Alte Holzfenster sanieren und aufrüsten

Holzfenster sanieren

Wann sollte man Holzfenster sanieren und wie läuft die Sanierung ab? Foto: Adobe Stock, (c) alonaphoto

Wenn sich Risse im Holz zeigen und der Lack großflächig abblättert, muss man Holzfenster sanieren. Wir zeigen dir, wie eine Sanierung von Holzisolierglasfenstern und Kastenfenstern abläuft, wie man sie in Hinblick auf Wärmeschutz und Schallschutz aufrüsten kann und was eine Fenstersanierung kostet.

Warum sollte man Holzfenster sanieren?

Holzfenster haben bei entsprechender Pflege eine lange Lebensdauer und können – entgegen langläufiger Meinung – einem Vergleich mit Kunststofffenstern durchaus standhalten. Denn während ein Kunststofffenster oft schon nach 15 oder 20 Jahren ausgetauscht werden muss, überdauern Holzfenster 50 Jahre und mehr. Holzfenster tragen außerdem zu einem angenehmen Raumklima bei und sind auch aus ökologischer Sicht wesentlich sinnvoller.

Wird ein Holzfenster regelmäßig durch punktweises Nacharbeiten an kritischen Stellen gepflegt, dann ist eine Generalüberholung in der Regel nicht erforderlich. Wartet man aber 10 oder gar 20 Jahre, dann ist das Fenster meist schon so beschädigt, dass nur mehr die Fenstersanierung bleibt. Nach einer fachgerechten Sanierung können alte Holzfenster jedoch wieder weitere Jahrzehnte in Gebrauch bleiben.

Welche Arbeiten fallen bei einer Fenstersanierung an?

Die kritischen Bereiche bei einem Holzfenster sind die untere waagrechte Leiste, die senkrechten Teile des Flügels sowie eventuell vorhandene Sprossen. An diesen Stellen läuft das Wasser nicht vollständig ab. Sobald nun die Sonne darauf scheint, entstehen unter den Wassertropfen Temperaturen von über 100 Grad Celsius. Mit der Zeit beginnt dann die Lasur bzw. der Lack aufzureißen, das Wasser dringt in das Holz ein, verursacht Holzrisse und sprengt die Farbe immer mehr ab.

Man kann daher nicht einfach Holzfenster sanieren, indem man ihnen einen Neuanstrich verpasst, sondern muss das Holz entsprechend vorbereiten. Das bestimmt letztlich die Qualität der Fenstersanierung. Schleift man nur oberflächlich ab, ohne die Schäden zu beheben, dann ist das Holzfenster zwar schnell gestrichen, aber in kürzester Zeit hat man wieder Probleme.

Holzfenster sanieren Schritt für Schritt

  • Reinigen des Holzes: In einem ersten Schritt werden Schmutzreste beseitigt und abblätternde Farbe entfernt.
  • Beheben von Mängeln:  Dazu gehört das Verkitten von Rissen im Holz, das Ausbessern von mechanischen Beschädigungen, das neu Verleimen von lockeren Holzverbindungen sowie der Austausch vermorschter Stellen. Beim Holzfenster sanieren geht man in der Regel punktweise vor, indem man das Fenster an den beschädigten Stellen bis zum Holz abschleift und dann repariert. Sollte der Fensterkitt schon sehr marode sein, dann wird dieser nicht repariert, sondern zur Gänze entfernt und nach dem Streichen des Holzfensters erneuert.
  • Vorschleifen des Holzes: Nach der Mängelbehebung wird das Holz vorgeschliffen, um es auf den Anstrich optimal vorzubereiten.
  • Streichen des Holzfensters: Anschließend wird bei lasierten Fenstern ein komplett neuer Lasuraufbau gemacht (Grundierung, zweimal UV-Schutzlasur). Kastenfenster sind meist lackiert, hier erfolgt vor dem Streichen mit dem Lack ebenfalls eine Grundierung.
  • Abdeckprofile: Bei modernen Fenstern sind die kritischen Stellen bereits standardmäßig mit Leisten abgedeckt. Ältere Holzisolierglasfenster sowie Kastenfenster können jedoch nachgerüstet werden, sobald sie in Ordnung gebracht wurden. Das Holzfenster ist dann vor Schlagregen, direkter Witterung und Sonneneinstrahlung geschützt und hält bedeutend länger. Die Abdeckprofile gibt es in den verschiedensten Eloxalfarben – von Silber über Bronze bis hin zu Gold.
  • Griffe und Verschlüsse: In manchen Fällen kann auch die Sanierung von Fenstergriffen und Verschlüssen erforderlich sein. Sie werden von Rost befreit, mit speziellen Mitteln gereinigt und mit einem Rostschutz versehen bzw. mit einer rostfesten Farbe neu gestrichen.

 Warum sich das Sanieren von Kastenfenstern lohnt

Kastenfenster werden heute zunehmend saniert oder sogar wieder eingebaut. Grund dafür ist, dass sie aus bauphysikalischer Sicht für alte Gebäude am besten geeignet sind, da Mauern von alten Häusern wärmetechnisch nicht optimal gedämmt und außerdem anders aufgebaut sind als moderne Mauern. Denn sobald in einem alten Gebäude ein hochdichtendes Fenster verbaut wird, ist der Luftaustausch über die Fenster blockiert und die warme Luft sucht sich ihren Weg durch die alten – nicht dampfdiffusionsgeschlossenen – Mauern.

Dort kühlt die warme Luft dann auf eine Temperatur zwischen 11 bis 13 Grad ab. Gleichzeitig entsteht in den Räumen eine hohe Luftfeuchtigkeit und sobald diese 50 Prozent und mehr beträgt, beginnt der Schimmel zu wachsen. Alte Kastenfenster sanieren zu lassen, ist daher eine durchaus lohnende Alternative zum Fensteraustausch.

1. Kastenfenster lassen sich zugfrei machen

Zug entsteht dann, wenn ein Kastenfenster nicht mehr sauber schließt. Um es wieder gängig zu machen, werden Schließbleche ein wenig versetzt oder das Holz an bestimmten Stellen nachgeschliffen bzw. aufgedoppelt. Zusätzlich kann man das Fenster noch abdichten, indem man den inneren Flügel dicht macht. Der äußere Flügel wird allerdings nicht mit einer Dichtung abgeklebt, damit die Luft weiterhin zirkulieren kann.

2. Kastenfenster zum Lärmschutzfenster aufrüsten

Kastenfenster werden im Rahmen einer Fenstersanierung oft zu Lärmschutzfenstern aufgerüstet. Dazu werden innen und außen Glasscheiben in unterschiedlichen Dicken einbaut. Normalerweise ist in Kastenfenstern ein 4 mm-Glas verbaut. Wenn nun das 4 mm-Glas des Innenfensters durch ein 6 mm-Glas ersetzt wird, dann schwingen die Gläser in unterschiedlichen Frequenzen. Dadurch werden Geräusch-Schwingungen gebrochen und es entsteht eine Lärmschutzwirkung. Um den Effekt noch zu verstärken, kann zusätzlich eine Innendichtung eingefräst werden. Die Kosten hierfür sind durchaus überschaubar, da der Austausch mit normalem kostengünstigen Glas erfolgt.

Holzfenster sanieren

Alte Holzfenster zu sanieren bringt einen besseren Wärmeschutzstandard – und das durch einfache Maßnahmen. Foto: Adobe Stock, (c) benschonewille

Energieeffizienz im Zuge der Fenstersanierung erhöhen

Ältere Holzisolierglasfenstern wie auch Kastenfenster können im Zuge einer Sanierung durch einfache Maßnahmen auch gleich auf einen besseren Wärmeschutzstandard gebracht werden. Heizkosteneinsparungen von 10 bis 15 Prozent können damit erreicht werden.

1. Glastausch bei Holzisolierglasfenstern

Holzsiolierglasfenster erreichen einen höheren U-Wert, wenn man Gläser mit einem höheren U-Wert einsetzt. Im Vergleich zum Fenstertausch ist der Glastausch eine praktische sowie staub- und schmutzfreie Lösung. Den Glastausch solltest du aber einem Profi überlassen, da spezielles Werkzeug benötigt wird und die Fehlerquellen vielfältig sind.

2. Zusätzliches Isolierglasfenster bei Kastenfenstern

Da bei Kastenfenstern der Luftaustausch wichtig ist, wird zur Erhöhung der Wärmedämmung anstelle der innenliegenden Holzflügel ein innenliegendes spezielles zweifachverglastes Isolierglasfenster eingebaut. Damit erreicht man eine Dreifachverglasung und gewährleistet gleichzeitig den erforderlichen Luftaustausch – und die zarte Optik des Kastenfensters kann auch erhalten bleiben.

Holzfenster sanieren – was kostet das?

Die Kosten der Fenstersanierung sind vom Schadenszustand abhängig. Eine Generalüberholung ohne große Schäden schlägt mit etwa 100 bis 200 Euro pro Fenster zu Buche. Die Sanierung von Holzfenstern mit starken Beschädigungen kostet 200 bis 300 Euro pro Fenster (inkl. Abdeckleisten). Falls vermorschte Teile ausgetauscht oder Fensterflügel komplett neu gebaut werden müssen, können die Kosten bis zu 400 Euro pro Fenster ausmachen.

Wer saniert Holzfenster?

Die Sanierung von Holzfenstern wird von Tischlern durchgeführt, die sich neben der Erneuerung der Holzteile in der Regel auch um den Glastausch und Einbau zusätzlicher Isolierglasfenster kümmern. Darüber hinaus bieten auch viele Fensterfirmen – neben dem Verkauf von neuen Fenstern – die Sanierung von Holzfenstern an.

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