Skoliose: Wenn sich die Wirbelsäule seitwärts biegt

Skoliose

Skoliose: Oftmals lässt sich für die Fehlstellung der Wirbelsäule keine Ursache finden. Foto: AdobeStock (c) credon2012

Skoliose heißt, das Rückgrat krümmt sich seitwärts und verdreht sich auch noch. Für diese Art von Fehlstellung der Wirbelsäule lässt sich oft keine Ursache finden. Unabhängig vom Auslöser kann sie Verschleißerscheinungen am Skelett begünstigen. Schlimmstenfalls auch die Funktion innerer Organe stören. Dem kann man entgegenwirken.

Skoliose – was ist das?

Eine normale Wirbelsäule hat eine doppelt S-förmige Gestalt, die durch eine Vorwärtskrümmung (Lordose) der Hals- und Lendenwirbelsäule sowie Rückwärtskrümmung (Kyphose) der Brustwirbelsäule und des Kreuzbeins zustande kommt. Sie gewährleistet, dass Belastungen gleichmäßig auf die einzelnen Abschnitte des Rückgrats verteilt werden.

Verbiegt sich die Wirbelsäule aber zusätzlich dauerhaft seitwärts und drehen sich einzelne Wirbelkörper um ihre Längsachse, liegt eine Fehlstellung vor, die nicht mehr aktiv vollständig aufrichtbar ist. Sie wird als Skoliose (griech.: skolios = krumm) bezeichnet. Eine Skoliose führt zu Belastungen und somit verstärkten Abnützungserscheinungen der Wirbelsäule, einer Abnahme der Körpergröße, Verformung des Rumpfes sowie verschiedenen Beschwerden.

Davon zu unterscheiden sind einerseits skoliotische Fehlhaltungen, d.h. Seitwärtskrümmungen unter 10 Grad ohne gleichzeitige Wirbelsäulenrotation. Andererseits aktiv noch vollkommen aufrichtbare Fehlstellungen, die als skoliotische Haltungsschwächen gelten. Solche Wirbelsäulenasymmetrien haben keinen Krankheitswert, können aber in eine Skoliose münden.

Wo tritt eine Skoliose auf?

Skoliose

Bei Skoliose gibt es verschiedene Krümmungsmuster, die sich individuell gestalten. Foto: AdobeStock (c) gritsalak

Das Krümmungsmuster gestaltet sich individuell unterschiedlich. Abhängig davon, in welcher Höhe der Wirbelsäule die Hauptkrümmung liegt, unterscheidet man bei Skoliosen eine

  • thorakale Skoliose mit Hauptkrümmungsbogen im Brustwirbelsäulenbereich und typischerweise ungleich hoch stehenden Schultern.
  • lumbale Skoliose mit Hauptkrümmungsbogen im Lendenwirbelsäulenbereich und charakteristisch verschieden hohem Stand der Beckenschaufeln.
  • thorakolumbale Skoliose mit Hauptkrümmungsbogen im Übergangsbereich von Brust- und Lendenwirbelsäule.
  • Doppel-S-Skoliose mit Hauptkrümmungsbögen in Brust- und Lendenwirbelsäule, d.h. eine Kombination aus thorakaler und lumbaler Skoliose, also zugleich zwei Verdrehungen.

In den meisten Fällen liegt eine Skoliose im Bereich der Brustwirbelsäule vor. Überwiegend nach rechts. Das könnte mit der asymmetrischen Verteilung der Organe im Brustkorb zu tun haben. Etwa indem Herz und Aorta die Brustwirbelsäule nach rechts drängen.

Wodurch entsteht eine Skoliose? Ursachen

Lässt sich für die Wirbelsäulenverkrümmung ein Auslöser nachweisen, handelt es sich um eine sogenannte sekundäre Skoliose, andernfalls um eine primäre Skoliose.

Idiopathische Skoliose

Meistens gibt es keinen erkennbaren Grund für die seitliche Verbiegung des Rückgrats. Somit ist die primäre bzw. idiopathische Skoliose die mit Abstand häufigste Form der Erkrankung. Sie entsteht bereits im Kindes-, noch öfter aber im Jugendalter. Wobei sie sich in Wachstumsphasen verstärkt und daher sogenannten Wachstumsdeformitäten zugeordnet wird. Je nach dem Alter bei ihrem Auftreten unterscheidet man

  • Infantile Skoliose oder Early-onset-Skoliose: 0 bis 3 Jahre
  • Juvenile Skoliose: 4 bis 10 Jahre
  • Adoleszente Skoliose: 11. Lebensjahr bis Wachstumsabschluss

Bei Mädchen findet man sie wesentlich häufiger als bei Knaben, weshalb hormonelle Veränderungen als Auslöser angenommen werden.

Als Ursache der Erkrankung vermutet man ein Fehlwachstum von einem oder mehreren Wirbeln. Genauer gesagt soll der bauchseitige Teil der Wirbelkörper schneller wachsen als der rückwärtige. Dadurch kommt es zu einer Drehung (Torsion) dieser Wirbel und in weiterer Folge seitlichen Verkrümmung der Wirbelsäule.

Auch eine erbliche Veranlagung ist sehr wahrscheinlich, denn das Risiko für eine idiopathische Skoliose steigt, wenn man Blutsverwandte mit dieser Erkrankung hat.

Davon abzugrenzen ist die “Säuglingsskoliose“, eine meist nur kurzfristig anhaltende Haltungsanomalie im ersten Lebensjahr.

Sekundäre Skoliose

Mögliche Ursachen sind

  • angeborene Fehlbildungen der Wirbelsäule (Fehlbildungsskoliose), z. B. Klippel-Feil-Syndrom (kongenitale Halswirbelsynostose) oder Spina bifida (“offener Rücken“)
  • Gewalteinwirkungen, z. B. Unfälle (posttraumatische Skoliose)
  • medizinische Maßnahmen (iatrogene Skoliose), z. B. Strahlentherapie oder Operation mit Narbenbildung
  • bestimmte Muskelerkrankungen (myopathische Skoliose), z. B. Duchenne-Muskeldystrophie, Kontrakturen, d. h. dauerhafte, übermäßige Anspannung bzw. Verkürzung von Muskeln
  • Nervenleiden (neuropathische Skoliose), z. B. Kinderlähmung, Rückenmarkstumor
  • Knochenerkrankungen (osteopathische Skoliose), z. B. Knocheninfektionen, Osteogenesis imperfecta (Glasknochenkrankheit)
  • Krankheiten des Bindegewebes, z. B. Ehlers-Danlos-Syndrom, Marfan-Syndrom
  • Stoffwechselstörungen, z. B. Rachitis als Folge eines Vitamin D Mangels
  • Neurofibromatose
  • Abbauprozesse in höherem Alter (degenerative Skoliose), z. B. bei osteoporotischen Brüchen oder Bandscheibenproblemen
  • Beinlängendifferenzen oder Beckenschiefstand (statische Skoliose)

Wie äußert sich eine Skoliose? Symptome

Skoliose

Ein Schiefstand der Schulter ist ein Symptom für Skoliose. Foto: AdobeStock (c) Andrea

Ob eine Skoliose Beschwerden verursacht, hängt von der Ausprägung und Bestandsdauer der Wirbelsäulenverkrümmung ab. Kinder und Jugendliche mit idiopathischer Skoliose klagen meistens nicht über Schmerzen.

Stärkere Verformungen machen sich optisch bemerkbar. Etwa mit

  • einem Schiefstand der Schultern
  • dem Hervorstehen eines Schulterblatts
  • der scheinbaren Verschiebung des Kopfes aus der Mittellinie
  • einer Schiefhaltung des Halses bei Säuglingen
  • einem Beckenschiefstand
  • einer Neigung des ganzen Körpers zu einer Seite
  • einem asymmetrisch wirkenden Brustkorb
  • Veränderungen in puncto Aussehen oder Struktur der Haut über der Wirbelsäule

Schmerzen treten in der Regel erst im Erwachsenenalter auf. Typischerweise an Rücken, Nacken und Kopf, eventuell auch an den Knie- und Fußgelenken, besonders nach längerem Stehen oder Sitzen. Begünstigt durch ständige Muskelverspannungen aufgrund der Fehlstellung und Abnutzungserscheinungen der Wirbelsäule.

Die Verdrehung der Wirbelsäule bewirkt – unbehandelt – eine Verschiebung der Rippen, die beidseits an den Wirbelkörpern der Brustwirbelsäule ansetzen. Dadurch entwickelt sich ein Rippental auf der Innenseite. Und ein Rippenbuckel auf der Außenseite der Krümmung, der die Beweglichkeit des Brustkorbs einschränkt und Druck auf innere Organe ausüben kann, was schlimmstenfalls die Funktionen von Herz und Lunge beeinträchtigt. Abgesehen davon schiebt sich die Muskulatur in der Region der Lendenwirbelsäule zusammen, die sich daraufhin vorwölbt und einen Lendenwulst bildet. Zudem verändern sich Schulter- und Beckenstand.

Die durch die Skoliose bedingte Asymmetrie kann als Entstellung erlebt werden und psychische Probleme hervorrufen.

Wie erkennt der Arzt eine Skoliose? Diagnose

Häufig ist es so, dass Eltern Veränderungen wie etwa einen Schulterschiefstand bei ihrem Nachwuchs entdecken und deshalb einen Hausarzt oder Orthopäden aufsuchen. Am Beginn der Diagnostik steht die Anamnese (Erhebung der Krankengeschichte). Gefolgt von orthopädischen Untersuchungen.

So gilt etwa der sogenannte Vorbeugetest alias Adams Test als Methode zur Früherkennung einer Skoliose. Dabei neigt sich der Patient mit locker hängenden Armen und durchgestreckten Beinen nach vorne über. Dadurch erkennt der Untersucher, der von hinten über den Rücken des Patienten blickt, einen verkrümmten Verlauf der Wirbelsäule und etwaige Asymmetrien. Wie z. B. einseitig erhöhte Rippen und Schulterblätter (= beginnender Rippenbuckel) oder eine einseitig stärker ausgeprägte Lendenmuskulatur (= Lendenwulst). Eine eventuelle Beinlängendifferenz muss dabei vor Testbeginn mit einer Unterlage ausgeglichen werden.

Es schließen sich Röntgenaufnahmen der gesamten Wirbelsäule in zwei Ebenen – von vorne und seitlich – an, die eine sogenannte Winkelmessung nach Cobb erlauben, um die Stelle und das Ausmaß der Wirbelsäulenverkrümmung festzustellen. Dabei bedeutet ein Cobb-Winkel unter 40 Grad eine leichte Skoliose, ein Cobb-Winkel ab 60 Grad eine schwere Skoliose. Der Cobb-Winkel gibt nicht nur Aufschluss über den Schweregrad der Erkrankung, sondern auch über ihre Prognose und dient dem Orthopäden als Entscheidungshilfe für das weitere Vorgehen.

Zudem wird ein Skoliometer, im Prinzip eine Wasserwaage, in Höhe des Rippenbuckels und Lendenwulsts angelegt. Am mit durchgestreckten Knien und locker hängenden Armen vorbeugten Patienten. Dieses erfasst Rotationen der Wirbelsäule.

Eine Videorasterstereographie, d.h. EDV unterstützt ausgewertete dreidimensionale lichtoptische Vermessung der Rückenoberfläche kann folgen.

Bei sekundären Skoliosen können weitere Diagnostikschritte wie z.B. Blutuntersuchungen, eine Magnetresonanztomografie u.a.m. erforderlich sein.

Stellt sich später die Frage, ob sich eine bereits diagnostizierte Skoliose verschlechtert hat, kann eine Verlaufsdokumentation der Erkrankung mittels Fotos sinnvoll sein.

Wie erfolgt die Behandlung einer Skoliose?

Ursache und Ausmaß der Wirbelsäulenfehlstellung, Symptome und Alter des Patienten entscheiden, ob und wenn ja, welche Behandlung erfolgen sollte. So benötigen etwa längst nicht alle an einer idiopathischen oder leichten Skoliose Leidenden ohne Beschwerden eine Therapie. Doch kann bei Kindern die Verformung der Wirbelsäule vor allem während Wachstumsschüben sehr schnell fortschreiten, sodass innerhalb weniger Monate aus einer leichten Skoliose eine schwere wird.

Grundsätzlich gilt: Je früher eine Skoliose in Erscheinung tritt, desto eher verschlechtert sie sich. Daher sind bei einer idiopathischen Skoliose regelmäßige Kontrolluntersuchungen geboten, um rechtzeitig Maßnahmen zu setzen. Gerade im Wachstumsalter sind oft konservative, d. h. nicht-operative Behandlungsmaßnahmen sehr erfolgreich. Begleitend können alternative Verfahren wie die Osteopathie oder Craniosacraltherapie zur Besserung beitragen.

Behandlung mit Physiotherapie

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Bei leichter Skoliose unter 20 Grad genügt oft schon eine regelmäßige Krankengymnastik.  Foto: AdobeStock (c) Andrey Popov

Bei leichten Skoliosen mit einem Cobb-Winkel unter 20 Grad genügt oft schon konsequent und regelmäßig durchgeführte Krankengymnastik, um die Situation zu entschärfen. Sie stärkt die Muskulatur und richtet die Wirbelsäule auf. Während entsprechende Übungen bei Kindern und Jugendlichen zum Ziel haben, die Seitwärtskrümmung der Wirbelsäule zu reduzieren, sollen sie bei Erwachsenen die muskuläre Koordination Bewegungsabläufe verbessern. Dabei finden Methoden wie z.B. die Schroth-Therapie, die auf eine bewusste Haltungsschulung abzielt, oder die Vojta-Therapie, die auf Reflexen basiert, Verwendung.

Behandlung mit Korsett

Bei Verkrümmungen über 20 Grad kommt außer physiotherapeutischen Maßnahmen wie z. B. regelmäßige Krankengymnastik und Streckbehandlungen bis zum Wachstumsabschluss ein vom Orthopädietechniker individuell angepasstes Korsett zum Einsatz. Es wird nach einem Gipsabdruck des Oberkörpers angefertigt und schrittweise bis zur optimalen Passform nachgebessert.

Diese Orthese aus Kunststoff und Metallstäben fixiert den Rumpf und verhindert so, dass Becken und Schultergürtel sich gegeneinander verdrehen. Sie drängt mithilfe von verschiedenen Druck- und Entlastungszonen die Wirbelsäule in ihre richtige Form und korrigiert so deren Verkrümmung. Die Behandlung hat jedoch nur dann Erfolg, wenn das Korsett konsequent getragen wird, am besten fast rund um die Uhr. Es sollte nur zur Körperpflege bzw. zum Sport abgelegt werden. Das setzt vielen Kindern oder Jugendlichen seelisch zu, sodass eine begleitende psychologische Unterstützung ratsam erscheint.

Wann muss eine Skoliose operiert werden?

Schwere Skoliosen mit einem Cobb-Winkel über 45 Grad, die sich durch Korsett und intensive Physiotherapie nicht ausreichend behandeln lassen, können – nach Wachstumsabschluss – eine operative Korrektur der Wirbelsäulenfehlstellung notwendig machen. Zu diesem Zeitpunkt bestehen meistens noch keine degenerativen Veränderungen und die Wirbelsäule lässt sich besser korrigieren als im Erwachsenenalter.

Dafür stehen mehrere Methoden zur Verfügung, die sich nach den Gegebenheiten richten. Mit dem Ziel, ein Fortschreiten der Skoliose aufzuhalten, die Verformung zu verbessern und eine möglichst normale Statik wiederherzustellen. In der Regel erfordert ein solcher Eingriff die Versteifung bestimmter Wirbelsäulenabschnitte durch Schrauben und Stäbe, teils auch die Verpflanzung körpereigenen Materials. Die dauerhaft im Körper verbleibenden Implantate stützen die Wirbelsäule und verwachsen im Laufe der Zeit mit dem Knochen. Eine solche Korrekturspondylodese führt allerdings zu einer verminderten Beweglichkeit des Rückgrats. Doch gibt es auch Operationen ohne Versteifung wie etwa die dynamische Skoliosekorrektur, bei der ein Stab-Seil-Konstrukt ein weiteres Längenwachstum der Wirbelsäule erlaubt.

Der Operation geht oft eine mehrwöchige Traktion der Wirbelsäule voran, bei der sie mithilfe einer Vorrichtung gestreckt und ihre Weichteile gelockert werden.

Neben allgemeinen Operationsrisiken wie z.B. Blutungen oder Infektionen kann es zu speziellen Komplikationen kommen wie

  • Metallbrüchen, die den Therapieerfolg zunichtemachen
  • Pseudarthrosen, d. h. das Ausbleiben der angestrebten Versteifung
  • sehr selten Verletzungen des Rückenmarks, eventuell mit Querschnittslähmung
  • neuerlichen Beschwerden infolge einer veränderter Wirbelsäulenbeweglichkeit
  • dem Crankshaft-Phänomen (engl.: crankshaft ‚Kurbelwelle‘): Durch das Weiterwachsen der Wirbelkörper unterhalb der fixierten Wirbelabschnitte kommt es zu einem Fortschreiten der Skoliose inklusive Rotation.

Was ist nach der Operation zu beachten?

Skoliose

Nach operativen Eingriffen bei Skoliose sind nur Sportarten wie Rückenschwimmen erlaubt. Foto: AdobeStock (c) Christophe Schmid

Dem Eingriff folgt üblicherweise eine Rehabilitationsbehandlung. Sie dient hauptsächlich der Stabilisation des Operationsergebnisses, Erarbeitung neuer Bewegungsmuster sowie Einübung von Alltagshaltungen und –bewegungen.

Ein halbes bis ein ganzes Jahr braucht die Wirbelsäule, um nach der Operation richtig zu verknöchern. Während dieser Zeit sollten die erlernten Übungen zur Stärkung der Rückenmuskulatur zu Hause konsequent fortgeführt werden.

Um einen optimalen Heilungsverlauf zu erreichen, gilt während dieser Regenerationsphase zudem:

  • Kein Heben oder Tragen schwerer Gegenstände in den ersten 6 Monaten, d. h. bis 3 Monate nach der Operation höchstens 5 kg, danach maximal 10 kg.
  • Nur Sportarten wie Rückenschwimmen und Nordic-Walking im ersten halben Jahr.
  • Keine Extrem- (z. B. Bungee Jumping) oder Kontaktsportarten (z. B. Volleyball) im ersten Jahr.
  • Besondere Vorsicht bei Sportarten mit Sturzgefahr (z. B. Rollerskates- oder Radfahren) innerhalb der ersten 12 Monate.

Danach sind kaum noch Einschränkungen im Alltag zu berücksichtigen.

Ist eine Skoliose heilbar? Prognose

Alter, Knochenwachstum und Ausprägung der Erkrankung beeinflussen, wie sie sich entwickelt. Vor allem bei Skoliosen im frühen Kindesalter kommt es oft zur Spontanheilung. Fortschreitende Skoliosen hingegen erfordern häufig eine komplexe Langzeittherapie, auch im Hinblick auf eine drohende Einschränkung der Lungenfunktion.

Skoliose & Kinderwunsch

Die Wirbelsäulenverkrümmung ist üblicherweise kein Hinderungsgrund für eine Schwangerschaft. Doch müssen Frauen mit einem Cobb-Winkel von über 30 damit rechnen, dass die Seitwärtsverbiegung der Wirbelsäule während und nach der Schwangerschaft zunehmen kann. Denn hormonell bedingt lockern sich die Bänder und somit der Gelenke, sodass sich die Skoliose verstärken kann.

Diesem Prozess können sie möglicherweise entgehen, wenn sie erst nach dem 28. Lebensjahr schwanger werden, weil ab diesem Alter die Wirbelsäule weniger wahrscheinlich eine Skoliose entwickelt. Jedenfalls ist es ratsam, in der Schwangerschaft und Zeit nach der Geburt physiotherapeutische Unterstützung in Anspruch zu nehmen, um möglichen Verschlechterungen vorzubeugen.

Operierte Frauen sollten sich auf einen Kaiserschnitt einstellen, insbesondere, wenn sich die dabei versteiften Abschnitte in der Lendenwirbelsäule befinden.

Skoliose & Sport

Die Wirbelsäulenverkrümmung taugt nicht als Ausrede, sich vor sportlicher Betätigung zu drücken. Denn gerade bei leichten Skoliosen sind alle Sportarten möglich und es gibt auch keine haltbaren Beweise dafür, dass bestimmte Sportarten zu einer Zunahme der Verkrümmung führen würden. Eine Ausnahme ist Leistungssport, der eine zu hohe Belastung für die skoliotische Wirbelsäule darstellen kann und nur unter regelmäßiger physiotherapeutischer Betreuung stattfinden sollte.

Doch auch bei schweren Skoliosen empfehlen Experten Sport, der hier gleichzeitig vor Beeinträchtigungen von Herz und Lunge vorbeugen kann. Allerdings sollte die Wahl auf Sportarten fallen, die möglichst nicht die Wirbelsäule stauchen oder mit wiederholten Verdrehungen und Biegungen des Rückgrats einhergehen. Welche Sportart sich am besten eignet, entscheidet man am besten gemeinsam mit einem Sportarzt.

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