Menstruationstasse: Das musst du wissen, so funktioniert’s!

Eine Frau hält eine Menstruationstasse und einen Tampon.

Die Menstruationstasse, auch Ruby, Moon oder Luna Cup genannt, ist aus Silikon und frei von Schadstoffen. Foto: Adobe Stock, Gregory Lee

Monatshygiene mal anders: Kein auspacken, kein wegschmeißen, keine Müllberge! Die Menstruationstasse ist perfekt für alle Frauen, die sich ihre Erdbeerwoche möglichst giftfrei und biologisch wünschen. Wir erklären dir, wie du die richtige Menstruationstasse findest, wie du den Ruby Cup einführen, entfernen und reinigen kannst, und welche Vorteile die alternative Monatshygiene für deine Gesundheit hat.

Menstruationstasse, Diva, Moon oder Ruby Cup

Menstruationstassen gibt es schon seit fast 100 Jahren. Eines der ersten Patente stammte von der amerikanischen Schauspielerin Leona Chalmers, die einen Miniatur-Kelch aus vulkanisiertem Gummi entwarf. Später wurden Menstruationstassen aus Latex hergestellt. Der moderne Diva oder Moon Cup ist aus antiallergenem medizinischen Silikon gefertigt und kann je nach Modell bis zu 48 ml Flüssigkeit aufnehmen.

Da Menstruationstassen das Blut nicht aufsaugen sondern auffangenmusst du sie zwischendurch entnehmen, ausleeren, sauber machen und wieder einsetzen. Gegenüber herkömmlichen Hygieneartikeln hat der Ruby, Moon oder Diva Cup folgende Vorteile:

  • schadstofffrei und antiallergen durch die Herstellung aus medizinischem Silikon
  • kostengünstig in der Anschaffung (zwischen 10 und 30 €)
  • umweltfreundlich weil wiederverwendbar
  • lange Lebensdauer (bis zu 10 Jahre lang verwendbar)
  • beeinflusst die natürliche Scheidenflora nicht
  • guter Tragekomfort und hohe Sicherheit bei richtiger Anwendung

Die schmutzige Kehrseite von Tampons & Co

Saubere Monatshygiene? Von wegen! Wusstest du, dass eine Frau im Laufe ihres Lebens zwischen 10.000 und 17.000 Binden und Tampons verbraucht? Weltweit ergibt dies einen Müllberg von 200 Milliarden weggeworfener Hygieneartikel im Jahr – eine Umweltbelastung, die eigentlich nicht nötig ist. Immerhin hat sich auch der Tampon aus natürlichen Vorläufern entwickelt. Im alten Ägypten nutzten die Frauen eingeweichten Papyrus für ihre Monatshygiene, in Afrika wurden „Blutungsstopper“ aus Wolle und Pflanzenfasern gerollt. Höchste Zeit also, zur bewussten Monatshygiene zurückzukehren – aber natürlich mit mehr Komfort. 😉

Gift in Tampons, Chemie in Binden

Tampons sind aus Baumwolle, Baumwolle ist natürlich. Eh klar. Nicht so ganz. Zwar bestehen Tampons im wesentlichen aus Viskose, sie sind jedoch von einer synthetischen Schicht aus Polyester und Polyethylen/Polypropylen umgeben. Diese Schicht erleichtert das Ein- und Ausführen, steht aber auch im Verdacht, das gefürchtete Toxische Schocksyndrom (TSS) auszulösen. Und können wir noch mal über die Baumwolle reden? So natürlich Baumwolltampons einmal waren – heute sind sind sie es bei weitem nicht mehr!

Tampons als Gegensatz zur zero waste Menstruationstasse

Kein Müll, keine Chemie: Im Gegensatz zu Tampons ist die Menstruationstasse schafstofffrei und zero waste. Foto: Adobe Stock, (c) masanyanka

Die Fasern in unseren Tampons stammen nämlich von Plantagen, auf denen die Pflanzen nicht nur genmanipuliert sind, sondern zum Teil mit hochgiftigen Chemikalien (zum Beispiel dem krebserregenden Glyphosat) behandelt werden. Und diese Gifte gelangen über unsere Schleimhäute direkt in unseren Blutkreislauf, wo sie verheerende Schäden anrichten können. Weitere gefährliche Stoffe in Tampons und Binden sind Dioxin, Formaldehyd und verschiedene Weichmacher.

Mit welchen Folgen muss ich rechnen?

Natürlich unterliegen sämtliche Hygieneartikel strengen Qualitätskontrollen, welche sicherstellen, dass keiner der in Tampons & Co enthaltenen Giftstoffe die gesetzlichen Grenzwerte überschreitet. Was viele vergessen: Tampons und Binden befinden sich mehrere Tage im Monat für viele Stunden in beziehungsweise an unserem Körper. Das bedeutet, die Giftstoffe und Chemikalien haben genug Zeit, sich freizusetzen und durch die vaginalen Schleimhäute direkt in die Blutbahn zu gelangen.

Haben sie sich erst einmal im Fettgewebe angelagert, kann unser Körper sie nur sehr schwer wieder abbauen – zumal alle 28 Tage Nachschub kommt. Aber was bedeutet es nun eigentlich, dass wir über herkömmliche Hygieneartikel jeden Monat Giftstoffe aufnehmen? Welche gesundheitlichen Folgen kann etwas haben, das nahezu jede Frau tut?

  • Glyphosat ist krebserregend und kann zu schweren Allergien führen.
  • Dioxin, ein Nebenprodukt, das beim Bleichen der Fasern entsteht, kann schwere Allergien sowie hormonelle Veränderungen auslösen.
  • Weichmacher stehen im Verdacht, die Fruchtbarkeit zu reduzieren, den Zyklus zu beeinflussen und die Entwicklung ungeborener Kinder im Mutterleib zu schädigen.

Menstruationstassen: gut für dich und für die Umwelt

Vorteile der Menstruationstasse

Wer statt Tampon eine Menstruationskappe verwendet, lässt nicht nur die Müllberge schrumpfen. Viele Frauen berichten sogar von einer deutlichen Verbesserung ihrer Regelschmerzen und einer geringeren Anfälligkeit für Infektionen und Hautreizungen. Der Grund dafür ist vermutlich die Tatsache, dass das antiallergene Silikon, aus dem der Diva Cup gemacht ist, deine Scheidenflora nicht durcheinanderbringt und die Schleimhäute nicht austrocknet, da es das Menstruationsblut eben nicht aufsaugt, sondern auffängt. Wenn du während deiner Tage also mit starken Schmerzen zu kämpfen hast, kann sich der Wechsel auf die alternative Monatshygiene auch in dieser Hinsicht bezahlt machen.

Menstruationstasse, Diva Cup, Hygieneartikel

Manche Frauen berichten davon, dass sogar die Regelschmerzen durch die Menstruationstasse gemindert werden. Foto: Adobe Stock, (c) nenetus

Meine erste Erfahrung mit der Menstruationstasse

Zugegeben: Meine erste Erfahrung mit dem Ruby Cup war etwas enttäuschend. Ich wollte so gerne auch zu jenen Frauen gehören, die im Einklang mit sich, ihrem Körper und ihrer Periode leben. Doch anstelle des erhofften Freiheitsgefühls stellte sich nur Frustration ein, nachdem ich eine halbe Stunde lang versucht hatte, die Tasse in die richtige Position zu bringen. Für diesen Tag habe ich es dann also aufgegeben und am nächsten Morgen einen neuen Versuch gestartet – und siehe da: Dieses Mal brauchte ich nur drei Anläufe! Wichtig ist, dass du nichts erzwingst.

Wie kann ich die Menstruationstasse einführen?

Das Thema Einführen erfordert ein bisschen Übung. Ich persönlich habe drei Zyklen gebraucht, bis ich den Dreh raus hatte. Dass du sowohl die Tasse als auch deine Hände zuvor gut waschen (Achtung: mit ph-neutraler Seife!) solltest, versteht sich von selbst. Damit die Menstruationstasse ohne Probleme an die richtige Stelle gelangt, musst du sie vor dem Einführen zusammenfalten. Hierfür gibt es verschiedene Techniken. Da jede Frau individuell gebaut ist, musst du selbst herausfinden, welche Faltttechnik für dich die richtige ist. Ich für meinen Teil bin eine treue Dreiecks-Falterin (punchdown).

Ob du den Ruby Cup stehend, liegend, hockend oder sitzend einführst, ist dir selbst überlassen. Die Hauptsache ist, dass du in der jeweiligen Position entspannt sein kannst. Falls notwendig, ziehst du deine Schamlippen ein wenig auseinander und führst die gefaltete Menstruationstasse waagrecht ein. Es ist möglich, dass der kleine Becher schon auf halbem Weg aufgeht, aber das ist nicht schlimm. Du schiebst ihn einfach mit dem Zeigefinger so weit hinein, bis der Stiel am unteren Ende gerade nicht mehr herausragt.

Wie sitzt die Menstruationstasse richtig?

Dein Diva Cup sollte so sitzen, dass er dir nicht unangenehm ist. Der Stiel am unteren Ende sollte nicht mehr zu sehen, aber auch nicht zu schwer zu fassen sein. Anderenfalls wird er schwierig, den kleinen Becher wieder zu entfernen. Um sicherzugehen, dass die Tasse sich vollständig geöffnet hat, kannst du sie einmal um 360°C drehen. Gelingt dies, sitzt alles am richtigen Platz. Wenn du das Einführen als unangenehm empfindest, kannst du die Menstruationstasse leicht anfeuchten oder ein wenig Gleitgel verwenden.

Übrigens: Wenn du das Gefühl hast, dass deine Menstruationstasse undicht ist, sitzt sie wahrscheinlich nicht richtig. Ist der Ruby Cup korrekt eingeführt und gänzlich geöffnet, baut sich ein leichter Unterdruck auf, der die Tasse vor dem Verrutschen schützt.

Wie kann ich die Menstruationstasse entfernen?

Um den Ruby Cup zu entfernen, suchst du dir erneut eine entspannte Position und fühlst mit Daumen und Zeigefinger nach dem Stiel des Bechers. Fühlst du ihn zwischen deinen Fingerspitzen, ziehst du vorsichtig daran. Sobald du den Boden der Menstruationstasse sicher festhalten kannst, übst du sanften Druck auf die Wand des Cups aus, wodurch sich der Unterdruck löst und sich die Tasse ganz einfach herausziehen lässt. Den Inhalt der Tasse leerst du in die Toilette bzw. in die Dusche (das Ganze lässt sich unter der Dusche ganz wunderbar erledigen!), dann spülst du den Diva Cup aus und setzt ihn wieder ein.

Reinigung: Wie kann ich die Menstruationstasse reinigen und desinfizieren?

Solange du deine Periode hast, musst du den Diva Cup nicht desinfizieren. Hier genügt es vollkommen, wenn du die Tasse nach dem Entleeren erst heiß und dann kalt ausspülst, bevor du sie wieder einsetzt. Du kannst die Tasse problemlos bis zu 12 Stunden tragen, ohne sie zwischendurch auszuleeren und auszuspülen. Ist deine Menstruation vorüber, schrubbst du die Tasse mit einer alten Zahnbürste unter fließendem Wasser gründlich ab. Um sie zu desinfizieren kochst du sie anschließend drei bis fünf Minuten ab. Wenn du möchtest, kann du zusätzlich einen Schuss Obstessig ins Wasser geben. Nach dem Abkochen bewahrst du die Tasse im mitgelieferten Beutel bis zu deiner nächsten Menstruation auf.

Welche Menstruationstasse brauche ich?

Da jede Frau individuell gebaut ist, gibt es die Menstruationstasse nicht nur in verschiedenen Größen, sondern auch in (geringfügig) unterschiedlichen Modellen. Welche Menstruationstasse die richtige ist, hängt unter anderem von deinem Alter, deiner Beckenbodenmuskulatur und der Stärke deiner Menstruation ab. Außerdem spielt es eine Rolle, ob du schon einmal ein Kind geboren hast. Bekannte Hersteller von Menstruationstassen in den Größen S bis XL sind beispielsweise Meluna und Lunette.

Menstruationstasse, Diva Cup, Hygieneartikel. Adobe Stock, (c) Amelie

Menstruationstassen gibt es in verschiedenen Formen und Größen. Foto: Adobe Stock, (c) Amelie

Menstruationstasse kaufen: Wie gehe ich vor?

Wenn du die schadstofffreie Monatshygiene mit Diva, Ruby oder Moon Cup ausprobieren möchtest, kannst du natürlich zum DM gehen und ein Modell in Einheitsgröße kaufen. Es macht allerdings mehr Sinn, dich diesbezüglich von deiner Frauenärztin/ deinem Frauenarzt beraten zu lassen. Für den optimalen Tragekomfort und Schutz während deiner Periode spielt nämlich nicht nur die Größe, sondern auch die Stärke des Materials eine wichtige Rolle. Viele Gynäkologen haben verschiedene Modelle vor Ort, sodass du dich schon mal ein wenig mit der Menstruationstasse vertraut machen kannst. Dein Arzt oder deine Ärztin kann dir auch zeigen, wie der Ruby Cup am besten eingeführt wird.

Tipp: Besonders wichtig ist ein Vorgespräch beim Gynäkologen, wenn du während deiner Periode starke Schmerzen hast oder unter Endometriose leidest. In diesen Fällen können die richtige Größe und Materialstärke entscheidend sein.

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