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Ursachen starker Regelschmerzen: Endometriose & Co.

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Starke Regelschmerzen sind keine Seltenheit. Trotzdem ist Vorsicht geboten, denn die Schmerzen können ein Symptom sein! Adobe Stock, (c) hikdaigaku86

Übelkeit, Durchfall und quälende Krämpfe: Rund die Hälfte aller Frauen leidet während der Periode nicht nur unter „normalen“ Regelschmerzen, sondern hat mit Alltags-lähmenden Begleiterscheinungen zu kämpfen. Was häufig totgeschwiegen oder als Anstellerei abgetan wird, kann jedoch ernsthafte körperliche Ursachen haben, die nur durch den Facharzt zu diagnostizieren sind. Wir haben nachgeforscht.

Arbeitsunfähig wegen Regelschmerzen?

In der Fachwelt heißt der dumpfe, stechende oder krampfartige Schmerz, der uns während der Regelblutung quält, „Dysmenorrhö„. Während die Gebärmutter sich durch Zusammenziehen ihrer Schleimhaut entledigt, empfinden mehr als die Hälfte aller Frauen Begleiterscheinungen wie Kopf- und Unterleibsschmerzen bis hin zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Ist die Regelblutung Auslöser dieser Beschwerden, spricht man von einer primären Dysmenorrhö. Hierbei handelt es sich um zwar lästige, aber normalerweise ungefährliche Schmerzen.

Ganz anders sieht es aus im Falle der sekundären Dysmenorrhö: Hier ist nicht die Periode selbst, sondern eine organische Veränderung oder Erkrankung Ursache der starken Schmerzen. Der Verdacht einer versteckten Ursache liegt insbesondere in solchen Fällen nahe, in denen die Regelschmerzen bis zur tageweisen Arbeitsunfähigkeit führen.

Bezahlter Urlaub wegen Regelschmerzen

Hierzulande ist eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung wegen starker Regelschmerzen zwar nicht unmöglich, doch die meisten Frauen verzichten aus Scham oder falschem Pflichtbewusstsein auf eine Krankschreibung. Dabei ist es mittlerweile nachgewiesen, dass der Schmerz, den manche Frauen während ihrer Periode durchleiden, mit der Schmerzintensität eines Herzinfarktes zu vergleichen ist. Das New-Portal Quartz hat diesbezüglich ein Interview mit John Guillebaud, Professor für Reproduktionsmedizin am University College in London, durchgeführt.

Andere Länder, andere Sitten: In Japan, Indonesien, Taiwan und Italien dürfen betroffene Frauen pro Monat zwischen einem und drei Tagen bezahlten oder unbezahlten Urlaub nehmen. In Österreich entscheiden Hausärzte und Gynäkologen weiterhin nach eigenem Ermessen, ob eine Arbeitsunfähigkeit vorliegt.

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Viele Frauen leiden schweigend. Dabei können starke Regelschmerzen ein Warnzeichen sein und z.B. auf Endometriose hinweisen.  Adobe Stock, (c) agnieszka_marcinska

Starke Regelschmerzen: Welche Ursachen können vorliegen?

Manchmal werden starke Regelschmerzen durch mechanische Verhütungsmittel wie Diaphragma oder Spirale ausgelöst. Wenn du ein solches Verhütungsmittel verwendest und dich alle vier Wochen vor Schmerzen nicht vom Fleck bewegen kannst, solltest du also umgehend deinen Gynäkologen aufsuchen und dich über Alternativen beraten lassen. In den meisten Fällen ist die Ursache der extremen Schmerzen jedoch nicht das Verhütungsmittel, sondern eine gynäkologische und/oder organische Erkrankung:

  • Endometriose: Die Endometriose ist eine chronische Erkrankung, bei der die Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle „wuchert“. Es handelt sich um eine schmerzhafte, aber gutartige Ursache starker Regelschmerzen.
  • Myom: Bei einem Myom handelt es sich um einen gutartigen Muskeltumor. Gebärmuttermyome enthalten neben Muskel- auch Drüsenzellen.
  • Zyste: Auch eine Zyste, die in der Gebärmutterschleimhaut oder an den Eierstöcken wächst, kann starke bis sehr starke Regelschmerzen auslösen.
  • Gebärmutterentzündung: Die Entzündung der Gebärmutterschleimhaut ist normalerweise bakteriell und kann neben starken Regelschmerzen auch eine unregelmäßige Blutung und hohes Fieber verursachen.

Starke Regelschmerzen: Behandlung/Therapie im Überblick

Symptome mögliche Langzeitfolgen Behandlungsmöglichkeit/ Therapie
Endometriose extrem schmerzhafte Regelblutung, chronische Schmerzen auch
außerhalb der Periode, z.T. unregelmäßiger Zyklus
Unfruchtbarkeit Zerstörung der „Herde“ durch einen operativen Eingriff; Hormongaben zur Eindämmung; letzter „Ausweg“: Entfernen der Gebärmutter
Myom Starke Regelschmerzen/ Krämpfe, Blutarmut infolge zu starker Blutungen, untypische/ unregelmäßige Blutungen, verstärkter Harndrang, starke Blutarmut infolge starker Blutungen; Verhinderung der Empfängnis (bei Myomen an den Eileitern) Hormonbehandlung (z.B. mit Spirale); operative Entfernung; letzter Ausweg: Entfernen der Gebärmutter
Zyste häufig ohne Symptome, manchmal aber auch Rücken- und Bauschmerzen; Schmerzen beim Sex und beim Stuhlgang; unregelmäßige u. schmerzhafte Blutungen; kolikartige Schmerzen im Unterbauch werden Blutgefäße in Mitleidenschaft gezogen, ist u.U. eine Notoperation erforderlich Hormonbehandlung (manchmal auch mit der Pille); operative Entfernung
Entzündung der
Gebärmutterschleimhaut
starke Unterleibsschmerzen, untypische Blutungen, Fieber, manchmal mit einer Eierstockentzündung verbunden Entzündung kann auf Eierstöcke, Bauchfell u. Eileiter übergehen; bösartige Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut Kombination aus Bettruhe und Antibiotika-Gaben; Entfernen von mechanischen Verhütungsmitteln (wenn vorhanden)

 

Wie finde ich einen guten Frauenarzt? Unsere Empfehlungen!

Wenn deine Regelschmerzen so stark sind, dass sie dich Monat für Monat daran hindern, deiner Arbeit nachzugehen oder alltägliche Dinge zu verrichten, solltest du umgehend einen Termin bei deinem Gynäkologen machen. Dieser kann durch einen Abstrich, ein Blutbild oder einen Ultraschall feststellen, ob es eine körperliche/organische Ursache für deine Schmerzen gibt, und dich je nach Diagnose über deine Möglichkeiten informieren.

Da die Wahl des Frauenarztes eine sehr wichtige, jedoch sehr persönliche Angelegenheit ist, möchten wir dir mit unseren Empfehlungen zur Seite stehen. Aus diesem Grund findest du unten stehend Links zu den beliebtesten Gynäkologen für jedes Bundesland. Die Reihung findet auf der Grundlage von HEROLD-Kundenbewertungen statt, die wir über viele Jahre hinweg gesammelt haben.

Tipp: Im Blogbeitrag „Frauenarzt Wien“ findest du eine Auflistung sehr gut bewerteter Gynäkologen, die in Wien und Umgebung praktizieren.

Hausmittel gegen starke Regelschmerzen

Wenn dein Gynäkologe eine körperliche Ursache für die Regelschmerzen ausschließen kann, ist das natürlich ein Grund zur Freude! Das Problem ist nur, dass du in diesem Fall wohl tatsächlich bis zur Menopause mit Krämpfen, Erbrechen und Koliken leben musst. Gut zu wissen: Bei manchen Frauen verschwinden die Beschwerden beinahe vollständig, sobald sie ihr erstes Kind zur Welt gebracht haben. Da Familiengründung aber nicht als experimentelle Schmerztherapie starten sollte, haben wir eine Liste von Hausmitteln zusammengestellt, die starke Regelschmerzen lindern können. Und das Beste: Tee, Wärmflasche & Co. bleiben sicher nicht bei dir wohnen, bis sie 30 sind. 😉

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Heilpflanzen und Tee gehören zu den beliebtesten Hausmitteln gegen starke Regelschmerzen. Foto: Adobe Stock, (c) PhotoSG

1. Wärme gegen Regelschmerzen

Da Wärme krampflösend wirkt, greifen wir alle vier Wochen instinktiv nach Wärmflasche, Körnerkissen oder Heating Pads aus der Apotheke. Noch sinnvoller ist es allerdings, den gesamten Körper gut durchzuwärmen. Aus diesem Grund sind warme Vollbäder, Schlammpackungen (z.B. Fango) und der Gang in die Sauna exzellente Hausmittel gegen starke Regelschmerzen.

2. Tee gegen Regelschmerzen

Das Pendant zu Sauna, Vollbad & Co. ist die Wärme von innen: Eine Tasse Tee kann manchmal Wunder wirken! Krampflösende und beruhigende Inhaltsstoffe sind u.a. in Beifuß, Frauenmantel, Kamille, Melisse und Schafgarbe enthalten. Entsprechende Mischungen findest du sowohl im Tee-Fachgeschäft als auch im Reformhaus in deiner Nähe.

3. Heilpflanzen gegen Regelschmerzen

Viele Frauen schwören bei Regelbeschwerden auf Mönchspfeffer und Hirtentäschelkraut. Mönchspfeffer kann helfen, den Hormonhaushalt und den Zyklus zu stabilisieren und Spannungsgefühle in der Brust zu lindern. Hirtentäschelkraut eignet sich vor allem, wenn du nicht nur eine schmerzhafte, sondern auch starke bzw. langanhaltende Blutung hast. Die Pflanze wirkt auf die Venen der Gebärmuttermuskulatur und kann helfen, die Blutung zu verringern. Auch Ingwer gilt bereits seit Jahrhunderten als wirksames Hausmittel gegen eine ganze Reihe von Beschwerden.

Bei starken Regelschmerzen wirkt Ingwer sich positiv auf jene Hormone aus, die für das Zusammenziehen der Gebärmuttermuskulatur und für die Schmerzwahrnehmung verantwortlich sind. Du kannst die Wunderknolle entweder als Pulver zu dir nehmen, oder du übergießt ein paar Scheiben frischen Ingwer mit heißem Wasser und trinkst den Sud in kleinen Schlucken.

4. Melasse gegen Regelschmerzen

Bei starken Krämpfen während der Regel liegt häufig ein Mangel an Mineralstoffen bevor. Besonders ein Mangel an Eisen, Magnesium, Kalium und Calcium kann zu besonders schmerzhaften Kontraktionen der Gebärmutter führen. Ein natürliches Hausmittel, das deinen Körper mit den notwendigen Mineralien versorgt, ist Melasse. Damit dein Körper ein entsprechendes Depot aufbauen kann, solltest du dir angewöhnen, täglich ein bis zwei Teelöffel Melasse wahlweise in eine Tasse Tee oder warme Milch zu geben. Melasse in Bio-Qualität bekommst du im Reformhaus.

5. Alternative Möglichkeiten

Manchmal liegen die Gründe für körperliche Leiden ein bisschen tiefer verborgen. So kommt es z.B. vor, dass starke Regelschmerzen als Symptom seelischer Traumata oder verdrängter, angstbesetzter Erinnerungen und Gefühle auftreten. Um seelisch-mentale Ursachen auszuschließen, kannst du z.B, einen Energetiker aufsuchen, der Blockaden bzw. Ungleichgewichte in deinem Energiefluss aufspüren und auflösen kann.

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