Schwarzer Hautkrebs: warum ist ein malignes Melanom gefährlich?

schwarzer Hautkrebs

Schwarzer Hautkrebs ist ein hochgradig bösartiger Tumor. Foto: Adobe Stock, (c) WavebreakmediaMicro

Schwarzer Hautkrebs alias malignes Melanom ist die bösartigste Form von Hautkrebs. Weil er dazu neigt, schon früh Metastasen zu bilden. Seine Häufigkeit steigt. Umso wichtiger sind dermatologische Vorsorgeuntersuchungen. Und wenn dabei ein Tumor entdeckt wird, seine rechtzeitige Entfernung. Noch bevor er streut.

Schwarzer Hautkrebs oder Malignes Melanom – was ist das?

Das maligne Melanom ist ein hochgradig bösartiger Tumor, der aus entarteten Melanozyten, d. h. Pigmentzellen, die unter UV-Einstrahlung braunen Farbstoff bilden, hervorgeht. Er neigt dazu, früh Metastasen über Lymph- und Blutbahnen zu streuen. Daher ist er die am öftesten tödlich verlaufende Hautkrankheit. Seine Häufigkeit nimmt weltweit zu. Besonders oft befällt er Menschen zwischen 45 und 60 Jahren. Oft wird er einfach nur als Hautkrebs bezeichnet. Das ist nicht ganz korrekt, denn ein malignes Melanom kann auch in anderen Organen auftreten.

Video: die wichtigsten Infos zum Schwarzen Hautkrebs

Wie sieht Schwarzer Hautkrebs aus?

Maligne Melanome entwickeln sich meist aus einem Pigmentfleck. Deshalb sind sie üblicherweise braun bis tiefschwarz (daher “schwarzer Hautkrebs“). Sie können sich in puncto Größe und Form stark voneinander unterscheiden, flach, erhaben oder knotig sein. Typisch für sie ist ein “unruhiges“ Aussehen, d.h. ein unregelmäßiger Rand und das Vorkommen mehrerer Farbtöne.

Wie entsteht Schwarzer Hautkrebs? Ursachen

Melanozyten bilden nach Sonnenbestrahlung Pigment. Dieser Vorgang bewirkt das “Braunwerden“ der Haut. Mit dem Ziel, die Hautzellen vor Veränderungen des Erbguts zu schützen, die durch UVB-Strahlen hervorgerufen und üblicherweise durch Reparaturenzyme wieder beseitigt werden. Doch sind auch die langwelligeren UVA-Strahlen nicht harmlos, sondern führen zu einer Hemmung des Abwehrsystems der Haut und können so die Entstehung von Hautkrebs fördern.

Bei Schädigungen der Melanozyten kann sich aus ihnen schwarzer Hautkrebs entwickeln. Auch wenn die Ursachen für die Melanomentstehung noch nicht genau bekannt sind, gilt als Hauptauslöser für die Schäden eine zu intensive Sonneneinstrahlung. Insbesondere mehrmalige Sonnenbrände, vor allem im Kindesalter. Denn entscheidend für die Entwicklung bösartiger Hauttumore ist die während des Lebens konsumierte Gesamtdosis an UV-Strahlung. Zu ihr tragen auch häufige Solarienbesuche bei, wobei die Schäden umso größer ausfallen, je jünger die Solarienbenützer sind. Daher gilt in Österreich seit 1. September 2010 ein Verbot für Jugendliche unter 18 Jahren, Solarien zu besuchen.

Doch können Melanome überall an der Haut vorkommen, auch an nicht sonnenexponierten Stellen und Schleimhäuten. Und sich aus bestimmten Muttermalen entwickeln.

Zudem begünstigen genetische Faktoren die Melanomentstehung. Bei autosomal dominantem Erbgang mit variabler Penetranz (tatsächliche Ausbildung von durch die Genveränderung ausgelösten Symptomen). Daher zeigt schwarzer Hautkrebs eine gewisse familiäre Häufung.

Als Risikogruppen gelten jedenfalls Menschen mit

  • heller Haut- und Augenfarbe, roten oder blonden Haaren, v. a. wenn sie in Gebieten mit hoher Sonneneinstrahlung (z. B. Australien) leben
  • vielen gewöhnlichen, dysplastischen (asymmetrisch, verschiedene Farbtöne) oder größeren (ab ca. 1,5 cm Durchmesser) angeborenen Muttermalen
  • einer Neigung zu Sonnenbränden bei UV-Licht-Exposition
  • Blutsverwandten 1. Grades mit Melanom
  • Sommersprossen oder aktinischen Lentigines (“Altersflecken“)
  • einer Schwäche des Immunsystems wie bei AIDS oder medikamentöser Immunsuppression nach Organtransplantationen zur Verhinderung von Abstoßungsreaktionen
  • Störungen der DNA-Reparatur, wie bei Xeroderma pigmentosum

Zu den Risikogruppen für schwarzen Hautkrebs zählen Personen, die leicht einen Sonnenbrand bekommen. Foto: Adobe Stock, (c) jivimages

Ist Schwarzer Hautkrebs heilbar?

Je früher schwarzer Hautkrebs entdeckt und behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Seine Prognose hängt von seiner histologisch gemessenen Eindringtiefe in die Haut ab, die in Millimetern angegeben wird. Eine Eindringtiefe nach Breslow unter einem Millimeter bedeutet üblicherweise eine sehr gute Prognose.

Schwarzen Hautkrebs erkennen: Symptome

Schwarzer Hautkrebs lässt sich nicht immer leicht von einem Muttermal unterscheiden. Doch gibt es einige Merkmale, die auf ein malignes Melanom hinweisen können. Als Hilfsmittel zur Unterscheidung nutzt man die sogenannte ABCDE-Regel, auch wenn sie nur eine Daumenregel darstellt, die vor allem bei Melanomen in der frühen Wachstumsphase nicht immer zutrifft:

A = Asymmetry/Asymmetrie: Muttermale sind eher rund und symmetrisch. Melanome asymmetrisch, da sie stärker in eine Richtung wachsen.

B = Border/Begrenzung: Muttermale grenzen sich scharf zur normalen Haut ab. Melanome zeigen zackige und unregelmäßige Ränder, sodass dunkel gefärbte Stellen und helle Haut scheinbar ineinander übergehen.

C = Color/Farbe: Muttermale sind einheitlich hell- bis dunkelbraun. Melanome weisen verschiedene Farbtöne (“gescheckt“) auf. Braune, schwarze, rötliche, aber auch graue, bläuliche, violette oder weiße sind möglich.

D = Dynamik, früher: Diameter/Durchmesser: Muttermale bleiben über viele Jahre gleich groß. Melanome legen an Größe zu und haben einen Durchmesser von mehr als 6 mm.

E = Enlargement/Erweiterung bzw. Elevation/Erhabenheit bzw. Evolution/ Entwicklung): Muttermale wachsen langsam – Melanome rasch, entstehen in kurzer Zeit auf sonst flachem Grund.

Gelegentlich kann Juckreiz auftreten, vor allem bei größeren, knotigen Melanomen auch Geschwüre, spontane Blutungen und Verkrustungen.

Schwarzer Hautkrebs: seine Formen

Schwarzer Hautkrebs wird in Subtypen unterteilt, die sich hinsichtlich Aussehen, Art des Wachstums, Neigung zur Metastasierung und damit in ihrer Prognose unterscheiden:

Superfiziell spreitendes Melanom: Diese häufigste Form zeigt sich als unregelmäßig pigmentierter, unscharf begrenzter Fleck, eventuell mit hellen Inseln in der Mitte. Bei Frauen häufig am Unterschenkel, beim Mann meist am Rumpf. Er wächst zunächst langsam horizontal, also oberflächlich (superfiziell) nach etwa zwei bis vier Jahren auch vertikal. Dann bilden sich Erhabenheiten

Noduläres malignes Melanom: Diese aggressivste Form fällt durch eine braune bis tiefschwarze Farbe und eine glatte oder geschwürige, leicht blutende Oberfläche auf. Zudem durch ihr relativ schnelles vertikales Wachstum und ihre frühzeitige Metastasierung über Lymph- und Blutbahnen. Meistens tritt dieser Hautkrebs am Rücken, an der Brust oder den Extremitäten auf.

Lentigo-maligna-Melanom: Diese Form, die vor allem im Gesicht älterer Menschen vorkommt, entsteht aus meist an lichtexponierten Stellen wuchernden atypischen Melanozyten (= Lentigo maligna, Melanosis circumscripta, Morbus Dubreuilh). Und besteht aus großen, teils erhabenen, unregelmäßigen Flecken, die relativ langsam und zunächst vor allem horizontal wachsen. Nach bis zu 15 Jahren auch vertikal.

Akrolentiginöses Melanom: Diese Form ähnelt optisch dem Lentigo-maligna-Melanom, wächst aber viel schneller und aggressiver, blutet leicht und ist oft amelanotisch. Und befällt häufiger Menschen mit dunkler Haut, vor allem Handflächen/Fußsohlen, Finger/Zehen und Schleimhäute sowie Nägel (Hutchinson-Zeichen braun-schwarzer Längsstrich), was zur Nagelablösung führen kann.

Amelanotisches (depigmentiertes) Melanom: Diese Form ist ein noduläres malignes Melanom, das aber kein Pigment mehr bildet und sehr untypisch aussehen kann (rosa- oder hautfarbener Knoten).

Zudem gibt es sonstige bzw. nicht klassifizierbare oder seltene Melanomvarianten. Wie etwa das polypoide Melanom, das sich durch eine gestielte Form und blumenkohlartige Gestalt auszeichnet. Dieser häufig auf dem Rücken befindliche Tumor wächst großteils über die Hautoberfläche hinaus und ist oft amelanotisch.

Schwarzer Hautkrebs kann verschiedene Ausprägungen haben und sich im Aussehen unterscheiden. Foto: Adobe Stock, (c) 8th

Wie fängt Schwarzer Hautkrebs an?

Schwarzer Hautkrebs wird in Subtypen unterteilt, die sich hinsichtlich Aussehen, Art des Wachstums, Neigung zur Metastasierung und damit in ihrer Prognose unterscheiden:

  • Schwarzer Hautkrebs beginnt in der Regel als pigmentierter Fleck. Der wird mit der Zeit erhaben oder auch knotig.
  • Nimmt ein Pigmentnävus (Leberfleck) an Größe zu, ändert seine Farbe oder juckt, können das Warnsymptome für die Entwicklung eines malignen Melanoms sein. Ebenso Veränderungen pigmentierter Hautpartien.

Wo tritt Schwarzer Hautkrebs auf?

Schwarzer Hautkrebs kann prinzipiell überall an der Haut vorkommen, doch tut er das häufiger bei Männern am Rücken und bei Frauen am Unterschenkel. Bei Schwarzen Menschen findet man ihn weit seltener als bei Menschen mit heller Haut und wenn, dann meistens an etwas helleren Stellen, z. B. an den Handflächen.

Doch befällt schwarzer Hautkrebs entgegen seines Namens nicht nur die Haut. Er kommt auch in anderen Organen vor. Nämlich in Schleimhäuten (mukosale Melanome), etwa des Anus (anorektales Melanom), in den Augen (Bindehaut- oder Aderhautmelanom) oder im Zentralnervensystem. Im Vergleich zur Haut (kutanes Melanom) allerdings wesentlich seltener.

Schwarzer Hautkrebs: Wie erkennt ihn der Hautarzt?

Häufig erkennt der Hautarzt ein malignes Melanom anhand der typischen Hautveränderungen mit freiem Auge. Doch steht ihm zur Absicherung der Diagnose die Auflichtmikroskopie zur Verfügung, bei der er die Haut mit einem Dermatoskop, einer speziellen Lupe, betrachtet. Findet er verdächtige Veränderungen, ist die operative Entfernung des suspekten Muttermals inklusive entsprechendem Sicherheitsabstand mit anschließender feingeweblicher Untersuchung (Histologie) zum Beweis der Verdachtsdiagnose vorgesehen.

Bestätigt sich histologisch der Krebsverdacht, folgen eine Reihe von Staging-Untersuchungen zur Einschätzung der Tumorausbreitung, etwa Bluttests. Oder bildgebende Verfahren wie z. B. eine Computertomographie, Kernspintomographie, ein Skelettszintigramm oder Ultraschall zur Auffindung etwaiger Tochtergeschwülste (Metastasen) in Lymphknoten und anderen Organen.

Wie gefährlich ist Schwarzer Hautkrebs? Prognose

Wie schnell und in welche Richtung (Hautebene oder in die Tiefe) ein schwarzer Hautkrebs wächst, bestimmt, wie rasch er metastasiert. Das wiederum hängt vom Subtyp des jeweiligen malignen Melanoms ab. Ob schwarzer Hautkrebs heilbar ist, entscheidet sich jedoch nach dem Stadium (I – IV), in dem er entdeckt wird. Also vom Zeitpunkt der Diagnosestellung. Hier gilt natürlich: je früher, desto bessere Heilungschancen. So haben etwa Melanome mit einer vertikalen Tumordicke unter 0,75 mm eine Heilungschance von rund 95 Prozent.

Mit zunehmender vertikaler Tumordicke, einer Metastasierung in umliegende Strukturen oder gar der Ausbildung von Fernmetastasen sinkt die Fünf-Jahres-Überlebensrate (= Anteil der Patienten, die fünf Jahre nach Feststellung der Krankheit noch leben) entsprechend der Ausbreitung des Melanoms. Sie liegt bei Tochtergeschwülsten in weiter entfernten Lymphknoten oder anderen Organen (= Stadium IV) bei unter zehn Prozent.

Zur Einschätzung einer Prognose ziehen Hautärzte Kriterien heran wie

  • Lokalisation, Ulzeration und Subtyp des Tumors
  • die TNM-Klassifikation zur Beurteilung des Tumorstadiums, bei der T1-4 die Tumordicke, N1-3 die Zahl der befallenen Lymphknoten und M1a-1c Organmetastasen bedeutet
  • die histologisch ermittelte Tumordicke nach Breslow

Dunkelheit oder Helligkeit eines Melanoms wirken sich nicht auf die Prognose aus. Außer es handelt sich um ein amelanotisches Melanom, das eine schlechtere Prognose besitzt.

Im Gegensatz zu früher nicht mehr zur Einschätzung der Prognose herangezogen wird der Clark-Level, der die tiefste Hautschicht, welche das Melanom erreicht, angibt.

Schwarzer Hautkrebs Frühstadium

Am besten stehen die Heilungschancen bei sogenannten “In-situ-Melanomen“. Also Tumoren, die die Grenze zwischen Ober- und Lederhaut noch nicht durchbrochen haben, denn sie haben kein Metastasierungsrisiko. In diesem Stadium sind die meisten Melanome bereits erkennbar. Sofern man rechtzeitig hautärztliche Kontrollen in Anspruch nimmt.

Schwarzer Hautkrebs Endstadium

Zu spät, unzureichend oder gar nicht behandelt endet schwarzer Hautkrebs mit der Streuung von Fernmetastasen, die die davon befallenen Organe in ihren Funktionen beeinträchtigen und sie zerstören.

Wie schnell wächst Schwarzer Hautkrebs?

Die Wachstumsgeschwindigkeit hängt vom jeweils vorherrschenden Subtyp des malignen Melanoms ab. Daher ist sie etwa bei der aggressivsten Form von schwarzem Hautkrebs, dem nodulären malignen Melanom deutlich höher als etwa beim Lentigo-maligna-Melanom, das bis zu 15 Jahre braucht, bis es in die Tiefe wächst.

Ab wann streut Schwarzer Hautkrebs?

Schwarzer Hautkrebs kann Tumorzellen in andere Organe absiedeln, sobald er vertikal wächst und dabei die Grenze zwischen Ober- und Lederhaut durchbricht. Denn in tieferen Hautschichten befinden sich Gefäße, über die Tumorzellen zu diversen Organen transportiert werden und dort Tochtergeschwülste bilden. Wie rasch nach der Entstehung von schwarzem Hautkrebs das geschieht, hängt von dessen Beschaffenheit, sprich Subtyp, ab.

Wo bilden sich Metastasen?

Schwarzer Hautkrebs neigt dazu – je nach Subtyp unterschiedlich schnell – über die Lymph- und Blutgefäße – in unterschiedlichsten Organen Tochtergeschwülste abzusiedeln. Häufig in der Leber, Haut, Lunge, im Skelett und Gehirn. Vor allem Leber- und Hirnmetastasen beeinflussen die Prognose ungünstig. Lungenmetastasen hingegen nehmen aus unbekanntem Grund anscheinend eher langsam an Größe zu. Typisch für das maligne Melanom sind zudem Herzmetastasen.

schwarzen Hautkrebs operativ entfernen

Ein schwarzer Hautkrebs wird operativ entfernt. Foto: Adobe Stock, (c) Jacob Lund

Schwarzer Hautkrebs Behandlung

Wie wird Schwarzer Hautkrebs behandelt?

Therapie der Wahl ist die vollständige operative Entfernung des malignen Melanoms inklusive Sicherheitsabstand. Der Umfang des dabei weggeschnittenen Gewebes richtet sich nach der feingeweblich bestimmten Tumordicke. Ab einem Millimeter Eindringtiefe wird zusätzlich der sogenannte Sentinellymphknoten (Wächterlymphknoten, als erster im Lymphstrom hinter dem Melanom liegender Lymphknoten) entfernt und histologisch untersucht. Befinden sich darin Melanomzellen, werden auch die restlichen Lymphknoten in diesem Gebiet herausoperiert. Wenn möglich werden auch Metastasen an anderen Organen operativ entfernt. Bei einzelnen Metastasen im Gehirn kann man stattdessen eine stereotaktische Bestrahlung, eine spezielle gewebeschonende Strahlentherapie, durchführen.

Nach der Diagnostik, der Entfernung des Melanoms sowie der Lymphknoten- oder anderer Organmetastasen erfolgt eine Stadieneinteilung des Tumors (Staging) anhand der TNM-Klassifikation. Ab einer Eindringtiefe von mehr als 1,5 Millimetern birgt schwarzer Hautkrebs das Risiko, zu einem späteren Zeitpunkt Metastasen zu bilden. Dann reicht die Operation allein nicht aus und es kommen zur Verbesserung der Heilungschancen oder wenigstens Verlängerung des tumorfreien Intervalls und damit der Überlebenszeit sowie zur Eindämmung tumorbedingter Beschwerden weitere Behandlungsmethoden zum Einsatz.

Ist nach der Operation kein Tumor mehr nachweisbar ist, aber das Risiko für Metastasen aufgrund der Größe des entfernten Melanoms hoch, findet zusätzlich zur Operation eine Immuntherapie mit Interferon als adjuvante (unterstützende) Therapie Anwendung. Interferon alpha regt die körpereigene Abwehr an, eventuell verbliebene, unentdeckte Tumorzellen zu bekämpfen.

Hat schwarzer Hautkrebs bereits Metastasen in Haut, Lymphknoten und inneren Organen gebildet, sinken die Heilungschancen rapide und man versucht, mit bestimmten Therapien, wenigstens eine Verringerung der Tumormasse zu erreichen. Etwa durch Chemotherapie oder Strahlentherapie.

Auch gibt es Substanzen, die – zumindest vorübergehend – bestimmte molekulare Prozesse in den Krebszellen bestimmter Melanomtypen blockieren wie die sogenannten BRAF-Inhibitoren und MEK-Inhibitoren. Sie zählen zur Gruppe der sogenannten “Targeted Therapy“ (zielgerichtete Behandlungen).

Homöopathie gegen Schwarzen Hautkrebs

Natürlich befassen sich auch Naturheilkundler und Alternativmediziner mit dem Thema Hautkrebs. Und haben das eine oder andere Mittel parat, das der Krankheit bzw. ihrer Ursache zu Leibe rücken soll. Homöopathie und Co. sind aber sicherlich nicht imstande, bestehende maligne Melanome zu beseitigen. Doch können manche homöopathische Präparate – ausgewählt von einem fachkundigen, homöopathisch geschulten Arzt und auf den jeweiligen Patienten abgestimmt – unangenehme Begleiterscheinungen des Tumors lindern oder verhindern.

Immuntherapie gegen Schwarzen Hautkrebs

Die Krebsimmuntherapie will die körpereigenen Abwehrkräfte aktivieren, damit diese gegen das maligne Melanom vorgehen und ihn, wenn möglich, eliminieren. Oder wenigstens das Tumorwachstum zum Stillstand bringen.

Zum Einsatz dabei kommen Checkpoint-Inhibitoren bzw. monoklonale Antikörper, gentechnisch hergestellte, gegen spezifische Oberflächenstrukturen von Krebszellen gerichtete Eiweißkörper. Sie schädigen diese Antigene bzw. blockieren ihre Wachstumssignale. Zugleich ermöglichen oder erleichtern sie den Immunzellen, die Krebszellen zu erkennen, sodass diese zerstört werden können.

Wann gilt Schwarzer Hautkrebs als geheilt?

Schwarzer Hautkrebs erfordert nach seiner Behandlung eine ausgiebige Nachsorge, um ein mögliches Wiederauftreten frühzeitig zu erkennen. Auch, weil Menschen mit einem malignen Melanom in der Vorgeschichte ein erhöhtes Risiko haben, an einem Zweitmelanom zu erkranken.

Die Nachsorge geschieht in Form von regelmäßigen Kontrolluntersuchungen, deren Zeitabstände und Umfang von der Tumordicke und Ausbreitung des bekämpften Tumors abhängen. Ein Wiederauftreten ist in den ersten fünf Jahren am häufigsten, doch sind Rezidive auch später noch möglich, sodass eine Nachsorge über zehn Jahre empfohlen wird. Dazu gehört auf jeden Fall eine körperliche Untersuchung, oft auch ein Ultraschall der Lymphknoten und eine Bestimmung des Tumormarkers Protein S 100 im Blut, bei fortgeschritteneren Melanomen auch weitere bildgebende Verfahren.

Als geheilt ist schwarzer Hautkrebs dann anzusehen, wenn nach diesen Jahren bei Untersuchungen keinerlei Hinweise auf ein Rezidiv bzw. eine Metastasierung zu finden war.

Hautärztin untersucht Frau mit Muttermalen

Um schwarzem Hautkrebs vorzubeugen, sollte man sich jährlich vom Hausarzt untersuchen lassen. Foto: Adobe Stock, (c) thodonal

Vorbeugung: Was ist der beste Schutz vor Schwarzem Hautkrebs?

Da UV-Strahlung als wichtigster gesicherter Risikofaktor gilt, kann man schwarzen Hautkrebs am ehesten dadurch verhindern, indem man Sonnenbrände vermeidet. Besonders bei Kindern und Jugendlichen. Und bei Sonnenexposition auf guten Sonnenschutz achtet (Sonnencreme, Sonnenbrille, Kopfbedeckung). Ein vernünftiger Umgang mit der Sonne ist also gefragt.

Darüber hinaus sollten sich alle, die einer Risikogruppe für die Entwicklung von malignen Melanomen angehören (heller Hauttyp, viele Muttermale, Melanom innerhalb der Familie), mindestens einmal jährlich von einem Hautarzt mit Auflichtmikroskop durchchecken lassen. Und sich zudem regelmäßig selbst untersuchen. Auch an versteckten Stellen wie dem Ohr, Analbereich oder den Zehenzwischenräumen, denn auch dort kann ein Melanom entstehen.

Veränderungen, die zwecks Abklärung rasch zum Hautarzt führen sollten, sind, wenn ein Muttermal

  • dunkler wird als
  • unterschiedliche Farben annimmt, also hellere und dunklere Anteile aufweist.
  • zu wachsen beginnt.
  • anders aussieht als alle anderen.
  • zu jucken, zu nässen oder zu bluten anfängt.

Welche Arten von Hautkrebs gibt es?

Abhängig davon, aus welcher der unterschiedlichen Zellarten der Haut sich ein Hautkrebs entwickelt, unterscheidet man zwischen drei häufigen Formen von Hautkrebs, dem

  • Basaliom (weißer Hautkrebs, heller Hautkrebs, Basalzellenkrebs, Basalzellkarzinom, Epithelioma basocellulare),
  • Plattenepithelkarzinom (Plattenepithelkrebs, Stachelzellkrebs, Epithelioma spinocellulare, spinozelluläres Karzinom, Spinaliom, Epithelioma spinocellulare),
  • Malignen Melanom (schwarzer Hautkrebs Melano(zyto)Blastom) 

und etlichen anderen, sehr seltenen Hautkrebsarten.

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