Bambusparkett: Vorteile, Nachteile und Preise

Moso-Bambus für Bambusparkett mit grünen Blättern

Meist besteht Bambusparkett aus Moso-Bambus, der in den Wäldern Chinas heimisch ist. Foto: Adobe Stock, (c) logoboom

Bambus ist nicht nur der liebste Snack des Pandabären, sondern auch ein moderner und nachhaltiger Bodenbelag. Wir haben uns dazu schlau gemacht, worin die Vorteile und Nachteile von Bambusparkett liegen, wie du es pflegen und reinigen solltest und mit welchen Preisen du rechnen musst. Plus: So wird Bambusparkett hergestellt.

Bambusparkett: Vorteile und Nachteile

In Asien ist Bambus als Material für Böden oder Möbeln schon seit Jahrhunderten weit verbreitet. In Europa kennen wir Bambus bereits im Außenbereich, wo es gerne als Sichtschutzmatte für Balkon und Garten genutzt wird. Doch auch in Innenräumen mausert sich das ungewöhnliche Holz, das eigentlich ein Gras ist, langsam aber sicher zu einem echten Wohntrend. Man trifft es dort immer häufiger an, ob als Tischplatte, als Wandverkleidung oder als Parkett.

Die Bambusparkett-Vorteile

Dabei ist es unter anderem die ungewöhnliche Optik, die Bambusholz zu wachsender Beliebtheit verhilft. Denn anders als klassische Hölzer wie Eiche, Buche oder Ahorn besitzt Bambus keine Äste. Bambusholz weist daher keine Astlöcher, dafür aber interessante Bambusknoten auf. Das Holz wirkt ruhig und elegant, ohne der restlichen Einrichtung die Show zu stehlen. Gerade wenn du einen modernen Einrichtungsstil pflegst, ist Bambusparkett eine ideale Ergänzung.

Ein Vater und seine Tochter spielen zusammen auf einem Boden aus Bambusparkett

Das robuste Fertigparkett gibt es von hell bis dunkel. Die Oberfläche ist angenehm im Kontakt. Foto: Adobe Stock, (c) filtv

Auch mit seiner Belastbarkeit punktet das Bambusholz. Denn Bambus ist mit einer sehr hohen Holzdichte und einer Brinellhärte von 40 N/mm² enorm robust. Zum Vergleich: Eiche und Buche bringen es nur auf eine Brinellhärte von 34 N/mm², europäisches Ahorn auf 27 N/mm². Ein Boden aus Bambus macht also so einiges mit und kann auch in viel beanspruchten Räumen verlegt werden.

Vorteile Bambusparkett

  • Oberfläche verträgt Feuchtigkeit besser als gewöhnliches Parkett
  • moderne Optik in hell bis dunkel
  • günstiger Preis durch schnelles Wachstum
  • ökologisch nachhaltiges Material

Hinzu kommt ein weiterer Vorteil, der Bambus besonders als Bodenbelag zu einer interessanten Wahl macht. Denn Bambusparkett kommt im Vergleich zu herkömmlichen Parkettsorten deutlich besser mit Feuchtigkeit zurecht. Während du Parkettböden oder Dielenböden nur nebelfeucht wischen darfst, musst du bei einem Parkettboden aus Bambus nicht ganz so vorsichtig sein.

Neben seiner ungewöhnlichen Optik und der Robustheit überzeugt auch der Bambusparkett Preis. Dadurch, dass das Süßgras im Gegensatz zu klassischen Hölzern rasch nachwächst, ist Parkett aus Bambusholz vergleichsweise günstig. Gerade im Vergleich zu Tropenhölzern wie Teak ist Bambus die eindeutig günstigere Wahl. Darüber hinaus ist Bambusholz weitaus nachhaltiger, denn für seine Herstellung wird kein Regenwald kahlgeschlagen. Im Gegenteil: Bambus wächst immer wieder nach.

Die Bambusparkett-Nachteile

Bambus verträgt, wie gesagt, Feuchtigkeit deutlich besser als herkömmliche Parkett- oder Dielenböden. Tatsächlich braucht Bambusparkett sogar Feuchtigkeit, um dauerhaft zu bestehen. Länger anhaltende Trockenheit und hohe Temperaturen im Raum können zu Rissen und Fugen im Parkett führen. Du solltest daher sicherstellen, dass du die passende Luftfeuchtigkeit und Raumtemperatur in dem Raum gewährleisten kannst, in dem du Bambusparkett verlegen möchtest.

Unter 55 % sollte die Luftfeuchtigkeit in einem Raum nicht liegen. Das entspricht zwar einer durchschnittlichen Luftfeuchtigkeit. Beim Heizen im Winter kann diese allerdings schon mal fallen und dem Bambusparkett zusetzen. Die Luftfeuchtigkeit im Raum kannst du übrigens mit einem Hygrometer messen, den es schon ab € 25 gibt. Gegen trockene Luft hilft zum Beispiel ein Luftbefeuchter. Die ideale Raumtemperatur für einen Bambusboden sollte 21 Grad Celsius zudem nicht überschreiten.

Nachteile Bambusparkett

  • Luftteuchtigkeit von mindestens 55 % im Raum nötig
  • Raumtemperatur darf 21 Grad Celsius nicht übersteigen
  • nicht kombinierbar mit elektrischer Fußbodenheizung

Bambusparkett und Fußbodenheizung – geht das?

Da Bambusparkett nicht zu trocken werden darf, kannst du es nicht mit einer elektrischen Fußbodenheizung kombinieren. Dadurch könnte das Holz schrumpfen und zu knarzen beginnen. Eine Kombination mit einer Warmwasser Fußbodenheizung ist unter Umständen möglich. Hierzu bedarf es allerdings eines ausgefeilten Feuchtigkeitskonzepts.

Die Bambusparkett Verlegung selbst sollte ausschließlich Fachkräften vorbehalten sein. Erkundige dich unbedingt vorab bei einem erfahrenen Innenarchitekten oder Parkett-Spezialisten.

Bambusparkett Preis: Was kostet Parkett aus Bambus?

Die Bambusparkett Preise sind vergleichsweise günstig. Einen Quadratmeter bekommst du bereits ab € 30. Teurere Varianten schlagen schon mal mit € 80 bis € 100 pro Quadratmeter zu Buche. Teureres Bambusparkett unterscheidet sich meist durch eine stärkere Nutzschicht und ein härteres Trägermaterial von günstigeren Sorten.

Bei einer dünnen Trägerschicht kann es übrigens passieren, dass sich die darunter liegenden Balken irgendwann abzeichnen. Manchmal können die Bambusbretter dann sogar brechen. Um dich hinterher nicht ärgern zu müssen, solltest du also nicht nur auf den Preis des Parketts achten, sondern auch auf die Trägerschicht. Wenn du sparen möchtest, kannst du zum Beispiel nach Restposten qualitativ hochwertiger Bambusdielen Ausschau halten.

Woher kommt Bambusparkett?

Rein botanisch gesprochen zählt Bambus zu den Süßgräsern. Es ist allerdings ein Gras, das verholzt und kann dadurch (fast) wie herkömmliches Holz für Möbel oder Parkett verwendet werden. Anders als Bäume, wie beispielsweise Eiche oder Buche, wächst Bambus mit rasanter Geschwindigkeit. Mehrere Zentimeter pro Tag sind möglich. Diesem Gras kannst du als wortwörtlich beim Wachsen zusehen. Dadurch kann den Bambuswäldern alle 5 bis 7 Jahre rund ein Drittel des Bestandes entnommen werden, ohne dass sie schrumpfen. Das macht einen Bambusboden zu einer besonders nachhaltigen Wahl.

Ein grüner Bambuswald in dem Bambus für Bambusparkett wächst. Durch den Bambuswald führt ein traditioneller Weg aus braunem Bambus.

In Bambuswäldern wächst der Moso-Bambus. Es gibt ihn auch als Fertigparkett zu kaufen Foto: Adobe Stock, (c) tawatchai1990

Für die Herstellung von Bambusparkett kommt hauptsächlich Moso-Bambus zum Einsatz, das in den Wäldern Chinas beheimatet ist. Darüber hinaus wächst die Pflanze an vielen weiteren Orten, sofern sie ein subtropisches Klima vorfindet. Moso-Bambus erreicht üblicherweise eine Höhe von 4 bis 12 Metern und ist damit die größte Bambussorte der Welt. Im Süden von China schaffen seine Halme es schon mal auf eine Höhe von bis zu 30 Metern. Auch an wintermilden Standorten in Europa gedeiht der Moso-Bambus. Höhen wie in Asien erreicht er hier jedoch nicht, sodass sich sein Anbau (abgesehen zu Zierzwecken) nicht lohnt. Aus dem Holz des Moso-Bambus werden übrigens nicht nur Parkettböden, sondern auch Möbel und Dekogegenstände gefertigt. Seine Fasern werden zur Papierherstellung genutzt.

Wie wird Bambusparkett hergestellt?

Die Herstellung von Parkett aus Bambus verläuft etwas anders als bei herkömmlichen Hölzern. Die verholzten Bambusröhren werden hierzu zunächst längs in Lamellen geschnitten. Ihre grüne Rinde wird mit Hilfe einer speziellen Hobelbank entfernt. Anschließend werden die Lamellen noch einmal gehobelt und optional gekocht oder gedämpft. Durch das Kochen karamellisiert der Zucker, der im Bambus enthalten ist. Dadurch erhält das eigentlich helle Bambusholz einen mittleren bis dunklen Braunton.

Vergleich zwischen vertikal verleimtem und horizontal verleimtem Bampusparkett

Bei horizontal verleimtem Bambusparkett (rechts) siehst du die Bambusknoten deutlich. Foto: Adobe Stock, (c) lynea (li.), zolga (re.)

Schließlich werden die Bambuslamellen wahlweise vertikal oder horizontal unter hohem Druck zu Dielen verleimt. Bei horizontal verklebtem Bambusparkett kommen die Bambusknoten deutlich zur Geltung. Beim vertikal verleimten Bambusparkett sind die Knotenpunkte weniger präsent, wodurch es ein wenig ruhiger wirkt. Egal für welche Variante du dich entscheidest: Bambusparkett unterscheidet sich durch seinen exotischen Look ganz deutlich von Parkettböden aus Eiche, Esche und Co.

Bambusparkett Wien: Experten für Parkett finden

Wenn du in Wien Spezialisten in Sachen Parkettboden suchst, kannst zum Beispiel mit diesen Betrieben Kontakt aufnehmen:

Erstpflege: Bambusparkett ölen und wachsen

Direkt nach dem Verlegen des Parketts sollte die Erstpflege erfolgen. Bei geöltem Bambusparkett kommt dabei Öl zum Einsatz, auf lackiertes Bambusparkett wird Wachs aufgetragen. Hast du es mit einem geölten Parkett zu tun, trage mit einem weichen Tuch ein spezielles Öl zur Behandlung von Holzböden im Innenbereich auf. Achte darauf, das Öl sehr dünn und gleichmäßig zu verteilen.

Du möchtest einen größeren Raum mit Bambusparkett ölen oder wachsen? Wenn du dazu ein Einscheibengerät benutzt, sparst du Zeit und Mühe.

Nach etwa 20 Minuten Einwirkzeit polierst du das Öl wieder aus. Bei einem mit Lack versiegelten Bambusparkett trägst du das entsprechende Wachs ebenfalls hachdünn und mit einem weichen Tuch auf. Nach rund einer Stunde erfolgt das Polieren des Parketts.

Bambusparkett reinigen und pflegen

Beseitige groben Schmutz zuerst mit dem Staubsauger (weiche Bürste nutzen), damit du diesen nicht unnötig über das Parkett reibst. So vermeidest du, dass beim Wischen Kratzer im Bambusparkett entstehen. Egal welche Oberfläche: Benutze ausschließlich weiche Baumwolltücher für die Reinigung. Microfaser ist dafür zu rau. Weitere Tipps zum Parkettboden Reinigen haben wir hier für dich zusammengestellt.

Ein Staubsauger liegt auf Bambusparkett

Bambusparkett reinigen und pflegen – So wird das Material wieder sauber. Foto: Adobe Stock, (c) GalinaSt

Bei der regelmäßigen Reinigung und Pflege kommt es darauf an, ob du naturgeöltes oder lackiertes Bambusparkett verlegen hast lassen. Lackiertes Parkett ist eine Spur unempfindlicher als naturgeöltes. Obwohl beide Parkettarten besser mit Feuchtigkeit zurechtkommen, als Parkett aus klassischen Hölzern, solltest du sie nur nebelfeucht wischen.

Was bedeutet nebelfeucht wischen?
Nebelfeucht wischen bedeutet, dass nur sehr wenig Feuchtigkeit beim Wischen der Oberfläche zum Einsatz kommt. Am besten gelingt das mit zwei Tüchern. Mach das erste Tuch nass und wringe es anschließend gut aus. Wickle dann noch ein zweites, trockenes Tuch um das erste und wringe beide zusammen noch einmal gut aus. Schon kannst du dein Bambusparkett damit nebelfeucht wischen.

Möchtest du lackiertes Bambusparkett reinigen, gibst du dabei etwa 100 ml Bodenmilch in einen Eimer Wischwasser. Bei geöltem Bambusparkett verwendest du die selbe Menge Öl-Wischpflege. Dadurch reinigst du den Boden nicht nur, sondern pflegst ihn auch. Wie bei allen Parkettarten gilt auch bei Bambus: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Vermeide grobes Schrubben und setze auf keinen Fall Putzmittel ein, die nicht ausdrücklich für die Reinigung von Parkettböden gedacht sind.



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