Außentreppen: Material, Verkleidung und Kosten

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Für Außentreppen können zahlreiche unterschiedliche Materialien verwendet werden. Foto: Adobe Stock, (c) hcast

Außentreppen finden sich im Eingangsbereich eines Hauses oder verbinden auf vielseitige Art Geschosse und Ebenen außerhalb der Wohnräume. Welche Materialien sich für Außentreppen eignen, wie sie verkleidet werden können und was sie kosten – hier im Überblick.

Was kosten Außentreppen?

Grundsätzlich gilt zu beachten, dass gerade Treppen im Durchschnitt bis zu 70 Prozent weniger kosten als eine gleichwertige gewendelte Treppe oder eine freitragende Treppenkonstruktion. Der Preis ist zudem von einer Reihe weiterer Faktoren abhängig.

  • Ausmessen und Planung
  • Anzahl der Stufen und Treppenbreite
  • Unterkonstruktion (z.B. Beton, Stahl, Stein)
  • Fundament
  • Materialwahl
  • Stufenbelag (Stärke)
  • Lieferung und Aufbau
  • Geländer und Handlauf

Geht man von einer Außentreppe aus, die mindestens ein komplettes Geschoß überbrückt und die Montage inkludiert, muss man mit folgenden Kosten rechnen.

  • Holz: ab 2.000 Euro (je nach Bauart, Holzart und Lackierung)
  • Stahl: ab 2.500 Euro (je nach Stahlqualität, Bauart und Stufenbelag)
  • Beton: ab 2.000 Euro (je nach Aufstellungsort)
  • Naturstein: ab 3.000 Euro (je nach Steinart)

Nachfolgend einige weitere Beispiele:

  • Granit Außentreppe mit Podest: Für eine Außentreppe aus Granit muss man je nach Granitart mit 180 bis 350 Euro/m2 rechnen. Eine Treppenstufe mit der Stärke von 2 Zentimeter kostet etwa 210 Euro/m2, für eine Stärke von 3 Zentimeter muss man bereits 280 Euro einkalkulieren. Die Kosten für eine Außentreppe im Eingangsbereich mit einem Unterbau aus Waschbeton, 6 Stufen (Breite 1 m) und einem Podest (1 m2) belaufen sich beispielsweise auf rund 700 Euro für Stufen und Podest sowie 1.800 Euro für Unterbau und Montage. In Summe macht das 2.500 Euro.
  • Gerade Stahltreppe versus Wendeltreppe: Eine gerade Stahltreppe mit 9 Stufen kostet beispielsweise je nach Qualität zwischen 300 und 1.500 Euro. Teilweise ist das Geländer bereits im Preis inkludiert. Stahlwendel- bzw. spindeltreppen beginnen hier bei mindestens 600 Euro bis hin zu rund 1.000 Euro. Sie sind bereits mit einem passenden Geländer ausgestattet.
  • Stahltreppe feuerverzinkt: Eine gerade Stahltreppe mit 14 Stufen, 1 Meter Breite und einer Höhe von 3 Metern, die mit Kunststoffplatten beplankt ist, kostet etwa 3.000 Euro.

Diese Beispiele zeigen, dass es schwierig ist, allgemeingültige Aussagen über die Preise von Außentreppen zu machen. Letztlich muss jede Außentreppe durchkalkuliert werden, da der Preis von vielen Faktoren abhängig ist.

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Außentreppen aus Stahl vereinen zahlreiche Vorteile gegenüber anderen Materialien. Foto: Adobe Stock, (c) GM Photography

Die richtigen Materialien für Außentreppen

Je nach persönlichem Geschmack und gewünschter Optik kann man grundsätzlich zwischen vier Arten bzw. Materialtypen wählen:

  • Außentreppen Stein: Grundsätzlich sind alle Natursteine für Außentreppen verwendbar. Marmorsteine sind allerdings nur bedingt einsetzbar, da viele Arten zu weich für den Außenbereich sind. Am häufigsten werden Granit, Basalt, Sandstein, Travertin, Quarzit und Schiefer eingesetzt. Bei allen Natursteintreppen für den Außenbereich muss vorher geklärt werden, ob der Stein auch frostbeständig ist. Bei Granit und Basalt ist die Frostbeständigkeit in der Regel gewährleistet. Bei Sandstein, Schiefer, Quarzit und Travertin hängt es von dem jeweiligen Material ab.
  • Außentreppen Stahl: Stahltreppen vereinen zahlreiche Vorteile gegenüber anderen Treppenarten. Sie sind sehr witterungsbeständig, einfach zu montieren und kostengünstig. Stahltreppen müssen allerdings mit einem Korrosionsschutz versehen sein, um Rost zu verhindern (verzinkte Außentreppen). Die Stahltreppe kann für sich stehen, aber auch als Grundkonstruktion für Verkleidungen genutzt werden.
  • Außentreppen Holz: Als Holz für Außentreppen eignen sich insbesondere folgende Holzarten: Robinie, Afzelia, Doussie, Bongossi, Lärche, Eibe, Eiche, Eukalyptus, Zypresse, Zeder, Edelkastanie. Nadelhölzer können durch Dampfdruckverfahren haltbar gemacht werden. Bei Holztreppen im Außenbereich muss von Anfang an auf eine spezielle Schutzlasur geachtet werden, die in regelmäßigen Abständen aufgefrischt werden muss. Zusätzlich sind eventuell Holzschutzmittel gegen Pilz- und Insektenbefall erforderlich.
  • Außentreppen Beton: Betontreppen sind in ihrer Reinform nicht gerade ein Hingucker, können aber geschliffen und poliert oder mit Fliesen bzw. Kunststein verkleidet werden. Eingefärbter Beton ist ebenfalls eine Option. Betontreppen punkten vor allem mit hoher Strapazierfähigkeit und lassen sich als Fertigbausatz schnell montieren.
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Außentreppen aus Beton sind in ihrer Reinform zwar kein Hingucker, punkten aber mit Strapazierfähigkeit. Foto: Adobe Stock, (c) ThomBal

Oberflächenveredelungen für Naturstein und Beton

Aus Gründen der Sicherheit sollten Außentreppen immer eine raue Oberfläche aufweisen. Natursteine und Beton erhalten mit einer zusätzlichen Oberflächenbearbeitung durch Schleifen, Flammen, Stocken, Strahlen oder Bürsten eine höhere Rutschfestigkeit. Zusätzlich können auch noch Trittstreifen aufgebracht bzw. eingefräst werden. Polierte Oberflächen eignen sich für Außentreppen nicht besonders gut, da sie sich in gefährliche Rutschbahnen verwandeln können, wenn Frost und Sprühregen zusammenwirken.

  • Schleifen: Beton und Natursteine werden bei dieser Methode mit Diamant-Steinschleifmaschinen bearbeitet. Es entsteht dabei eine gleichmäßig ebene und matte Oberfläche, die bei Natursteinen weniger farbig wirkt als polierte Naturstein-Oberflächen. Die geschliffene Oberfläche von Natursteinen hat einen rutschhemmenden Effekt, ist aber nicht rutschsicher.
  • Strahlen: Die Oberfläche wird bei diesem Verfahren unter hohem Druck mit Wasser, Sand oder Stahlkugeln bearbeitet. Die abgesprengten kleinen Partikel machen die Oberfläche rau und damit auch rutschfester. Beton wird wassergestrahlt, bevor er voll ausgehärtet ist. Bei Anwendung des Sandstrahl- und Stahlkugelverfahrens muss der Beton hingegen ausgehärtet sein. Natursteine können ebenfalls gestrahlt werden. Bei Marmor werden sandgestrahlte Oberflächen auch als patiniert bezeichnet. Schiefer (gebrochene Oberfläche) wird nicht sandgestrahlt, da das Gestein durch den Bruch schon eine strukturierte Oberfläche besitzt.
  • Bürsten: Eine andere Flächenveredlung ist die Bearbeitung des Materials mit rotierenden Drahtbürsten. Bevor die Bürstenbearbeitung beginnt, wird das Gesteinsmaterial noch geschliffen. Das Ergebnis ist eine attraktive, matte Oberfläche ohne Glanz. Die Oberflächenbearbeitung gebürstet wird auch als satiniert, leather finished, antik, oder als Lederoptik bezeichnet. Teilweise sind satinierte Naturstein-Oberflächen rutschhemmend, aber nicht rutsch- und trittsicher. Für eine Verwendung im Außenbereich müssen Natursteine daher zusätzlich geflammt werden.
  • Flammen: Beim Flammen bzw. Sandeln werden durch rasches Erhitzen kleine Teile des Gesteins oder Betons abgesprengt. Das Ergebnis ist eine rauhe, rutschfeste Struktur.
  • Stocken: Diese Methode wird vor allem bei hartem Gestein (z.B. Granit), aber auch Beton angewendet. Die Oberfläche wird dabei mit einem Stockeisen bzw. Stockhammer körnig geschlagen. Die maschinelle Ausführung dieser Methode ist kostengünstiger.

Die einzelnen Verfahren werden oft auch in Kombination angewendet, um den gewünschten Look zu kreieren und eine entsprechende Rutschfestigkeit zu erreichen.

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Mit Natursteinplatten lassen sich Außentreppen wunderschön verkleiden. Foto: Adobe Stock, (c) simoneminth

Womit kann man eine Außentreppe verkleiden?

Sofern Betontreppen nicht als Sichtbetontreppen geplant wurden, stehen viele Möglichkeiten zur Verschönerung der Rohtreppe zur Verfügung. Auch Stahltreppen werden mitunter verkleidet.

  • Natursteinplatten: Eine der schönsten Verkleidungen für Außentreppen sind Natursteinplatten, insbesondere Granitplatten. Als Vollmaterial sind Natursteine für Außentreppen sehr teuer, Natursteinplatten hingegen sind bezahlbar. Die Verwendung von kompletten Platten ist Natursteinfliesen vorzuziehen. Die Nässe kann bei Fliesen leichter in den Unterbau eindringen und zu einer Absprengung führen.
  • Steinteppich: Kies in der gewählten Farbe und Körnung wird mit einer Kunstharzmasse vermengt und mithilfe von Aluprofilen auf den Stufen aufgetragen. Meist werden gerundete Marmorkieseln oder gefärbte Quarzide verwendet.
  • Kunststoffplatten im Steinlook: Im Gegensatz zum Steinteppich werden bei dieser Verkleidungsart mit Kieseln beschichtete Platten bereits fix und fertig geliefert. Sie sind in unterschiedlichen Größen erhältlich und wenige Stunden nach der Verlegung vollständig belastbar. Diese Variante eignet sich auch für Stahltreppen.
  • Marmorgranulat-Beschichtung: Das Marmor-Granulat ist in unterschiedlichen Farbmischungen erhältlich und wird mit Kunstharz-Bindemittel aufspachtelt. Sowohl das Kunstharz als auch das Granulat sind witterungsfest und lichtbeständig. Das Bindemittel bildet zudem nach dem Aushärten einen festen Film, der problemlos zu reinigen und rutschfest ist. Zusätzlich können der Mischung phosphoreszierende Kunststoffsteine beigemengt werden, die sich tagsüber im Sonnenlicht aufladen und bei Dunkelheit längere Zeit nachleuchten.
  • Kunstharzbeschichtung: Eine weitere Möglichkeit zur Verschönerung von Betonstufen sind Betonfarben in Verbindung mit einer Kunststoffmischung. Die Beschichtung ist in verschiedenen Farben erhältlich und ist rutschfest.
  • Fliesen: Für den Außenbereich dürfen nur frostsichere Fliesen verwendet werden, die Temperaturen bis zu minus 15 Grad aushalten. Steingutfliesen nehmen relativ viel Wasser auf und eignen sich daher nicht für den Außenbereich. Steinzeugfliesen sind ab einer Wasseraufnahme von weniger als drei Prozent als frostsicher zu bezeichnen. Feinsteinzeugfliesen sind aufgrund ihrer Zusammensetzung besonders widerstandsfähig und in jedem Falle frostsicher. Dabei wird zwischen glasiertem, unglasiertem, durchgefärbtem, poliertem und teilpoliertem Feinsteigzeug unterschieden. Polierte Feinsteinzeugfliesen sind bei feuchtem Wetter nicht rutschfest und daher für Außentreppen nicht zu empfehlen. Teilpolierte oder unglasierte Fliesen sind hier die bessere Wahl. Wichtige Kriterien bei der Auswahl von Fliesen für Außentreppen sind daher: Wasseraufnahme, Abriebfestigkeit (4 bis 5), Frostbeständigkeit, Oberflächenbeschaffung, Ebenheit und Witterungsbeständigkeit.
  • Holz: Betontreppen lassen sich natürlich auch sehr schön mit Holz verkleiden. Bezüglich der Holzauswahl gilt dasselbe wie für Vollholz-Außentreppen.
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Für Außentreppen eignen sich viele verschiedene Holzarten. Foto: Adobe Stock, (c) Luckyboost

Wo kann man Außentreppen kaufen?

Außentreppen werden von spezialisierten Treppenbauern, je nach Material jedoch auch von anderen Handwerksbetrieben angeboten. So übernehmen Gartengestalter und Steinmetze oft auch den Bau von Außentreppen aus Natursteinen, während Holztreppen von Tischlereien und Stahltreppen von Schlossereien errichtet werden. Für geschickte Heimwerker sind auch Baumärkte eine Anlaufstelle.

Hier findest du die am besten bewerteten Treppenbauer in deinem Bundesland:



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