Ursachen, Heilmethoden und Hausmittel: Was hilft gegen Blähungen?

Blähungen

Bevor Gase den Körper verlassen, können sie Blähungen und Bauchschmerzen erzeugen. Foto: Adobe Stock, (c) absolutimages

Im Darm bilden sich Gase und die wollen nach draußen. Doch bevor sie den Körper verlassen, können sie Blähungen erzeugen. Die sind oft ganz schön unangenehm. Denn dann rumort es im Bauch und es stellt sich ein Völlegefühl ein, manchmal auch Schmerzen oder Krämpfe. Und peinlich ist es auch, wenn man fürchten muss, in seiner Umgebung für Geruchsbelästigung zu sorgen. Also ist es besser, zu viel Luft im Bauch zu vermeiden. Aber: Wie stellt man das an? Und: Was hilft gegen Blähungen? Alle wissenswerten Tipps dazu gibt es hier!

Die Ursachen von Blähungen

Beim Essen und Trinken schluckt man – oft unbemerkt – reichlich Luft mit (Aerophagie). Vor allem, wenn der Verzehr hastig geschieht. Erst recht, wenn man währenddessen spricht. Ein Teil davon wird der Körper durch Aufstoßen wieder los. Der andere Teil wandert in die Gedärme.

In diesen findet eine rege Gaserzeugung statt. Denn Gase sind ein normales Nebenprodukt der Verdauung. Sie entstehen bei der Zersetzung der Nahrung durch Enzyme und Bakterien. Zudem besitzen Bakterien selbst einen Stoffwechsel, der mit Gasbildung einhergeht. Doch bauen Darmbakterien auch Gase ab.

Treten Darmgase durch die Wände des Verdauungstrakts, werden sie über den Blutweg zur Lunge geführt und dort abgeatmet.

Entweichen Gase über den After, heißen sie Winde bzw. in der medizinischen Fachsprache Flatus (lat.: Wind, Blähung). Dieser Vorgang, genannt Pupsen, gehört zu den natürlichsten Sachen der Welt. Und ist gesund. Er findet bei jedem Menschen statt. Normalerweise bis zu 24 Mal täglich. Manchmal mehr, dann wieder weniger. Treten ohne erkennbare Ursache übermäßige Winde auf, bezeichnen Mediziner das als funktionelle Flatulenz.

Doch kaum jemand spricht über die Luft im Bauch. Und die meisten finden es peinlich, wenn ein Flatus in Gegenwart anderer geschieht. Denn Winde haben oft einen üblen Geruch. Den verdanken sie Gärungsprodukten wie z.B. Ammoniak, flüchtigen Fettsäuren (z.B. Buttersäure, Propionsäure) oder schwefelhaltigen Substanzen (Schwefelwasserstoff, Dimethylsulfid, Methanthiol). Diese bilden sich, wenn die Darmbakterien Nahrungseiweiße abbauen. Die Hauptbestandteile der Flatulenzen – Stickstoff, Kohlendioxid, Wasserstoff, Methan und Sauerstoff –  sind eigentlich geruchlos.

Zusätzlich können abgehende Winde vernehmbare Töne erzeugen. Sie entstehen durch Vibrationen der Strukturen am Darmausgang. Und: ein ungewollter Abgang von Stuhl kann sie begleiten. Im Volksmund “falsche Freunde“ genannt.

Wenn Darmgase überhandnehmen

Befindet sich zu viel Luft im Darm und/oder werden verstärkt Darmgase gebildet, spricht man von Blähungen. Sie sind in den meisten Fällen harmloser Natur, können jedoch auch eine Begleiterscheinung krankhafter Prozesse sein.

Gehen Blähungen nicht oder nur teilweise ab, sammeln sich also die Gase im Darm, heißt das Ganze Meteorismus (griech.: in der Luft befindlich) alias Blähbauch. Je mehr Gase im Darm, desto mehr dehnen sich die Darmwände. Das kann schmerzhaft sein.

Manchmal erzeugen Blähungen ein beängstigendes Druckgefühl am Herzen. Etwa wenn ein voller oder aufgeblähter Magen bzw. Darm den Druck im Bauchraum erhöht. Und das Zwerchfell nach oben presst, das somit den Platz für Herz und Lunge einschränkt. Dieses Phänomen nennt man Roemheld Syndrom. Es ist mit Symptomen wie Angstzuständen, Herzrasen, Schwindel, Hitzewallungen, Kreislaufproblemen, Kurzatmigkeit sowie Schmerzen im Bereich der Brust, der Lunge, des Herzens, Magens und Darms verbunden.

Was Blähungen fördert

Der überwiegende Teil der Flatulenzen entsteht beim normalen Verdauungsprozess durch die Darmbakterien selbst. Diesen Vorgang verstärken bestimmte Nahrungsmittel. Demnach sind häufigste Auslöser für Blähungen ungünstige Ess- und Ernährungsgewohnheiten. Wie etwa

  • hastiges Essen, denn dann wird viel Luft mitgeschluckt.
  • üppige, sehr fettige oder süße Mahlzeiten, die den Verdauungstrakt überfordern.
  • besonders gashaltige Nahrungsmittel wie z.B. kohlensäurehaltige Getränke.
  • sehr ballaststoffreiche Speisen wie z.B. Kohl, Kraut, Hülsenfrüchte (“jedes Böhnchen ein Tönchen“) oder Zwiebel. Besonders, wenn man sie nicht gewöhnt ist.
  • ein übermäßiger Alkohol– und Kaffeegenuss
  • Zuckeraustauschstoffe wie etwa Sorbit oder Xylit, die in vielen Diät-, Light- und zuckerfreien Produkten, manchen Hustenbonbons oder Lutschpastillen gegen Halsweh etc. vorkommen.

Zudem beeinflussen psychische Faktoren wie Stress oder Angst die Gasbildung im Verdauungstrakt. Ebenso hormonelle Veränderungen. Wie in Schwangerschaften – v.a. in der frühen Phase – durch den ansteigenden Progesteronspiegel, der den Darm träger werden lässt. Zudem durch das wachsende Baby, das den Druck im Bauchraum erhöht. Auch an den Tagen vor der Periode können Frauen einen Blähbauch entwickeln. Weil der Körper in dieser Zeit vermehrt Wasser im Gewebe einlagert. Salz- und ballaststoffarme Kost wirkt dem entgegen.

Außerdem verändern gewisse Medikamente die Darmflora so, dass es zu Blähungen kommen kann. Wie z.B. Antibiotika, orale Antidiabetika (Tabletten zur Blutzuckersenkung), Abführmittel, Diätpillen oder bestimmte Schmerzmittel(z.B. Opioide).

Bewegungsmangel kann die Verdauung träge werden lassen. Das führt zu einem längeren Verweilen der Nahrung im Darm und Verstopfung sowie begünstigt eine übermäßige Gasbildung. Auch kann die Neigung zu Flatulenzen in der Familie liegen. Oft kombiniert mit einer eher sensiblen Verdauung.

Blähungen

Bei träger Verdauung verweilt die Nahrung länger im Darm. Es kommt zu starker Gasbildung und Blähungen. Foto: Adobe Stock, (c) Dron

Blähungen als Krankheitssymptom

Doch sind es nicht Lebensgewohnheiten allein, die auf die Gasbildung im Darm einwirken. Auch diverse Krankheiten gehen mit Blähungen einher, u.a.:

  • Unverträglichkeiten bestimmter Lebensmittel wie eine Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit), Fruktoseintoleranz (Fruchtzuckerunverträglichkeit), Histaminintoleranz oder Zöliakie (Glutenunverträglichkeit)
  • Nahrungsmittelallergien
  • Entzündungen der Bauchspeicheldrüse oder Gallenwege oder Gallensteine
  • eine exokrine Pankreasinsuffizienz (Bauchspeicheldrüse kann nicht genug Verdauungsenzyme bilden)
  • entzündliche Darmerkrankungen (z.B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
  • Darmverengungen, eine Magen- oder Darmlähmung
  • das Kurzdarmsyndrom (nach operativer Entfernung von Darmteilen) oder ein verlängerter und ungewöhnlich gewundener Dickdarm
  • ein Reizdarm oder eine bakterielle Fehlbesiedelung des Dünndarms (sogenanntes Blindsacksyndrom)
  • eine Divertikulose oder Divertikulitis
  • Darminfektionen wie z.B. die Giardiasis (Lamblienruhr)
  • eine gestörte Darmbeweglichkeit oder Darmatonie (Verlust der muskulären Spannung)
  • eine Refluxkrankheit, ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür
  • Krebserkrankungen im Bauchraum (z.B. Eierstockkrebs)
  • eine Rechtsherzinsuffizienz (Herzschwäche) oder portale Hypertension (Hochdruck in der Pfortader der Leber), weil dann der Gasabtransport über den Blutweg nicht regelrecht funktioniert
  • eine Neuropathie (Nervenschäden), z.B. im Rahmen einer Zuckerkrankheit, die die Magen- und/oder Darmbeweglichkeit herabsetzt

Menschen, die eine Ernährungssonde benötigen, weisen ebenfalls häufig Flatulenzen auf. Denn Bestandteile der hierzu verabreichten künstlichen Kost können nicht gut vertragen werden, sodass es zu Blähungen kommt.

Wann sind Blähungen abklärungsbedürftig?

Sehr oft sind Blähungen harmlos. Manchmal aber auch Zeichen einer angegriffenen Gesundheit. Ausgeprägte und/oder länger anhaltende Flatulenzen sollten jedenfalls immer zunächst zum Hausarzt führen. Vor allem, wenn sie mit anderen Beschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder einem veränderten Stuhlverhalten einhergehen. Weil ernsthafte Erkrankungen dahinterstecken können.

Der Arzt erhebt zwecks Diagnosefindung eine ausführliche Krankengeschichte (Anamnese). Wobei ihn besonders interessiert, wann, wie oft und in welchem Zusammenhang die Blähungen auftreten. Auch will er wissen, wie es mit den Ernährungs- und Lebensgewohnheiten aussieht, welche Vorerkrankungen es gab und ob aktuell Krankheiten bestehen. Zudem, welche Medikamente eingenommen werden und ob es die Blähungen begleitende Beschwerden gibt.

Es folgt eine gründliche körperliche Untersuchung. Mit Schwerpunkt auf dem Abtasten, Abklopfen und Abhören des Bauches.

Je nach Ergebnis kann der Hausarzt den Patienten danach zum Gastroenterologen (Facharzt für Erkrankungen des Verdauungstrakts) überweisen und/oder weitere Untersuchungen veranlassen. Beispielsweise

Wer eine Nahrungsmittelunverträglichkeit oder -allergie als Auslöser der Blähungen vermutet, erleichtert dem Arzt die Diagnose, wenn er über mindestens drei Wochen ein Ernährungstagebuch führt. In diesem gilt es alles zu notieren, was man täglich zu sich nimmt. Inklusive aller Bestandteile jeder einzelnen Mahlzeit, jeden Snack und jedes Getränk. Auch Kaugummis und Medikamente. Und natürlich, welche Beschwerden zu welcher Zeit auftreten.

Behandlung: Was hilft (schnell) gegen Blähungen?

Ist ein Blähbauch das Symptom einer Erkrankung, muss die Behandlung der zugrundeliegenden Krankheit im Vordergrund stehen. Beispielsweise eine Einnahme von Verdauungsenzymen bei einer Pankreasinsuffizienz. Oder eine Operation zur Behebung von Darmverengungen.

Sonst gilt es, wenn möglich die Auslöser der Flatulenzen zu vermeiden, sofern sie bekannt sind. Bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten etwa das jeweilige Lebensmittel (z.B. laktosearme Ernährung bei Laktoseintoleranz, glutenfreie Ernährung bei Zöliakie). Oder bei Medikamenten diese niedriger dosieren oder – wenn möglich – durch verträglichere ersetzen. Meist hilft bereits ein guter Lebensstil mit ausgewogener Ernährung, regelmäßiger Bewegung und dem Verzicht auf Genussgifte wie Nikotin. Also gesund leben. Darüber hinaus stehen zahlreiche pflanzliche Mittel zur Verfügung, die das Problem lindern. Und andere einfache Hilfen. Wie etwa Aktivkohle, die Schadstoffe bindet und abführt.

Außerdem eine Bauchmassage, die auch anderen Verdauungsproblemen (z.B. einer Verstopfung) entgegenwirkt. Hierzu in Rückenlage Massageöl (z.B. Kümmel- oder Fenchelöl) mit den Fingerkuppen oder der flachen Hand im Uhrzeigersinn in sanften Kreisbewegungen um den Bauchnabel einmassieren. Dabei die Kreise immer größer werden lassen. Bis sie vom Schambein bis zum Rippenbogen reichen. Dann die Bewegungen wieder kleiner werden lassen und die ganze Prozedur wiederholen. Sie dient dazu, schmerzhaft drückende, festsitzende Gasblasen zu lösen.

Was oft schnell und unkompliziert gegen Blähungen hilft, ist schlicht und einfach Wärme, weil Flatulenzen gern mit schmerzhaften Verspannungen einhergehen. Eine Wärmflasche, Heizdecke. ein Kirschkernkissen oder Leibwickel (mit einem in warmes Wasser eingelegten, dann ausgewrungenen Baumwoll- oder Leinentuch) löst diese. Zur Not tut es auch ein feuchtwarmer Waschlappen.

Vorübergehend können zudem entblähende Substanzen eingesetzt werden. Diese sogenannten Entschäumer sorgen dafür, dass sich Gasansammlungen im Darm auflösen, in die Blutbahn und von dort in die Lunge zur Abatmung gelangen.

Gegen schmerzende Blähungen helfen Spasmolytika (entkrampfende Wirkstoffe). Allerdings bekämpfen sie nicht deren Ursache. Und sie können – über einen längeren Zeitraum verwendet – die Darmbewegungen verlangsamen und somit neue Flatulenzen verursachen.

Tipps: Blähungen vorbeugen

Besser als Blähungen behandeln zu müssen ist natürlich, sie erst gar nicht entstehen zu lassen. Sofern kein krankhaftes Geschehen hinter den Flatulenzen steckt, verhilft hierzu in erster Linie ein vernünftiges Essverhalten. Dazu gehört

  • sich Zeit zum Essen nehmen (nicht vor dem Fernseher oder Computer essen!), in aller Ruhe speisen und jeden Bissen langsam und gründlich kauen.
  • eher mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt verzehren anstatt wenige große.
  • wenn man keine großen Mengen an Ballaststoffen verträgt, Kohl und Hülsenfrüchte, Lauch- und Zwiebelgewächse, Dörrobst, Nüsse oder unreifes Obst nur in Maßen Oder die Verdauung erleichternde Fenchelsamen oder Kümmelkörner mitkochen. Die Ballaststoffzufuhr besser nur allmählich bis zur von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen Mindestmenge von 30 Gramm pro Tag erhöhen und nicht abrupt.
  • Gemüse blanchieren, dünsten, Obst zu Mus und Kompott verarbeiten. Das verträgt der Darm besser als Rohkost.
  • auf zu Fettes, zu Süßes oder zu Scharfes sowie Kaugummi (bewirkt, dass Luft geschluckt wird) verzichten.
  • stark kohlensäurehaltige Getränke, Alkohol und zu viel Kaffee meiden.
  • auf genügend (rund 2 Liter pro Tag) Flüssigkeitszufuhr achten, am besten stilles Wasser.
  • eventuell als Unterstützung eine Ernährungsberatung in Anspruch nehmen.
  • sich ausreichend bewegen bzw. Sport treiben, um die Darmtätigkeit anzuregen und einer Verstopfung vorzubeugen.
  • gesund leben, d.h. Nikotin und andere Schadstoffe zu meiden.

All diese Maßregeln helfen natürlich auch, wenn bereits Blähungen bestehen. Treten diese in Zusammenhang mit psychischen Belastungen auf, verschaffen Entspannungstechniken wie z.B. autogenes Training oder die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson Erleichterung.

Pflanzliche Hausmittel gegen Blähungen

Bessern sich Blähungen durch eine Umstellung der Lebensgewohnheiten und Bauchmassagen nicht gut oder schnell genug, kann man ihnen mit pflanzlichen Wirkstoffen, die den Verdauungstrakt beruhigen und Krämpfe lösen, zu Leibe rücken. Heilpflanzen, die auf schonende Weise zur Windstille im Bauch verhelfen, sind

  • Anis: Das Gewürz – getrunken als Tee oder eingerieben als Öl – entspannt die Darmmuskulatur, hilft also gegen Krämpfe. Vorteil: Es geht auch in die Muttermilch über, beruhigt daher die Darmgasbildung bei gestillten Babys.
  • Fenchel: Als Fencheltee oder Fenchel-Anis-Kümmeltee sorgt er für Entspannung im Verdauungstrakt und verringert den Druck im Blähbauch. Er reguliert die Gasbildung und macht Blähendes leichter verdaulich.
  • Kümmel und Kreuzkümmel sorgen als Tee, Gewürz im Essen oder Öl zur Bauchmassage für Entspannung im Magen-Darm-Trakt und machen blähende Speisen besser verdaulich.
  • Pfefferminze: Besonders Pfefferminzöl (1 Tropfen eingerührt in 1 Glas Wasser) kann – vor allem kombiniert mit Kümmelöl – den Darm “aufräumen“, wirkt somit gegen allerlei Verdauungsbeschwerden.
  • Flohsamen: Sie enthalten Ballast- und Schleimstoffe, die die Darmflora positiv beeinflussen. Angewendet werden sie als Flohsamenpulver, wovon ein Teelöffel in etwa 100 Milliliter Wasser eingerührt und sofort getrunken wird.
  • Gewürznelken: Mitgegart bei Reis, Gemüse, Fleisch oder Fisch bringen sie geschmackliche Abwechslung auf den Speiseplan, die dem Bauch gut tut. Im Fall akuter Blähungen kann man aber auch ein bis zwei Gewürznelken langsam und gründlich kauen. Oder sie mit kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, den Aufguss süßen und in kleinen Schlucken trinken.
  • Ingwer: Er lindert Blähungen sowohl als Gewürz als auch in eingelegter Form und erst recht als Tee, am besten aus frischem, geschnittenem oder geraspeltem Ingwer.

Ein sehr wirkungsvolles Hausmittel gegen Blähungen ist der sogenannte 4-Winde-Tee, der Fenchel, Kümmel, Anis und Pfefferminze enthält.

Tipp: All diese pflanzlichen Wirkstoffe erhältst du in Fachapotheken für alternative Heilmittel.
Blähungen

Wärme hilft schnell gegen Blähungen. Diverse Tees können Blähungen ebenfalls lindern. Foto: Adobe Stock, (c) Hetizia

Weitere Hausmittel gegen Blähungen

Knoblauch, Koriander, Rosmarin, Salbei, Thymian, Petersilie, Löwenzahnwurzel und -kraut, Kardamom, Enzianwurzel und Kurkuma regen – als Gewürze oder Tees – die Verdauung an und können somit Blähungen verhindern. Oft sind es darin befindliche Bitterstoffe, die das bewirken.

Naturbelassener Apfelessig (2 bis 4 Teelöffel, aufgelöst in einem Glas Wasser, ev. mit ein bisschen Manuka Honig) mit geringem Zuckergehalt stabilisiert die Darmflora. Denn er bekämpft Fäulnisbakterien im Verdauungstrakt und reguliert die Verdauung. Wirkt sowohl vorbeugend als auch im Akutfall.

Kommt es zu wiederkehrenden, übermäßigen Blähungen (z.B. beim Reizdarm), kann eine Darmreinigung bzw. Darmsanierung helfen. Dabei sorgen Kräuter, Bentonit (Mineralerde mit hoher Bindungsfähigkeit) und Flohsamen oder auch zusätzlich ein Einlauf für die Ausscheidung von Schadstoffen und die Re­gu­lie­rung des Stuhl­gangs. Danach wird die Darmflora durch Probiotika (enthalten Milchsäurebakterien) aufgebaut. Währenddessen ist es am besten, eine leicht verdauliche Kost zu verzehren.

Ein Ungleichgewicht in der Darmflora reguliert auch eine Kur mit spezieller medizinischer Hefe. Sie stellt eine gesunde Balance her in der bakteriellen Besiedelung der Darmschleimhaut. Ebenso helfen Mineral- oder Heilerden, eingerührt in Getränke, Joghurt oder das Frühstücksmüsli oder eingenommen als Kapseln.

Verkrampfungen im Magen-Darm-Trakt, die zu Blähungen führen, löst oft ganz einfach das Trinken von warmem bis heißem Wasser.

Spezialfall: Blähungen bei Babys

Blähungen quälen oft schon die kleinsten Erdenbürger. Oft bereits in den ersten Lebensmonaten (Drei-Monats-Koliken, Babykoliken, Schreibaby). Sie können Bauchschmerzen auslösen. Dann zieht das Baby die Beine krampfhaft an und streckt sie dann heftig wieder weg. Es hat einen gespannten Bauch, der sich hart anfühlt und lässt Winde ab. Und es weint. Häufig zeigen sich die Beschwerden immer um die gleiche Tageszeit. Meist am Nachmittag oder Abend. Allerdings ist nicht bekannt, ob Kinder mit Babykoliken mehr Gase produzieren als andere, oder nur empfindlicher reagieren.

Dafür kommen unterschiedliche Ursachen in Betracht. Nicht alle sind bekannt. Doch erbringen Babys infolge ihres raschen Wachstums hohe Stoffwechselleistungen. Schließlich verdoppeln sie in den ersten sechs Monaten ihr Geburtsgewicht. Bei teilweise noch unausgereiften Organ- und Enzymfunktionen. Und auch die Darmflora muss sich erst entwickeln. Zudem wird der Darm in den ersten Lebensmonaten immer wieder mit einem neuen Lebensmittel konfrontiert, das er noch nicht kennt. Ebenso spielen Umweltfaktoren (Unruhe der Eltern, familiäre Spannungen) eine Rolle bei der Entstehung von Verdauungsproblemen wie Blähungen.

Doch oft ist es nur eine ungünstige Still- und Füttertechnik, die dazu führt, dass das Baby zu viel Luft schluckt und darum Blähungen hat.

In den meisten Fällen endet die Kolik-Phase aber etwa im 4. Lebensmonat. Und sie ist der Gesundheit nicht abträglich.

Hilfe gegen Blähungen: richtig füttern

Häufig sorgt bereits die richtige Fütterungstechnik für Abhilfe:

  • Immer das Baby in ruhiger Atmosphäre füttern.
  • Eine kleinere Portion vor dem ganz großen Hunger verabreichen vermeidet, dass das Baby zu heftig an der vollen Brust oder Flasche saugt.
  • Auch etwas Milch aus der Brust ausstreichen vor dem Stillen dient demselben Zweck.
  • Das Baby aber nicht jede halbe Stunde trinken lassen. Kommt nämlich ständig neue Milch hinzu, bevor die letzte Mahlzeit verarbeitet ist, kann das Verdauungsprobleme nach sich ziehen. Daher auf einen ausreichenden Abstand zwischen den Mahlzeiten achten.
  • Der Kontakt des Babymundes mit der mütterlichen Brustwarze muss stimmen. Das heißt seine Lippen müssen die Warze umschließen.
  • Bei Fläschchennahrung ist darauf zu achten, dass das Saugerloch die fürs Babyalter und die Nahrung richtige Größe hat. Zur Orientierung: Wird die Flasche umgedreht, darf ihr Inhalt nur tröpfchenweise austreten.
  • Der Sauger soll beim Trinken immer komplett mit Milch gefüllt sein, damit das Baby keine Luft mitzieht.
  • Das Fläschchen nicht schütteln. Sonst entstehen Luftblasen. Zumindest das Fläschchen nach der Zubereitung so lange stehen lassen, bis sich der Schaum vom Schütteln gesetzt hat.
  • Das Baby schon während der Mahlzeit und auch danach häufig aufstoßen lassen, damit sich nicht zu viel Luft in seinem Bäuchlein ansammelt.

Außerdem sollten stillende Mütter auf Kuhmilch und blähende Speisen verzichten, da sonst womöglich ihr Baby darunter leidet.

Tipps: Was gegen Blähungen bei Babys hilft

Treten Blähungen auf, haben sich bestimmte Mittel bewährt:

  • sanfte Bauchmassagen im Uhrzeigersinn
  • ein warmes Bad
  • ein nicht zu heißes auf Babys Bauch gelegtes Wärmfläschchen
  • das Herumtragen des Babys in der “Fliegerstellung“ (Baby in Bauchlage auf den Unterarm legen, seinen Kopf mit der Hand abstützen), damit es leichter sein Bäuerchen machen kann.
  • einen Spaziergang mit dem Baby machen, am besten in einer Tragehilfe
  • die Gabe von entblähenden Kümmel-, Anis- oder Fencheltees (“Stilltee“ aus der Apotheke) zwischendurch oder die Zubereitung von Babynahrung darin
  • eventuell die Verabreichung von für Säuglinge geeigneten Entschäumer-Suspensionen
  • Kümmelzäpfchen
  • homöopathische Mittel (vom Arzt verordnet)
  • nach Rücksprache mit dem Kinderarzt das Füttern von Spezialnahrungen

Wann zum Arzt?

Da es sich auch bei kindlichen Blähungen nicht in jedem Fall um ein harmloses Geschehen handeln muss, sollten vor allem folgende Symptome beim Baby zum Kinderarzt führen:

  • Blähungen und Schreiattacken nach jeder Mahlzeit
  • schaumige oder spritzende Stühle
  • sehr feste, hasenkotähnliche Stühle
  • eine Trinkverweigerung
  • eine nur minimale Gewichtszunahme

Hier findest du die am besten bewerteten Hausärzte in deinem Bundesland:



Informationen zum Datenschutz einschließlich Cookie Richtlinie