Gaunerzinken am Haus: Was tun?

Gaunerzinken, was tun? Alarmanlage Haus

Gaunerzinken sind ausgestorben? Im Gegenteil: Die Polizei warnt immer wieder vor den Zeichen an Haus, Briefkasten oder Gartenzaun. Adobe Stock, (c) AA+W

Eine Raute, ein Gitter oder gezackte Linien an der Hauswand: So kommunizieren Einbrecher! Was für uns nur Kritzeleien sind, verrät den Gauern: Hier gibt es fette Beute! Achtung: Hunde im Haus! Oder Hier wohnen nur Frauen! Wir haben die Bedeutung von Gaunerzinken recherchiert und wissen, wie du am besten auf die Zeichen reagieren solltest. Außerdem verraten wir dir, wie du dein Zuhause am besten gegen Einbrecher schützen kannst.

Gaunerzinken – was ist das?

Gaunerzinken sind eine Art Geheimsprache für Einbrecher, Betrüger und sonstige Kriminelle. Die ersten Zeichen dieser Art traten im Europa des 16. Jahrhunderts unter Gaunerbanden auf. Mit ihrer Hilfe informierten sich die Bandenmitglieder darüber, wann und wie ein bestimmtes Haus überfallen werden sollte. Sollte es zum Beispiel „nur“ ausgeraubt oder anschließend in Brand gesteckt werden? Und wollte man warten, bis die Besitzer außer Haus waren, oder stellten sie vielleicht keine Gefahr dar, weil es sich zum Beispiel um ein altes Ehepaar handelte?

Neben der Planung konkreter Überfälle wurden über die Zinken auch Komplizen angeworben und Nachrichten über Fluchten und Verhaftungen oder Geständnisse und Verrat ausgetauscht. Im 16. Jahrhundert gab es mehr als 300 Zeichen, die zum Teil sehr differenziert waren. Die heutigen Gaunerzinken sind weniger detailliert, aber nach wie vor ein wichtiges Kommunikationsmittel. Moderne Gaunerzinken werden heute auch vielfach von Bettelbanden verwendet und geben beispielsweise Aufschluss darüber, ob man in diesem Haus zudringlich oder Mitleid heischend auftreten sollte.

Gaunerzinken entdeckt, was tun? Alarmanlage Haus

Die gängigsten Gaunerzinken Liste. Adobe Stock, (c) Fiedels

Wo werden Gaunerzinken angebracht?

In Sachen Gaunerzinken heißt das Zauberwort: Arbeitsteilung. Während die eine Gruppe die passenden Objekte auskundschaftet und versucht, so viel wie möglich über die Bewohner und ihrer Gewohnheiten herauszufinden, räumt die andere Gruppe die Häuser später aus. Die Späher-Trupps tarnen sich dabei häufig als Bettler oder Prospektverteiler. Ihre gesammelten Informationen teilen sie den Kollegen über kleine Kreide-Symbole an der Hauswand, am Gartenzaun, an der Garage oder dem Briefkasten mit: Was gibt es hier zu holen? Wer lebt hier? Gibt es Gefahren (Hunde, Alarmsysteme etc.)? Wann ist die beste Zeit für den Einbruch?

Handelt es sich um ausspionierte Wohnungen, werden die Gaunerzeichen auch in Hausfluren, an Klingelschildern oder an Türrahmen angebracht. Es sind auch schon entsprechende Symbole auf Gehwegen, Parkplätzen und sogar Ortsschildern gesichtet worden. Man vermutet, dass sie in manchen Fällen warnende Funktion haben könnten, indem sie anderen Gaunern bedeuten: Achtung, diese Stadt/diese Wohngegend ist fest in unserer Hand!

Was tun bei Gaunerzinken? Haus mit Alarmanlage sichern.

Gaunerzinken sind normalerweise an unauffälliger Stelle angebracht und werden häufig für Kritzeleien von Kindern gehalten. Adobe Stock, (c) Racle Fotodesign

Wie erkenne ich Gaunerzinken?

Man sollte meinen, dass große Kreidezeichnungen an der Hauswand jedem auffallen. Tatsächlich werden Gaunerzinken aber oft nicht erkannt, da sie normalerweise sehr klein und eher unscheinbar sind. Außerdem sind sie selten an einem wirklich prominenten Platz angebracht. Wahrscheinlicher ist es, die Einbrecher Symbole an versteckter Stelle wie ganz unten am Gartenzaun, hinter Sträuchern oder Büschen an der Hauswand oder seitlich am Briefkasten zu finden. Auch sind Gaunerzinken nicht immer mit Kreide gemalt, sondern können auch mit Kohle oder Bleistift eingeritzt werden. Das macht sie im Zweifel noch unscheinbarer für das ungeübte Auge.

Was bedeuten Gaunerzinken?

Wenn du verdächtige Kreide-, Kohle- oder Bleistiftsymbole im Hausflur, an deiner Hauswand oder in der Nähe deines Grundstücks entdeckst, dann kann das bedeuten, dass Einbrecher in der Gegend sind. Es muss nicht zwingend bedeuten, dass ein Einbruch oder Überfall unmittelbar bevorsteht, aber sicher ist: Die Gauner spionieren die Gegend aus. Sie bringen in Erfahrung, was für Menschen hier wohnen, wie ihre Gewohnheiten aussehen (zum Beispiel wann sie am Morgen das Haus verlassen und wann sie Feierabend haben), ob es sich um Familien oder alleinstehende Personen handelt, wie alt sie sind usw.

Auch Gefahren (zum Beispiel durch Hunde, viele Männer im Haus oder rabiate Temperamente unter den Bewohnern) haben eigene Symbole. Im folgenden Video siehst du eine Liste der gängigsten bekannten Gaunerzinken und ihrer jeweiligen Bedeutungen.

Gaunerzinken entdeckt – was tun?

Wenn du in der Nähe deiner Wohnung oder auf deinem Grundstück Symbole entdeckst, bei denen es sich um Gaunerzinken handeln könnte, musst du nicht direkt in Panik verfallen. Aber es ist wichtig, dass du jetzt sehr überlegt vorgehst. Einfach wegwischen und den Vorfall vergessen ist keine gute Idee. Stattdessen solltest du folgendes tun:

  • Symbole fotografieren: Bevor du irgendetwas anderes tust, solltest du alle entdeckten Symbole fotografieren. Achte darauf, sowohl die Zeichen selbst in Großaufnahme zu fotografieren, als auch die Stelle, an der du sie entdeckt hast.
  • Gaunerzinken entfernen: Normalerweise lassen die geheimen Zeichen sich einfach abwischen beziehungsweise mit ein wenig Wasser entfernen.
  • Polizei informieren: Du solltest die Polizei über deinen Verdacht unterrichten und die Fotos an die zuständige Polizeiinspektion senden. Die Experten können dir im Zweifel auch sagen, ob es sich tatsächlich um Gaunerzinken handelt.
  • Nachbarn informieren: Da die Gauner offensichtlich ihr Unwesen in deiner Gegend treiben, solltest du auch die Nachbarn über deinen Fund informieren. Möglicherweise ist dein Haus nämlich nicht das einzige, das ausgespäht worden ist.
  • lokale Presse informieren: Um den Einbrechern ihren Job zu erschweren, solltest du auch lokale Zeitungen informieren. Je mehr Leute über die potenzielle Gefahr informiert sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Einbrecher ihr Vorhaben aufgeben.

Gib Gaunern keine Chance! Einbruchschutz

Wusstest du, dass die meisten Einbrüche entweder um die Mittagszeit oder zwischen 17.00 und 21.00 Uhr am Abend verübt werden? Dabei haben es die Gauner vor allem auf Bargeld, Kreditkarten, Schmuck und Münzsammlungen abgesehen. Wie die Einbrecher in dein Haus oder deine Wohnung kommen? Hauptsächlich über Fenster und Terrassentüren. Denn was viele nicht wissen: Gekippte Fenster und Türen sind mit dem Schraubendreher in Sekundenschnelle aufgehebelt. Und auch in geschlossenem Zustand stellt ein ungesichertes Fenster kein Hindernis dar, wenn jemand in deine Wohnung will.

Hat deine Haus- oder Wohnungstür Sicherheitsschließbleche mit Mauerankern? Oder ein stabiles Einsteckschloss? Und wie sieht es mit Schutzbeschlägen, Ziehschutz oder Sicherungskarte aus? Deine Fenster können noch so gut gesichert sein: Ohne stabile Türkonstruktion und entsprechenden mechanischen Grundschutz stehen die Einbrecher schneller in deinem Wohnzimmer, als du „Alarmsystem“ sagen kannst.

Gaunerzinken gefunden? Überprüfe deinen Einbruchschutz!

Fenster sind für Einbrecher der einfachste Weg, um in ein Haus oder eine Wohnung einzudringen. Einbruchschutz lohnt sich! Adobe Stock, (c) Gina Sanders

Gaunerzinken gefunden! Wer berät in Sachen Einbruchschutz?

Die meisten Menschen stehen in Sachen Einbruchschutz wie der Ochs vorm Berge. Und das nicht ohne Grund: Am Markt gibt es eine nahezu unüberschaubare Vielfalt von Alarmanlagen und Sicherheitssystemen. Aus diesem Grund solltest du dich von einem Experten für Einbruchschutz beraten lassen. Häufig genügt es nämlich, mechanische Sicherungen an Türen und Fenstern anzubringen oder bereits vorhandene Haustürverriegelungen nachzurüsten. Auch die Polizei kann dich in Sachen Einbruchschutz beraten – und zwar kostenlos und produktunabhängig. Die Kriminalpolizeiliche Beratung erreichst du unter der Rufnummer 0800/216 346.

Ist das Kind bereits in den Brunnen gefallen und in dein Haus oder deine Wohnung wurde eingebrochen, ist guter Rat teuer. Denn die Haushaltsversicherung zahlt nicht in jedem Fall. Manchmal werden sogenannte Obliegenheitsverletzungen als Grund angeführt, warum ein Schaden nicht übernommen wird. Für solche Fälle lohnt sich eine Rechtsschutz-Versicherung. Die D.A.S. Rechtsschutz AG beispielsweise berät ihre Kunden in Einbruchsfällen und weiß genau, wann Aussicht auf Erfolg besteht und wann nicht.

Experten für Einbruchsschutz in deinem Bundesland:



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