Neapolitanische Pizza Wien: die Top 6

Wir verraten, wo es in Wien die besten neapolitanische Pizza gibt. Foto: Unsplash, (c) Louis Hansel

Neapolitanische Pizza gibt es auch in Wien. Noch nicht lange, nicht an jeder Ecke, aber es gibt sie! Doch Vorsicht: Nicht jedes Restaurant, das sich selbst dafür lobt, die echte,‘ einzig wahre Pizza‘ anzubieten, kann sie auch tatsächlich herstellen. Der HEROLD verrät dir, was die „‚vera neapoletana‘ ausmacht, und wo du sie in Wien bekommst.

Neapolitianische Pizza: Was ist das überhaupt?

Die Associazione Verace Pizza Napoletana (AVPN) hat ein Manifest veröffentlicht, das genau regelt, was eine original Teigflade aus Neapel ausmacht. Diese Institution bildet auch Pizzabäcker aus, die sogenannten Pizzaioli. Beschäftigt dein Wiener Lieblingrestaurant keinen Pizzaiolo, vergiss es. Dann macht man dort zwar super Pizza, aber eben keine original neapolitanische. Ich weiß schon, es so wie mit dem Wiener Schnitzel: Jede/r weiß, wo es das beste gibt.

Einige werden sicher anmerken, dass unter den besten Restaurants in der Liste unten das Il Sestante fehlt: Ich war dort Stammgast, hatten dann aber ein paar Mal hintereinander – sagen wir einmal – Pech und kann zu diesem Lokal nichts annähernd Emotionsloses sagen, keine Bewertung und keine Meinung äußern, außer: toller Schanigarten, gute Pizze! Punto e basta.

Neapolitanische Pizza Wien: ein Widerspruch?

Mal sehen: Ich versuche jetzt die Regeln aus dem Italienischen zusammenzufassen.
Eine original neapolitanische Pizza soll folgende Eigenschaften aufweisen:

  • Sie hat eine rundliche Form und einen Durchmesser von 30 bis 35 Zentimeter.
  • Der Rand der Pizza ist erhöht, dicker, aber niemals verbrannt.
  • Der Teig muss weich, zart und elastisch (!) sein.
  • Das verwendete Mehl ist Typ 0 oder 00.
  • Der Teig muss etwa sechs Stunden bei 25 Grad Celsius gehen.
  • Es darf nur Olivenöl extra vergine verwendet werden.
  • Als Belag darf man Mozzarella und Fior di Latte DOP verwenden. (In Österreich schwierig, weil der ist frisch und aus Kampanien, ich sag’s nur.)
  • Sie wird 60 bis 90 Sekunden bei 430 bis 480 Grad Celsius im Holzofen gebacken.

Alles klar? Diese Regeln wurden 1984 in Neapel erstellt. Was wir hier in Österreich tun, kann also bloß eine Annäherung sein. Trotzdem. Manche können es eben besser, exakter, spannender als andere. Deswegen kommt jetzt gleich die Liste für Wien – kein Ranking! Die Reihenfolge ist willkürlich, denn alle genannten Lokale sind schlicht und einfach wunderbar. Außerdem erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit, eh klar, denn sonst würde ich bald zur nächsten Kleidergröße wechseln müssen.

Neapolitanische Pizza Wien: Unsere 6 Favoriten

1. Sofi Vera

Die Namenspatronin des im Frühling 2017 eröffneten Lokals ist die unwiderstehliche Sophia Loren. Das ist schon einmal ein Pluspunkt. Auf dem Yppenplatz hat eine echte Pizzeria tatsächlich gefehlt. Zweiter Pluspunkt. Es gibt zwar mit dem Restaurant Wetter einen tollen Italiener, aber dort wird man niemals Pizza servieren, was auch gut so ist.

Das Nachfolgelokal des ‚An Do Fisch‘ gehört derselben türkischen Familie, aber für die Pizza hat man sich einen Experten aus Italien geholt. Ich war in den ersten Tagen da und esse seit dem immer mit Vergnügen die ‚Hauspizza‘. Von manchen Seiten hört man, dass die Preise für die Pizze zu hoch sind. Ich denke, das wird der Markt mit Angebot und Nachfrage richten.

neapolitanische Pizza Wien

Die neapolitanische Pizza „Sofi“ bei der Pizzeria Sofi Vera in Wien. Foto: (c) Claudia Busser

Meine Lieblingspizza im Sofi Vera: Sofi mit Bufala campana, Bresaola IGP della valtellina, Robiola di Capra, Trüffeln, Rucola und Nüssen um Euro € 16,20.

Weitere Infos: Sofi Vera, 1160 Wien

2. L’autentico Giardino

Das nenne ich ‚mal einen feschen Schanigarten! Diese Pizzeria trägt ihren Namen wahrlich zurecht. Dass die Tische unter dem riesigen Schirm vom ersten Tag  an voll waren, wundert niemanden. Aber auch drinnen ist des ehemalige ‚Pan e Wien‘ ein angenehmer Ort um das Leben zu genießen. Die Speisekarte widmet sich ganz und gar der Pizza und das mit der Italianità gelingt auch sehr gut. Was überdies angenehm auffällt, ist das ausgesprochen aufmerksame und liebenswürdige Service des gesamten Teams. Chapeau!

neapolitanische Pizza Wien

Eine der besten neapolitanischen Pizzerien in Wien ist die L’autentico Giardino. Foto: (c) Claudia Busser

Meine Lieblingspizza im Giardino: Bella Napoli mit Tomatensauce, Mozzarella, Büffel Mozzarella, San Daniele Rohschinken,  Kirschtomaten, Rucola, Basilikum um € 14,50.

Weitere Infos: L’autentico Giardino, 1030 Wien

3. Pizza Angolo No 22

Die Währingerstraße ist ja nicht gerade arm an Lokalen: Café Jonas Reindl, Café Français, Café Stein, Küche 18, KIM, VinziRast, Glasweise, … und das sind noch nicht einmal alle! Über die kleine, original italienische Pizzeria an der Ecke bin ich quasi gestolpert und seit dem entscheide ich mir immer wieder gern für eine Pause in meinem persönlichen ‚little italy‘ in Wien. Obwohl so klein ist es gar nicht mehr, denn der Schanigarten ist schon um die Ecke gewachsen.

Meine Lieblingspizza in der Angolo: Pizza Capitano mit Tomaten, Mozzarella, Thunfisch, Oliven, Oregano um € 9,00.

Weitere Infos: Pizza Angolo, 1090 Wien

4. Da Ferdinando

Neapel in Hietzing? Echt jetzt? Bei diesem riesigen Schanigarten, dem hübschen, authentischen Interieur und dem freundlichen Service, sehr gern und mit Vergnügen immer wieder! Seit dem Frühling 2016 kann man auch im noblen 13. Bezirk nicht nur wienerisch und teuer, sondern auch gut und italienisch essen, ganz ohne Mafia. Für mich persönlich ein extrem erfreulicher, entspannter Italiener in dieser Ecke Wiens. Pizzeria stimmt für dieses Lokal übrigens nicht ganz, finde ich, denn es gibt auch die klassischen Primi und Secondi einer typischen italienischen Trattoria.

Meine Lieblingspizza beim Ferdinand: Pizza Da Ferdinando mit Tomatensauce, Kirschtomaten, Büffelmozzarrella, Rucola, Grana, Rohschinken um € 14,90.

Weitere Infos: Da Ferdinando, 1130 Wien

5. Pizzeria Mari

Maria Fuchs war in Neapel und hat dort entdeckt, was (ihr) Pizza wirklich bedeutet. Die Vollblutgastronomin kam mit dem Anspruch nach Wien zurück die echte Pizza Napoli hier zu etablieren. Die Lokalgestaltung bar jeden ‚Ethnokitsches‘ und die Tatsache, dass es es keinen Salat (!) auf der Karte gab und gibt, erzürnte damals so manche WienerInnen. War das eine Aufregung!

Mittlerweile gilt ‚die Mari‘ vielen als die beste Pizzeria Wiens. Einer der wenigen Orte und Gelegenheiten im Leben, wo sogar ich mich freiwillig anstelle übrigens, um im kleinen Schanigarten einen Platz zu ergattern.

Meine Lieblingspizza bei der ‚Mari: Pizza Margeritha mit Tomaten, Fior di Latte, Basilikum um € 7,90.

Weitere Infos: Pizzeria Mari, 1020 Wien

6. Disco Volante

Die Discokugel war namensgebend. Der Anspruch ist der gleiche wie im Stammhaus: Neapolitanische Pizza und sonst gar nichts. Die Disco Volante gehört nämlich zur ‚familia‘: Die Mama ist die Mari, die Kinder quasi die Pizzeria in der Gumpendorferstraße, das kleine und großartige Cin Cin Buffet im ersten Bezirk und der Markt für italienische Spezialitäten, die Supermari im zweiten Hieb. Pizza essen in der Disco Volante finde ich immer ein wenig hipstermäßig und urban. Ich mag das. Und hier gibt es auch Salat! 😉

Dicso Volante am Ende des Tages, Bild (c) Mischa Reska auf kekinwien - HEROLD.at

Dicso Volante am Ende des Tages. Foto: (c) Mischa Reska auf kekinwien – HEROLD.at

Meine Lieblingspizza in der Volante: Pizza Egidio (laut Karte: Mozzarella, Rindskamm von der Fleischhauerei Ringl, Rucola, Zironenöl) um 10,60 Euro.

Weitere Infos: Disco Volante, 1060 Wien



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