Homöopathie bei Zahnschmerzen: Was hilft? - HEROLD.at

Globuli bei Zahnschmerzen? Sind Zähne homöopathisch behandelbar?

zahnschmerzen homöopathie

Homöopathie ist sehr umstritten. Trotzdem schwören viele Menschen auf Homöopathie bei Zahnschmerzen. Foto: Adobe Stock, (c) Adam Gregor

Zahnschmerzen gehören zu den Erfahrungen, die wohl niemand herbeisehnt. Spätestens wenn sie ein unerträgliches Maß anzunehmen scheinen, greifen viele zu konventionellen Schmerztabletten. Die können natürlich Nebenwirkungen haben. Aber ist die chemische Keule wirklich immer notwendig? Gibt es denn nicht vielleicht auch andere, z.B. homöopathische Behandlungsarten bei Zahnschmerzen? Und wenn ja, welche? Außerdem: Helfen diese wirklich was? Hier die Antworten.

Zahnschmerzen (Odontalgie, Dentalgie) kommen durch verschiedene Erkrankungen wie beispielsweise Karies, nächtliches Zähneknirschen (Bruxismus), Zahnfleisch- oder Zahnwurzelentzündungen zustande. Oder sie treten als Folge von Zahnbehandlungen wie z.B. Zahnextraktionen (Zahnziehen) auf. Dementsprechend unterschiedlich gestalten sich die Schmerzen, sind z.B. an- und abschwellend, stechend, pochend oder dumpf. Die Schulmedizin mit ihren herkömmlichen Medikamenten richtet sich nur begrenzt nach der Schmerzqualität. Anders die Homöopathie, die zu den ganzheitlichen Heilmethoden zählt. Sie zielt grundsätzlich darauf ab, das richtige Mittel nach den jeweils bestehenden Symptomen, aber ebenso nach der Konstitution, den individuellen Befindlichkeiten und der aktuellen Situation des Patienten auszuwählen.

Welche Homöopathika bei Zahnschmerzen helfen

Nun gibt es eine Reihe homöopathischer Kügelchen (Globuli), die im Ruf stehen, Zahnschmerzen zu lindern. Die gängigsten, von Homöopathen empfohlenen stellen wir unseren Leserinnen und Lesern hier in alphabetischer Reihenfolge vor:

Aconitum

Aconitum napellus (blauer Eisenhut, Sturmhut) wirkt bei plötzlichen, heftigen, klopfenden, durch Kälte, Wind/Zugluft, Erkältungen oder Ärger/Schreck verursachten, sich nachts verschlimmernden, mit Angst und großer Unruhe verbundenen Zahnschmerzen. Und gegen Zahnarztangst.

Arnika

Arnica montana (Bergwohlverleih), die “Zahnschmerzglobuli“ schlechthin, bekämpfen ziehende, dumpfe Zahnschmerzen mit Berührungsempfindlichkeit, Wundgefühl, Blutungen, Schwellungen, Zerschlagenheitsgefühl, z.B. bei Mund-/Kieferverletzungen, nach dem Bohren, Zahnziehen oder Zahnsteinentfernen sowie bei Druckbeschwerden oder wunden Stellen durch Zahnersatz.

Belladonna

Belladonna (Tollkirsche) hilft gegen plötzliche, pochende oder klopfende, teils bis in die Ohren ausstrahlende, teils mit Zahnfleischrötung und Wangenschwellung einhergehende, abends ab- und nachts zunehmende Zahnschmerzen, inklusive Aggressivität und Berührungsempfindlichkeit sowie gegen Bruxismus.

Bryonia

Bryonia alba (weiße Zaunrübe) bewährt sich bei stechenden, wandernden, sich nachts verschlechternden Zahnschmerzen mit Mundtrockenheit, Kopfschmerzen und Gereiztheit.

Chamomilla

Matricaria chamomilla (Kamille) hilft bei – z.B. durch Karies oder Zorn ausgelösten – unerträglichen, sich nachts verschlimmernden Zahnschmerzen mit Rötung der entsprechenden Gesichtshälfte und Unruhe. Es ist Mittel der Wahl, um bei Babys und Kindern Zahnungsschmerzen zu lindern. Außerdem bei Entzündungen (z.B. in der Schwangerschaft) und Zähneknirschen.

Coffea

Coffea (Kaffee) wirkt gegen stechende, auf Kälte sich bessernde Schmerzen, die kommen und gehen, bei heißen roten Wangen und Unruhe.

Hepar sulfuris

Hepar sulfuris calcarea (Kalk-Schwefelleber) hilft bei splitterartigen Zahnschmerzen, bei nicht durchbrechen wollenden Weisheitszähnen, eitrigen Entzündungen mit Reizbarkeit, Wärmeverlangen, Verschlimmerung durch Kälte.

Hypericum

Hypericum perforatum (Johanniskraut) bekämpft in den Ober- oder Unterkiefer ausstrahlende, ziehende Nervenschmerzen nach dem Zahnziehen, einer Kariesbehandlung oder Operation mit Wärmeempfindlichkeit.

Lachesis

Lachesis muta (Buschmeisterschlange) hilft bei bis zum Ohr ausstrahlenden Schmerzen nach Zahnentfernung bzw. schmerzempfindlichen Zahnhälsen.

Mercurius solubilis

Mercurius solubilis (Quecksilber) ist Mittel der Wahl bei Beschwerden infolge einer Zahnwurzelentzündung oder Parodontose mit starker Speichelbildung, belegter Zunge und üblem Mundgeruch.

Rhus toxicodendron

Rhus toxicodendron (Giftsumach) hilft gegen Zahnschmerzen mit Zahnlockerungsgefühl und Kälteempfindlichkeit.

Silicea

Silicea (Kieselsäure) wirkt Entzündungsprozessen mit schlechter Heilungstendenz sowie wiederholten Fistelbildungen an wurzelkanalbehandelten Milchzähnen (bei Kindern) entgegen.

Staphisagria

Staphisagria (Stephanskörner, Läusepfeffer) lindert Beschwerden nach einer zahnärztlichen Behandlung oder bei aufgestautem Ärger, bei leicht blutendem, schwammigem Zahnfleisch.

Die Kurzbeschreibungen der Homöopathika lassen bereits erahnen: Eine geeignete Selbstbehandlung damit ist gar nicht so einfach, wie manche denken. Denn was für den einen passt, muss dem anderen noch lange nicht helfen. Gibt es doch eine Reihe von Begleitumständen, die die Beschwerden verstärken oder mildern können, die es neben der körperlichen und seelischen Verfassung zu beachten gilt, um das oder die jeweils richtigen Mittel samt adäquater Potenz (z.B. C12) und Menge auszuwählen. Was am besten durch einen in Homöopathie ausgebildeten und kundigen Arzt geschieht.

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Foto: Adobe Stock, (c) Björn Wylezich

Welche Arten von homöopathischen Zahnbehandlungen gibt es?

Außer den erwähnten Globuli helfen bei Zahnproblemen auch einige Schüßler-Salze, die der Homöopathie nahestehen. Und zwar

  • Silicea D12 oder Ferrum phosporicum D12 bei abends zunehmendem, kältefreundlichem Entzündungsschmerz.
  • Kalium chloratum D6 und Silicea D12 bei geschwollenen Backen.
  • Silicea D12, Kalium chloratum D6, Natrium chloratum D6 bei bis in die Ohren ausstrahlendem Schmerz.
  • Kalium phosphoricum D6 und Magnesium phosphoricum D6 bei Zahnschmerzen durch Stress.

Für sie gilt – ebenso wie für andere alternative Heilmethoden: sie bringen vielleicht die Zahnschmerzen zum Verschwinden, jedoch kaum deren Ursache. Dafür ist ein Zahnarzt zuständig, der nach dem Grund der Schmerzen fahndet und entsprechende Behandlungen veranlasst. Wie etwa die unerlässliche Wurzelkanalbehandlung bei einer Zahnwurzelentzündung, die sich sonst auf den Kieferknochen und umliegendes Gewebe ausbreiten kann.

Das macht die Homöopathie aber nicht gleich überflüssig, denn sie kann nach dem Eingriff zur Schmerzlinderung und besseren Heilung beitragen. Wobei in diesem Fall meist Arsenicum album (weißes Arsen) zur Abpufferung chemischer Noxen der Wurzelfüllpasten, Pyrogenium und Magnesium phosphoricum (Magnesiumphosphat) zum Einsatz kommen. Und zur Vorbeugung (weiterer) Zahnwurzelentzündungen – nebst entsprechender Mundhygiene, versteht sich – das sogenannte Ölziehen, d.h. Mundspülungen mit hochwertigem pflanzlichem Speiseöl, um das Zahnfleisch zu kräftigen und schädliche Bakterien in der Mundhöhle zu beseitigen.

Die besten Apotheken und Zahnärzte in deinem Bundesland, die sich mit Homöopathie beschäftigen, findest du hier:



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