Die ungeschminkte Wahrheit über meine Augenlaser-OP - HEROLD.at

Die ungeschminkte Wahrheit über meine Augenlaser-OP: Ein Erfahrungsbericht

Augen lasern Erfahrungen

Augen lasern lassen mit FEMTO-LASIK: Erfahrungsbericht zu Ablauf, Kosten, Heilung und Wirkung. Foto: Shutterstock, (c) luckybusiness

Ich war schon immer blind und schon immer eitel. Für mich war es als Kind normal, Leute auf der anderen Straßenseite nicht zu erkennen – ich dachte, alle Menschen würden so sehen wie ich. Bei der Einschulung war schnell klar, dass ich ziemlich kurzsichtig war, und mir wurde eine Brille verpasst, die ich fast nie trug. Als ich das erste Mal damit nach Hause kam, erkannte ich erstaunt, dass unser Fußboden im Stiegenhaus eine Pünktchen-Musterung hatte. Davor war er für mich einfach immer braun-grauer Brei gewesen. Ich verstand zum ersten Mal, dass es Menschen gab, die völlig klar und scharf sahen, und wie sich das anfühlen musste.

Gerne erinnere ich mich auch an den Tag in der Fahrschule, als ich in der letzten Reihe herumfläzte und eine Frage beantworten sollte, die vorne an die Leinwand projiziert wurde. Kleinlaut meinte ich: „Ich kann das nicht lesen.“ In der FAHRSCHULE. Die Frage, ob ich mich dann nicht lieber in die erste Reihe setzen wollte, verneinte ich höflich. Der Fahrlehrer war so perplex, dass ihm darauf keine Antwort einfiel, und einfach der nächste Schüler drangenommen wurde. Meine Fahrprüfung habe ich übrigens bestanden!

Mit erst harten und schließlich jahrelang weichen Kontaktlinsen konnte ich meine -6,5 und -6,75 Dioptrien und die Hornhautverkrümmung ziemlich gut ausgleichen, aber eben nur ziemlich gut. Meine trendige Nerd-Brille war so dick wie Aschenbecher und genauso unpraktisch. Dazu kam die ständige latente Angst, auf Reisen die Linsen und Brille zu verlieren und blind in einem fremden Land zu stranden, oder bei einem nächtlichen Feuer die Brille nicht zu finden und blind in die Nacht hinauszustolpern oder Schlimmeres. Kurzsichtige kennen diese Ängste sicher.

Mein persönlicher FEMTO-LASIK-Erfahrungsbericht

Ich hatte mich mit meiner Blindheit und dem ewigen Hantieren mit Brille und Kontaktlinsen schon abgefunden, als sich über meinen Job die Möglichkeit ergab, meine Augen lasern zu lassen und die OP am eigenen Leib zu testen: Bei meinem Kunden EyeLaser in Wien. Die Klinik gehört Dr. Victor Derhartunian, der alle Beratungen, Untersuchungen und Operationen selbst durchführt und laut Bewertungen einer der besten Ärzte Österreichs ist.

Nichts habe ich jemals schneller zugesagt als das, obwohl ich bei gesundheitlichen und medizinischen Angelegenheiten generell eine „Zetzn“ bin: Vom Kreislaufkollaps beim Blutabnehmen über dramatische Szenen beim Zahnarzt bis hin zum Beinahe-K.O. bei Routine-OPs war schon alles dabei. Nichtsdestotrotz wollte ich mir unbedingt in Wien die Augen lasern lassen.

Augenlasern: Der erste Termin

Beim ersten Termin in der Augenlaser-Klinik finden Routineuntersuchungen wie beim Augenarzt statt: Der Augendruck wird gemessen, indem dir ein Wölkchen Luft ins Auge gedrückt wird; du musst Zahlen vorlesen, dir wird ins Auge geleuchtet, während du in alle möglichen Richtungen schaust, blinzelst, die Augen lange offen hältst etc. Du musst natürlich mit Brille kommen und solltest mehrere Tage davor keine Linsen mehr getragen haben. Du wirst über die Methoden, Risiken und Kosten beim Augenlasern aufgeklärt und all deine Fragen werden beantwortet. Alternativ kannst du vor dem ersten Termin auch zu einem unverbindlichen Infoabend kommen, den viele Kliniken anbieten.

Der Augenarzt stellt beim ersten Termin fest, ob und mit welcher Methode deine Augen operiert werden können. Grundsätzlich gibt es mehrere Methoden:

  • FEMTO-LASIK
  • LASIK
  • LASEK
  • ReLex SMILE
  • Crosslinking
  • Linsenimplantate

Ich hatte eine FEMTO-LASIK-OP, was die häufigste, sicherste, schnellste und schmerzfreieste Variante ist. Die Kosten für das Augenlasern mit FEMTO-LASIK bewegen sich, je nach Länge der Nachbetreuung, zwischen 3.000 und 5.000 Euro, die auch in Raten bezahlt werden können. Die Kosten verstehen sich inklusive Vor- und Nachkontrollen, Medikamenten, Schutzbrille etc.

Augenlasern: Die Voruntersuchung

Vor der Voruntersuchung solltest du 10 Tage lang keine Kontaktlinsen tragen, was im Sommer recht nervig sein kann, da dann ja auch die Sonnenbrille wegfällt. Die Voruntersuchung fand nur zwei Tage vor dem OP-Termin statt und es wurden die üblichen Kontrollen durchgeführt. Zusätzlich wurde das Auge mit einer pupillenerweiternden Flüssigkeit eingetropft, die du vielleicht von Augenarzt-Besuchen kennst. Danach bist du mehrere Stunden lang sehr lichtempfindlich, siehst verschwommen und darfst nicht Autofahren o.Ä.

Die Voruntersuchung verlief bestens, und ich bekam das Go für die FEMTO-LASIK-Operation. Dazu wurde ich über die Risiken und meine gewünschten Verhaltensweisen vor und nach der OP aufgeklärt. Der erste Schock: Ich muss zur OP komplett ungeschminkt erscheinen – nicht mal ein Klacks Hautcreme ist erlaubt. So bargesichtig hatte ich das letzte Mal ungefähr in meinem 11. Lebensjahr das Haus verlassen. Der Grund: Durch das ständige Eintropfen bei der OP laufen Flüssigkeiten über das Gesicht und man will nicht riskieren, dass chemische Substanzen ins Auge gelangen.

Nach der OP wird empfohlen, das Auge für den restlichen Tag geschlossen zu halten bzw. nur bei Bedarf zu öffnen. Das Auge ist sehr empfindlich und es kann ein Brennen, Tränen und Fremdkörpergefühl im Auge auftreten. Es empfiehlt sich das Tragen einer dunklen Sonnenbrille und die Vermeidung von Reibungen und Quetschungen der Augenlider. Logischerweise kannst du, wenn du die Augen geschlossen halten sollst, auch Handy, Laptop und Fernseher nicht verwenden und sollst auch nicht lesen. Kurz, verwende deine Augen einfach so wenig wie möglich am Tag nach der OP.

In den Wochen nach der OP sollen dann windige, staubige und verrauchte Umgebungen gemieden werden. Einige Ärzte empfehlen, auf Sport zu verzichten, andere meinen, man soll nur das Schwimmen vermeiden. Sauna, Spa, Pool und andere Infektionsherde sollten jedenfalls für 2 Wochen nicht aufgesucht werden. Außerdem wichtig: Das Gesicht beim Duschen nicht direkt in den Wasserstrahl halten.

Augenlasern: Meine Tipps vor der OP

  • 3 Tage Ausfallzeit einplanen

Ursprünglich hatte es geheißen, man könne nach wenigen Stunden bzw. einem Tag sehen. Das stimmt, aber dazu kommen das verschwommene Sehen, die Trockenheit und die generelle Unsicherheit. Plane lieber drei Tage Ruhe ein.

  • Wohnung putzen

Um die Infektionsgefahr durch Staub und Bakterien zu verringern, könntest du deine Wohnung wieder mal einer gründlichen Säuberung unterziehen. Mein Domizil scheuerte ich am Tag vor der OP noch praktisch staub- und keimfrei.

  • Bett überziehen

Auch im Bett lauern Staub, Milben und sonstiges Gesocks, worauf ich hier gar nicht näher eingehen möchte. Ich habe es als beruhigend empfunden, nach der OP ins frisch gewaschene Bettzeug zu sinken und nicht in einer Staubwolke zu schlafen.

  • Audio-Medien herunterladen

Da du nach der OP die Augen geschlossen halten sollst, kannst du nur entweder Musik hören oder dem Fernseher lauschen – oder im Vorhinein ein Hörbuch oder einen Podcast laden und dich unterhalten lassen oder nebenbei weiterbilden.

  • Raum abdunkeln

Dunkle schon, bevor du in die Klinik aufbrichst, den Raum ab, in dem du dich nachher aufhalten wirst, und bereite alles weitere vor – Sonnenbrille, Getränke, iPod, Pyjama etc. So musst du dich nicht mit frisch operierten Augen durch das gleißende Sonnenlicht kämpfen.

  • Essen vorkochen / bestellen

Wenn du wie ich sehr unrund wirst, wenn du Hunger hast, solltest du deine Mahlzeiten ein bisschen im Vorhinein planen oder für dich kochen lassen – zumindest das Abendessen für den Tag der OP und das Frühstück und Mittagessen am Tag danach.

  • Handy ausschalten

Trotz Verbot konnte ich es mir nicht verkneifen, am Tag der OP ein paar Mal aufs Handy zu schauen bzw. „musste“ ich bestimmte Apps verwenden – siehe unten. Beuge dem vor und schalte dein Handy vor der OP aus und erst am nächsten Tag wieder ein.

Nach der Voruntersuchung zwei Tage vor der OP war ich aufgrund der Augentropfen extrem lichtempfindlich, aber leider mit dem Auto unterwegs. Außerdem konnte ich kaum etwas lesen. Ich stolperte also unter größter Anstrengung, da ich die Augen kaum offen halten konnte, zum nächsten Starbucks und verkrümelte mich dort für zwei Stunden. Auch am Weg zum Auto tat mir das Tageslicht noch in den Augen weh. Und das war schon der schlimmste Teil der ganzen Augenlaser-OP! Denn so unkompliziert lief es ab:

Der Tag der Augenlaser-Operation

Meine Schwester, schon mein ganzes Leben lang meine Begleitperson erster Wahl, holt mich am großen Tag mit dem Auto ab. Ungeschminkt, ungeschmückt und auch mit den Nerven blank wage ich mich in die Welt hinaus und kann nicht fassen, dass ich das letzte Mal meine Brille spazieren trage. Um 14 Uhr sind wir pünktlich in der Klinik, werden aufmunternd von Dr. Derhartunian und dem Personal begrüßt und nehmen im Wartezimmer Platz.

Dort warten auch schon ein paar andere Patienten auf ihre Augenlaser-OP. Ich erkenne sie aber nicht als solche, da sie komplett entspannt im Warteraum chillen. Ich hingegen vibriere in meinem Sessel herum, klammere mich noch ein letztes Mal an mein Handy und laufe innerhalb einer halben Stunde zweimal zur Toilette.

Nach wenigen Minuten bietet mir die nette Empfangsdame ein Gläschen Sekt an: „Das beruhigt manche.“ Dankend nehme ich das Nervengift entgegen und fühle mich nach einem kräftigen Schluck gleich ein wenig zuversichtlicher. Ich bekomme von ihr ein „Goodie-Bag“ mit

  • Augentropfen: Tobradex 4 x täglich für 1 Woche, Hyabak stündlich für zwei Tage, danach bei Bedarf
  • zwei Stück Ibuprofen (Schmerzmittel)
  • einer Schlaftablette (Stilnox)
  • einer Sonnenbrille mit Stärke 3 und
  • einem Informationsblatt für die Zeit nach der OP.
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Goodie-Bag

Der nächste Schock: Ich soll auch 14 Tage nach der Operation ungeschminkt durchs Leben gehen. Auf meine alarmierte Nachfrage hin relativiert meine Beraterin, dass ich nur die Augen nicht schminken solle. Ich wünschte, das hätte ich vorher gewusst, da ich in der Woche drauf meine Geburtstagsparty geplant habe und da ungern aussehen möchte, als wäre ich gerade aufgestanden. Wie gesagt, ich bin eitel.

Eine Dame, die vor mir im Wartezimmer war, kommt aus den Behandlungsräumen heraus und die Empfangsdame sagt mir, dass sie auch gerade operiert wurde. Ich hatte sie nicht für eine Laser-Patientin gehalten, da sie unerlaubterweise Lippenstift getragen und außerdem so unbeeindruckt gewirkt hatte. Sie sieht glücklich und erleichtert aus und ihre Augen wirken glasig-glubschig.

Ab in den OP-Raum

Und schließlich geht es los: Ich werde in die Behandlungsräume gebeten. Nachdem ich eine kesse OP-Mütze, einen Kittel und passende Überschuhe verpasst bekommen habe, teilt mir Dr. Derhartunian mit, dass ich nur eine einzige Aufgabe habe: Immer auf das grüne Licht zu schauen.

Er informiert mich auch, dass eine Stimme 30 Sekunden runterzählen werde, wenn das Auge aufgeschnitten wird. Auf meine Frage „Aber was ist, wenn ich blinzeln muss?“ kommt die Antwort „Du kannst nicht blinzeln, du hast eine Lidsperre drin“, und da wird es mir zum ersten Mal wirklich mulmig. Ich will eine etwas verspätete Frage-und-Antwort-Stunde starten, aber das ist nur eine Verzögerungstaktik – er meint nur „Du wirst schon sehen, es wird alles gut.“

Ich nehme auf der OP-Liege Platz und rutsche in die richtige Position unter das Lasergerät. Dieses fährt wie ein UFO mit weißem Licht, blinkenden roten Lampen und dem grünen Lichtpunkt in der Mitte auf mich hinab.

Auf der OP-Liege

Zuerst werden die Augen mit einem Betäubungsmittel eingetropft. Abgesehen davon bekomme ich weder Tabletten noch sonstige Medikamente. Ein Tropfen läuft mir an der Seite hinunter ins Ohr. Ich will ihn reflexartig wegwischen – und stoße dabei mit der Hand volle Kanne gegen den Laser! Solche Aktionen sind übrigens typisch für mich. „Unten halten, die Hände immer unten halten!“, rät mir der Chirurg irritiert. Ich schiebe meine Hände unter meine Oberschenkel, damit ich mir nicht aus Versehen mitten in der OP ins Auge fahre oder dergleichen.

Mit meinem rechten Auge geht es los. Erst werden die Wimpern nach oben hin weggeklebt, dann kommt die Lidsperre ins Auge. Ich stelle mir das Ding wie eine Art Lupe ohne Glaseinsatz vor: Es wird ins Auge gedrückt und bewirkt, dass ich nicht mehr blinzeln kann. Das hört sich wahnsinnig furchterregend an, tut aber weder weh noch ist es sonderlich unangenehm. Was mich extrem wundert ist, dass ich während der gesamten OP kein einziges Mal Trockenheit oder ähnliches Unbehagen im Auge verspüre.

Nun beginnt eine Abfolge aus verschiedenen Arbeitsschritten: Was sich dabei immer wiederholt, ist das Eintropfen der Augen und das Herumwischen in meinem Auge mit einer Art winzigem Scheibenwischer (zumindest sieht es aus meiner eingeschränkten Perspektive so aus). Ich sehe übrigens gar nichts außer schwarz und die oben beschriebenen Lichter. Dabei starre ich immer brav auf den grünen Punkt. Einmal werde ich gefragt, wie alt ich bin, und nach einem kurzen Moment des angestrengten Überlegens kann ich die korrekte Antwort nennen. Bis heute weiß ich nicht, ob das etwas mit der OP zu tun hatte oder zur Ablenkung bzw. zum Testen meines Nervenkostüms gedacht war.

Schließlich fährt der Arzt das UFO auf mein Auge herunter und drückt es hinein. Nochmal, das tut weder weh noch ist es wirklich unangenehm, es ist einfach ungewohnt und ich verspüre nur ein Druckgefühl. Wie wenn du dir mit der Faust aufs Auge drückst. Kurz flammt wieder Panik auf, weil plötzlich alles schwarz wird. „Ist jetzt alles schwarz?“ kommt aber sofort die entsprechende Frage, die ich bejahe. Dürfte also alles im grünen Bereich sein. Nachher ergoogle ich, dass das Ding eine Art Saugglocke war.

Für die nächsten 30 Sekunden soll ich ruhig liegen bleiben – das Auge wird jetzt aufgeschnitten und eine weibliche Stimme zählt die verbleibenden Sekunden in 10er-Schritten hinunter. Nach dem üblichen Tropfen und Wischen wird die Prozedur am linken Auge wiederholt, wobei ich hier kurz Probleme mit der Helligkeit habe: Das Licht des UFOs blendet mich und ich fühle mich, als könnte ich nicht auf das grüne Licht schauen. „Schön nach oben schauen“ kommt die Anweisung, da ich anscheinend im Versuch, die Augen zu schließen, nach unten geblickt habe. Schließlich bekomme ich auch diesen Reflex unter Kontrolle und die 30 Sekunden können losgehen.

Fälschlicherweise glaube ich, dass das schon die Laserbehandlung war. Nach dem Tropfen und Wischen kommt dann die Ankündigung: „So, und jetzt kommt der Laser!“, die ich verwundert zur Kenntnis nehme. Ich muss zugeben, dass ich mich vor der OP möglichst wenig über den Verlauf der Operation informiert hatte, da ich wie gesagt ein Nerverl bin. Auch Fotos oder Videos hatte ich mir erspart. Offenbar ist es so, dass in der obersten Hornhautschicht ein Deckel, der sogenannte Flap, angehoben und aufgeklappt wird. Das sind die 30 Sekunden still liegen. Mit dem Laser wird dann die freiliegende Hornhaut neu geformt – das dauert nur ein paar Sekunden. Anschließend wird das Auge wieder „zugeklappt“ und mit einer temporären Kontaktlinse geschützt.

Ich höre den Laser und rieche die verbrannte Hornhaut, aber auch hier empfinde ich weder Schmerzen noch Trockenheit oder ein sonstiges unangenehmes Gefühl. Erst wird das eine, dann das andere Auge für wenige Sekunden gelasert, und anscheinend bekomme ich dann noch Schutzlinsen eingesetzt, was mir aber irgendwie entgeht und was ich erst am nächsten Tag bei der Nachuntersuchung bemerke. Zwischendurch höre ich immer wieder „Super, perfekt“ oder „sehr schön“, was weitaus beruhigender ist als komplette Stille oder mal ein eingestreutes „Oh nein!“.

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Direkt nach der Augen Laser OP

Geschafft!

Als sich das UFO nach oben bewegt, atme ich erleichtert auf und merke, wie angespannt ich während der ganzen Zeit auf der Liege eigentlich war. Die ganze Operation hat gefühlte 10, maximal 15 Minuten gedauert. Ich setze mich auf und merke sofort, dass ich unter dem verschwommenen Schleier, der noch auf meinen Augen liegt, schon deutlich besser sehen kann. Der Arzt fragt mich, wie spät es ist, und nach einem Blick auf die Wanduhr gegenüber der OP-Liege sage ich emotionslos: „Kurz nach 3.“ Er hat sich anscheinend mehr Begeisterung erwartet und hakt nach: „Ja, aber wie spät genau? Du kannst es doch schon sehen?“ und ich sage zögerlich-ungläubig: „7 nach 3!“ Das war anscheinend die richtige Antwort und wir freuen uns beide.

Offenbar sehe ich im aufrechten Zustand noch etwas wackelig aus, denn Dr. Derhartunian nimmt mich an Ellbogen und Rücken und geleitet mich langsam ins Untersuchungszimmer. Er führt ein paar kurze Tests durch, sieht sich meine Augen an und meint, dass alles sehr gut aussieht und verlaufen ist.

Ich torkele ins Wartezimmer hinaus und werfe ein paar erste zaghafte Blicke auf meine Umgebung. Ich sehe wie gesagt verschwommen, aber unter diesem Schleier lassen sich erste Anzeichen von Schärfe erahnen. Meine Augen fühlen sich etwas lädiert an: So, als hätte ich ordentlich durchgemacht und mit Kontaktlinsen geschlafen. Ich fühle mich so, wie die Dame mit dem Lippenstift vor mir ausgesehen hat: Meine Augen fühlen sich wie Glubschaugen an, weil ich mir ihrer sehr bewusst bin und sie tränen. Schnell die Sonnenbrille aufsetzen. Eigentlich soll ich die Augen ja sowieso geschlossen halten, und es ist auch anstrengend, sie offen zu halten.

Ich erwarte noch eine Art Absolution oder große Verabschiedung in mein Leben ohne Brille, aber schwupps ist schon der nächste Patient dran und ich werde nur zur Nachuntersuchung am nächsten Morgen bestellt. Ich soll die Augen heute geschlossen halten und nur bei Bedarf (Toilette, duschen, essen) öffnen. Weiters soll ich die Sonnenbrille die ersten ein bis zwei Tage auch drinnen tragen und die erste Nacht damit schlafen, damit ich mir nicht nachts im Auge herumreibe. Wir sammeln unsere sieben Sachen ein, leeren die Sektgläser, schießen natürlich ein erstes Foto und trollen uns.

Vorsichtig bewegen wir uns durch den Gang, in den Lift und zum Auto. Das helle Tageslicht und die trockene Luft spüre ich sofort und ich bin froh, als ich endlich im Auto sitze und die Augen schließen kann. Zum Glück ist es aber ein trüber, teilweise regnerischer Tag und die Sonne strahlt nicht herunter. Unter einiger Anstrengung stelle ich noch das Navi für meine Schwester ein und lasse mich nach Hause kutschieren. Ich kann die Augen kaum öffnen, sie sind generell empfindlich, schwer und nass.

Endlich zuhause

Gottseidank bekommen wir einen Parkplatz direkt vorm Haus und ich rette mich in meine Wohnung. Leider ist es ein Dachgeschoss ohne Rollos und ich empfinde es als angenehmer, mich mit dem Rücken zum Fenster verkehrt herum aufs Bett zu legen. Dort verharre ich eine Weile erschöpft, während mein Schwesterherz meine Anweisungen ausführt: Bett überziehen, Tee kochen, Fernseher aufdrehen (nur zum Zuhören, versteht sich).

Mittlerweile ist es 16 Uhr und ich frage mich, was ich bis zur Schlafenszeit mit geschlossenen Augen machen soll. Meine Augen beginnen, ein wenig zu brennen und tränen nach wie vor ziemlich stark. Ich hatte eigentlich erwartet, dass sie nach der OP staubtrocken sein würden. Auch das Fremdkörper-Gefühl wird ein bisschen stärker. Ab und zu sticht es im rechten Auge. Es ist generell ein unangenehmes Gefühl und ich werfe sicherheitshalber eine der mitgegebenen Schmerztabletten ein.

Meine Schwester unterhält mich vorzüglich – kein Hörbuch notwendig. Gegen 18 Uhr beschließen wir, Essen zu bestellen. Natürlich spinnt genau jetzt meine Mjam-App herum und ich muss meiner Schwester damit helfen, was für die Augen doch sehr anstrengend ist. Nebenbei werfe ich einen Blick auf meine App-Benachrichtigungen, aber ich kann die Kraft nicht aufbringen, WhatsApp oder Facebook zu öffnen und etwas am Bildschirm zu lesen. Als weiteren Schutz gegen die Helligkeit habe ich neben der Sonnenbrille nun auch eine riesige Kappe mit breitem Schirm auf, die ich tief ins Gesicht gezogen habe. Ich kann es kaum erwarten, bis die Sonne untergeht.

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Improvisierter Sonnenschutz

Die Schmerztablette wirkt und ich kann halbwegs unbeeinträchtigt mein verdientes Belohnungsmahl essen. Weil mir schon so langweilig ist und ich nicht die ganze Zeit tatenlos im Bett herumliegen kann, decke ich selbst den Tisch, während sich meine Schwester mal ein wenig von mir erholen kann. Ab und zu renne ich auch in die Küche oder ins Bad. Vielleicht war das zu viel, denn ich denke permanent, dass ich mich mehr schonen sollte und bin von schlechtem Gewissen geplagt, wann immer ich die Augen öffne. Dann ist es plötzlich schon 20 Uhr und wir machen es uns mit Wein und Eis vor dem Fernseher bequem. Nach den Strapazen des Tages schlafen wir beide schon gegen 21 Uhr ein und haben beide das Gefühl, dass der Tag irrsinnig schnell vergangen ist.

Als ich aufwache, bin ich schockiert und enttäuscht: Ich sehe noch immer verschwommen. Ich bin mir schlagartig sicher, dass etwas schief gegangen ist und ich nicht scharf sehen werde – angeblich bemerkt man doch nach der ersten Nacht schon einen großen Unterschied! Schließlich stellt sich heraus, dass es 2 Uhr morgens ist und meine Schwester nur kurz auf der Toilette war und nicht, wie von mir angenommen, bereits am nächsten Tag aufgestanden ist. Ich überlege, ob ich die Schlaftablette doch noch nehmen soll, entscheide mich aber dagegen, da ich Angst habe, sonst die Nachuntersuchung am nächsten Morgen zu verschlafen. Etwas verunsichert schlafe ich wieder ein.

So erging es mir nach dem Augenlasern

Tag 1 nach der OP

Ich wache auf und merke sofort, dass die Sehkraft um einiges besser ist. Es ist für mich unbegreiflich, dass ich die Augen aufschlagen und sofort die Uhrzeit von der gegenüberliegenden Wanduhr ablesen kann. Ich traue mich noch kaum, meine Augen zu benutzen, aber ich empfinde es als nicht notwendig, sie weiterhin geschlossen zu halten. Sie sind weniger empfindlich und schwer als am Tag der OP und ich sehe besser.

Meine Schwester ist bereits im Morgengrauen in die Arbeit gefahren. Obwohl ich ihr versprochen hatte, mit dem Taxi in die Klinik zu fahren, fühle ich mich fit genug, um die Straßenbahn zu nehmen. Die fährt glücklicherweise auch, mit einmal umsteigen, von meiner Haustür direkt vor den Eingang der Klinik und ich empfinde das als den selben Aufwand wie mit dem Taxi.

Die Sonne scheint, und ich muss meine Augen trotz Sonnenbrille teilweise mit der Hand abschirmen, aber die Lichtempfindlichkeit ist bei weitem nicht so stark wie nach dem Eintropfen bei der Voruntersuchung. Unbeschadet schaffe ich es in die Klinik und bin um 8.30 Uhr bei der Kontrolluntersuchung. Die selben Gesichter wie am Tag davor blicken mir wissend-kameradschaftlich entgegen: das Gemeinschaftsgefühl im Warteraum einer Augenlaser-Klinik ist unschlagbar.

Ich muss wie immer Zahlen vorlesen und meine Augen durchleuchten lassen. Außerdem werden die Schutzlinsen entfernt – wobei ich erst an diesem Punkt merke, dass ich überhaupt welche drin hatte. Sie sind ganz dünn, weich und extrem luftdurchlässig. Der Arzt meint, dass sich auf meinem rechten Auge Pünktchen befinden. Ich hatte mir erlaubt, Gesichtscreme und Puder zu verwenden und vermute, dass sich etwas davon abgesetzt hat, aber sage nichts. Ich muss wie eine Verrückte eine Minute lang blinzeln und der Chirurg meint, dass er vermutet, dass die Pünktchen nur oberflächlich sind. Ich soll zur Sicherheit am nächsten Tag nochmal zur Kontrolle kommen – sollte doch etwas sein, müssen wir die Linse nochmal aufklappen und säubern.

Das wollte ich natürlich nicht hören und ich bin etwas entmutigt bzw. in meiner Euphorie gebremst. Dafür werde ich informiert, dass meine Sehkraft schon bei 90 % liegt und alles bestens verläuft und aussieht. Ich frage, ob ich noch ein Fläschchen Hyabak-Tropfen haben darf, weil ich recht großzügig mit ihnen umgehe. Jetzt habe ich eines für zuhause und eines für die Handtasche, was sich noch als Segen herausstellen wird.

Ich fahre wieder mit der Straßenbahn nach Hause, bin stolz auf meinen selbständigen Ausflug und traue mich auch wieder, aufs Handy zu schauen und ein wenig fernzusehen. Sonst passiert an dem Tag nach der OP nicht viel, ich chillaxe zuhause herum, esse Reste vom Vortag und schone meine Augen, so weit es geht.

Tag 2 nach der Augenlaser-OP

Ich traue mich heute, Haare zu waschen und wieder etwas Make-Up aufzulegen. Ich fühle mich schon wieder ziemlich wie ich selbst, nur mit Adleraugen! Die verschwommene Sicht wird immer weniger, dafür werden die Augen trockener. Ich pilgere wieder mit der Straßenbahn in die Augenlaser-Klinik.

Die Pünktchen sind wie erwartet verschwunden und meine Augen sind „perfekt, 1A“ – das wollte ich hören. Die Wichtigkeit der Augentropfen wird mir nochmal eingebläut – die Tobradex, die 4 Mal täglich verwendet werden, enthalten Konservierungsmittel, die das Auge zusätzlich austrocknen. Deswegen ist es ganz wichtig, oft zusätzlich mit den Hyabak einzutropfen und „dem Auge zu helfen“. Die verschwommene Sicht nach der OP liegt an eingeschlossenem Wasser, das nun langsam entweicht und schärferes Sehen ermöglicht. In einem Monat soll ich wieder zur Kontrolle kommen.

Ich fahre wieder nach Hause und schaffe es jetzt schon unbeschwert fernzusehen, zu lesen und auch einige Mails zu beantworten und Laptop und Handy wieder normal zu benutzen. Abends gehe ich einkaufen und ja, ich gebe es zu, sogar schon ins Solarium – aber mit Augenschutz und Sonnenbrille. Wie gesagt, mein Geburtstag steht an, also bitte.

Tag 3 nach der Augenlaser-OP

Heute ist es soweit – ich sehe scharf. Ich kann kochen, baden, lesen, fernsehen und auch sonst alles machen, ohne mich beeinträchtigt zu fühlen. Vor dem Backrohr und der daraus aufsteigenden erhitzten Luft habe ich aber noch ziemlichen Respekt, genauso wie vor dem Wasserstrahl in der Dusche. Ich fahre erstmals wieder mit dem Auto – einmal im Tageslicht und einmal nachts, was beides kein Problem ist. Es ist etwas windig, was ein bisschen unangenehm ist, aber mit Sonnenbrille geht es.

Am Abend habe ich meine Augenlaser-OP schon so weit vergessen, dass ich mich fast in eine verrauchte Shisha-Bar setze – gottseidank ist kein Platz mehr frei. Erst jetzt beim Schreiben ist mir aufgefallen, dass das keine gute Idee gewesen wäre – so sehr war die OP für mich schon in Vergessenheit geraten bzw. das scharfe Sehen zur Selbstverständlichkeit geworden.

Tag 4 nach der Augenlaser-OP

Heute bin ich den ganzen Tag unterwegs und habe die Tobradex-Tropfen zuhause vergessen. Nur morgens habe ich die erste Ladung getropft. Außerdem bin ich im Kino, was vielleicht auch nicht sonderlich förderlich nach einer Augen-OP ist. Im Kinosaal merke ich die Trockenheit schon sehr und muss ständig mit den Hyabak-Tropfen nachhelfen. Aber ich mache an diesem Tag sämtliche Lichtverhältnisse durch und habe diesbezüglich überhaupt keine Probleme mehr. Nachts blenden mich die Scheinwerfer der entgegenkommenden Autos ein bisschen, aber darauf war ich eingestellt.

Gestern und heute hatte ich unerlaubterweise ein wenig Mascara aufgelegt, und beim Abschminken fahre ich mir leicht ins rechte Auge. Sofort bricht wieder kurzzeitig Panik aus, dass ich jetzt alles „zerstört“ habe und die wildesten Gedanken schießen mir durch den Kopf, aber nach ein paar improvisierten, nervösen Sehtests ist wieder alles im grünen Bereich.

Tag 5 nach der OP

Ich bin wieder back @ work (was den ganzen Tag Bildschirmarbeit bedeutet), sehe komplett klar und scharf und die Augen sind nach wie vor trocken, aber gut in Form. Mehr kann ich dazu im Moment gar nicht mehr sagen… Ich kann einerseits noch gar nicht glauben, dass ich sehen kann, andererseits fühlt es sich komplett normal und selbstverständlich an! Oft denke ich noch: Ah, ich muss noch die Kontaktlinsen rausgeben, aber dann fällt mir ein, dass ich ja gar keine trage. Und das ist ein unbeschreibliches Gefühl!

Fazit meiner FEMTO-LASIK Augenlaser-OP

Ich bin richtiggehend schockiert, wie unkompliziert, schnell und schmerzfrei alles verlaufen ist. Vom ersten Termin bis zur letzten Nachkontrolle. Ob das an der Behandlungsmethode an sich oder meiner Klink im Speziellen liegt, weiß ich natürlich nicht.

Mich hat es jedenfalls beruhigt, einen der besten Augenärzte Österreichs zu haben – und dass dieser jedes Beratungsgespräch, jede Untersuchung und die Operation selbst persönlich durchgeführt hat. Dr. Victor Derhartunian ist ein absoluter Profi, der Ruhe und Zuversicht ausstrahlt und dabei bodenständig ist und mit den Patienten auf Augenhöhe kommuniziert. Und nein, ich werde nicht dafür bezahlt, das zu schreiben 😉

Auch die unaufgeregte, einfühlsame und persönliche Betreuung durch das Personal haben sicher dazu beigetragen. Ich habe mich nicht wie einer von vielen gefühlt, sondern wie ein individueller, ernst zu nehmender Patient – das zeigt schon allein der Blick dafür, dass ich ein Gläschen Sekt vertragen könnte. Natürlich kann man seine Augen auch bei einer Laser-Kette oder im Ausland lasern lassen – aber für mich persönlich ist mein Augenlicht der letzte Ort, an dem ich mit dem Sparen anfange.

Das Einzige, was ich mir noch gewünscht hätte, wäre eine Art Step-by-Step-Guide gewesen, an dem ich mich festhalten kann: Was man wann (nicht) machen darf und soll, vom ersten Termin bis zur Zeit nach der OP, welche Medikamente wann einzunehmen sind etc. Aber dieses Werk ist gerade im Entstehen!

Alles in allem kann ich nur sagen, ich würde es sofort wieder tun und hätte ich gewusst, dass man in Raten zahlen kann, hätte ich die OP schon mit 25 gemacht. Es war wirklich absolut schmerzfrei und überhaupt nicht eklig und ist nichts, wovor man Angst haben muss.

PS. Auch der natürliche Look hat mich überzeugt und dazu gebracht, dass ich jetzt sicher öfters mal ohne Kriegsbemalung das Haus verlassen werde. Ich kann also in Kombination mit der perfekten Sehkraft wirklich behaupten, dass die Augenlaser-OP mir ein rundum neues Lebensgefühl und vor allem viel gesparte Zeit beschert hat!

Augen Lasern Wien: empfehlenswerte Fachärzte



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