Astigmatismus: Hornhautverkrümmung behandeln - HEROLD.at

Astigmatismus (Hornhautverkrümmung) korrigieren & heilen

Ein medizinischer Laserstrahl zur Behandlung der Hornhautverkrümmung.

Ein Brechungsfehler im Auge: Astigmatismus, auch Stabsichtigkeit oder Hornhautverkrümmung. Foto: Adobe Stock, (c) DKcomposing

Am Anfang war das Licht: Der Sehsinn liefert uns rund 80 Prozent der Informationen über unsere Umwelt. Klar, dass wir unser Augenlicht so lieb gewonnen haben. In Österreich haben fast die Hälfte aller Brillenträger einen Astigmatismus (Hornhautverkrümmung): die verbreitetste Augenkrankheit. Neben Brillen und Kontaktlinsen ist die Behandlung mittels Laser eine zuverlässige Methode, um den Astigmatismus zu heilen. Wir haben für dich recherchiert, wie die Krankheit entsteht, welche zuverlässigen Behandlungsmethoden es gibt, und wo du einen geeigneten Augenarzt in deiner Nähe findest.

Wie kann man Astigmatismus heilen?

Mit Astigmatismus („Punktlosigkeit“) oder Stabsichtigkeit wird eine Sehschwäche bezeichnet, von der mittlerweile ein Fünftel der Weltbevölkerung betroffen ist. Es besteht zunächst kein Grund zur Sorge! Zum einen bemerken Betroffene geringe Verkrümmungen der Hornhaut oft gar nicht. Zum anderen lassen sich die meisten Ursachen relativ leicht behandeln. Astigmatismus und andere Formen der Sehschwäche musst du in unserer Zeit also nicht mehr als Schicksalsschlag betrachten. Denn der Brechungsfehler kann in vielen Fällen bereits durch eine Brille oder durch torische Kontaktlinsen ausgeglichen werden.

Nachdem Augenarzt oder Optiker den Astigmatismus festgestellt haben, stehen also verschiedene Therapieformen zur Auswahl. Sobald Winkel und Brechungsfehler gemessen wurden, können bereits passende Sehhilfen Abhilfe schaffen.

Info: Ein Astigmatismus gilt bis 0,5 Dioptrien als normal. Ab 1,0 Dioptrien sollte die Fehlsichtigkeit jedoch medizinisch behandelt werden.

Astigmatismus Behandlung mittels Sehhilfe

  • Brille mit Zylindergläsern
  • weiche Kontaktlinsen
  • harte Kontaktlinsen

Astigmatismus Behandlung mit operativen Methoden

  • Laser-Operation
  • Linsen-Ersatz (Intraokularlinse)
  • Hornhautverpflanzung

Eine häufig praktizierte und bewährte Methode zur Behandlung der Sehschwäche ist die Laser-Operation. Infrage kommen Patienten, die das 18. Lebensjahr vollendet und seit über einem Jahr einen stabilen Sehfehler haben. Außerdem dürfen keine anderen Krankheiten vorliegen, die das Auge betreffen. Welche der Laser-Operationen für den Patienten geeignet ist, muss nach einer eingehenden Untersuchung ein Augenarzt entscheiden.

Ein anderes Verfahren ist das Einsetzen einer sogenannten Intraokularlinse, nachdem die eigene Augenlinse zuvor entfernt wurde. Die künstliche Korrekturlinse gleicht den Astigmatismus aus. Die Hornhaut bleibt dabei unbeschadet. Diese Behandlungsmethode empfiehlt sich bei sehr stark ausgeprägter Hornhautverkrümmung. Helfen die genannten operativen Verfahren nicht weiter, bleibt als letzte Option die Hornhautverpflanzung. Bei dieser vergleichsweise radikalen Methode entfernt der Augenarzt die Hornhaut des Patienten und transplantiert eine funktionstüchtige Spender-Hornhaut.

Schematische Darstellung eines gesunden und eines astigmatischen Auges.

Oft gehen mit Astigmatismus eine Weitsichtigkeit (Hyperopie) oder Kurzsichtigkeit (Myopie) einher. Foto: Adobe Stock, (c) Rob3000

Welche Augen-Laser-Methoden gibt es?

  • PRK („Photorefraktive Keratektomie“)
  • LASEK  („Laser Epitheliale Keratomileusis”)
  • Femto-Lasik
  • Z-Lasik („Laser in situ Keratomileusis“)
  • Relex Smile Methode

Welche Vorteile hat eine Augen-Laser-Operation?

  • schmerzfreie Operation
  • ambulanter Eingriff in Lokalanästhesie
  • Dauer der OP circa 10-15 Minuten.
  • rasche Heilung
  • vollständige Sehkraft nach wenigen Tagen oder Wochen (je nach Methode)
  • Hornhaut wird geschont

Wie entsteht Astigmatismus?

Normalerweise ist die Hornhaut (Kornea) eine glatte halbkugelige Oberfläche, vergleichbar mit einer Kontaktlinse. Sie liegt wie eine schützende Scheibe vor der Pupille und ist der äußerste Abschnitt des Augapfels. Ist die Wölbung der Hornhaut unregelmäßig gekrümmt, werden punktförmige Lichtquellen nicht mehr zu einem Punkt auf der Netzhaut (= Brennpunkt) gebündelt, sondern diffus gebrochen. Infolge dessen wird im Sichtfeld eine unscharfe Brennlinie oder ein unscharfes Bild wahrgenommen. Die möglichen Ursachen sind entweder genetischer Natur oder mechanische Gewalteinwirkung, zum Beispiel durch einen Unfall.

Regulärer versus Irregulärer Astigmatismus

In den meisten Fällen ist die Hornhautverkrümmung angeboren (= regulärer Astigmatismus). Der reguläre Astigmatismus liegt vor, wenn die Hornhaut in eine bestimmte Richtung stärker gekrümmt ist und eine ovale Form aufweist. Der Betroffene nimmt dann in der Regel eine stabförmige Brennlinie wahr. Daher auch die Bezeichnung „Stabsichtigkeit“. Der irreguläre Astigmatismus hingegen ist seltener und meist eine Folge einer Augenverletzung oder einer speziellen Augenkrankheit. Die Krümmung der Hornhaut ist hier unregelmäßig und die Brechkraft des Lichtes daher von Punkt zu Punkt unterschiedlich. Es entstehen mehrere Brennpunkte auf der Netzhaut, die ein unscharfes Bild erzeugen. Im Erwachsenenalter kann der Astigmatismus auch folgende Ursachen haben:

  • Narben auf der Hornhaut (durch Verletzungen, Entzündungen und Infektionen)
  • Hornhautkegel (Keratokonus)
  • Operationen am Auge (z.B. wegen eines grünen Stars)
Mit einem medizinischen Instrument misst der Arzt die Anzahl der Dioptrien.

Eine Augenärztin misst den Astigmatismus (auch Stabsichtigkeit) bei einem Kind. Foto: Adobe Stock, (c) kadarjan_roman

Wie äußert sich Astigmatismus?

Wer sowohl in der Ferne als auch in der Nähe verschwommen sieht, weist bereits Symptome der Stabsichtigkeit auf. Erste Warnsignale sind Schwierigkeiten beim Erkennen von Verkehrszeichen sowie beim Lesen oder Nähen. Hinzu kommen oft trockene oder brennende Augen. Erhöhte Blendempfindlichkeit, Zusammenkneifen der Augen und häufiges Blinzeln sind ebenfalls Begleiterscheinungen. Treffen mehrere Punkte auf dich zu, ist es für dich an der Zeit, einen Augenarzt aufzusuchen. Folgende Symptome sind typisch und machen sich mit der Zeit bemerkbar:

  • Kopfschmerzen
  • Schwindelgefühl
  • Erhöhte Blendempfindlichkeit
  • trockene oder brennende Augen
  • Zusammenkneifen der Augen
  • häufiges Blinzeln
  • Gesichter werden erst spät erkannt
  • Verkehrszeichen werden erst spät erkannt

Wie wird Astigmatismus gemessen?

Der Facharzt für Augenheilkunde (auch: Ophthalmologe) führt ein Anamnese-Gespräch, um sich über die Krankheitsgeschichte des Patienten zu informieren. Anschließend werden mithilfe von medizinischen Messinstrumenten verschiedene Untersuchungen vorgenommen. Dabei wird die Struktur des Auges (Netzhaut, Glaskörper, Hornhaut) mit einem Ophthalmometer und anderen Instrumenten unter die Lupe genommen. Der Astigmatismus wird in Einheiten von Dioptrien gemessen und angegeben. Zusätzlich wird der Augenarzt die betroffene Stelle in Winkelgrad festhalten. Bei einem irregulären Astigmatismus kommt häufig ein per Computer gesteuerter Hornhauttopograf (Videokeratoskopie) zum Einsatz. Dieser liefert exakte Daten zur Brechkraft der gesamten Hornhaut.

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Welche Kosten werden übernommen?

Die Krankenkasse übernimmt die Kosten von Brillen in zweckmäßiger Ausführung. Hierfür muss eine ärztliche Verordnung vorliegen. Für Sehbehelfe übernimmt die Krankenkasse die tariflichen Kosten, höchstens aber € 522. Selbstverständlich kannst du dir eine individuell ansprechende Markenfassung selber kaufen, und die angefertigten Brillengläser dann einsetzen lassen. Besondere Wünsche sollten natürlich vorab mit dem Vertragsoptiker geklärt werden. Der Selbstbehalt beträgt für Erwachsene € 104,40 und für mitversicherte Kinder ab Vollendung des 15. Lebensjahres  € 34,80 (Stand 2019).

Ist die medizinische Indikation gegeben, kann auch für Kontaktlinsen eine Kostenbeihilfe erfolgen. Die Krankenkasse benötigt hierfür eine ärztliche Verordnung und einen Kostenvoranschlag des Optikers. Bei regulärem Astigmatismus ab drei Dioptrien sowie bei irregulärem Astigmatismus ist die Indikation für Kontaktlinsen gegeben. Laser-Operationen müssen hingegen chefärztlich von der zuständigen Krankenkasse genehmigt werden. Betroffene müssen eine Sehschwäche von drei bis vier Dioptrien aufweisen. Außerdem muss eine Unverträglichkeit in Bezug auf Kontaktlinsen gegeben sein. Können die Kosten für die Laser-Operation nicht übernommen werden, müssen Patienten je nach Operationsverfahren mit Preisen zwischen € 500 – 2000 pro Auge rechnen.

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