Was tun bei Zeckenbiss? So handelst du am besten

Bei einem Zeckenbiss sollte die Zecke so schnell wie möglich entfernt werden. Foto: Adobe Stock, (c) mirkograul

Besonders in Österreich sind Zecken weit verbreitet. Ein Waldspaziergang oder Gartenarbeit führt daher öfters zu einem Zeckenbiss, der nicht selten gesundheitsgefährdende Folgen mit sich bringt. Im Folgenden erfährst du, wie du am besten eine Zecke entfernst, wann du nach einem Zeckenbiss zum Arzt gehen solltest und mit welchen Maßnahmen du Zeckenbisse vermeiden kannst.

Was ist ein Zeckenbiss?

Die Zecken zählen zu der Art der Milben und sind blutsaugende Parasiten, die Tiere und Menschen befallen. Sie sind ab Temperaturen von ca. 7° C aktiv und können daher von März bis November angetroffen werden. Zecken befinden sich vorwiegend in hohem Gras, an Waldrändern, in Gebüschen, am Wegesrand oder in der Nähe von Bächen und können bis zu einer Höhe von 1,5 Metern klettern. Die Zecke lauert auf Sträuchern oder Grashalmen auf einen passenden Wirt. Kommt ein solcher vorbei, klammert sie sich an ihm fest.

Danach sucht sie sich eine warme Stelle mit dünner Haut und sticht zu. Dabei schneidet die Zecke die Haut mit den Kieferklauen an und verankert ihren Stachel in der Wunde. Da Zecken Krankheiten übertragen können, ist es wichtig, die Zecke so schnell wie möglich zu entfernen. Je länger die Zecke in der Haut bleibt, desto größer ist das Infektionsrisiko.

Info: Anders als viele Menschen glauben, können Zecken NICHT springen. Sie lassen sich auch nicht von Bäumen gezielt auf Menschen herabfallen.

Wie entfernt man eine Zecke? – Behandlung

Zeckenbiss was tun

Mit der Zeckenkarte können Zecken ziemlich einfach entfernt werden. Foto: Adobe Stock, (c) Carola Vahldiek

Eine Zecke entfernst du am besten mit einer Pinzette. Andere Instrumente zur Entfernung von Zecken sind die Zeckenkarte oder der Zeckenhaken, die in der Apotheke erhältlich sind. Folgende Schritte sind zu beachten:

  1. Du ergreifst die Zecke mit der Pinzette möglichst knapp an der Haut und ziehst die Zecke langsam in einer Bewegung aus der Haut.
  2. Versuche, die ganze Zecke samt dem Mundwerk aus der Haut zu ziehen. Achte darauf, dass du sie nicht drehst oder quetschst.
  3. Reinige die Stelle mit Desinfektionsmittel, nachdem du die Zecke entfernt hast.

Die Zecke sollte NICHT am Körper angegriffen und nicht mit den Fingern herausgedreht werden. Dadurch kann das Bakterium der Zecke in die Haut gedrückt werden. Es dürfen KEINE Flüssigkeiten wie Öl oder Nagellackentferner darauf geleert werden.

Es wird geraten, die Zecke danach nicht zu entsorgen, sondern eine Weile in einem Behälter aufbewahren. Solltest du nach dem Zeckenbiss nämlich erkranken, kann auf diese Weise in einem Labor nachgeforscht werden, um welche Erreger es sich genau handelt.

Wie erkennt man einen Zeckenbiss? – Symptome

Am einfachsten erkennst du einen Zeckenbiss, wenn die Zecke in der Haut steckt. Das ist das einzig klare Zeichen, um einen Zeckenbiss identifizieren zu können. Ist die Zecke bereits wieder abgefallen, sieht die Stelle in der Regel wie ein Gelsenstich aus und wird auch leicht damit verwechselt. Weil Zecken beim Zustechen ein betäubendes Sekret einsetzen, merkt man einen Zeckenstich meist gar nicht. Manchmal fällt die Zecke erst auf, wenn sie größer wird. In manchen Fällen wird ein Zeckenbiss auch gar nicht bemerkt.

Entzündet sich jedoch die Einstichstelle, können Symptome wie Juckreiz, Rötungen oder Schwellungen auftreten. Sollte eine ringförmige Rötung um den Zeckenbiss erscheinen, handelt es sich um ein Anzeichen von Borreliose, die durch Zeckenbisse übertragen wird.

Wann soll man nach einem Zeckenbiss zum Arzt?

Generell gilt, dass bei einem gewöhnlichen Zeckenbiss ohne Symptome kein Arzt aufgesucht werden muss. Treten aber Symptome in Verbindung mit einem Zeckenbiss auf, solltest du zur Sicherheit einen Arzt besuchen. Du solltest zum Arzt gehen, wenn

  • du die Zecke nicht komplett entfernen konntest und das Mundwerk noch in der Haut steckt. Hier besteht ein Infektionsrisiko.
  • eine Rötung, eine Schwellung oder Juckreiz auftritt. Diese Symptome weisen ebenfalls auf eine Infektion hin.
  • nach 1-2 Wochen nach dem Zeckenbiss grippeähnliche Symptome wie Fieber, Muskelschmerzen oder Trägheit auftreten. Dies ist ein Anzeichen für Borreliose oder auch Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).
  • eine Wanderröte, also eine kreisförmige Hautrötung um den Zeckenbiss auftritt. Hier besteht eine Gefahr einer Borreliose.

Welche Krankheiten werden von Zecken übertragen?

Die häufigsten Krankheiten, die in Europa von Zecken übertragen werden, sind Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose.

FSME durch Zeckenbiss

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis ist eine Viruskrankheit, die eine Entzündung des Gehirns oder der Gehirnhäute verursacht. Das Virus wird ausschließlich durch Zecken übertragen und ist in ganz Österreich verbreitet. Symptome der Erkrankung treten durchschnittlich 1-3 Wochen nach dem Zeckenbiss auf. Typische Symptome von FSME sind Fieber, Muskelschmerzen, Atemwegsbeschwerden, Bauschmerzen und Durchfall. Im Anschluss folgen Hirn- oder Hirnhautentzündungen, die sich in Form von Kopfschmerzen, Verwirrtheit oder Lähmungen äußern.

Ist man einmal an FSME erkrankt, gibt es leider keine Behandlung. Glücklicherweise kann FSME aber mit einer Immunisierung, der sogenannten „Zeckenimpfung“ vorgebeugt werden. Nach den drei Teilimpfungen besteht ein vollständiger Schutz vor FSME. Kinder sollten ab ihrem 1. Lebensjahr geimpft werden. Die Impfung muss danach alle 5 Jahre aufgefrischt werden.

Zeckenbiss

Die FSME Impfung sollte alle 5 Jahre aufgefrischt werden. Foto: Adobe Stock, (c) Stockfotos-MG

Borreliose durch Zeckenbiss

Borreliose (Borreliose-Lyme) ist die häufigste Krankheit, die durch Zecken übertragen wird. Sie ist eine Infektionskrankheit, die hauptsächlich durch Zecken übertragen wird. Etwa 30% der  Zecken in Österreich sind mit Borreliose infiziert. Dies bedeutet aber nicht, dass alle Menschen, die von einer infizierten Zecke gestochen werden, auch an Borreliose erkranken. Das Bakterium befindet sich im Verdauungstrakt der Zecke, weshalb es einige Stunden dauert, bis das Bakterium in den Menschen gelangt. Aus diesem Grund ist es wichtig, eine Zecke so rasch wie möglich zu entfernen, um eine Übertragung der Krankheit zu verhindern.

Ein typisches Symptom der Borreliose ist die Wanderröte. Das ist eine etwa 4 cm große ringförmige Hautrötung um die Einstichstelle der Zecke, die sich täglich um ca. 3 mm vergrößert. Die Wanderröte tritt ungefähr 3 Tage bis 3 Wochen nach dem Zeckenbiss auf. Weitere Symptome sind Fieber, Muskelschmerzen, Bindehautentzündungen oder Gesichtslähmungen. Borreliose wird nach einer Diagnose des Hausarztes mit Antibiotika behandelt. Einen Impfschutz gibt es dagegen nicht.

Zeckenbiss was tun

Die Wanderröte ist ein typisches Symptom für Borreliose. Foto: Adobe Stock, (c) Ingo Bartussek

Zeckenbiss vermeiden – Wirkungsvolle Maßnahmen

Ein Zeckenbiss kann nie zu 100 Prozent vermieden werden. Wenn du aber folgende Tipps beachtest, kannst du das Risiko eines Zeckenbisses stark mindern.

  • hohes Gras und Sträucher meiden: Da sich Zecken vorwiegend in hohem Gras, in der Nähe von Sträuchern und in Wäldern aufhalten, solltest du diese Bereiche nicht betreten.
  • lange Kleidung: Wenn du Wanderungen oder Spaziergänge in der Natur unternimmst, schützt du dich am besten mit festen Schuhen, langer Hose und langem T-Shirt. So gelangt die Zecke schwieriger zur Haut.
  • Haut kontrollieren: Nach dem Aufenthalt im Freien solltest du deinen Körper kontrollieren, ob sich frei krabbelnde Zecken auf der Haut befinden. So können sie entfernt werden, noch bevor sie zugestochen haben. Du solltest auch kontrollieren, ob eine Zecke bereits zugestochen hat, um diese schnellstmöglichst entfernen zu können. Dabei solltest du vor allem auf besonders warme Körperstellen achten, die verdeckt sind. Am meisten stechen Zecken in Kniekehlen, Armbeugen, Achseln, Nacken und der Schamgegend zu.
  • Insektenschutzmittel: Insektensprays kannst du auf den Körper sprühen, welche Zecken und auch Gelsen fern halten. Erhältlich sind diese in der Apotheke oder im Drogeriemarkt.

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