Weißer Hautkrebs oder warum ein Basaliom weg muss

Hautarzt untersucht weißen Hautkrebs

Weißer Hautkrebs ist bei rechtzeitiger Erkennung gut heilbar. Foto: Adobe Stock, (c) Alexander Raths

Knötchen oder Wunden, die innerhalb von drei Wochen nicht abheilen – dahinter kann ein weißer Hautkrebs stecken. Der ist zwar nicht ganz so gefährlich wie schwarzer Hautkrebs, weil er nur äußerst selten metastasiert. Aber er kommt viel öfter vor und kann umliegende Strukturen zerstören. Daher gehört er möglichst bald entfernt.

Weißer Hautkrebs oder Basaliom – was ist das?

 Das Basaliom ist eine Krebserkrankung der Haut, die sich aus entarteten Basalzellen (daher: “Basalzellkarzinom“), d.h. Zellen der untersten Schicht der Oberhaut und bestimmten Zellen, die die Haarwurzel umhüllen, entwickelt. Er ist außerdem der am häufigsten auftretende Hautkrebs sowie einer der häufigsten Tumore des Menschen überhaupt.

Zwecks Abgrenzung vom schwarzen Hautkrebs, dem malignen Melanom, wird das Basaliom umgangssprachlich auch als weißer oder heller Hautkrebs bezeichnet. Doch ist das insofern nicht ganz korrekt, als es auch pigmentierte, also durch Einlagerung des Farbstoffs Melanin dunkler gefärbte Basaliome und unpigmentierte (amelanotische) Melanome gibt. Deshalb findet dieser Begriff unter Medizinern auch kaum Verwendung.

Wie sieht weißer Hautkrebs aus?

Weißer Hautkrebs zeigt sich mit ziemlich vielfältigem Aussehen. Deshalb sprechen Hautärzte beim Basaliom auch von einem “Hautkrebs mit tausend Gesichtern“ oder einem “Chamäleon der Hautveränderungen“. Basaliome sind häufig wenig auffällig und gleichen etwa einem Pickel, glasigen Knötchen, einer schuppenden Stelle oder Narbe. Also unspektakuläre Erscheinungen, die leicht fehlgedeutet werden können. Wie beispielsweise eine seit drei Wochen nicht heilen wollende Wunde, die bisweilen nässt, blutet oder verkrustet ist. Ein sehr häufiges Zeichen für ein frühes Basaliom.

Wie entsteht weißer Hautkrebs? Ursachen

Ein Basaliom ist die Folge eines Zusammenspiels von erblicher Veranlagung, weil die unter anderem den Hauttyp bestimmt, und Einwirkung bestimmter Umweltfaktoren. Allen voran einer verstärkten Belastung der Haut durch UV-Licht, also meist übermäßige Sonnenexposition. Doch verursachen – im Unterschied zum Melanom – nicht häufige Sonnenbrände die Tumoren, sondern die langjährige UV-Einstrahlung.

Denn die Haut verträgt im Laufe des Lebens nur eine gewisse Menge (Lebens-UV-Dosis) davon. Dadurch bedingte Mutationen am Erbgut summieren sich mit den Jahren. Diese DNA-Schäden können zu einer unkontrollierten Zellvermehrung, also der Bildung von Tumoren führen. Für die Entstehung eines Basalioms ist der langwellige Anteil, das UV-A-Licht, aufgrund seiner größeren Eindringtiefe ausschlaggebend.

Hauttyp und Reisegewohnheiten

Besonders gefährdet sind Menschen mit hellem Hauttyp und daher geringer Neigung zur Bräunung, die leicht einen Sonnenbrand bekommen. Außerdem tragen veränderte Reisegewohnheiten zur vermehrten UV-Belastung bei, denn südliche Länder sind beliebte Ziele, um dort stundenlange Sonnenbäder, womöglich ohne ausreichenden Sonnenschutz, zu genießen. Oft auch in den Wintermonaten. Somit steigt die Lebens-UV-Dosis. Das tut sie auch infolge der zunehmenden Lebenserwartung. Daher sind Basaliome vor allem bei Senioren zu finden.

Weitere Auslöser sind Röntgenbestrahlung und Arsen, das früher zur Behandlung von Schuppenflechte und im Weinbau als Insektenvertilgungsmittel verwendet wurde und heute beim Abbau von Erzen anfällt. Es kann auch Jahre nach dem Kontakt mit ihm noch zu weißem Hautkrebs führen. Ebenso ist bei langfristiger medikamentöser Unterdrückung des Immunsystems das Risiko für die Entwicklung von Basaliomen erhöht. Gelegentlich entsteht weißer Hautkrebs auch auf Narben und gutartigen Fehlbildungen der Haut.

rothaarige Frau

Besonders rothaarige Menschen mit heller Haut sind für weißen Hautkrebs anfällig. Foto: Adobe Stock, (c) Cookie Studio

Erblich bedingter weißer Hautkrebs

Es gibt verschiedene Erbleiden, die mit der Entwicklung von Basaliomen einhergehen wie

  • autosomal-dominant vererbtes Gorlin-Goltz-Syndrom (Gorlin-SyndromBasalzellnävus-Syndrom, Naevus epitheliomatodes multiplex, Nävobasaliomatose, Naevobasaliom, Nävoid-Basalzell-Karzinom-Syndrom) mit Kieferzysten und Skelettfehlbildungen (Skoliose, Spina bifida, Gabelrippen, Wirbelkörperverwachsungen).
  • sehr seltenes Rombo-Syndrom mit wurmförmigen Atrophodermie (Gewebeschwund der Haut), spärlicher Behaarung, verminderter Schweißsekretion, Milien (Hautgrieß) und Teleangiektasien.
  • X-chromosomal-dominant vererbtes Bazex-Dupré-Christol-Syndrom mit spärlicher Behaarung, verminderter Schweißsekretion, Milien und früh auftretenden Basaliomen.
  • autosomal-rezessiv vererbtes Xeroderma pigmentosum (Melanosis lenticularis progressiva, Mondscheinkrankheit, Lichtschrumpfhaut), wo bereits wenig UV-Licht zu irreparablen Hautschäden und damit schon in jungen Jahren zu verschiedenen Formen von Hautkrebs führt.
  • auf Gendefekten mit Störung der Melaninbildung beruhender okulokutaner Albinismus mit Pigmentmangel, d.h. mit mattweißer, sehr lichtempfindlicher Haut und feinem weißen bis hellgelbem Kopfhaar sowie an den Augen infolge des Durchschimmerns von Blutgefäßen rosafarbener Regenbogenhaut.

Wann tritt weißer Hautkrebs auf?

Beim Basaliom, das den größten Teil aller bösartigen Hauttumore ausmacht, steigt die Häufigkeit mit zunehmendem Alter. Bei Männern und Frauen gleichermaßen. Es tritt vor allem ab dem 60. Lebensjahr auf. Fast jeder Zweite über 70 Jahren hat Vorstufen bzw. Frühformen von weißem Hautkrebs. Doch verschiebt sich dessen Altersgrenze zunehmend hin zu jüngeren Jahren. Vermutlich, weil junge Menschen heute häufiger in Gebiete mit starker Sonneneinstrahlung reisen und Solarien besuchen.

Denn die Häufigkeit von Basaliomen hängt auch von der Geografie ab, weil die Sonneneinstrahlung in verschiedenen Teilen der Welt unterschiedlich stark ist. Daher findet man Basaliome z.B. in Australien deutlich öfter als etwa in Mitteleuropa.

Woran erkennt man ein Basaliom? Symptome

Oft beginnt ein weißer Hautkrebs als Knötchen mit sehr feinen, neu gebildeten Blutgefäßen am Rand.  Es bildet im weiteren Verlauf in seiner Mitte einen Krater mit klassischem perlschnurartigen Randsaum aus, der geschwürig zerfällt. Doch kann es auch als rötlicher, schuppender Fleck oder narbenartige Veränderung vorkommen.

Weißer Hautkrebs: welche Formen gibt es?

Die Einteilung von Basaliomen differiert in der Literatur. Auch gibt es Sonderformen wie z.B. das fibroepitheliale, metatypische Basalzellkarzinom oder zystische Basalzellkarzinom. Je nach vorherrschenden Symptomen unterscheidet man klinisch vor allem folgende Arten von Basaliomen:

Knotiges solides Basaliom

Einzelner hautfarbener bis rötlich-bräunlicher, seltener weißlicher, wachsartig aussehender, perlmuttartig glänzender Knoten oder kleine, oft gruppenweise angeordnete Knötchen, die zu einem größeren halbkugeligen Knoten verschmelzen können. Manchmal mit erweiterten kleinen Blutgefäßen (Teleangiektasien) an der glasigen Oberfläche.

Ulzeriertes Basaliom

Handelt es sich um ein glattes Gewächs mit derbem, perlschnurartigen Randwall und zentraler Eindellung, das später aufbricht und geschwürig zerfällt (ulzeriert), spricht man von einem Ulcus rodens (lat.: rodere = nagen; exulzerierend wachsendes Basaliom). Dringt der ulzerierende Prozess in tiefere Gewebeschichten vor, liegt ein Ulcus terebrans (lat.: terebere = bohren; destruierend wachsendes Basaliom) vor.

Oberflächliches Basaliom

Auch superfizielles-multizentrisches Basaliom oder Rumpfhautbasaliom genannt: rundlich-ovale, scharf, aber unregelmäßig begrenzte, rötliche, leicht erhabene Flecken mit leicht gefältelter Oberfläche. Meist am Rumpf und an den Extremitäten. Sie können fein schuppen, verkrustet sein oder ulzerieren, bleiben aber oft lange Zeit symptomlos.

Infiltratives Basaliom

Es kann sklerodermiform sein. Dann handelt es sich um mit bloßem Auge oft kaum von normaler Haut abzugrenzende, durch eine Fibrosierung (Umwandlung von organspezifischem Gewebe in Bindegewebe) bedingte narbenartige Veränderungen – mit weißlich-gelblichem, porzellanweißen Touch und recht derber Konsistenz, sodass sie sich verhärtet anfühlen. Die Neigung zur Wiederkehr nach ihrer Entfernung ist hoch. Es kann aber auch nicht-sklerodermiform sein, d.h. aufgrund geringer bis fehlender Fibrosierung von weicherer Konsistenz und ohne Farbveränderung der Haut, sodass es oft unerkannt bleibt.

Weißer Hautkrebs an Nase oder Lippe

Da eine langjährige Einwirkung von Sonnenstrahlen den größten Risikofaktor für die Entstehung von Basaliomen darstellt, tritt weißer Hautkrebs bevorzugt an Stellen auf, die häufig der Sonne ausgesetzt sind. Also vor allem im Gesicht. An Stirn, Augenlidern, Nase, Wangen und Oberlippe, doch auch an den Ohren, im Nacken sowie auf dünn behaartem oder kahlem Kopf. Seltener befällt das Basaliom den Rumpf oder die Extremitäten, kann aber prinzipiell an fast jeder Hautstelle entstehen.

Juckt weißer Hautkrebs?

Weißer Hautkrebs kann gelegentlich jucken, doch tut er das nicht zwangsläufig. Manche Menschen halten zum Beispiel Psoriasis (Schuppenflechte) für Weißen Hautkrebs, da die Schuppenflechte manchmal ähnliche Erscheinungsformen auf der Haut ausbilden kann. Achtung: Wenn deine Haut sich verändert, juckt oder sich einzelne Stellen ohne ersichtlichen Grund entzünden oder zu nässen beginnen, solltest du umgehend einen Hautarzt zu Rate ziehen!

Diagnose: Wie erkennt der Arzt den Hautkrebs? 

Wie bei allen anderen Arten von Hautkrebs auch, ist beim Basaliom eine frühzeitige Erkennung und Behandlung sehr wichtig, um seine Heilung zu erreichen. Erfahrene Hautärzte erkennen es oft bereits mit bloßem Auge, jedenfalls aber mithilfe eines Dermatoskops (Auflichtmikroskop), das die Haut um das 10-fache vergrößert, sodass es eine Betrachtung tieferer Hautschichten ermöglicht.

Die endgültige Diagnose sichert jedoch eine Biopsie (Gewebeentnahme) mit anschließender feingeweblicher Untersuchung unter dem Mikroskop. Manchmal ist auch eine Computertomographie oder Magnetresonanztomographie notwendig. Um die Ausbreitung des Tumors zu beurteilen, wenn er in andere Strukturen einwächst oder um nach Metastasen zu fahnden.

weißer Hautkrebs

Mit einem Dermatoskop kann der Hautarzt auch tiefere Hautschichten betrachten. Foto: Adobe Stock, (c) Evgeniy Kalinovskiy

Wie gefährlich ist weißer Hautkrebs?

Bleibt weißer Hautkrebs unbehandelt, kann er sich über einen Zeitraum von mehreren Monaten bis Jahren in der Haut ausbreiten, in tiefere Gewebeschichten einwachsen und darunterliegende Strukturen wie etwa Knorpel oder Knochen zerstören. In seltenen Fällen auch lebenswichtige Strukturen im Kopf-Hals-Bereich.

Rechtzeitig behandelt jedoch lassen sich Basaliome im Regelfall rasch und problemlos heilen. Sie haben also eine gute Prognose, sofern sie restlos entfernt werden können. Doch entstehen – meist innerhalb der ersten beiden Jahre nach der Operation häufig neue Basaliome (Rezidive), weshalb eine ärztliche Nachsorge dringend zu empfehlen ist.

Ist ein Basaliom immer gutartig?

Weißer Hautkrebs gehört, so sagt die Bezeichnung “Krebs“ bereits, zu den bösartigen Tumoren. Da er jedoch – anders als schwarzer Hautkrebs – kaum Tochtergeschwulste (Metastasen) im Körper absiedelt, gilt er als semimalign (“halbbösartig“). Metastasierungen kommen üblicherweise nur bei sehr großen Basaliomen vor, die lange unbehandelt geblieben sind.

Wie schnell wächst weißer Hautkrebs?

Das Basaliom entwickelt sich in der Regel langsam, d.h. über Monate bis Jahre.

Wie schnell muss weißer Hautkrebs entfernt werden?

Der Tumor erfordert eine möglichst baldige Entfernung nach seiner Entdeckung. Um zu verhindern, dass er weiterwächst und dadurch gesundes Gewebe zerstört. Außerdem: Je früher ein Basaliom operiert wird, desto kleinere Narben bleiben zurück.

Weißer Hautkrebs Behandlung

Meist entfernt der Hautarzt den Hautkrebs mittels Operation, denn das ist die sicherste und damit die Standardmethode. Bei ihr ist das Risiko des Wiederauftretens (Rezidiv) des Basalioms am geringsten. Doch gibt es auch andere Behandlungsmöglichkeiten, deren Sinnhaftigkeit unter anderem von der Art, Größe und Lage des Basalioms, von kosmetischen Aspekten sowie dem Alter und Allgemeinzustand des Tumorträgers abhängt. Nicht operative Verfahren weisen allerdings zwei Nachteile auf: Sie verunmöglichen eine Untersuchung des Gewebes. Und bergen ein höheres Risiko, dass der Tumor erneut auftritt.

Weißer Hautkrebs – Operation

Ist das Basaliom noch klein, kann es zur Gänze entfernt (radikale Exzision) und dann histologisch (unter dem Mikroskop) untersucht und die Wunde meist mit einer kosmetisch nicht störenden, später kaum sichtbaren Naht verschlossen werden. Oder es erfolgt eine Kürettage, eine Ausschabung der Tumorzellen.

Bei größeren Tumoren erfolgt vor der Operation eine Biopsie, d.h. Entnahme einer Gewebeprobe zur histologischen Untersuchung. Ihre Exzision erfordert oft eine Hauttransplantation oder “Lappenplastik“. Das bedeutet, der Dermatologe deckt den durch die Tumorentfernung entstandenen Defekt mit einem Hautlappen aus der Umgebung oder einem Eigenhauttransplantat ab.

Die feingewebliche Untersuchung des herausgeschnittenen Gewächses zeigt, ob es komplett (“im Gesunden“) entfernt wurde. Andernfalls wird nachgeschnitten, nochmals histologisch kontrolliert, ob die Schnittränder frei von Tumorzellen sind, und erst wenn das der Fall ist, erfolgt der Wundverschluss. Sonst besteht die Gefahr, dass Tumorzellen unter der Haut weiter wuchern. So entsteht unter Umständen ein riesiger Defekt, der bei entsprechender Lokalisation sogar Nase oder Augen zerstören kann.

Die Durchführung solcher Eingriffe ist häufig ambulant oder tagesklinisch und meist unter nur lokaler Betäubung möglich.

Elektrochirurgie bei weißem Hautkrebs

Oberflächliche Basaliome lassen sich mit Hilfe einer Elektrode per Erhitzung durch Hochfrequenzstrom hoher Spannung und geringer Stärke zerstören (Elektrodesikkation).

Laserbehandlung bei Basaliom

Laser kann zum Herausschneiden eines Basalioms dienen oder den Hautkrebs durch Hitzeverdampfung zerstören. Da es dabei kaum zu Blutungen kommt, ist das Verfahren auch für Patienten mit Blutgerinnungsstörungen geeignet.

Strahlentherapie

Direkt auf die Tumorzellen gerichtete Röntgenstrahlen zerstören das Gewächs vollständig. Hierzu sind üblicherweise mehrere Sitzungen nötig. Diese Alternative zur Operation kommt zum Einsatz, wenn die Lage des Tumors oder ein hohes Alter des Erkrankten eine komplette Entfernung des Basalioms nicht zulassen.

Forscher fanden heraus, dass nach einer Vorbehandlung mit Wasserstoffperoxid-Salbe die halbe Strahlendosis genügt, um Basaliome vernichten zu können.

Photodynamische Therapie

Nach dem Auftragen einer lichtsensibilisierenden Substanz, die sich im Basaliom anreichert, erfolgt eine Bestrahlung der Stelle mit hochintensiven Lichtquellen, die die Tumorzellen selektiv angreift, sodass sie absterben. Das gesunde umliegende Gewebe bleibt hingegen erhalten. Die Methode eignet sich nur für oberflächlichen weißen Hautkrebs und erfordert engmaschige Nachkontrollen.

Creme-Therapie

Cremes mit dem Virostatikum und Immunmodulator Imiquimod ermöglichen – nach mehrwöchiger Anwendung – eine erfolgreiche Therapie oberflächlicher Basaliome. Die Substanz aktiviert das körpereigene Immunsystem, das dann die Tumorzellen gezielt angreift. Erkennbar durch eine mehr oder minder ausgeprägte lokale Entzündungsreaktion, die mit Juckreiz, Brennen oder leichten Schmerzen, Krustenbildung und Nässen der behandelten Stelle, selten auch einem grippeähnlichen Gefühl verbunden sein kann.

Ähnlich wirken Cremes mit dem Zytostatikum 5-Fluorouracil, das die Vermehrung der Tumorzellen hemmt. Ebenfalls nach mehrwöchiger Anwendung und genauso verbunden mit einer Entzündung der befallenen Hautstelle. Wobei der Wirkstoff auf gesunder Haut Irritationen verursachen kann.

Weißer Hautkrebs – Chemotherapie

Ist eine Operation nicht möglich, sind andere Behandlungsmethoden nicht erfolgreich oder liegt der seltene Fall eines metastasierten Basalioms vor, kann – nach ausführlicher Nutzen-Risiko-Abwägung – eine Therapie mit dem Chemotherapeutikum Vismodegib helfen. Es wird in Tablettenform eingenommen und hemmt einen bestimmten Signalweg in den Basalzellen, der das Zellwachstum und die Zellvermehrung beeinflusst.

Somit verkleinert sich das Basaliom oder verschwindet sogar. Doch hat der Wirkstoff zahlreiche Nebenwirkungen und darf nicht bei schwangeren Frauen eingesetzt werden, weil er als fruchtschädigend gilt.

Was passiert, wenn weißer Hautkrebs nicht behandelt wird? Prognose

Unbehandelt wächst weißer Hautkrebs seitlich und in die Tiefe und kann umliegendes Gewebe verdrängen und in seiner Funktion stören. Rechtzeitig erkennt und entfernt hat er aber eine gute Prognose, ist also heilbar.

Muss weißer Hautkrebs operiert werden?

Lautet die Diagnose weißer Hautkrebs, gilt die Operation als der Goldstandard (dem aktuellen wissenschaftlichen Stand entsprechende Vorgehensweise), zumindest im Gesicht. Doch gibt es Ausnahmen, etwa bei schlechter Zugänglichkeit des Tumors.

Basaliom vereisen: flüssiger Stickstoff gegen weißen Hautkrebs

Kleine, oberflächliche Basaliome – z.B. an den Augenlidern – lassen sich durch schnelles Einfrieren mit flüssigem Stickstoff vereisen. Die Substanz führt innerhalb der ersten 24 Stunden nach ihrer Anwendung zur Bildung einer mit Flüssigkeit gefüllten Blase. Sie reißt ein und das Basaliom fällt ab, weil der Organismus die zerstörten Krebszellen binnen weniger Tage abstößt. Eine solche Kryochirurgie eignet sich besonders für Patienten mit Blutgerinnungsstörungen oder Unverträglichkeiten auf Lokalanästhetika. Doch kann die Vereisung Hautveränderungen hervorrufen, die häufig nicht von einem Rezidiv zu unterscheiden sind.

Frau cremt sich mit Sonnencreme ein

Um weißem Hautkrebs vorzubeugen, sollte man sich stets Sonnencreme auftragen. Foto: Adobe Stock, (c) WavebreakMediaMicro

Wie ist weißer Hautkrebs vermeidbar? Vorbeugung

Da Basaliome in den allermeisten Fällen die Folge übermäßiger Sonnenbestrahlung sind, erscheint eine vernünftige Sonnenexposition als wichtigste Vorbeugungsmaßnahme. Das heißt

  • das Gesicht durch breitkrempige Hüte bzw. eine Glatze durch eine UV-dichte Kopfbedeckung schützen.
  • Haut und Lippen mit genug Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor eincremen.
  • eine länger dauernde Sonnenbestrahlung in den Mittags– und frühen Nachmittagsstunden vermeiden.
  • aufs Solarium zu verzichten.

Ratsam sind zudem regelmäßige Selbstuntersuchungen – auch Nacken, Kopfhaut, hinter den Ohren! –  in Hinblick auf Hauttumore. Zudem jährlich vorsorgliche hautärztliche Checks (z.B. Ganzkörperscan). Vor allem, wenn man dem rotblonden Hauttyp angehört. Oder viel Sonnenlicht ausgesetzt ist, etwa beruflich (z.B. Gärtner, Bauarbeiter, Skilehrer). Bei neu auftretenden Hautveränderungen oder nicht heilen wollenden Wunden ist der rechtzeitige Gang zum Arzt angesagt.

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