Chice Kantinen: neuer Mittagstisch in Wien

Chice Kantinen

Chice Kantinen, in denen gutes Essen geboten wird, sind ein tolles Asset für Mitarbeiter. Foto: Adobe Stock, (c) euregiocontent

Sind chice Kantinen der nächste große Trend in Österreich? Echt jetzt? Warum nicht, wenn man Gutes günstiger bekommt! In Wien haben jedenfalls in letzter Zeit ein paar durchaus ansehnliche, kulinarisch nennenswerte Kantinen eröffnet. Sie sind für die Öffentlichkeit zugänglich und sollen leistbar sein. Der HEROLD hat sich diese Lokalitäten einmal näher angesehen und gleich noch ein paar Klassiker wieder besucht.
Chice Kantinen in Wien: eine Bestandsaufnahme.

Was unterscheidet Kantinen von herkömmlichen Restaurants?

Die Idee dieses besonderen Ortes der meist mittäglichen Nahrungsaufnahme war ursprünglich, eine bestimmte Personengruppe preiswert zu verköstigen. Es handelt sich um eine Art Betriebs- oder Personalrestaurant. In öffentlichen Kantinen darf jeder essen, manchmal zum gleich niedrigen Preis wie die MitarbeiterInnen des Unternehmens, das die Kantine betreibt. Manchmal zahlen die BesucherInnen ein bisschen mehr. Eine Mensa ist die Kantine einer Universität, ich sag’s nur. Und die Theaterkantine ist eine ganz andere Geschichte!
Der Begriff kommt übrigens aus dem Italienischen von „cantina“ für „Flaschenkeller„.

Hannahs Speisessal, der Inbegriff einer chicen Kantine, Bild (c) Mato Johannik

Cool und minimalistisch: Hannahs Speisessaal ist der Inbegriff einer chicen Kantine. Bild (c) Mato Johannik

Kantinenessen ist heute viel besser als sein Ruf!

Eigentlich kann es nur im Sinn des Arbeitgebers sein, dass die MitarbeiterInnen mittags mit gesundem Essen und hochwertigen Nahrungsmitteln versorgt werden. Clean Eating macht nämlich nicht müde und ist gut für die Gesundheit.
Trotz allem darf selbst eine chice Kantine nicht allzu gemütlich sein. Man soll dort ja nicht endlos verweilen und danach frisch und gestärkt wieder ans Werk gehen. Fragt man Menschen, was sie von Kantinenessen erwarten, sagen fast alle Sätze mit „gut“, „schnell“ und „günstig“.

Was kostet das Essen in chicen Kantinen?

Äpfel und Birnen kann man bekanntlich ja schlecht vergleichen. Aber um Euch einen Richtwert zu geben, hat sich der HEROLD besonders die Preise für einen kleinen Espresso und den vom teuersten Gericht auf der Karte angesehen. Ihre findet die Angaben bitte immer bei der jeweiligen Kantine! (Stand: Juli 2018, Angaben ohne Gewähr)

Chice Kantinen in Wien

Hannahs Speisesaal

chice Kantinen, Hannas Speisesaal, Foto (c) Mato Johannik

chice Kantinen, zum Beispiel Hannas Speisesaal, Foto (c) Mato Johannik

Bei diesem sehr klar und stylish eingerichteten Restaurant handelt es sich um das Mittagsrestaurant des Bundesamtsgebäudes Radetzkystraße 2, in dem angeblich rund 1.800 Staatsbedienstete arbeiten. Trotzdem ist noch Platz für uns. Und das ist gut so! Denn was hier charmant und freundlich aufgetischt wird, erfüllt die Kriterien „gut“ und „günstig“ hervorragend. Da kredenzt man Herrlichkeiten wie „Gefüllte Paprika mit Paradeissauce und Salzerdäpfel“ oder „Bali-Huhn mit Honig, Knoblauch, Zimt, Ingwer und Duftreis“ oder „Lachsforellen-Filet mit Kohlrabi-Pürée, Limette und Basilikum„. Mir läuft schon das Wasser im Mund zusammen!

  • Take Away Service
  • Meetingservice
  • freitags kosten alle Wochenkartengerichte als Take Away einheitlich 4,00 Euro
  • werktags von 11.00 bis 15.00 Uhr geöffnet
  • frei zugänglich
  • kleiner Espresso: 1,60 Euro
  • teuerstes Gericht: 8,80 Euro

Hannahs Speisesaal, 1030 Wien

Kim Chingu

Kim Chingu: Hier der Blick in die offene Küche einer ganz besonderen Kantine, Bild (c) Claudia Busser HEROLD.at

Ja, es ist d i e Kim. Gemeint ist Kim Sohyi, die neben ihrem Kim Restaurant auch die Kantine einer Wirtschaftsprüfungsanstalt bespielt. Der Neid könnte einen fressen, speisen die glücklichen Angestellten der Kanzlei werktags dort nämlich jeden Mittag, wenn sie wollen. Wir alle dürfen abends rein. Das Ambiente ist gefällig dekoriert, schön ist die offene Küche in der Mitte des Raumes. Den Wein holt man sich selbst aus dem Kühlschrank, wenn man mag. Alles entspannt und irgendwie familiär. Zu Essen gibt es koreanisch inspirierte Gerichte, die man gut mit lieben Menschen teilen kann. Vielleicht nicht den „Marinierten Tuna mit Chilinüssen, Limetten-Ingwer-Dressing und Kräutersalat“. Einfach zu köstlich zum Teilen! Aber ein Hauptgericht wie zum Beispiel „Pulpo mit Gewürz – Cous Cous, Blutorangen, Babyspinat“ oder auch das „Huhn, Tandoori Art mit Spicy Gurkenrelish, Buttermilch, Avocado und Polenta“ eventuell schon. Die Preise sind abends nicht „kantinenmäßig“, bieten aber eine Gelegenheit die kreativen Gerichte dieser großartigen Köchin zu probieren.

  • Alle Weinflaschen kosten 25,00 Euro (mit Ausnahme der Hausmarke).
  • 5 Elemente Küche
  • Montag bis Freitag von 18.00 bis 22.00 Uhr geöffnet
  • frei zugänglich
  • kleiner Espresso: 2,70 Euro
  • teuerster Teller: 28,00 Euro (das Entrecôte; sonst 21,00 Euro)

Kim Chingu, 1090 Wien

Die Kantine von Marco Simonis

chice Kantinen, Die Kantine Marco Simonis, Bild (c) Dieter Sajovic - www.dieabbilderei.at

Eine coole Kantine ist auch die von Marco Simonis in 1030 Wien. Bild (c) Dieter Sajovic – www.dieabbilderei.at

Man nennt ihn auch „Edel-Greißler“. Hat er doch in mehreren Bezirken (1010, 1040, 1060 Wien) hinreißend hübsche Feinkostläden, in denen man auch vor Ort speisen darf. Und Geschmack hat er, der Herr Marco Simonis: beim Essen, Trinken und Einrichten. In einem Bürokomplex mit Wiener Wohnen und Statistik Austria schuf er unlängst eine chice Kantine, indem er alles von der alten Einrichtung bis auf den glänzenden Terrazzoboden rigoros entfernte. 200 Personen können hier jetzt frisch Gekochtes genießen. Die Zutaten sind regional und saisonal. Gekocht werden zum Beispiel „Karfiol-Curry-Cremesuppe“, „Hascheehörnchen Wiener Art mit Blattsalat“, „Gefüllte Zucchini und mediterraner Cous Cous“. Vieles hat Bioqualität und ein Schnitzerl gibt es auch!

  • Platz für 200 Personen
  • kleiner Shop mit Delikatessen, Salaten und Sandwiches
  • Montag bis Freitag 11.30 bis 14.00 Uhr
  • frei zugänglich (durch den Bürokomplex)
  • kleiner Espresso: 2,10 Euro
  • teuerstes Gericht: 9,90 Euro

Die Kantine von Marco Simonis, 1030 Wien

Japanese Canteen IKI

eine wirklich sehr chice Kantine, IKI, Bild (c) Lumiplan

Ästhetik pur: chice Kantine, IKI, Bild (c) Lumiplan

„IKI beschreibt eine Lebenshaltung nach einem ästhetischen Ideal Japans. Es vereint Eigenschaften wie anspruchsvolle Urbanität und Raffinesse mit weltgewandter Klugheit und dem Flair eines Lebemanns bzw. einer Lebefrau.“ So steht es auf der website der japanischen Kantine am Campus der Erste Group. (Ob die wissen, was Lebemann bedeuetet? Egal.) Das kulinarische Konzept des feschen Lokals mit der offenen Showküche steuerten die Betreiber des mochi bei. Man darf also mit hervorragendem Essen rechnen! Das IKI ist eine Mischform, was den Kantinencharakter betrifft: Mittag gibt es zum Beispiel Bento Boxen, Sushi Rolls, Ramen, Donburi. Abends kommen Entrecôte, Short Rib oder Sake Teriyaki zu marktüblichen Preisen dazu. Wird oft für das freundliche Service gelobt. Ein Fest!

  • drei gratis Private Rooms für sechs bis zwölf Personen (muss man buchen, aber nicht extra bezahlen)
  • integrierter Take Away-Shop
  • Montag bis Freitag 11.00 bis 22.30 Uhr (Küchenschluss um 21.30 Uhr)
  • frei zugänglich
  • kleiner Espresso; 2,40 Euro
  • teuerste Bento Box: 12,80 Euro
  • teuerstes Gericht: 13,80 Euro

Japanese Canteen IKI, 1100 Wien

Die Klassiker unter Wiens Kantinen

Manche davon kennt ihr sicher schon seit Jahren. Der HEROLD hat sich ja bereits ausführlich angesehen, wo man in Wien gut und günstig essen kann. Das geht übrigens auch in den folgenden, zufällig gereihten, öffentlichen Kantinen zum Mittagstisch. (Natürlich gibt es in Wien noch weitere Betriebsrestaurants mit Zugang für alle, aber ein paar davon bieten halt immer noch Kantinenessen im schlechtesten Sinn.)

Die Kantine im Wiener Museumsquartier ist in meiner Wahrnehmung nach keine echte Kantine, sondern heißt bloß so. Aber gut und günstig isst man dort auch. In diesem Sinne: Mahlzeit!



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