7 wertvolle Tipps für deinen Steuerausgleich 2017

7 wertvolle Tipps vom Steuerberater für deinen nächsten Steuerausgleich

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Geld vom Staat zurückbekommen? Ja bitte! Beim Steuerausgleich, auch Arbeitnehmerveranlagung genannt, können Arbeitnehmer zu viel bezahlte Lohnsteuer vom Staat Österreich zurückerstattet bekommen.

Durchschnittlich gibt es durch den Lohnsteuerausgleich 300 Euro pro Jahr beim Finanzamt zu holen – manch Angestellte bekommen aber auch eine Gutschrift von mehreren tausend Euro vom Fiskus, je nach der persönlichen Lebens- und Einkommenssituation des Arbeitnehmers. 

Trotzdem nutzen viele Österreicher den Steuerausgleich nicht – obwohl er überraschend schnell und einfach zu erledigen ist. Zum Beispiel werden nur ein Zehntel aller Spenden von der Steuer abgesetzt! Oder wusstest du, dass du deine Rechnungen aus der Apotheke von der Steuer absetzen kannst?

Was du genau von der Steuer absetzen kannst, wie das funktioniert, und 4 Geheimtipps vom Steuerberater erfährst du in diesem Artikel! 

 

Was bringt ein Lohnsteuerausgleich?

Ein Lohnsteuerausgleich bringt fast immer eine Gutschrift: Vor allem, wenn du innerhalb eines Jahres deinen Job gewechselt hast, sich dein Einkommen geändert hat (z.B. von Voll- auf Teilzeit oder in Karenz), oder du vielleicht kurzfristig beim AMS als arbeitssuchend gemeldet warst, zahlt sich ein Lohnsteuerausgleich aus. Du hast in dieser Zeit nämlich definitiv zu viel Lohnsteuer bezahlt, die dir nun zurückerstattet wird.

Aber auch, wenn du Absetzposten (siehe unten) gesammelt hast, solltest du auf jeden Fall jährlich eine Arbeitnehmerveranlagung einreichen. Selbst, wenn du ein steuerfreies Einkommen in Höhe von maximal 12.000 Euro jährlich hattest, könntest du dir über das Einkommenssteuerformular noch immer bis zu 110 Euro Sozialversicherungsbeitrag pro Jahr zurückholen!

Eine Steuerschuld ist ganz selten und kommt meist nur vor, wenn du mehrere Arbeitsverhältnisse hast. Weiters wird dir bei der Eingabe auf FinanzOnline auch vorausberechnet, welche Summe zu erwarten ist. Also: Einen kostenlosen Versuch ist es in jedem Fall wert.

 

So funktioniert ein Steuerausgleich (Arbeitnehmerveranlagung)

Bis zu fünf Jahre rückwirkend kannst du eine Arbeitnehmerveranlagung für jedes einzelne Kalenderjahr machen. Auf FinanzOnline, der Online-Plattform des Finanzamts, füllst du einfach das Formular zur Arbeitnehmerveranlagung direkt im Internet aus. Das war’s: Du musst weder Rechnungen mitschicken noch auf die Post gehen oder sonst etwas tun. Für durchschnittlich 300 Euro sollte das doch drin sein, oder?

Die Rechnungen für die Ausgaben, die du angibst, musst du jedoch 7 Jahre lang aufbewahren: So lange kann das Finanzamt im Nachhinein eine Steuerprüfung veranlassen. Kannst du die Quittungen dann nicht nachweisen, musst du die erhaltene Gutschrift an das Finanzamt zurückzahlen! Im Normalfall prüft das Finanzamt aber nur, wenn du sehr oft deinen Job gewechselt hast oder zwischendurch selbständig warst.

 

7 wertvolle Tipps vom Steuerberater für deinen nächsten Steuerausgleich

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3 Steuertipps für deinen nächsten Steuerausgleich

Bei der Arbeitnehmerveranlagung geht es darum, sogenannte Absetzposten anzugeben, die sich steuermindernd auswirken: Diese Ausgaben senken also den Betrag an Steuern, den du an das Finanzamt abgeben musst (das geschieht jeden Monat automatisch über deinen Arbeitgeber). Hast du über das Jahr verteilt zu viel Lohnsteuer bezahlt (z.B. durch Jobwechsel), bekommst du außerdem Lohnsteuer in Form von barem Geld zurück.

Diese Absetzposten bei der Arbeitnehmerveranlagung sind zusammenfassend:

1. Werbungskosten

Als Werbungskosten gelten alle Kosten, die beruflich notwendig sind: Dazu zählen auch Auto, Handy, Computer und Weiterbildung.

  • Arbeitskleidung
  • Arbeitsmittel und Werkzeuge
  • Arbeitszimmer
  • Aus- und Fortbildung, Umschulung
  • Betriebsratsumlage
  • Computer
  • Doppelte Haushaltsführung und Familienheimfahrten (bei einer Dienstwohnung)
  • Fachliteratur
  • Fahrrad
  • Fahrtkosten
  • Fehlgelder
  • Gewerkschaftsbeiträge
  • Internet
  • Kraftfahrzeug
  • Reisekosten
  • Sprachkurse
  • Studienreisen
  • Telefon, Handy

 

2. Außergewöhnliche Belastungen

Außergewöhnliche Belastungen sind Ausgaben, die „außergewöhnlich sind, zwangsläufig erwachsen und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit wesentlich beeinträchtigen.“ Es ist ein Selbstbehalt von bis zu 12 % zu leisten, der automatisch berechnet wird.

  • Krankheitskosten (Arzt, Krankenhaus, Medikamente, Heilbehelfe, Zahnbehandlungen, Sehbehelfe, Entbindungskosten, Fahrtkosten zum Arzt oder ins Spital, Kosten einer speziellen Diätverpflegung)
  • Kurkosten
  • Pflegekosten
  • Begräbniskosten
  • Kinderbetreuungskosten bis 2.300 Euro
  • Behinderungskosten ab 25 %
  • Katastrophenschäden
  • Unterhalt und Ausbildung von Kindern außerhalb des Wohnortes

Auch die außergewöhnlichen Aufwände für Unterhaltsberechtigte, Behinderte oder behinderte Kinder können in Österreich abgesetzt werden.

 

3. Sonderausgaben

Sonderausgaben sind bestimmte sonstige Kosten, die von der Steuer absetzbar sind:

  • Freiwillige Kranken-, Pensions- oder Lebensversicherungsprämien, wenn der Vertrag vor 2016 abgeschlossen wurde
  • Kosten für die Wohnraumschaffung und -sanierung, wenn der Vertrag vor 2016 abgeschlossen wurde
  • Kirchenbeiträge
  • Spenden
  • Steuerberatungskosten

Davon abgesehen gibt es auch auf dich und deine Lebenssituation individuell zugeschnittene Absetzbeträge, wie z. B. für Alleinverdiener, Eltern, Alleinerzieher, Unterhaltszahler, Pensionisten, Pendler etc. Dein Steuerberater kann dir helfen, die für dich relevanten Absetzbeträge zu identifizieren.

 

4 Geheimtipps für den Steuerausgleich 2017

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Bilanzbuchhaltung Birgit Bracek-Dollensky, www.bracek-dollensky.at

Birgit Bracek-Dollensky von Bilanzbuchhaltung Bracek-Dollensky, 2542 Kottingbrunn, gibt dir auch heuer wieder kostenlos 4 wertvolle Tipps für deinen Steuerausgleich:

1. Alle Belege/Rechnungen bezüglich der Erhaltung der Gesundheit (Arzt, Zahnarzt, Apotheke, Physiotherapie etc.) gut aufbewahren und als außergewöhnliche Belastung absetzen.

2. Im Bereich der Sonderausgaben wurde seitens der Finanzbehörde deutlich reduziert: Topf-Sonderausgaben (Kranken-, Unfall- und Lebensversicherungen; Wohnraumschaffung und Wohnraumsanierung) können seit Anfang 2016 nur bei Vertragsabschluss bzw. Beginn der Bauausführung vor 1.1.2016 abgesetzt werden. Bestimmte Renten sowie Steuerberatungskosten sind weiterhin unbeschränkt absetzbar. Kirchenbeiträge sind mit einem jährlichen Höchstbetrag von € 400 begrenzt.

3. Kinderbetreuungskosten können pro Jahr und Kind mit maximal EUR 2.300 als außergewöhnliche Belastung abgesetzt werden. Voraussetzung ist, dass das Kind das zehnte Lebensjahr zu Beginn des Kalenderjahres noch nicht vollendet hat und einem der Kinderabsetzbetrag  länger als sechs Monate im Kalenderjahr zusteht.

Die Betreuung muss von privaten oder öffentlichen Kinderbetreuungseinrichtungen oder pädagogisch qualifizierten Personen erfolgen. Abzugsfähig sind die Kosten für die Kinderbetreuung sowie die Kosten für die Verpflegung und das Bastelgeld. Das Schulgeld für Privatschulen und der Nachhilfeunterricht können nicht berücksichtigt werden.

4. Kirchenbeiträge und Spenden werden ab 2017 automatisch an das Finanzamt übermittelt. Es können also jetzt wirklich nur noch Spenden an offiziell begünstigte Spendenempfänger abgesetzt werden. Spenden, die noch 2016 getätigt wurden, betrifft diese Regelung noch nicht. 

Der Steuerpflichtige hat seinen Vor- und Zunamen (Bitte beachten Sie, dass die Schreibweise des Namens mit jener im Meldezettel übereinstimmt.) sowie sein Geburtsdatum der empfangenen Organisation bekannt zu geben. Diese Daten bilden die Grundlage für die Ermittlung des verschlüsselten bereichsspezifischen Personenkennzeichens für Steuern und Abgaben (vbPK SA), welches dem Datenschutz des Steuerpflichtigen dient. Die jeweilige Organisation ist verpflichtet, auf Basis des vbPK SA der Finanzverwaltung den Gesamtbetrag der im entsprechenden Kalenderjahr geleisteten Beträge via FinanzOnline zu übermitteln.

Über FinanzOnline kann der Steuerpflichtige die eingelangten Übermittlungen einsehen. Werden die notwendigen Daten nicht bekannt gegeben, oder der zuständigen Organisation wird vom Steuerpflichtigen die Datenübermittlung untersagt, so werden die Sonderausgaben bei der Steuererklärung nicht berücksichtigt.

 

Mehr Infos und Tipps zur Arbeitnehmerveranlagung!

Die Informationen in diesem Artikel erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit – es gibt immer Ausnahmen, Selbstbehalte und andere Regelungen. Für detaillierte Infos empfehlen wir die Publikationen der Arbeiterkammer und des Finanzministeriums.

Natürlich kannst du auch jederzeit einen Steuerberater oder Buchhalter zu Rate ziehen, um deinen Steuerausgleich möglichst gewinnbringend zu gestalten – die Steuerberatungskosten sind wiederum zur Gänze von der Steuer absetzbar. Frohes Sparen!

Lilli ist freie Texterin und Bloggerin und schreibt vor allem über Beauty, Shopping, Gastro, Technik und Freizeit.