Sind Tampons gefährlich? 5 erstaunliche Alternativen - HEROLD.at

Sind Tampons gefährlich? 5 erstaunliche Alternativen

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Der Griff zum Tampon ist einfach. Aber das heißt nicht, dass er richtig ist. Wir stellen dir 5 Alternativen vor. Foto: Adobe Stock, (c) cornejavo

Diva Cup, Naturschwämmchen oder Free Bleeding? Die meisten von uns benutzen während ihrer Tage das, was schon Mama benutzt hat. Dabei gibt es Alternativen zu Tampons, Binden & Co, die nicht nur die Umwelt schonen, sondern auch besser für deine Gesundheit sind. Heute möchte ich dir vier alternative Produkte für eine bewusste Monatshygiene vorstellen – und eins, das den Sex während der Periode erleichtert.

Sind Tampons wirklich sicher?

Darüber, ob Tampons das gefürchtete TSS (Toxisches Schocksyndrom) nun auslösen können oder nicht, wird in Fachkreisen schon seit Jahren diskutiert. Die Meinungen bleiben gespalten. Was aber niemand wegdiskutieren kann sind die wachsenden Müllberge, die durch herkömmliche Monatshygiene entstehen: Eine Frau verbraucht im Laufe ihres Lebens rund 15.000 Tampons und/oder Wegwerfbinden. Weltweit resultiert das in rund 200 Milliarden gebrauchter Hygieneartikel im Jahr! Wenn das noch kein Grund ist, deine Monatshygiene zu überdenken, werfen wir doch mal einen Blick auf die Kosten. Hast du überhaupt eine Ahnung, wie viel Geld du im Laufe deines Lebens für Hygieneartikel ausgibst?

Tampon: der Luxusartikel ohne Luxus

Laut Volkswirtschaftslehre sind Luxusartikel jene Güter, „deren Nachfrage sich bei steigendem Einkommen […] erhöht„. (Quelle: Wikipedia) Wir reden hier also von Dingen, die man nicht wirklich braucht, aber gerne besitzt, wenn man es sich leisten kann. Was viele nicht wissen: Tampons werden in Österreich als Luxusgut gehandelt! Von dem Geld, das du dafür ausgibst, in Bussen, Bahnen und auf deinem Bürosessel keine rote Flecken zu hinterlassen, gehen also jedesmal 20 % als Luxussteuer direkt ans Finanzministerium – der gleiche Satz, den du für eine Flasche Champagner abführen musst.

Ich fasse das mal zusammen: Für den „Luxus“, auf ihr ganzes Leben gerechnet sechs bis sieben Jahre lang (!) zu bluten, gibt eine Frau je nach bevorzugter Marke zwischen 2.500 und 4.500 € in Form von Hygieneartikeln aus. Da die meisten Frauen außerdem mit leichten bis starken Regelschmerzen zu kämpfen haben, kommt für viele noch einmal etwa der gleiche Betrag für Schmerzmittel hinzu. Höchste Zeit also, auf eine kostengünstige Monatshygiene zu setzen, die die Umwelt schont und Schmerzen mindern kann!

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In ihrem Leben gibt eine österreichische Frau um die 4.000 € für Tampons und Binden aus. Adobe Stock, (c) Jeanette Dietl

Tipp: Im Blogbeitrag „Menstruationstasse: Das musst du wissen, so funktioniert’s!“ erfährst du, warum der Wechsel auf eine bewusste Monatshygiene sich positiv auf deine Regelschmerzen auswirken kann.

Wie gefährlich sind Tampons für meine Gesundheit?

Selbstverständlich unterliegen Hygieneartikel strengen Qualitätskontrollen. Diese stellen sicher, dass die in deinen Tampons enthaltenen Giftstoffe die gesetzlichen Grenzwerte nicht überschreiten. Man beachte: Dass sie sie nicht überschreiten. Dass Giftstoffe enthalten sind, ist also eine Tatsache. Die Frage ist eben nur, wie hoch die Mengen sind. Was viele nicht wissen: Die gesetzlichen Grenzwerte sind für kurzen Hautkontakt mit den jeweiligen Produkten definiert.

Binden und Tampons befinden sich aber mehrere Tage im Monat für viele Stunden an beziehungsweise sogar in unserem Körper. Die Chance, dass enthaltene Giftstoffe und Chemikalien freigesetzt werden und durch die vaginalen Schleimhäute direkt in die Blutbahn gelangen, ist also recht groß.

Wie giftig sind Tampons und Binden?

Sowohl Tampons als auch die Saugkerne in Binden sind aus Baumwollfasern gemacht. Und was kann an Baumwolle schon giftig sein? Die erschreckende Antwort: Heutzutage leider sehr viel. Tampons bestehen zwar im wesentlichen aus Viskose, für leichteres Einführen sind sie jedoch von einer synthetischen Schicht aus Polyester und Polyethylen/ Polypropylen umgeben. Und diese Schicht ist es, die im Verdacht steht, das Toxische Schocksyndrom (TSS) auszulösen. Darüber hinaus stammen die Fasern in unseren Tampons von Plantagen, auf denen die Pflanzen nicht nur genmanipuliert sind, sondern zum Teil mit hochgiftigen Chemikalien (zum Beispiel dem krebserregenden Glyphosat) behandelt werden.

Weitere gefährliche Stoffe in Tampons und Binden sind Dioxin, Formaldehyd (zum Beispiel in den Klebestreifen an der Unterseite von Binden) und verschiedene Weichmacher. Diese Gifte gelangen über unsere Schleimhäute direkt in den Blutkreislauf, wo sie verheerende Schäden anrichten können. Unser Körper kann diese Gifte nur sehr schwer abbauen – zumal alle 28 Tage Nachschub kommt. Die möglichen gesundheitlichen Folgen sind vielfältig und besorgniserregend:

  • Dioxin kann schwere Allergien sowie hormonelle Veränderungen auslösen (entsteht als Nebenprodukt beim Bleichen der Fasern).
  • Weichmacher stehen im Verdacht, den Zyklus zu beeinflussen, die Fruchtbarkeit zu reduzieren und die Entwicklung des Embryos im Mutterleib zu schädigen.
  • Glyphosat ist krebserregend und kann zu schweren Allergien führen.
  • Formaldehyd kann Allergien auslösen, die Schleimhäute reizen und steht ebenfalls im Verdacht, Krebs auzsulösen.

Sind Bio-Tampons eine Alternative?

Wenn du ein absoluter Tampon-Fan bist und nur sichergehen möchtest, dass deine Produkte weder Chemikalien noch Kunstfasern enthalten, kannst du auf Tampons aus kontrolliert biologischem und pestizidfreiem Baumwoll-Anbau (zum Beispiel von Natracare) zurückgreifen. Allerdings bleibt auch hier das Problem bestehen, dass der Tampon die Schleimhäute austrocknet und zu Hautreizungen führen kann.

Fünf Alternativen für eine Periode ohne Tampon

Umweltfreundliche und schadstofffreie Helferlein für deine Tage sind genauso hygenisch und können (mit ein bisschen Übung) ebenso einfach eingeführt werden wie ihre nicht-natürlichen Pendants. Wir haben fünf beliebte Alternativen recherchiert, die dich sicher durch deine Menstruation begleiten, ohne dein Scheidenklima zu schwächen oder deine Hormone zu verwirren. Nummer fünf ist ein Goodie, das es dir erlaubt, während deiner Erdbeerwoche Sport zu machen, Schwimmen zu gehen und Sex zu haben, ohne hinterher die Bettwäsche wechseln zu müssen. 😉

1. Menstruationstasse, Ruby, Diva oder Moon Cup

Wusstest du, dass es Menstruationstassen schon seit fast 100 Jahren gibt? Eines der ersten Patente war aus vulkanisiertem Gummi gemacht und wurde von der amerikanischen Schauspielerin Leona Chalmers entwickelt. Spätere Modelle bestanden aus Latex. Die moderne Menstruationstasse, die für den hygienischen Transport in einem süßen Sackerl kommt, ist aus antiallergenem medizinischen Silikon gefertigt.

Da Ruby Cups das Blut nicht aufsaugen sondern auffangenmusst du sie zwischendurch entnehmen, ausleeren, sauber machen und wieder einsetzen. Je nach Modell kann die Menstruationstasse bis zu 48 ml Flüssigkeit aufnehmen. Anders als herkömmliche Hygieneartikel zeichnet die Menstruationstasse sich durch folgende Vorteile aus: Sie ist

  • schadstofffrei und antiallergen (Herstellung aus medizinischem Silikon)
  • günstig in der Anschaffung (zwischen 10 und 30 €)
  • umweltfreundlich (weil wiederverwendbar)
  • langlebig (bis zu 10 Jahre lang verwendbar)
  • neutral in Bezug auf deine natürliche Scheidenflora
  • komfortabel zu tragen und bei richtiger Anwendung sehr sicher

Tipp: Wenn du eine Menstruationstasse kaufen möchtest, solltest du dich zuvor von deinem Frauenarzt beraten lassen. Er oder sie kann dich hinsichtlich der richtigen Größe und Materialstärke beraten und dir zeigen, wie du den Ruby Cup am besten einsetzt. Besonders wichtig ist dieses Vorgespräch, wenn du unter starken Regelschmerzen oder Endometriose leidest.

2. Waschbare Stoffbinden und Slipeinlagen

Wenn du deine Hygieneartikel nicht IM, sondern lieber AM Körper tragen möchtest, dann sind waschbare Stoffbinden eine super Alternative zu den Drogerie-Binden mit formaldehydhaltigen Klebestreifen. Stoffbinden kannst du, je nach persönlicher Vorliebe und Stärke deiner Regelblutung, in verschiedenen Größen und Dicken bestellen. Sie bestehen normalerweise aus einer atmungsaktiven Baumwolleinlage, die als Saugkern dient, und einer dünnen Polyurethan-Schicht (als Auslaufschutz). Zur Fixierung im Slip dienen Flügel mit kleinen Druckknöpfen. Waschbare Stofffbinden haben folgende Vorteile:

  • hygienisch: Nach Gebrauch spülst du die Binden mit kaltem Wasser aus und gibst sie anschließend in die Waschmaschine. Aufhängen, trocknen lassen, fertig!
  • umweltfreundlich: Da du die Stoffbinden mehrere Zyklen lang verwenden kannst, reduzieren sie deine Müllproduktion erheblich. Außerdem sind sie (fast) zu 100% biologisch abbaubar.
  • kostengünstig: Eine waschbare Stoffbinde kostet in der Anschaffung zwischen 5 und 15 €. Pro Zyklus solltest du immer ungefähr zehn Stoffbinden auf Vorrat haben, um im Bedarfsfall wechseln zu können.

Nachteil: Genau wie bei herkömmlichen Binden besteht natürlich auch bei Stoffbinden die Gefahr, dass sie verrutschen oder auslaufen. Sie bieten daher nicht ganz so viel Schutz und Komfort wie Menstruationstassen.

Wo kaufen? Waschbare Stoffbinden findest du nicht in jeder Drogerie. Es gibt aber einen österreichischen Online Shop für alternative Monatshygiene, wo du Stoffbinden und biologische Slipeinlagen in deinem Lieblingsdesign bestellen kannst.

 

3. Menstruations- oder Naturschwamm

Der Natur- oder Menstruationsschwamm ist im Grunde die natürlichste Form des Tampons. Du kannst dir den Naturschwamm auf die ideale Größe zurechtschneiden und musst ihn, im Gegensatz zum herkömmlichen Tampon, nach dem Gebrauch nicht entsorgen. Du wäscht ihn einfach gründlich mit warmem Wasser aus und kannst ihn anschließend direkt wieder einsetzen. Sobald deine Menstruation vorüber ist, desinfiziest du das Schwämmchen in Essigwasser und lässt es an der Luft trocknen. Vorteile des Menstruationsschwamms sind:

  • umweltfreundlich: Naturschwämme sind zu 100% biologisch abbaubar.
  • kostengünstig: Die Anschaffungskosten liegen bei 4 € pro Stück und du kannst den Schwamm mehrere Zyklen lang verwenden.
  • sicher: In dem Naturprodukt befinden sich weder synthetische Fasern noch irgendwelche Chemikalien.

Nachteil: Menstruationsschwämme sind nicht so saugstark wie herkömmliche Tampons. Abhängig von der Blutungsstärke variiert die maximale Tragedauer also zwischen zwei und sechs Stunden.

Wo kaufen? Menstruationsschwämme solltest du grundsätzlich in der Apotheke und nicht im Online Shop kaufen. Nur so kannst du sichergehen, dass es sich wirklich um ein hochwertiges Naturprodukt handelt.

 

4. Periodenhosen, Period Panties oder Periodenslip

Period Panties sollen Frauen das Gefühl geben, ohne jedes Hygieneprodukt durch ihre Tage zu kommen. Und das Prinzip ist denkbar einfach: Es handelt sich um ganz normale Slips, die im Schritt mit einem absorbierenden Stoff verstärkt sind. Damit für jede Frau das passende dabei ist, gibt es Periodenhosen in unterschiedlichen Stilen (French, Hipster, String, Slip). Vorteile der Periodenhosen sind:

  • hygienisch: Du kannst die Period Panties in der Waschmaschine waschen. Aufhängen, trocknen lassen, fertig!
  • komfortabel: Die Höschen sind bequem geschnitten und es kann nichts verrutschen, da der absorbierende Stoff eingearbeitet ist.
  • kostengünstig: Periodenhosen sind bereits ab 10 € erhältlich. Für einen Zyklus solltest du grundsätzlich drei bis fünf Periodenhosen auf Reserve haben, damit du zwischendurch problemlos wechseln kannst.
  • stylish: Es gibt Period Panties in schrillen Designs, aber auch schlichte und einfarbige Modelle.
  • langlebig: Bei richtiger Handhabung kannst du Periodenhosen mehrere Jahre lang verwenden.

Nachteil: Um unschöne Flecken und Geruchsbildung zu vermeiden, musst du deine Periodpants direkt nach Gebrauch kalt auswaschen und in die Waschmaschine geben bzw. alternativ einweichen. Das ist unterwegs natürlich etwas schwierig. Bei sehr starker Blutung kann außerdem schon mal was daneben gehen.

Wo kaufen? Da Periodenhosen (noch) kein Massenprodukt sind, gibt es sie nicht in der Drogerie zu kaufen. Es gibt sie aber in zahlreichen Online Shops, u.a. bei meinetage.at.

 

5. Soft Tampons oder Menstruationsschwämmchen

Soft Tampons sind synthetisch hergestellte Schwämmchen in V-Form, die genauso angewendet werden wie normale Tampons. Anstelle des Rückholbändchens haben Soft Tampons jedoch eine kleine Lasche, in die man den Zeigefinger stecken und sie herausziehen kann. Die meisten Frauen verwenden Soft Tampons nur dann, wenn sie während ihrer Periode Sex haben wollen. Das kleine Schwämmchen ist nämlich so weich und knautschfähig, dass es problemlos sehr dicht an den Muttermund herangeschoben werden kann. Weitere Vorteile der kleinen rosa Schwämmchen sind u.a.:

  • giftfrei: synthetisch, aber chemiefrei hergestellt
  • komfortabel: Soft Tampons sind so weich, dass man sie tatsächlich nicht im geringsten spürt und sie trotzdem tun, was sie sollen.
  • sicher: Durch ihre starke Saugfähigkeit und Positionierung direkt am Muttermund kannst du mit einem Soft Tampon während deiner Menstruation bedenkenlos schwimmen, reiten, laufen oder in die Sauna gehen.

Nachteil: Die rosa Schwämmchen sollten, genau wie herkömmliche Tampons, nach spätestens acht Stunden herausgenommen und entsorgt werden. Die Anschaffungskosten sind mit ca. 8 € für 10 Stück relativ hoch.

Wo kaufen? Soft Tampons kannst du in gut sortierten Drogerien, in der Apotheke oder im spezialisierten Online Shop kaufen.

 

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