Hilfe, Mehlmilben! Kleine weiße Tierchen in der Küche - HEROLD.at

Hilfe, Mehlmilben! Kleine weiße Tierchen in der Küche

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Mehlmilben machen sich als kleine weiße Punkte in deiner Küche bemerkbar. Kleine, weiße, krabbelnde Punkte. Foto: Adobe Stock, (c) DDRockstar

Du hast Mehlmilben gegessen und fragst dich, was jetzt mit dir passiert? Keine Sorge: Falls du keine Milbenallergie hast, passiert wahrscheinlich gar nichts. Trotzdem musst du jetzt schnell handeln, denn entsprechende Allergien entwickeln sich häufig erst durch den Kontakt mit dem Kot der winzigen Schädlinge. Wir zeigen dir, wie du einen Milbenbefall erkennen und was du dagegen tun kannst.

Mehlmilben erkennen

Die meisten Leute bemerken einen Milbenbefall dadurch, dass sie kleine weiße Tierchen in ihrer Küche entdecken. Diese Tierchen, die mit bloßem Augen nur als winzige Punkte wahrzunehmen sind, finden sich bevorzugt in und auf trockenen Lebensmitteln wie Müsli, Backmischungen, Trockenfrüchten und diversen Mehlsorten. Es kann allerdings auch passieren, dass es auf der Kaffeemaschine oder in deinen Salz- und Pfefferstreuern kreucht und fleucht. Wenn es sich bei den kleinen weißen Tierchen in deiner Küche tatsächlich um Mehlmilben handelt, verraten die Schädlinge sich durch eindeutige Anzeichen.

Wie erkenne ich Mehlmilben?

Mehlmilben gehören zu den Vorrats- und Futtermilben und erreichen eine Größe von maximal 0,7 Millimetern. Die winzigen Spinnentierchen befallen bevorzugt trockene Lebensmittel und verraten sich dabei durch folgende Anzeichen:

  • Milbenstaub: Die Eier der Mehlmilbe sind als bräunlicher Schleier auf befallenen Lebensmitteln bzw. Verpackungen zu erkennen.
  • Minziger Geruch: Wenn du den Milbenstaub zwischen deinen Fingern zerreibst, entsteht ein deutlich minziger Geruch. Befallene Lebensmittel können außerdem einen beißend süßen Geruch entwickeln.
  • Kleine weiße Tierchen: Wenn du ganz genau hinschaust, kannst du die Milben auch mit bloßem Auge erkennen. Ohne Vergrößerungsglas erscheinen sie als kleine helle, leicht gräuliche Punkte.

Wie sehen Mehlmilben aus?

Mehlmilben sind winzig kleine Spinnentierchen, die mit bloßem Auge nur als helle Punkte auszumachen sind. Tatsächlich halten viele Leute die Milben zunächst für Mehlstaub oder Abfallprodukte von selbst geschrotetem Getreide. So lange, bis die Tierchen anfangen, sich über die ganze Küche zu verbreiten.

Was fressen Mehlmilben?

Mehlmilben sind winzig kleine Vorratsschädlinge, die vor allem trockene Lebensmittel wie diverse Zerealien, Trockenfrüchte, Backmischungen, Backpulver, Käse und Mais befallen. Hier leben (und fressen) die Milben so lange, wie sie Nahrung finden bzw. die Bedingungen wirtlich bleiben. In der Bekämpfung der Spinnentiere wird daher vor allem auf die Verbesserung des Raumklimas und die Aufbewahrung von Getreide & Co. in fest schließenden Behältern gesetzt.

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Die Mehlmilbe findet sich vor allem in trockenen Lebensmitteln wie Getreide & Co. Befallene Lebensmittel sind sofort zu entsorgen! Foto: Adobe Stock, (c) ExQuisine

Warum habe ich Mehlmilben?

Mehlmilben sind, genau wie Lebensmittelmotten, kein Zeichen für einen unhygienischen Haushalt. Häufig kommen sie als blinde Passagiere in bzw. auf Lebensmitteln (z.B. Haferflocken, Gries, Teigwaren und verschiedene Mehle) in die Küche und nisten sich im Vorratsschrank ein. Besonders gefährdet sind Wohnungen und Häuser mit einer hohen Luftfeuchtigkeit. Die Milben gedeihen am besten bei Temperaturen zwischen 20 und 30° C sowie einer Luftfeuchtigkeit von mehr als 60%.

Übrigens: Wenn sich in deiner Küche Mehlbmilben tummeln, kann dies auch ein Hinweis auf Schimmelbefall sein. Die winzigen Schädlinge ernähren sich neben den Keimen im Mehl nämlich auch bevorzugt von Schimmelsporen.

Test: Habe ich Mehlmilben?

Bevor du in einem Panikanfall sämtliche Lebensmittel entsorgst, solltest du den Test machen und sichergehen, dass es sich bei den kleinen krabbelnden Punkten wirklich um Mehlmilben handelt:

  1. Mehl-Test: Streue ein wenig Mehl auf eine ebene Fläche und streiche es so glatt wie möglich. Ist die Oberfläche nach rund 15 Minuten uneben und „zerwühlt“, leben in deinem Mehl leider Milben.
  2. Klebestreifen-Test: Klebe einen Streifen Tixo auf Verpackungen in deinem Vorratsschrank. Sind Mehlmilben vorhanden, bleiben sie am Tixo kleben und du solltest sie selbst mit bloßem Auge erkennen können.

Sind Mehlmilben gefährlich? Konkrete Risiken

Von dem Verzehr befallener Lebensmittel ist dringend abzuraten. Wenn du derzeit noch keine Milbenallergie hast, kann sich eine solche durch den Kontakt mit den Stoffwechselprodukten der winzigen Schädlinge sehr schnell entwickeln. Symptome einer Milbenallergie sind beim Menschen:

  • Schwere Magen-Darm-Probleme
  • Hautausschlag bis hin zu schmerzhaften Ekzemen
  • Erkrankungen der Atemwege bis hin zu akuter Atemnot
  • Übelkeit bis hin zu Erbrechen
  • Kopfschmerzen und Lethargie
Achtung: Normalerweise tritt die allergische Reaktion bereits wenige Minuten nach dem Verzehr befallener Lebensmittel ein. Wenn du eines der oben genannten Symptome spürst und einen Mehlmilben-Befall in Verdacht hast, solltest du sofort einen Arzt aufsuchen. Bei akuter Atemnot oder anhaltenden Magen-Darm-Beschwerden bitte direkt ins Spital fahren.

Wie schnell vermehren sich Mehlmilben?

Herrschen in deiner Wohnung günstige Bedingungen (hohe Luftfeuchtigkeit, durchschnittliche Raumtemperatur), wird aus einem Befall mit Mehlmilben sehr schnell eine ausgewachsene Plage. Die weibliche Mehlmilbe legt bis zu 40 Eier in die befallenen Lebensmittel. Die Larven schlüpfen nach drei bis vier Tagen und verursachen einen enormen Fraßschaden. Nach der ersten Häutung entwickeln sie sich zu Nymphen, drei Wochen später erfolgt die Umwandlung zur geschlechtsreifen Mehlmilbe. Das bedeutet, dass sich die Mehlmilben-Population in deinem Vorratsschrank in nur einer Woche um das Siebenfache vergrößern kann.

 

Mehlmilben bekämpfen

Grafische Darstellung jener Organe, die im Falle einer Milbenallergie in Mitleidenschaft gezogen werden. Foto: Adobe Stock, (c) ellepigrafica

Mehlmilben bekämpfen

Mehlmilben sind extrem resistent und lassen sich weder durch ausgiebiges Lüften noch übermäßiges Heizen abtöten. Besonders fatal: Werden die Bedingungen unwirtlich, (z.B. bei extremer Trockenheit), verpuppen die winzigen Schädlinge sich einfach zu sog. „Dauernymphen„. In diesem Stadium können sie bis zu zwei Jahre (!) ohne Nahrung überleben. Sobald die Luftfeuchtigkeit wieder steigt, entpuppen sie sich und fressen sich erneut durch deine Vorräte. Wer die Milben bekämpfen und dauerhaft abtöten möchte, muss also sehr sorgfältig und gut organisiert vorgehen.

Wie werde ich Mehlmilben los?

Um Mehlmilben zu bekämpfen und dauerhaft loszuwerden, musst du sorgfältig und organisiert vorgehen. Folgende Schritte sind notwendig, um Mehlmilben dauerhaft abzutöten:

  1. Befallene Lebensmittel entsorgen: Lebensmittel, die einen bräunlichen Schleier aufweisen (Mehlmilben-Eier) oder einen minzigen/süßen Geruch verströmen, solltest du aussortieren und in einer Mülltonne außerhalb deines Hauses entsorgen.
  2. Lebensmittel einfrieren: Trockene Lebensmittel, die keine Anzeichen eines Befalls aufweisen, kannst du eine Woche lang bei unter -18°C einfrieren. Die toten Milben kannst du anschließend „aussieben“.
  3. Küche mit Essig säubern: Räume sämtliche Schränke, in denen du Milben gefunden hast, aus und putze sie mit heißem Wasser und Essig (1 Teil Essig, 2 Teile Wasser)! Achte darauf, auch Ecken und Ritzen gründlich zu reinigen! Anschließend solltest du die Schränke zusätzlich desinfizieren.
  4. Behälter säubern: Sämtliche Behälter und Vorratsdosen sollten bei sehr hohen Temperaturen in der Spülmaschine gereinigt werden. Achtung: Mülleimer nicht vergessen! Du musst davon ausgehen, dass alles befallen ist.
  5. Hitze einsetzen: Sowohl die Schränke als auch Behälter und Vorratsdosen müssen knochentrocken sein, bevor du deine Küche wieder einräumst. Hier kannst du z.B. mit einem Föhn nachhelfen.

Vorsicht: Wenn du deine Schränke mit einem Staubsauger reinigst, verwende auf jeden Fall einen Beutelstaubsauger mit hoher Leistung. Nach der Säuberungsaktion solltest du den Beutel direkt in einer Mülltonne außerhalb deines Hauses entsorgen.

Mit dem Kammerjäger gegen Mehlmilben

Bekämpfung im DIY-Modus? Theoretisch ja. Mehlmilben ohne Profi zu bekämpfen ist zwar aufwändig, aber nicht unmöglich. Daher wird der Schädlingsbekämpfer normalerweise nur dann zu Hilfe gerufen, wenn bereits erste Anzeichen einer Mehlmilben-Allergie vorliegen. Anstatt langwierig mit Putzen, Essig und Minusgraden gegen die winzigen Schädlinge vorzugehen, setzt der Profi spezielle Insektizide ein, um die Plage SCHNELL in den Griff zu bekommen.

Während der Einsatz des Kammerjägers im Privathaushalt freiwillig ist, sind sowohl die Nahrungsmittelindustrie als auch gastronomische Betriebe dazu verpflichtet! Ein Mehlmilben-Befall in entsprechenden Betrieben und Produktionsanlagen kann schwerwiegende (wirtschaftliche) Folgen haben:

  • Verstoß gegen geltendes Lebensmittelrecht
  • Kontamination von Anlagen, Küchen etc.
  • Entstehung von Schimmel durch Verschleppung
  • Ausfall von kompletten Produktionsvorgängen
  • Verseuchung der lagernden Lebensmittel
  • Verlust von Renommee (Vertrauensschwund)

Nie wieder Mehlmilben! Vorbeugende Maßnahmen

Erschreckend, aber wahr: Solange die Luftfeuchtigkeit in deiner Wohnung zu hoch ist (alles über 60%), sind deine Lebensmittel in Gefahr, erneut von Mehlmilben befallen zu werden. Aus diesem Grund solltest du zunächst nachprüfen, woher die hohe Luftfeuchtigkeit kommt und ob du etwas dagegen unternehmen  kannst. Bei älteren Bauwerken kann es z.B. zu feuchten Wänden bzw. erhöhter Luftfeuchtigkeit kommen, wenn die Außenwände nicht gut genug gedämmt sind. In diesem Fall sind verschiedene Sanierungsmaßnahmen notwendig, um das Problem zu beheben.

Manchmal entsteht der Schimmel bzw. die hohe Luftfeuchtigkeit auch durch eine feuchte Wand. In diesem Fall hilft nur eine professionelle Entfeuchtung bzw. Mauertrockenlegung.

 

Vorbeugen gegen Mehlmilben

Wenn du sicher bist, dass alle baulichen Mängel beseitigt sind, kannst du weitere Maßnahmen gegen einen erneuten Milbenbefall ergreifen:

  • Trockene Lagerung: Grundsätzlich solltest du deine Lebensmittel kühl und trocken lagern und ggf. mithilfe eines Hygrometers regelmäßig die Luftfeuchtigkeit überprüfen. Ein Hygrometer bekommst du z.B. bei Conrad Electronic.
  • Luftdichte Lagerung: Für Mehlbmilben interessante Lebensmittel (Getreide, Mehl, Zerealien, gemahlene Nüsse usw.) solltest du in sauberen und luftdicht verschlossenen Behältern lagern. Entsprechende Behälter bekommst du im Fachhandel für Küchenbedarf.
  • Neues nicht auf Altes geben: Bevor du einen Behälter auffüllst, solltest du ihn restlos entleeren und sorgfältig auswaschen.
  • Kleine Portionen kaufen: Je länger (trockene) Lebensmittel in deinem Vorratsschrank liegen, desto größer ist die Gefahr, dass sich Mehlmilben einnisten. Daher solltest du eher kleine Portionen kaufen und diese rasch aufbrauchen.
  • Lorbeerblätter: Die Mehlmilbe kann den Geruch von Lorbeer angeblich nicht ausstehen. Es schadet daher nicht, ein paar (frische oder trockene) Lorbeerblätter in deinem Vorratsschrank zu verteilen.
Achtung: Wenn die Feuchtigkeit in deiner Wohnung oder deinem Haus durch bauliche Gegebenheiten entsteht, weil z.B. selbst beim Lüften keine vollständige Luftzirkulation möglich ist, kannst du die Luft in deiner Küche mithilfe eines Ventilators trocknen und kühlen. Du solltest dich in diesem Fall aber auch dringend an deinen Vermieter bzw. direkt an den Mieterbund wenden, da in einer nicht lüftbaren Wohnung grundsätzlich die Gefahr der Schimmelbildung besteht. Ist der Milbenbefall nachweislich auf bauliche Mängel zurückzuführen, zahlt dein Vermieter auch die Kosten für die professionelle Bekämpfung.

Profis für Schädlingsbekämpfung in deinem Bundesland:



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