Wie finde ich eine gute Sonnencreme? - HEROLD.at

Wie finde ich eine gute Sonnencreme?

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Foto: Shutterstock – TravnikovStudio

Das fragt man sich oft im Leben, welche wohl die oder der Richtige ist! Heute geht´s um den richtigen Sonnenschutz. Schließlich will man im Sommer weder mit nobler Blässe herumschleichen, noch wie die Reinkarnation von Luis Trenker aussehen. Und die gefährliche UV-Strahlung zu vermeiden, ist schon schlau. Ich sage nur Sonnenbrand, Falten, Hautkrebs … Hier wirst du zum Auskenner in Sachen Sonnenschutz!

Ab wann braucht man einen Sonnenschutz?

Ab vorgestern. Und immer.
Wer seine junge, gesunde Haut behalten, und keinen Hautkrebs kriegen will, trägt immer Sonnenschutz. Und lässt ab und an seinen Vitamin D-Spiegel überprüfen, dazu später mehr. Im Sommer Sonnencreme, im Winter Tagescreme mit Lichtschutzfaktor heißt die Devise. Ich scherze nicht! Und ich wünschte, ich hätte das schon vor zwanzig Jahren gewusst …

Besondere Häute haben besondere Bedürfnisse

Babyhaut sollte gar nicht an die Sonne. Ihre Eigenschutzmechanismen gegen die UV-Strahlung sind noch nicht voll entwickelt und sie ist dünner. Babies und Kinder bitte immer mit den für sie entwickelten Produkten schützen, auch weil sie wasserfester sind. Man könnte die Baby- oder Kindersonnencreme zwar für die ganze Familie verwenden, aber die Lotion für Erwachsene umgekehrt nicht für die Kids. Sie bietet zu wenig Schutz, vor allem im UVA-Bereich.

Manche Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel machen die Haut lichtempfindlicher. Das steht auf alle Fälle im Beipacktext. Wer nicht forschen mag, fragt in der Apotheke nach.
Frisch verheilte Wunden benehmen sich wie Babyhaut. Wer auf sie nicht aufpasst und sie nicht dick in Sonnencreme einpackt, dem drohen unschöne dunkle Verfärbungen bis in alle Ewigkeit.

Allergiker können heutzutage auch auf eine Vielzahl von Spezialprodukten zurückgreifen. „Gegen Sonnenallergie, allergiegetestet, für Allergiker“ und dergleichen auf der Packung weist den richtigen Weg. Wer will schon Mallorca Akne.

Am Meer oder hoch oben auf dem Berg wirkt die Strahlung stärker. Und Wassersportler haben’s auch noch mit der Reflexion zu tun. Da darf’s ein bisserl mehr sein beim Lichtschutzfaktor und bei der konsequenten Anwendung der Creme. Und eines noch: Wer sportelt,  schwitzt, wer schwimmt, trocknet sich ab: Abrieb! Brandgefährlich.

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Foto: Shutterstock – KonstantinChristian

UVA, UVB, UVwas ?

UVB meint die ultraviolette Strahlung vom Typ B, quasi B wie Sonnenbrand, den verursacht sie nämlich.
UVA-Strahlen können tiefer in die Haut eindringen als UVBs und verursachen dort zumindest die frühzeitige A wie Alterung derselben und irreparable Schäden an der DNA, dem Erbgut der Zellen. Du hast es erfasst: Die größere Gefahr lauert hier.

Gemäß EU-Gesetz muss auf der Sonnencreme der UVB-Schutz beziffert werden. Und der UVA-Schutz muss dann mindestens ein Drittel davon erreichen. Das heißt die tolle LSF 30 Creme schützt nur mit einem Faktor 10 vor der UVA Strahlung! In Sonnencremen für Kinder gehen Hersteller oft freiwillig über das Drittel hinaus, genau, deswegen kannst du auch die Sonnencreme deiner Kinder im Notfall verwenden.

Was ist der Lichtschutzfaktor und wofür steht die Zahl auf der Sonnencreme?

Der Lichtschutzfaktor LSF oder SPF (engl.) gibt an, mit welchem Faktor du deine Eigenschutzzeit multiplizieren darfst.  Er bezieht sich auf die UVB-Strahlung und hat somit mit der Vermeidung des Sonnenbrandes zu tun.

Du hast rotes Haar und Porzellanhaut? Deine Eigenschutzzeit, also die Zeitspanne, in der die Sonne keinen Schaden anrichten kann, beträgt unter 10 Minuten, sagen wir ‚mal vier. Das bedeutet mit einer Sonnencreme mit LSF /SPF 50 kannst du dich 200 Minuten, also dreieinhalb Stunden sicher in der Sonne aufhalten.

Man unterscheidet sechs Hauttypen in Bezug auf das Sonnenverhalten. Der Typ 1 aus dem Beispiel ist die blasse Elfe, der sogenannte keltische Typ. Seine Eigenschutzzeit in Mitteleuropa beträgt unter 10 Minuten. Schwarze Haut, Typ 6 hat mit 90 Minuten die längste Eigenschutzzeit. Bist du unsicher, was deinen Typ betrifft, greife im Zweifelsfall zum höchstmöglichen Schutz und/oder lasse dich in Parfumerie und Apotheke beraten.

Mineralischer oder chemischer Filter?

Kranke, überempfindliche und Kinderhaut mag Sonnencremen mit mineralischen Filtern lieber. Sie enthalten Titanoxid oder Zinkoxid und reflektieren das Licht. Das kann man sich wie Millionen kleiner Spiegel auf der Haut vorstellen. Mineralische Produkte haften sehr gut und einige lassen einen ein wenig blass wirken, ich gestehe.

Moderne chemische Filter sind ein ausgefuchster Cocktail an Wirkstoffen und decken das UVA- und UVB-Spektrum lückenlos ab. Entgegen weit verbreiteter Ängste dringen sie nicht in die Haut ein! Die Sonnencreme liegt auf der Oberhaut und arbeitet dort für uns während wir auf der faulen Haut liegen.

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Foto: Shutterstock – mangostock

Ab wann ist ein Sonnenbrand gefährlich?

Fragt man die einzelne Zelle, sagt sie sicher: ab der ersten Sekunde! DNA kaputt, Zellmembran durch Oxidation destabilisiert, Hautkrebsrisiko vervielfacht, ein Supergau.

Fragt man jemanden, der beim Nachmittagskaffeetscherl zu lange sitzen geblieben ist, und sich dann abends für ein aufregendes erstes Date fertig macht, sagt der sicher: ab dem Zeitpunkt, wo man ihn sieht. Aber eigentlich ist es dann schon zu spät …

Für den ganzen Körper kann das Phänomen Sonnenbrand allerdings sofort gefährlich werden und nicht erst in ein paar Jahrzehnten so wie für die Zelle. Bei Kopfschmerzen, Kreislaufproblemen, Übelkeit, Schwellungen Blasenbildung etc. heißt es ab zum Arzt!

Der Höhepunkt eines Sonnenbrandes ist nach 24 bis 36 Stunden nach der Exposition erreicht, nach drei Tagen klingen die Symptome ab, nach zwei Wochen ist er ausgeheilt – ausgenommen die Spätfolgen. Die Zellen erinnern sich an jeden einzelnen Sonnenstrahl. Leider. Bitte keine Hausmittel wie Joghurt anwenden, sondern Thermalwasserspray aus dem Kühlschrank aufsprühen, spezielle Sprays oder Schaum aus der Apotheke und bitte viel trinken.

UV-Strahlen verursachen zusammen mit dem photochemischen Smogfaktor Ozon einen dramatischen Anstieg von freien Radikalen in unsere Haut. Und das hat Folgen: Mallorca Akne alias Lichtdermatose, verstärkte Pigmentierung, Lichtschwielen alias Hornhautverdickung, Schädigung der DNA, Hautalterung, Karzinome alias Hautkrebs. Okay, ich höre schon auf.
Aber nichts ist nur schlecht!

UVB -Licht stimuliert zum Beispiel die Produktion von Vitamin D in unserer Haut und das ist ebenso toll wie lebenswichtig. „Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis macht’s, dass ein Ding kein Gift sei“, hat schon Paracelsus gesagt.

Creme, Gel oder Milch? Ein schmieriger Fahrplan.

Sonnencremen waren früher dicke, unangenehme Pampen, die sich nicht gut auftragen ließen und schwer wieder abzukriegen waren. Klebrig, fettig, ekelig. Heute sind sie sexy, und es stehen viele auf den jeweiligen Hauttyp und die Hautbeschaffenheit abgestimmte Texturen zur Verfügung. Im Gegensatz zu damals ist die Verwendung von Sonnenschutzprodukten heute vergnüglich, und nicht wenige verwenden die Sonnencreme währen der hellen Jahreszeit als Tagescreme für’s Gesicht.

Sprays sind trockene Öle oder Milchen und gut für behaarte Haut und zappelige Kinder. Am besten die, mit denen man auch kopfüber sprühen kann, also die Spraydosen, nicht das Kind! Wer feuchtigkeitsarme Haut hat, greift zur Creme, Mischhaut ist mit Fluid und Gel bestens bedient.

Kann man sich auf die Sonne vorbereiten?

Ja, abgesehen von Sonnencreme, Sonnenbrille, Schatten und der richtigen Kleidung kann man den Körper auch von innen auf die vermehrte Strahlenbelastung im Sommer bzw. im Urlaub vorbereiten. Die garstigen Radikale kann man nämlich einfangen bzw. deren Wirkung abschwächen. Vitamine, Vitamine! Aber nicht alle, sondern Vitamin C und E und dann noch die Carotinoide. Letztere stecken in roten und gelben Früchten,  grünen Gemüsearten wie Brokkoli, Erbsen oder Bohnen.

Vitamin E kommt zum Beispiel in Avocado, Paprika Hering, Makrele, Lachs, aber auch Forelle, Süßkartoffel, Leinsamen, Mandeln, Sonnenblumenöl und Weizenkeimöl vor. Vitamin C liefern Zitrusfrüchte, Acerola, Sanddorn, Kohlarten, Mangold, Kiwi, Guave und – schon wieder Paprika.

Wer Obst und Gemüse nicht essen mag oder darf, kann zu Nahrungsergänzungsmitteln greifen. Eine Woche vor dem Urlaub mit der Einnahme beginnen und bis zwei Wochen nach Urlaubsende weiternehmen bitte.

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Foto: Shutterstock – TravnikovStudio

Wie trägt man Sonnencreme richtig auf? Und wie oft pro Tag?

Großzügig. Oft. Direkt auf die Haut ist bei chemischen Filtern unerlässlich für die Wirkung und 30 Minuten bevor du in die Sonne gehst. Wenn die Haut heiß ist oder gerötet, ist es viel zu spät und da hilft nur mehr, rauf auf’s Zimmer oder ab in den Schatten. Mineralische Filter haben keine Vorlaufzeit und du kannst auch die gewohnte Pflege drunter tragen.

Wenn du nicht nachdenken willst, was für eine Typ Sonnenschirm da gleich auf deine Haut kommen wird, merke dir einfach: niemals etwas Fettes unter den Sonnenschutz. (Dein Anti-Aging-Wirkstoffserum auf Wasserbasis, dein Feuchtigkeitsserum, dein Rasierwasser, … das ginge schon.)

Die Fausttregel besagt drei Esslöffel Creme pro Erwachsenen pro Anwendung. So viel? So viel. Willkommen im Club derer, die zu wenig Schmieren. Und nach jedem Schwimmen, Schwitzen, Abtrocken gleich noch einmal!
Nachcremen verlängert nicht die Schutzzeit, sonder gewährleistet die Wirkung. Hat du 4 x 50 Minuten Schutz, bleibt’s dabei. Und aus.

Tipp: Ohren, Nacken, Glatze und Fußrist nicht vergessen!

Wie werde ich trotzdem schön braun und bleibe es auch möglichst lang?

Es geht nicht ohne Arbeit. Vor dem ersten Sonnenbad peelen, dann einmal pro Woche, aber bitte nicht zu wild. Nur maximal geschützt in die Sonne gehen und danach immer After Sun verwenden. Später dann nach jedem Duschen Feuchtigkeitscreme, wenn der Urlaub vorbei ist.

Und die Angst, vor lauter Sonnenschutz nicht braun zu werden, ist unbegründet. Man wird später braun, bliebt es aber länger. Sunblocker gibt es übrigens nicht! Rechtlich darf kein Hersteller seine Sonnencreme als Blocker bezeichnen. Das höchste der Gefühle ist bei Sonnencremen 50 +.
Seit dieser Saison existiert allerdings ein Medizinprodukt von La Roche Posay, das einen LSF 100 aufweist. Es wird bei erkrankter Haut eingesetzt und ich persönlich verwende es für meine Hände: Madonna oder Diane Keaten tragen nicht umsonst so oft Handschuhe. Faltige, sonnengeschädigte Hände machen alt.

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Foto: Shutterstock – Syda Productions

Wie lange hält meine Sonnencreme?

Du musst sie gut behandeln, also nicht in der prallen Sonne liegen lassen. Auf jeder Sonnencreme ist ein Symbol aufgedruckt: ein geöffneter Cremetiegel, darin stehet zum Beispiel 12M.
Die Filtersysteme kann man fast nicht kaputt kriegen, aber die Cremen und Emulsionen brechen irgendwann, wie der Experte sagt – das heißt, die Creme wird ranzig. Tube auf, Nase dran und du bist im Bilde.

Ist ein After Sun Produkt wirklich nötig oder reicht meine Feuchtigkeitscreme?

Spezialprodukte kühlen die überhitzen Zellen schneller ab und manche Hersteller behaupten, sie können die Zellen bei der Reparatur der gequälten DNA unterstützen. Ein klares „Ja“ zum After Sun! Für sichere und lang anhaltende Bräune ist es unerlässlich. Und angenehm ist es auch.

Solarium: ja oder nein? Mythen und Fakten zur künstlichen Sonne.

Einer der Mythen rund um den Sonnenschutz besagt, dass das Solarium die Haut auf die heftige Begegnung mit der echte Sonne vorbereiten kann. Leider ist das tatsächlich ein Märchen.

Ist der Sommer völlig verregnet oder muss man aus medizinischen Gründen die Sonne meiden, hat man trotzdem Alternativen, wenn man nicht wie ein krankes Gespenst aussehen will. Gilt doch in unseren Breiten eine „gesunde Farbe“ ganz in Gegensatz zu Japan zum Beispiel immer noch als Zeichen von Vitalität. Bei der Anwendung von Selbstbräunern ist das Vorher und Nachher wichtig. Vorher Gesicht und Körper für ein gleichmäßiges Ergebnis peelen, nachher Hände waschen nicht vergessen! Braun ist man dann schon etwa sechs Stunden nach der Anwendung.

Und geht trotzdem ‚mal etwas schief, weil man zum Beispiel am Haaransatz, den Augenbrauen, Füßen, Knien und Ellbogen zu dick aufgetragen hat, kann man die dunklen Flecken mit Zitronensaft wieder aufhellen.

Geeignete Produkte findet du in Parfumerien, Drogeriemärkten und Apotheken. DIY-Skeptiker können natürlich auch zu Body Make Up oder Airbrush Spray Tanning greifen.



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