Ärger im Paradies? Mit der Paartherapie aus der Beziehungskrise - HEROLD.at

Paartherapie: So läuft eine Paartherapie ab

Paartherapie

Ein junges Paar sitzt auf einer Parkbank und streitet. Eine Paartherapie kann helfen. Foto: Adobe Stock; (c) Gina Sanders

Kriselt es in eurer Beziehung, dann solltet ihr das nicht auf die leichte Schulter nehmen. Unterschiedliche Bedürfnisse, Erwartungen und Sehnsüchte zwischen dir und deinem Partner können zu gravierenden Konflikten führen. Werden diese nicht gelöst, kann das zum endgültigen Scheitern der Beziehung oder sogar zur einvernehmlichen Scheidung führen. Eine Möglichkeit die Beziehung zu retten bietet die Paartherarpie.

Dazu nehmt ihr Kontakt zu einem qualifizierten Paartherapeuten auf. Dieser hilft euch, Probleme in der Partnerschaft offen anzusprechen. Mit Hilfe der Ehe- und Partnerberatung nehmt ihr eigene Fehler selbstkritisch wahr und geht auf das Gefühlsleben des Partners ein. In erster Linie kommt es darauf an, dass ihr Schwierigkeiten und Reibungspunkte in eurer Beziehung ehrlich ansprecht und euch gleichzeitig bereit für Kompromisse zeigt.

Wie läuft eine Paartherapie ab?

Bei dem Therapeuten für Ehe- und Partnerberatung handelt es sich um einen fachkundigen Psychologen oder Psychotherapeuten. Alternativ wendet ihr euch an kirchliche Einrichtungen, bei denen beispielsweise Lebensberater die Gesprächsleitung übernehmen. Der Therapeut lädt euch zunächst zum Erstgespräch ein. In diesem informiert er sich über eure Beziehung, das alltägliche Miteinander und die aktuellen Probleme in der Partnerschaft. Bei der Paartherapie agiert er unparteiisch und fungiert als Mediator. Wenige Sitzungen reichen häufig aus, um eine Krisensituation aufzuschlüsseln und die Beziehungskrise zu bewältigen.

Wie funktioniert eine Partner- und Eheberatung?

Durch verschiedene Therapietechniken findet der Therapeut heraus, wie du dich in der Beziehung siehst. Gezielte Fragen ermöglichen es, die Hintergründe der Beziehungsunzufriedenheit in Erfahrung zu bringen. Am Ende des Erstgesprächs wisst ihr, welche unterschwelligen Ursachen die Beziehungskrise bedingen. Anschließend entscheidet ihr gemeinsam, ob ihr die Paartherapie fortführt. Die nächsten Sitzungen finden im Abstand von zwei bis drei Wochen statt.

Spätestens nach der vierten Sitzung erhältst du eine schriftliche Zwischenbilanz. Diese hält die bisherigen Fortschritte in der Partnerschaft fest.
Entscheidet ihr euch für weitere Sitzungen, finden diese normalerweise in größeren Abständen statt. Dabei begleitet euch die Partnerberatung aus der Ferne. Beispielsweise erhältst du telefonisch Vorschläge, wie du einen drohenden Streit vermeidest oder einen Konflikt löst.

Paartherapie

Bevor es zur Scheidung kommt, ist eine Paartherapie oder Eheberatung eine sinnvolle Alternative. Foto: Adobe Stock; (c) sakkmesterke

Wie lange dauert eine Paartherapie?

In der Regel dauern die Sitzungen während der Paartherapie zwischen 50 und 70 Minuten. Dabei kommt es zu rund 10 Sitzungen, die sich auf mehrere Monate verteilen. Durch die kognitiv-verhaltenstherapeutischen Methoden gelingt es euch, aus dem bisherigen Verhaltensmuster auszubrechen und kooperativ an der Partnerschaft zu arbeiten. Über die Gesamtdauer der Therapie entscheiden die Paare dennoch eigenständig.

Für wen eignet sich die Paartherapie?

Die Therapie eignet sich für Paare,

  • die sich in der Beziehung unzufrieden fühlen und die Partnerschaft verändern möchten,
  • die in einer Beziehungskrise nach einem Ausweg suchen,
  • die eine friedliche Trennung anstreben,
  • um sich gegenseitig intensiv kennenzulernen.

Bei der Paartherapie analysiert der Therapeut die individuellen Liebes- und Streitmuster. Zudem beschäftigt sich die Verhaltenstherapie mit den Hintergründen erlernter Verhaltensmuster. Durch die therapeutischen Techniken begreifen sich die Partner emotional. Du lernst das Gefühlsleben deines Partners zu verstehen, wodurch sich Missverständnisse und Kränkungen vorab verhindern lassen.

Einzeltherapie: die Beziehungskrise im Alleingang lösen

Weigert sich dein Partner, an der Therapie teilzunehmen, nimmst du beispielsweise Einzelsitzungen in Anspruch. Du beginnst die Therapie zwar allein, dennoch fließen die therapeutischen Ansätze in eure Beziehung ein. Positive Änderungen sorgen dafür, dass dein Partner sich ebenfalls für einen Ausbruch aus negativen Verhaltensmustern entscheidet. Zudem besteht die Möglichkeit, die Paartherapie in abwechselnden Einzelsitzungen durchzuführen.

Ehetherapie

Bei zu viel Streit ist die Paar- und Ehetherapie oftmals der letzte Ausweg vor der Trennung. Foto: Adobe Stock; (c) estradaanton

Wie viel kostet die Paar- oder Ehetherapie?

Durch die Vielfalt an Paartherapeuten variieren auch die Kosten für die Paartherapie. Kirchliche Seelsorger bieten den Service mancherorts sogar kostenlos an. Im Normalfall schwankt das stündliche Honorar der Therapeuten zwischen 50 und 200 Euro. Bei Psychotherapeuten mit einer überdurchschnittlichen Reputation steigt der Stundensatz über den oben genannten Bereich. Achte bei der Wahl des Therapeuten auf den Stundenlohn. Idealerweise könnt ihr die anfallenden Kosten gemeinsam über mehrere Sitzungen aufbringen. Abhängig von der Schwere der Beziehungskrise zieht sich die Paartherapie über drei bis zu 40 Sitzungen.

Paare, die sich in einer schwierigen Lebenssituation befinden, nehmen beispielsweise zehn bis 20 Sitzungen in Anspruch. Dazu wählen sie einen Therapeuten, der pro Stunde 100 Euro an Honorar veranschlagt. Abhängig davon, ob es sich um ein- oder eineinhalbstündige Therapiesitzungen handelt, liegen die Kosten bei 1.000 bis 1.500 beziehungsweise 2.000 bis 3.000 Euro.

Wer übernimmt die Kosten für die Paartherapie?

Begebt ihr euch als Paar in eine Therapie, löst ihr in dieser Zeit persönliche Konflikte. Da kein gesundheitliches Problem zugrunde liegt, finanziert ihr die Paartherapie aus eigener Tasche. In Ausnahmefällen besteht die Möglichkeit, dass die Krankenkasse die Kosten für die Therapie trägt. Arbeitet der Therapeut mit anerkannten Methoden der Verhaltens- oder Psychotherapie, übernehmen Krankenkassen sein Honorar teilweise oder vollständig. Das geschieht nur, wenn die Beziehungskrise aus einer psychischen Erkrankung eines Partners resultiert.

Leidest du beispielsweise an einer Depression, die eure Partnerschaft beeinträchtigt, sucht ihr einen fachkundigen Psychologen auf. Dieser gestaltet die Paartherapie im Normalfall in zweistündigen Sitzungen, die auf eine Besserung der psychischen Krankheit abzielen.

Wie hilft die Paartherapie der Beziehung?

Die häufigste Beziehungsunzufriedenheit entsteht durch ein unerfülltes Sexualleben oder mangelnde Gesprächsbereitschaft eines Partners. Wenn Probleme beim Sex auftauchen, kann auch eine Sexualtherapie helfen.

Fehlende Änderungsbereitschaft sowie das negative Ausdrücken von Kritik und Gefühlen führen ebenfalls zu Krisen in der Partnerschaft. Durch die therapeutischen und psychologischen Ansätze während der Paar- oder Ehetherapie lernt ihr, auf eine neue Art miteinander zu kommunizieren. Du teilst deinem Partner deine persönlichen Gefühle, Wünsche und Bedürfnisse respektvoll und ehrlich mit. Im Gegenzug hörst du ihm zu und akzeptierst sein Gefühlsleben und Kritik an deinem Verhalten.

Durch die mehrwöchigen Pausen zwischen den Sitzungen gelingt es euch, gemeinsam an eurer Beziehung zu arbeiten und therapeutische Verhaltenstipps auszuprobieren. Für den langfristigen Erfolg der Paartherapie kommt es darauf an, Fehler und störende Verhaltensmuster nicht zu wiederholen. Nicht in jedem Fall ist die Trennung oder Scheidung zweier Menschen zu verhindern.

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