Besenreiser entfernen: Die 5 besten Methoden und Kosten

Besenreiser entfernen: Die Beine einer Frau

Besenreiser entfernen: Informationen zu den verschiedenen Behandlungen findest du hier. Foto: Unsplash, Manki Kim

Besenreiser sind winzige Krampfadern, die bläulich durch die Haut schimmern. Aus medizinischer Sicht müssen sie nicht entfernt werden, da sie normalerweise unbedenklich sind. Möchte man die Besenreiser aus ästhetischen Gründen dennoch loswerden, gibt es dafür verschiedene Behandlungen.

Die besten Methoden, um Besenreiser entfernen zu lassen, was sie kosten und wie man Besenreiser vorbeugt, liest du hier.

Was sind Besenreiser?

Besenreiser, auch Teleangiektasien genannt, sind kleine fächerförmige Venen, die rötlich bis bläulich durch die Haut durchschimmern. Es handelt sich dabei um eine Form von Krampfadern, die sich wie ein Reisigbesen ausbreiten – daher auch der Name Besenreiser.

Am häufigsten sind Frauen ab dem mittleren Alter betroffen. Besenreiser treten vermehrt an den Beinen auf, insbesondere an den Oberschenkel.

Sind Besenreiser gefährlich?

Medizinisch betrachtet sind Besenreiser unbedenklich, sie können jedoch ein Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung des Venensystems sein. Deshalb ist es grundsätzlich auch bei Besenreisern empfehlenswert, die Venen von einem Hautarzt mit einem Ultraschalltest oder Venen Viewer durchchecken zu lassen.

Ursachen: Wie entstehen Besenreiser?

Besenreiser entstehen  durch eine Erweiterung von kleinen Blutgefäßen, die direkt unter der Hautoberfläche liegen. Die Ursachen dafür sind vielfältig:

  • vererbte Bindegewebsschwäche: Ein schwaches Bindegewebe begünstigt Besenreiser. Es führt dazu, dass durch das Ausleiern der Venenwände das Blut nicht optimal weiterbefördert wird und versackt. Dadurch entsteht ein Rückstau und Besenreiser werden sichtbar.
  • mangelnde Bewegung: Auch eine geringe Bewegung kann eine Stauung im Venensystem verursacht, insbesondere wenn man beruflich bedingt viel sitzen oder stehen muss.
  • Alkohol und Nikotin: Diese beiden Genussgifte können Blutgefäße dauerhaft schädigen. Während Nikotin die Gefäßwände durchlässiger (poröser) macht, führt übermäßiger Alkoholkonsum oft zu Gefäßerweiterungen.
  • Schwangerschaft: Die Umstellung des Hormonhaushaltes während einer Schwangerschaft führt zu einem Erschlaffen des Bindegewebes und einer Erweiterung der Gefäße. Einen ähnlichen Einfluss kann auch die Antibaby-Pille haben, insbesondere bei Frauen, die älter als 30 Jahre sind.
  • Übergewicht: Neben mangelnder Bewegung verlangsamt auch Übergewicht den Blutstrom der Venen und kann zu einem Rückstau führen.

Besenreiser entfernen: 5 wirksame Methoden

Bevor der Therapie muss mittels Ultraschall oder Venen-Viewer (Infrarot) untersucht werden, ob sich in unmittelbarer Nähe zu den Besenreisern Venenstaus befinden. Solche Staus müssen vor der Therapie behandelt werden, damit eine weitere Blutzufuhr zu den Besenreisern unterbunden werden kann. Bei der Untersuchung werden die verschiedenen Arten von Krampfadern identifiziert und deren Ausprägung und Verteilungsmuster beurteilt. Darauf aufbauend wird dann der individuelle Therapieplan erstellt.

Alle Methoden werden ambulant und meist unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Wie viele Behandlungen notwendig sind, ist individuell abhängig von der Gefäßverfärbung und von der Ausdehnung der Äderchen.

Besenreiser entfernen

Bläulich bis rötlich: Besenreiser sind eine Form der Krampfadern. Adobe Stock (c) doroguzenda

1. Sklerosierung: Besenreiser veröden

Die Methode der Verödung, auch Sklerosierung genannt, eignet sich sehr gut für großflächigere und tiefere Besenreiser. Dabei injiziert der Arzt mit einer sehr feinen Nadel einen speziellen Wirkstoff in die betroffenen Stellen, der die Venenwände verklebt. Die verödeten Gefäße werden anschließend nicht mehr durchblutet, sterben ab und werden vom Körper im Verlauf von mehreren Wochen rückstandslos abgebaut. Dieser Prozess zeigt sich durch ein zunehmendes Verblassen der Besenreiser – bis sie nicht mehr sichtbar sind.

Das Veröden an sich ist schmerzlos, kann jedoch ein leichtes Brennen verursachen. In manchen Fällen zeigen sich danach Blutergüsse, Entzündungen der Venen oder bräunlich-bläuliche Verfärbungen, die aber wieder verschwinden. Bei einer Verödung kann es zu allergischen Reaktionen auf das Verödungsmittel kommen.

Nach der Behandlung solltest du einen Kompressionsstrumpf tragen und langes Stehen, Sitzen und Sauna vermeiden. Meistens ist eine einzige Sitzung nicht ausreichend, sondern muss je nach Ausbreitung der Besenreiser mehrmals wiederholt werden.

Besenreiser entfernen mit Veröden - Infografik

Veröden ist die geeignete Therapie für großflächige Besenreiser. Adobe Stock (c) Henrie

Vorteile und Nachteile beim Veröden:

  • für große und tiefe Besenreiser geeignet
  • meist schmerzlose Behandlung
  • allergische Reaktionen und vorübergehende Verfärbungen sind möglich
  • meist mehrere Behandlungen nötig

2. Lasertherapie

Eine Alternative zur Sklerosierung ist die für den Körper schonendere Lasertherapie. Die Methode eignet sich vor allem für sehr feine Äderchen, die zu klein zum Veröden sind. Die Verödung geschieht hier durch die Infrarot-Wärmeenergie des Lasers, der die Gefäßwände erhitzt und dadurch zusammenzieht. Die Besenreiser hellen sich dann im Verlaufe mehrerer Wochen immer mehr auf.

Besenreiser entfernen mit Lasertherapie

Völlig schmerzfrei: Mit dem Laser lassen sich Besenreiser entfernen. Adobe Stock (c) okrasyuk

Das Lasern ist kaum spürbar und hinterlässt keine Narben, kann aber leichte Rötungen oder Juckreize hervorrufen, die nach einiger Zeit wieder abklingen. In seltenen Fällen führt das Lasern zu einem Pigmentverlust und damit zu einem Abdruck der Vene auf der Haut. In den ersten Wochen nach der Behandlung ist auch die Infektionsgefahr erhöht, da die Haut noch etwas durchlässiger ist.

Info: Nach der Laserbehandlung sind Sonnenbäder, Sauna und Solarium tabu. Kompressionsstrümpfe musst du nicht tragen.

Auch bei dieser Methode sind in der Regel mehrere Termine notwendig, um alle Besenreiser zu behandeln. Bei der Lasertherapie ist zusätzlich zu beachten, dass ein Gefäß meist mehrfach gelasert werden muss, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Das bedeutet, dass man im Vergleich zur Verödung mit den drei- bis fünffachen Kosten rechnen muss.

Vorteile und Nachteile der Laserbehandlung:

  • schmerzlose Behandlung
  • keine Narben
  • leichte Rötungen und Juckreiz danach möglich
  • in seltenen Fällen Pigmentverlust der Haut durch den Laser
  • mehrere Behandlungen sind nötig, daher teurer als Veröden

3. IPL Lichttherapie

IPL kann nicht nur zur Haarentfernung, sondern auch zum Entfernen von Besenreisern angewendet werden. Wie die Lasertherapie bedient sich auch die sogenannte intensivierte Lichttherapie (IPL) eines feinen gebündelten Energiestrahls.  Eine Blitzlampe gibt dabei einfarbige Lichtimpulse („intensed pulsed light“, IPL) an die Haut ab.

Wie bei der Lasertherapie absorbieren die Farbpigmente der Besenreiser diese Lichtimpulse. Die Gefäße erhitzen und sterben ab. Da die Blitzlicht-Methode einen größeren Bereich an Wellenlängen ausschöpft als die Lasertherapie, ist sie für größere Besenreiser sehr gut geeignet.

Besenreiser entfernen mit IPL Lichttherapie

Mit der IPL Lichttherapie lassen sich Besenreiser ebenfalls entfernen. Adobe Stock (c) jutaphoto

Nach der Lichttherapie können leichte Rötungen auftreten. Sonneneinstrahlung solltest du für 4 Wochen vermeiden. Eine Behandlung dauert nur etwa zehn bis fünfzehn Minuten, allerdings sind zwei bis fünf Sitzungen notwendig. Ausschlaggebend sind Größe und Dicke des betroffenen Gefäßes.

Vorteile und Nachteile der IPL Lichttherapie:

  • gut geeignet für größere Besenreiser
  • Rötungen nach der Behandlung möglich
  • Dauer nur 10-15 Minuten
  • 2-5 Behandlungen nötig

4. Radiowellen-Therapie

Die Hochfrequenz- oder Radiowellen-Therapie ist ein gängiges Verfahren bei Krampfadern und wird nun auch zunehmend bei Besenreisern eingesetzt. Unter örtlicher Betäubung wird hier ein winziger Spezial-Katheder in das Gefäß eingeführt, der die Venenwand per Radiowellen auf 120 Grad erhitzt. Dadurch schrumpfen die Gefäße und sterben ab.

Die Radiowellen-Therapie ist sehr risiko- und schmerzarm. Die Besenreiser verschwinden ohne Narben- und Fleckenbildung, eine schnell verblassende Rötung kann jedoch auftreten. Kompressionsbehandlungen sind nicht erforderlich.

Besenreiser entfernen mit Radiowellen - Infographik

Besenreiser entfernen mit Radiowellen. Adobe Stock (c) Henrie

Vorteile und Nachteile der Radiowellen-Therapie:

  • geringes Risiko und Schmerzen
  • keine Narben oder Flecken
  • Rötungen nach der Behandlung möglich

5. Elektrokauterisation

Bei dieser Methode werden Besenreiser mit Wechselstrom behandelt, der über zwei Mikronadeln in die betroffenen Gefäßbäumchen eingeleitet wird. Dadurch erhitzen sich die Gefäße und sterben ab. Die Methode ist relativ schmerzarm, für empfindliche Haut ist sie allerdings nicht geeignet. Denn der Strom zieht die oberen Hautschichten in Mitleidenschaft. An den Einstichstellen können kleine Narben entstehen.

Nach der Behandlung kann sich die Einstichstelle röten. Oft bilden sich auch kleine Krusten. Die Elektrokauterisation ist sehr wirkungsvoll, oftmals sind keine Folgebehandlungen erforderlich.

Vorteile und Nachteile der Elektrokauterisation:

  • oft nur eine Behandlung nötig
  • nicht für empfindliche Haut geeignet
  • Narbenbildung ist möglich

Angemerkt sei hier noch, dass es keine 100-prozentige Garantie gibt, dass nach der Therapie die Besenreiser dauerhaft verschwinden. Insbesondere bei erblich bedingten Besenreisern kommt es immer wieder vor, dass sie an anderer Stelle wieder auftreten.

Um die Entstehung von Besenreisern möglichst zu unterbinden, ist es daher umso wichtiger, regelmäßig Sport zu betreiben, gesund zu essen und möglichst auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum zu verzichten.

Kosten: Wie teuer ist Besenreiser entfernen?

Die Preise für eine Besenreiser-Behandlung sind abhängig von der gewählten Methode und der Anzahl der notwendigen Sitzungen. In der Regel sind mehrere Sitzungen erforderlich, die zwischen zehn und neunzig Minuten dauern, wobei die meisten Ärzte eine Sitzung mit 30 Minuten veranschlagen.

Die Gesamtkosten können daher rasch auf mehrere Hundert Euro ansteigen. Da es sich bei Besenreisern um ein kosmetisches Problem handelt, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen keinerlei Behandlungskosten, private Krankenversicherungen jedoch in der Regel schon.

  • Voruntersuchung: Für den Ultraschall bzw. den Venen Viewer bezahlt man rund € 100 bis € 150.
  • Lasertherapie: Durchschnittlich belaufen sich die Kosten einer Laserbehandlung auf € 100 bis € 150 pro Sitzung. Eine komplette Behandlung kann mehr als € 1.000 betragen, da der Arzt einen Besenreiser oft mehrfach behandeln muss.
  • Sklerosierung: Die Kosten für eine Besenreiserverödung liegen ebenfalls bei den meisten Ärzten zwischen € 100 und € 150 pro Sitzung. Manche Ärzte rechnen nach Besenreiser ab, die Kosten liegen hier zwischen rund € 25 bis € 75 pro Besenreiser.
  • IPL Therapie: Die Kosten liegen in Abhängigkeit von der Größe des behandelten Areals zwischen € 30 bis € 150 pro Sitzung.
  • Radiowellentherapie:  Die Therapie ist relativ kostenintensiv, so kostet zum Beispiel die Behandlung eines Beines rund € 1.000 bis € 1.500.
  • Elektrokauterisation: Mit etwa € 30 bis € 50 pro Anwendung ist die Strombehandlung relativ preiswert.

Die Behandlung mit dem Laser und die Radiowellentherapie die teuersten Anwendungen sind. Sklerosierung und IPL liegen im Mittelfeld. Elektrokauterisation ist eine recht günstige Möglichkeit, allerdings sollte man keine empfindliche Haut haben. Letztlich kann aber nur der Arzt entscheiden, welche Therapiemethode geeignet ist. In den meisten Fällen wird eine Kombination erforderlich sein, um alle Besenreiser zu entfernen.

Wo kann man Besenreiser entfernen lassen?

Die Entfernung von Besenreisern muss von Fachärzten durchgeführt werden. Das können Phlebologen (Facharzt für Gefäßerkrankungen), Dermatologen (Hautarzt) oder Angiologen (Facharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Gefäßerkrankungen) sein.

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