Hornhautverkrümmung korrigieren & heilen

Hornhautverkrümmung heilen: Ein Laserstrahl zur Behandlung der Hornhautverkrümmung.

Astigmatismus oder Hornhautverkrümmung ist ein Brechungsfehler im Auge. Foto: Adobe Stock, (c) DKcomposing

In Österreich haben fast die Hälfte aller Brillenträger einen Astigmatismus (Hornhautverkrümmung): Es handelt sich um das verbreitetste Augenleiden beim Menschen. Neben Brillen und Kontaktlinsen ist die Behandlung mittels Laser eine zuverlässige Methode, um die Hornhautverkrümmung zu heilen. Wir haben für dich recherchiert, wie die Krankheit entsteht, welche zuverlässigen Behandlungsmethoden es gibt, und wo du einen Augenarzt in deiner Nähe findest.

Wie kann man Hornhautverkrümmung heilen?

Mit Astigmatismus („Punktlosigkeit“), Hornhautverkrümmung oder Stabsichtigkeit wird eine Sehschwäche bezeichnet, von der mittlerweile ein Fünftel der Weltbevölkerung betroffen ist. Es besteht zunächst kein Grund zur Sorge! Zum einen bemerken Betroffene geringe Verkrümmungen der Hornhaut oft gar nicht. Zum anderen lassen sich die meisten Ursachen relativ leicht behandeln.

Astigmatismus und andere Formen der Sehschwäche musst du in unserer Zeit also nicht mehr als Schicksalsschlag betrachten. Denn der Brechungsfehler kann in vielen Fällen bereits durch eine Brille oder durch torische Kontaktlinsen ausgeglichen werden.

Info: Ein Astigmatismus gilt bis 0,5 Dioptrien als normal. Ab 1,0 Dioptrien sollte die Fehlsichtigkeit jedoch medizinisch behandelt werden.

Nachdem Augenarzt oder Optiker den Astigmatismus festgestellt haben, stehen also verschiedene Therapieformen zur Auswahl. Sobald Winkel und Brechungsfehler gemessen wurden, können bereits passende Sehhilfen Abhilfe schaffen.

Astigmatismus heilen mittels Sehhilfe

  • Brille mit Zylindergläsern
  • weiche Kontaktlinsen
  • harte Kontaktlinsen

Astigmatismus heilen mit operativen Methoden

  • Laser-Operation
  • Linsen-Ersatz (Intraokularlinse)
  • Hornhautverpflanzung

Eine häufig praktizierte und bewährte Methode zur Behandlung der Sehschwäche ist die Laser-Operation. Infrage kommen Patienten, die das 18. Lebensjahr vollendet und seit über einem Jahr einen stabilen Sehfehler haben. Außerdem dürfen keine anderen Krankheiten vorliegen, die das Auge auch nur indirekt betreffen. Welche der Laser-Operationen für den Patienten geeignet ist, muss nach einer eingehenden Untersuchung ein Augenarzt entscheiden.

Hornhautverkrümmung heilen

Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Fehlsichtigkeit: Torische Brillen verbessern das Sehen. Grafik: Adobe Stock, (c) Peter Hermes Furian

Ein anderes Verfahren ist das Einsetzen einer sogenannten Intraokularlinse, nachdem die eigene Augenlinse zuvor entfernt wurde. Die künstliche Korrekturlinse gleicht den Astigmatismus aus. Die Hornhaut bleibt dabei unbeschadet. Diese Behandlungsmethode empfiehlt sich bei sehr stark ausgeprägter Hornhautverkrümmung. Helfen die genannten operativen Verfahren nicht weiter, bleibt als letzte Option die Hornhautverpflanzung. Bei dieser vergleichsweise radikalen Methode entfernt der Augenarzt die Hornhaut des Patienten und transplantiert eine funktionstüchtige Spender-Hornhaut.

Welche Augen-Laser-Methoden gibt es?

  • PRK („Photorefraktive Keratektomie“)
  • LASEK  („Laser Epitheliale Keratomileusis”)
  • Femto-Lasik
  • Z-Lasik („Laser in situ Keratomileusis“)
  • Relex Smile Methode

Welche Vorteile hat eine Augen-Laser-Operation?

  • schmerzfreie Operation
  • ambulanter Eingriff in Lokalanästhesie
  • Dauer der OP circa 10-15 Minuten.
  • rasche Heilung
  • vollständige Sehkraft nach wenigen Tagen oder Wochen (je nach Methode)
  • Hornhaut wird geschont
Hornhautverkrümmung heilen

Korrektur: Astigmatismus heilen mit der Augen-Laser-Methode. Foto: Adobe Stock, (c) elenavolf

Augenärzte in Wien (sortiert nach Bezirk)

Welche Linsen bei Hornhautverkrümmung?

Für gewöhnlich lässt sich Astigmatismus mit torischen Linsen korrigieren. Diese können sowohl als Kontaktlinse eingesetzt, als auch in Brillen getragen werden. Im Unterschied zu sphärisch geformten Linsen verfügen torische Kontaktlinsen über zwei senkrecht zu einander stehende Hauptachsen mit unterschiedlicher Brechkraft. Dadurch wird gleichzeitig die Hornhautverkrümmung (Stabsichtigkeit) als auch die einhergehende Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit ausgebessert. In Kombination mit operativen Verfahren kann der Augenarzt eine vollständige Korrektur der Fehlsichtigkeit herbeiführen. Torische Linsen und Brillen werden von Spezialisten individuell angepasst. Um die Rotation auf dem Auge möglichst gering zu halten, verfügen torische Linsen über besondere Stabilisierungseigenschaften.

Hornhautverkrümmung: wie entsteht sie?

Normalerweise ist die Hornhaut (Kornea) in seiner Form eine glatte halbkugelige Oberfläche, vergleichbar mit einer Kontaktlinse. Sie liegt wie eine schützende Scheibe vor der Pupille und ist der äußerste Abschnitt des Augapfels. Ist die Wölbung der Hornhaut unregelmäßig gekrümmt, werden punktförmige Lichtquellen nicht mehr zu einem Punkt auf der Netzhaut (= Brennpunkt) gebündelt, sondern diffus gebrochen. Infolge dessen wird im Sichtfeld eine unscharfe Brennlinie oder ein unscharfes Bild wahrgenommen. Die möglichen Ursachen sind entweder genetischer Natur oder mechanische Gewalteinwirkung, zum Beispiel durch einen Unfall.

Hornhautverkrümmung: Ein Auge in Nahaufnahme.

Mit Hilfe von torischen Linsen kann Fehlsichtigkeit korrigiert werden. Foto: Unsplash, (c) v2osk

Regulärer versus Irregulärer Astigmatismus

In den meisten Fällen ist die Hornhautverkrümmung angeboren (= regulärer Astigmatismus). Der reguläre Astigmatismus liegt vor, wenn die Hornhaut in eine bestimmte Richtung stärker gekrümmt ist und eine ovale Form aufweist. Der Betroffene nimmt dann in der Regel eine stabförmige Brennlinie wahr. Daher auch die Bezeichnung „Stabsichtigkeit“. Der irreguläre Astigmatismus hingegen ist seltener und meist eine Folge einer Augenverletzung oder einer speziellen Augenkrankheit. Die Krümmung der Hornhaut ist hier unregelmäßig und die Brechkraft des Lichtes daher von Punkt zu Punkt unterschiedlich. Es entstehen mehrere Brennpunkte auf der Netzhaut, die ein unscharfes Bild erzeugen. Im Erwachsenenalter kann der Astigmatismus auch folgende Ursachen haben:

  • Narben auf der Hornhaut (durch Verletzungen, Entzündungen und Infektionen)
  • Hornhautkegel (Keratokonus)
  • Operationen am Auge (z.B. wegen eines grünen Stars)

Wie äußert sich Astigmatismus?

Wer sowohl in der Ferne als auch in der Nähe verschwommen sieht, weist bereits Symptome der Stabsichtigkeit auf. Erste Warnsignale sind Schwierigkeiten beim Erkennen von Verkehrszeichen sowie beim Lesen oder Nähen. Hinzu kommen oft trockene oder brennende Augen. Erhöhte Blendempfindlichkeit, Zusammenkneifen der Augen und häufiges Blinzeln sind ebenfalls Begleiterscheinungen. Treffen mehrere Punkte auf dich zu, ist es für dich an der Zeit, einen Augenarzt aufzusuchen. Folgende Symptome sind typisch und machen sich mit der Zeit bemerkbar:

  • Kopfschmerzen
  • Schwindelgefühl
  • Erhöhte Blendempfindlichkeit
  • trockene oder brennende Augen
  • Zusammenkneifen der Augen
  • häufiges Blinzeln
  • Gesichter spät erkennen
  • Verkehrszeichen spät erkennen
Hornhautverkrümmung heilen: Ein Arzt misst die Anzahl der Dioptrien.

Eine Augenärztin misst den Astigmatismus (Hornhautverkrümmung) bei einem Kind. Foto: Adobe Stock, (c) kadarjan_roman

Wie wird Astigmatismus gemessen?

Der Facharzt für Augenheilkunde (auch: Ophthalmologe) führt ein Anamnese-Gespräch, um sich über die Krankheitsgeschichte des Patienten zu informieren. Anschließend werden mithilfe von medizinischen Messinstrumenten verschiedene Untersuchungen vorgenommen. Dabei wird die Struktur des Auges (Netzhaut, Glaskörper, Hornhaut) mit einem Ophthalmometer und anderen Instrumenten unter die Lupe genommen.

Der Astigmatismus wird in Einheiten von Dioptrien gemessen und angegeben. Zusätzlich wird der Augenarzt die betroffene Stelle in Winkelgrad festhalten. Bei einem irregulären Astigmatismus kommt häufig ein per Computer gesteuerter Hornhauttopograf (Videokeratoskopie) zu Hilfe. Dieser liefert exakte Daten zur Brechkraft der gesamten Hornhaut.

Welche Kosten werden von der Krankenkasse übernommen?

Die Krankenkasse übernimmt die Kosten von Brillen in zweckmäßiger Ausführung. Hierfür muss eine ärztliche Verordnung vorliegen. Für Sehbehelfe übernimmt die Krankenkasse die tariflichen Kosten, höchstens aber € 522. Selbstverständlich kannst du dir eine individuell ansprechende Markenfassung selber kaufen, und die angefertigten Brillengläser dann einsetzen lassen. Besondere Wünsche sollten natürlich vorab mit dem Vertragsoptiker geklärt werden. Der Selbstbehalt beträgt für Erwachsene € 104,40 und für mitversicherte Kinder ab Vollendung des 15. Lebensjahres  € 34,80 (Stand 2019).

Ist die medizinische Indikation gegeben, kann auch für Kontaktlinsen eine Kostenbeihilfe erfolgen. Die Krankenkasse benötigt hierfür eine ärztliche Verordnung und einen Kostenvoranschlag des Optikers. Bei regulärem Astigmatismus ab drei Dioptrien sowie bei irregulärem Astigmatismus ist die Indikation für Kontaktlinsen gegeben.

Laser-Operationen müssen hingegen chefärztlich von der zuständigen Krankenkasse genehmigt werden. Betroffene müssen eine Sehschwäche von drei bis vier Dioptrien aufweisen. Außerdem muss eine Unverträglichkeit in Bezug auf Kontaktlinsen gegeben sein. Können die Kosten für die Laser-Operation nicht übernommen werden, müssen Patienten je nach Operationsverfahren mit Preisen zwischen € 500 – 2000 pro Auge rechnen.

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