch. Das beeinträchtigt das Wachstum der Pflanze und macht sie für Krankheiten anfällig. Du solltest auch keine alte Erde verwenden und überwinterten Kübelpflanzen frische Erde gönnen.

Merkmale einer guten Erde

  • Hoher Nährstoffgehalt: Die Erde sollte Nährstoffe gut speichern können und nur nach und nach an die Pflanze abgeben. Ein hoher Humusgehalt verfügt über diese Eigenschaft und belüftet zudem die Erde sehr gut.
  • Lockere Beschaffenheit: Gute Erde zerfällt locker in der Hand.
  • Stabile Struktur: Die Erde fällt auch nach Monaten nicht zusammen, sie bleibt locker. Minderwertige Erde schrumpft ein, sodass am Rand zentimeterweise Luft bleibt und das Wasser einfach durch das Gefäß hindurch fließt.
  • Rasche Wasseraufnahme: Die Erde nimmt Wasser auch nach längerer Trockenheit sofort und problemlos auf. Qualitativ minderwertige Erde wird beim Gießen schwammig und bildet beim Trocknen eine feste Kruste an der Oberfläche.
  • Gute Wasserspeicherung: Hochwertige Erde ist wasserhaltend, leitet aber auch gut ab, wenn zu viel gegossen wird.

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Welche Erde ist für welche Pflanzen geeignet?

  • Für alle Zierpflanzen auf dem Balkon kann handelsübliche Balkonblumenerde oder Kübelpflanzenerde verwendet werden. Balkonblumenerde ist im Gegensatz zu Gartenerde gesiebt und daher auch wesentlich feiner und frei von Samen.
  • Für mehrjährige Pflanzen solltest du eine Erde mit Langzeitdünger (Substrat) wählen.
  • Für empfindliche Pflanzen eignet sich Erde mit Montmorillonit-Ton. Sie bietet eine sehr gute Nährstoffversorgung und speichert Wasser sehr effektiv. Ebenfalls zu empfehlen ist Erde, die Rindenhumus oder Ton enthält, da sie einen optimalen Wasser- und Lufthaushalt der Pflanzen gewährleistet.
  • Für Kräuter empfiehlt sich spezielle Kräutererde, die den Bedürfnissen von Kräutern angepasst ist. Mediterrane Kräuter bevorzugen beispielsweise eher sandige und kalkhaltige Böden.
  • Für Nutzpflanzen wie Gemüse, Obst oder Kräuter ist Bioerde die beste Wahl. Damit kannst du sicherstellen, dass in der Erde keine Schadstoffe enthalten sind.
  • Für Keimlinge und Jungpflanzen oder Stecklinge gibt es spezielle Anzuchterde. Sie enthält sehr wenige Nährstoffe, da Pflanzen in diesem Stadium oft sehr sensibel auf eine hohe Nährstoffdosis reagieren und sogar daran eingehen können.

Erde mit oder ohne Torf?

Torferde macht nur Sinn für Pflanzen, die einen sauren Boden bevorzugen. Dazu gehören etwa Rhododendren, Farne, Bergenien, Küchenschelle, Orchideen, Primeln, Schwertlilien oder auch Pfingstrosen. Allerdings gedeihen diese Pflanzen auch hervorragend ohne Torf.

Der Umwelt zuliebe solltest du daher auf Blumenerde mit Torf verzichten. Die Gewinnung von Torf zerstört die Moore und setzt umweltschädliches Kohlendioxid frei, das im Torf gebunden ist. Auch versauert die Torferde den Boden, es müssen zusätzlich eine Menge Nährstoffe beigegeben werden. Torferde speichert auch kein Wasser, es muss wesentlich öfter gegossen werden.

Im Handel werden zwar torfreduzierte bzw. torfarme Erden angeboten, der Anteil an Torf liegt aber dennoch häufig bei bis zu 80 Prozent. Alternative Erden basieren auf Kompost, der aus Grünschnitt und Rinden besteht, sowie Rindenhumus und Holzfasern.

Deine Balkonpflanzen kannst du den ganzen Frühling und Sommer lang genießen. Foto: Adobe Stock, (c) c3media

So bepflanzt du den Balkonkasten richtig

1. Reinigung und Vorbereitung:

  • Alte Balkonkästen, die in der letzten Saison in Gebrauch waren, müssen gründlich gereinigt werden. Dafür verwendest du am besten Wasser, Schmierseife, ein Reinigungstuch und eine Bürste zum Schrubben. Kalkbeläge lassen sich mit Essigwasser gut entfernen.
  • Balkonkästen aus Ton solltest du vor der Bepflanzung ein bis zwei Tage in ein Wasserbad legen, damit der Ton Wasser aufnehmen kann. Andernfalls entzieht der Ton nach der Bepflanzung der Blumenerde sofort die Feuchtigkeit.
  • Neue Balkonkästen müssen in der Regel nicht gereinigt werden. Oft sind jedoch die Abzugslöcher noch geschlossen und müssen durchstoßen werden.

2. Bepflanzung des Balkonkastens:

  • Abzugslöcher verdecken: Damit die Abzugslöcher im Blumenkasten nicht verstopfen, deckst du sie am besten mit Tonscherben oder kleinen Steinen so ab, dass ein kleiner Hohlraum über den Löchern entsteht. Sind die Löcher verstopft, kann das Wasser nicht abfließen und verursacht Staunässe. Abfaulende Wurzeln wären die Folge.
  • Drainageschicht: Als nächstes kommt nun die Drainageschicht aus Blähton in den Blumenkasten. Alternativ können auch Kieselsteine verwendet werden, sofern das Gewicht des Balkonkastens für dich keine Rolle spielt. Je nach Höhe des Blumenkastens kann diese Schicht bis zu vier Zentimeter hoch sein. Die Drainage sorgt dafür, dass das Gießwasser besser ablaufen kann und sich nicht in der Erde staut. Blähton bietet zudem den Vorteil, dass im Ton gespeichertes Wasser an heißen Sommertagen je nach Bedarf an die Erde abgegeben wird.
  • Trennvlies/Wasserspeichermatten: Über die Drainage wird nun ein Vlies oder eine Wasserspeichermatte gelegt, damit keine Erde in die Drainageschicht eingeschwemmt wird. Mit einer Wasserspeichermatte hast du natürlich gleichzeitig den Vorteil, dass du nicht so oft gießen musst.
  • Blumenerde: Als nächstes befüllst du den Balkonkasten etwa bis zur Hälfte mit Blumenerde. Auf diese Erdschicht kannst du nun die Pflanzen stellen und solange arrangieren, bis dir die Anordnung gefällt. Erst dann füllst du den Balkonkasten mit Erde auf und drückst die Pflanzen gut an. Mindestens zwei Fingerbreit zur oberen Kante des Balkonkastens sollten jedoch frei bleiben. Auf diese Weise kann das Wasser beim Gießen nicht überlaufen. Wer die Verdunstung an sonnigen Tagen verringern möchte, kann noch eine Schicht Kieselsteine auf die Erde verteilen.
  • Gießen: Zum Schluss müssen die Balkonblumen noch ausgiebig gegossen werden. Damit die Erde das Wasser gut aufnehmen kann, werden kleine Gießpausen eingelegt. Achte darauf, dass du nicht die Blätter gießt, sondern den Wurzelballen! Viele Pflanzen vertragen keine feuchten Blätter. Durch die Feuchte entsteht zudem ein Nährboden für Schädlinge. Falls du einen wasserspeichernden Balkonkasten verwendest, musst du nach dem Bepflanzen die Erde eine Zeit lang direkt gießen. Die Wurzeln der Pflanzen sind noch nicht stark genug, um das Wasser aus dem Vorratsspeicher ziehen zu können.
Balkonblumen

Balkonpflanzen zaubern dir und Passanten ein Lächeln ins Gesicht. Foto: Adobe Stock; (c) alexandro900

Balkonblumen richtig gießen

Man kann nicht pauschal sagen, wann, wie oft und wie viel gegossen werden soll. Unterschiedliche Pflanzen benötigen auch unterschiedlich viel Wasser. Auch kommt es darauf an, ob die Pflanzen in der Sonne oder im Schatten stehen und welche Wetterverhältnisse gerade herrschen. Dennoch gibt es einige Richtlinien, an denen du dich orientieren kannst:

  • Fingerprobe: Indem du einen Finger möglichst tief in die Erde steckst, kannst du die Feuchtigkeit der Erde kontrollieren. Ist nur die Oberfläche ausgetrocknet, kannst du bei schlechter Witterung mit dem Gießen noch ein bisschen warten. Bei sonnigem Wetter ist Zeit für die Gießkanne.
  • Häufigkeit: Es ist besser, die Pflanzen nur einmal pro Tag ordentlich zu gießen, als sie mehrmals pro Tag mit wenig Wasser zu versorgen. Die Wurzeln können sich dann richtig vollsaugen.
  • Zeitpunkt: Der beste Zeitpunkt zum Gießen ist früh am Morgen oder spät am Abend. Das Wasser kann auf diese Weise von den Pflanzen gut aufgenommen werden und verdunstet nicht ungenutzt. Beim Gießen am Abend solltest du jedoch darauf achten, dass die Pflanzen nicht zu feucht stehen, da es sonst zur Ausbreitung des Falschen Mehltaus kommen kann.
  • Wassermenge und Wasserqualität: Es sollte so lange gegossen werden, bis das Wasser unten aus den Balkonkästen tropft. Am liebsten haben Blumen abgestandenes Wasser. Auf dem Balkon ist es allerdings in den seltensten Fällen möglich, eine Regentonne unterzubringen. Du kannst dann aber zumindest die Gießkanne für den nächsten Gießdurchgang auffüllen.
  • Staunässe vermeiden: Wird zu viel gegossen oder kann das Wasser nicht abfließen, sterben die Wurzeln der Pflanzen ab. Die Pflanze wird nicht mehr mit Wasser und Nährstoffen versorgt und beginnt zu welken. Häufig wird das Welken dann missinterpretiert und noch mehr gegossen. Deshalb immer mit der Fingerprobe prüfen, wie feucht die Erde ist.
  • Kieselsteine gegen Verdunstung: Damit das Wasser bei großen Töpfen nicht verdunstet, kannst du die Erde mit Kieselsteinen abdecken.
  • Untersetzer: Wasser, das von den Wurzeln nicht gleich aufgenommen wird, kann abfließen und später von der Pflanze aufgenommen werden. Achte jedoch darauf, dass keine Staunässe entsteht. Wenn die Erde gut feucht ist, sollte im Untersetzer kein Wasser mehr stehen.
  • Wasserspeicher: Wer im Sommer nicht viel gießen möchte, dem stehen verschiedene Speicherlösungen zur Verfügung: Blumenkästen mit Wasserspeicher, Wasserspeichermatten oder Wasserspeicher-Granulat.

Was ist beim Düngen zu beachten?

  • Halte dich immer genau an die Gebrauchsanweisung. Die Salze im Dünger können den Pflanzen schaden, wenn sie zu hoch konzentriert sind. Bei der Dosierung gilt daher: Lieber weniger, dafür häufiger.
  • Flüssigdünger immer erst in die Gießkanne geben, wenn sie schon halb mit Wasser gefüllt ist. Dann erst die Kanne auffüllen. So verteilt sich der Dünger gut im Wasser. Du solltest niemals Flüssigdünger direkt auf die Wurzelballen geben. Alternativ kannst du auch Düngestäbchen verwenden, die man direkt in die Erde steckt und dann die Nährstoffe nach und nach abgeben.
  • Erden  bzw. Substrate für Balkonpflanzen sind meist bereits fertig gedüngt. Manche Substrate enthalten neben einem Startdünger auch Langzeitdünger. Nachdüngen musst du dann erst nach vier bis sechs Wochen, wenn der Dünger verbraucht ist. Du kannst aber auch selbst in die Erde Langzeitdünger oder Hornspäne einarbeiten. Beides gibt es im Baumarkt oder Gartencenter zu kaufen.
  • Es wird nur in der Hauptwachstumszeit (März-September) gedüngt. Nach dem 15. August nicht mehr düngen bzw. nur noch sogenannte Herbst-Dünger anwenden. Der erhöhte Anteil an Kalium hilft den Pflanzen beim Überwintern.
  • Jede Pflanzenart hat einen anderen Nährstoffbedarf. Es ist daher ratsam, Spezialdünger für z.B. Rosen, Kakteen oder Orchideen zu verwenden.
  • Nicht direkt nach dem Umtopfen düngen, da ein Großteil der feinen Wurzeln beim Umtopfen kaputt geht. Daher erst bei der nächsten Periode mitdüngen.
  • Regelmäßig die Blumenerde lockern, damit Wasser und Nährstoffe bis zu den Wurzeln durchdringen.
  • Stehen deine Pflanzen auf dem Balkon nicht unter Dach, dann solltest du nach längerem Regen für Nachschub sorgen. Regnet es längere Zeit, werden die Nährstoffe oder bereits eingebrachte Dünger ausgewaschen.
  • Typisches Zeichen für einen Nährstoffmangel sind gelbe Blätter, die auf das Fehlen des für das Wachstum zuständigen Stickstoff (N) hinweisen. Für strahlende Blütenpracht und Fruchtbildung sorgt Phosphor (P). Kalium (K) hingegen reguliert den Wasserhaushalt. Kleine Mengen an Eisen, Mangan und Bor sind für die Pflanze ebenso wichtig.

Verwelkte Blüten regelmäßig entfernen

Damit Balkonblumen die ganze Saison über blühen, musst du die welken Blütenstände entfernen. Die Pflanzen bilden dann keine Samen und haben Kraft für neue Blüten. Kleinblättrige Pflanzen wie Männertreu kannst du einfach mit einer Hand-Heckenschere ausputzen. Großblättrige Arten wie Pelargonien schneidest du am besten mit einer Gartenschere zurück.

Hier findest du Gartencenter mit umfangreichem Angebot in deinem Bundesland:



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