Besenreiser entfernen: So wirst du sie wieder los!

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Besenreiser passen nicht in unser Schönheitsideal von makelloser Haut. Wir wissen, wie man sie los wird. Adobe Stock (c) Mercedes Fittipaldi

Gerade im Sommer möchte Frau auch gerne einmal Bein zeigen und Besenreiser nicht mit Makeup verdecken müssen. Welche Möglichkeiten du zur dauerhaften Entfernung von Besenreisern hast und mit welchen Kosten du rechnen musst, erfährst du in diesem Überblick.

Was ist ein Besenreiser?

Besenreiser, auch Teleangiektasien genannt, sind kleine fächerförmige Venen, die rötlich bis bläulich durch die Haut durchschimmern. Es handelt sich dabei um eine Form von Krampfadern, die sich wie ein Reisigbesen ausbreiten – daher auch der Name Besenreiser.

Aus medizinischer Sicht sind Besenreiser unbedenklich, sie können jedoch ein Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung des Venensystems sein. Deshalb ist es grundsätzlich auch bei Besenreisern empfehlenswert, die Venen mit einem Ultraschalltest oder Venen Viewer durchchecken zu lassen.

Besenreiser

Bläulich bis rötlich schimmern sie durch die Haut, die ungeliebten Besenreiser. Adobe Stock (c) doroguzenda

Was ist die Ursache für Besenreiser?

Besenreiser entstehen  durch eine Erweiterung von kleinen Blutgefäßen, die direkt unter der Hautoberfläche liegen. Die Ursachen dafür sind vielfältig:

  • Vererbung: Manche Menschen haben eine genetische Veranlagung zur Bindegewebsschwäche, die Besenreiser begünstigt. Sie führt dazu, dass durch Ausleiern der Venenwände das Blut nicht optimal weiterbefördert wird und versackt. Dadurch entsteht ein Rückstau und Besenreiser werden sichtbar.
  • Mangelnde Bewegung: Eine Stauung im Venensystem wird auch bei mangelnder Bewegung verursacht, insbesondere wenn man beruflich bedingt viel sitzen oder stehen muss.
  • Alkohol und Nikotin: Diese beiden Genussgifte können Blutgefäße dauerhaft schädigen. Während Nikotin die Gefäßwände durchlässiger (poröser) macht, führt  übermäßiger Alkoholkonsum oft zu Gefäßerweiterungen.
  • Schwangerschaft: Die Umstellung des Hormonhaushaltes während einer Schwangerschaft führt zu einem Erschlaffen des Bindegewebes und einer Erweiterung der Gefäße. Hinzu kommt, dass die Gefäßwände weicher werden und die austretende Flüssigkeit neben Ödemen (Wasseransammlungen) auch Besenreiser verursachen kann. Einen ähnlichen Einfluss kann auch die Antibabypille haben, insbesondere bei Frauen, die älter als 30 Jahre sind.
  • Gewichtsabnahme: Eine drastische Gewichtsabnahme nach der Entbindung geht ebenfalls oftmals mit einer Veränderung der Bindegewebsstruktur mit nachfolgender Erweiterung oberflächlicher Venen einher.
  • Übergewicht: Neben mangelnder Bewegung verlangsamt auch Übergewicht den Blutstrom der Venen und kann zu einem Rückstau führen.

Wie kann man Besenreiser entfernen?

Die am häufigsten eingesetzten Methoden zur Beseitigung von Besenreisern sind das Lasern und Veröden. Eine spezielle Form des Laserns ist die IPL-Methode. Weniger verbreitet, jedoch ebenso wirksam, ist die Radiowellentherapie und die Elektrokauterisation. Bei größeren Besenreisern, die sowohl aus großen, mittelgroßen und sehr feinen Äderchen bestehen, wird meist eine Kombination aus mehreren Behandlungsmöglichkeiten angewendet. Sämtliche Behandlungen werden ambulant und meist unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Wie viele Behandlungen notwendig sind, ist individuell abhängig von der Gefäßverfärbung und von der Ausdehnung der Äderchen.

Angemerkt sei hier noch, dass es keine 100-prozentige Garantie gibt, dass nach der Therapie die Besenreiser dauerhaft verschwinden. Insbesondere bei erblich bedingten Besenreisern kommt es immer wieder vor, dass sie an anderer Stelle wieder auftreten. Um die Entstehung von Besenreisern möglichst zu unterbinden, ist es daher umso wichtiger, regelmäßig Sport zu betreiben, gesund zu essen und möglichst auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum zu verzichten,

Methoden zur Beseitigung von Besenreisern

Bevor mit einer Therapie begonnen werden kann, muss mittels Ultraschall oder Venen-Viewer (Infrarot) untersucht werden, ob sich in unmittelbarer Nähe zu den Besenreisern Venenstaus befinden. Solche Staus müssen vor der Therapie behandelt werden, damit eine weitere Blutzufuhr zu den Besenreisern unterbunden werden kann. Bei der Untersuchung werden die verschiedenen Arten von Krampfadern identifiziert sowie deren Ausprägung und Verteilungsmuster beurteilt. Darauf aufbauend wird dann der individuelle Therapieplan erstellt.

1. Sklerosierung

Die Methode der Verödung, in der Fachsprache Sklerosierung genannt, eignet sich sehr gut für großflächigere und tiefere Besenreiser. Dabei injiziert der Arzt mit einer sehr feinen Nadel einen speziellen Wirkstoff in die Besenreiser, der die Venenwände verklebt. Die verödeten Gefäße werden anschließend nicht mehr durchblutet, sterben ab und werden vom Körper im Verlauf von mehreren Wochen rückstandslos abgebaut. Dieser Prozess zeigt sich durch ein zunehmendes Verblassen der Besenreiser – bis sie nicht mehr sichtbar sind.

Das Veröden an sich ist schmerzlos, kann jedoch ein leichtes Brennen verursachen. In manchen Fällen zeigen sich nach der Behandlung Blutergüsse, Venenentzündungen oder bräunlich-bläuliche Verfärbungen, die aber wieder verschwinden. Bei einer Verödung kann es zu allergischen Reaktionen auf das Verödungsmittel kommen.

Nach der Behandlung sollte man einen Kompressionsstrumpf tragen und langes Stehen, Sitzen und Sauna vermeiden. Meistens ist eine einzige Behandlung nicht ausreichend, sondern muss je nach Ausbreitung der Besenreiser mehrmals wiederholt werden.

Besenreiser

Veröden ist die geeignete Therapie für großflächige und tiefere Besenreiser. Adobe Stock (c) Henrie

2. Lasertherapie

Eine Alternative zur Sklerosierung ist die für den Körper schonendere Lasertherapie. Die Methode eignet sich vor allem für sehr feine Äderchen, die zu klein zum Veröden sind. Die Verödung geschieht hier durch die Infrarot-Wärmeenergie des Lasers, der die Gefäßwände erhitzt und dadurch zusammenzieht. Die Besenreiser hellen sich dann im Verlaufe mehrerer Wochen immer mehr auf.

Das Lasern ist kaum spürbar und hinterlässt keine Narben, kann aber leichte Rötungen oder Juckreize hervorrufen, die nach einiger Zeit wieder abklingen. In seltenen Fällen führt das Lasern zu einem Pigmentverlust und damit zu einem Abdruck der Vene auf der Haut. In den ersten Wochen nach Behandlung ist auch die Infektionsgefahr erhöht, da die Haut noch etwas durchlässiger ist.  Bei dieser Therapieform müssen nach der Behandlung keine Kompressionsstrümpfe getragen werden, allerdings sollte auf Sauna, Solarium, Sonnenbad und umfangreiche sportliche Betätigung verzichtet werden.

Auch bei dieser Methode sind in der Regel mehrere Behandlungstermine notwendig, um alle Besenreiser zu behandeln. Bei der Lasertherapie ist zusätzlich zu beachten, dass ein Gefäß meist mehrfach gelasert werden muss, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Das bedeutet, dass man im Vergleich zur Verödung mit den drei- bis fünffachen Kosten rechnen muss.

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Mit Laser können Besenreiser völlig schmerzfrei entfernt werden. Adobe Stock (c) okrasyuk

3. IPL Lichttherapie

IPL kann nicht nur zur Haarentfernung, sondern auch zum Entfernen von Besenreisern angewendet werden. Wie die Lasertherapie bedient sich auch die sogenannte intensivierte Lichttherapie (IPL) eines feinen gebündelten Energiestrahls.  Eine Blitzlampe gibt dabei einfarbige Lichtimpulse („intensed pulsed light“, IPL) an die Haut ab, die – wie bei der Lasertherapie – von den Farbpigmenten der Besenreiser absorbiert werden. Dadurch werden die Gefäße erhitzt und sterben ab. Da die Blitzlicht-Methode einen größeren Bereich an Wellenlängen ausschöpft als die Lasertherapie, ist sie für größere Besenreiser sehr gut geeignet.

Nach einer Behandlung können leichte Rötungen auftreten. Sonneneinstrahlung sollte für 4 Wochen gemieden werden. Eine Behandlung dauert nur etwa zehn bis fünfzehn Minuten, allerdings sind zwei bis fünf Sitzungen notwendig. Ausschlaggebend sind Größe und Dicke des betroffenen Gefäßes.

Besenreiser

IPL Lichttherapie: Therapie mit fein gebündeltem Licht. Adobe Stock (c) jutaphoto

4. Radiowellen-Therapie

Die Hochfrequenz- oder Radiowellen-Therapie ist ein gängiges Verfahren bei Krampfadern und wird nun auch zunehmend bei Besenreisern eingesetzt. Unter örtlicher Betäubung wird hier ein winziger Spezial-Katheder in das Gefäß eingeführt, der die Venenwand per Radiowellen auf 120 Grad erhitzt. Dadurch schrumpfen die Gefäße und sterben ab.

Die Radiowellen-Therapie ist sehr risiko- und schmerzarm.  Die Besenreiser verschwinden ohne Narben- und Fleckenbildung, eine schnell verblassende Rötung kann jedoch auftreten. Kompressionsbehandlungen sind nicht erforderlich.

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So funktioniert die Entfernung der Besenreiser mit Radiowellen. Adobe Stock (c) Henrie

5. Elektrokauterisation

Bei dieser Methode werden Besenreiser mittels Wechselstrom behandelt, der über zwei Mikronadeln in die betroffenen Gefäßbäumchen eingeleitet wird. Dadurch erhitzen sich die Gefäße und sterben ab. Die Methode ist relativ schmerzarm, für empfindliche Haut ist sie allerdings nicht geeignet, da die oberen Hautschichten durch den Strom in Mitleidenschaft gezogen werden und an den Einstichstellen kleine Narben entstehen können. Nach der Behandlung kann sich die Einstichstelle röten, oft bilden sich auch kleine Krusten. Die Elektrokauterisation ist sehr wirkungsvoll, oftmals sind daher Folgebehandlungen nicht erforderlich.

Wie viel kostet Besenreiser entfernen?

Die Preise für eine Besenreiser-Behandlung sind abhängig von der gewählten Behandlungsmethode und der Anzahl der notwendigen Sitzungen. In der Regel sind mehrere Sitzungen erforderlich, die zwischen zehn und neunzig Minuten dauern, wobei die meisten Ärzte eine Sitzung mit 30 Minuten veranschlagen. Die Gesamtkosten können daher rasch auf mehrere Hundert Euro ansteigen. Da es sich bei Besenreisern um ein kosmetisches Problem handelt, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen keinerlei Behandlungskosten, private Krankenversicherungen jedoch in der Regel schon.

  • Voruntersuchung: Für den Ultraschall bzw. den Venen Viewer bezahlt man rund 100 bis 150 Euro.
  • Lasertherapie: Durchschnittlich belaufen sich die Kosten einer Lasertherapie auf 100 bis 150 Euro pro Sitzung. Eine komplette Behandlung kann mehr als 1.000 Euro betragen, da ein einzelner Besenreiser oft mehrfach behandelt werden muss.
  • Sklerosierung: Die Kosten für eine Besenreiserverödung liegen ebenfalls bei den meisten Ärzten zwischen 100 und 150 Euro pro Sitzung. Manche Ärzte rechnen nach Besenreiser ab, die Kosten liegen hier zwischen rund 25 bis 75 Euro pro Besenreiser. Bei stärkerer Ausbreitung muss man mit mehreren hundert Euro rechnen.
  • IPL Therapie: Die Kosten liegen in Abhängigkeit von der Größe des behandelten Areals zwischen 30 bis 150 Euro pro Sitzung.
  • Radiowellentherapie:  Die Therapie ist relativ kostenintensiv, so kostet zum Beispiel die Behandlung eines Beines rund 1.000,- bis 1.500 Euro.
  • Elektrokauterisation: Mit etwa 30 bis 50 Euro pro Anwendung ist die Strombehandlung relativ preiswert.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Lasertherapie und die Radiowellentherapie die teuersten Anwendungen sind. Sklerosierung und IPL liegen im Mittelfeld. Elektrokauterisation ist eine recht günstige Möglichkeit, allerdings sollte man keine empfindliche Haut haben. Letztlich kann aber nur der Arzt entscheiden, welche Therapiemethode geeignet ist – in den meisten Fällen wird eine Kombination erforderlich sein, um alle Besenreiser zum Verschwinden zu bringen.

Wo kann man Besenreiser entfernen lassen?

Die Entfernung von Besenreisern muss von Fachärzten durchgeführt werden. Das können Phlebologen (Facharzt für Gefäßerkrankungen), Dermatologen (Hautarzt) oder Angiologen (Facharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Gefäßerkrankungen) sein.

Hier findest du die am besten bewerteten Dermatologen in deinem Bundesland:

 



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