Prostata Untersuchung für Männer ab 45

Prostata Untersuchung

Männer ab 45 sollten jährlich zur Prostata Untersuchung gehen. Foto: Adobe Stock, (c) RFBSIP

Jeder Mann sollte ab dem 45. Lebensjahr seine Prostata (Vorsteherdrüse) regelmäßig untersuchen lassen. Auch wenn keine Beschwerden vorliegen – die Früherkennung ist bei Prostatakrebs besonders wichtig. Viele Männer scheuen sich jedoch davor, einen Urologen zu diesem Zweck aufzusuchen. In unserem Beitrag erfährst du, was im Rahmen einer Prostata Untersuchung geschieht und warum dir das nicht peinlich sein darf.

Prostata Untersuchung

Prostatakrebs ist der häufigste Tumor bei Männern. In einem frühen bis mittleren Entwicklungsstadium lässt er sich jedoch relativ gut behandeln. Aus diesem Grund ist die jährliche Vorsorge-Untersuchung der Prostata so wichtig. Mit anderen Worten: Früherkennung ist das beste Mittel gegen Prostatakrebs. Allgemein gilt: Ab dem 45. Lebensjahr sollten Männer einmal jährlich ihren Urologen aufsuchen. Bei familiärer Vorbelastung ist die urologische Vorsorge jedoch schon ab dem 40. Lebensjahr anzuraten.

Info: Ab dem 45. Lebensjahr sollten Männer einmal jährlich zu ihrem Urologen gehen.

Prostata Untersuchung – was wird da gemacht?

Am Anfang einer jeden Untersuchung steht das Patientengespräch. Dein Urologe möchte nämlich über alle Beschwerden, die du vielleicht hast, und deine Krankengeschichte früherer Tage Bescheid wissen. Dein Urologe versucht über die Krebsvorsorge hinaus alterstypische Erkrankungen abzuklären. Aus diesem Grund stellt er dir Fragen zu folgenden Bereichen:

  • allgemeiner Gesundheitszustand
  • Vorerkrankungen
  • familiäre Belastungen
  • größere Operationen
  • körperliche Beschwerden
  • Probleme beim Urinieren
  • Potenzprobleme und Sexualität

Anschließend beginnt die körperliche Untersuchung. Hierbei tastet dein Arzt Bauch, Hoden und Penis ab, um sicherzugehen, dass deine Organe in Ordnung sind. Eine routinemäßige Prostata Untersuchung umfasst außerdem eine rektale Tastuntersuchung und oftmals auch eine Ultraschalluntersuchung. Bei einem Verdachtsmoment kann zusätzlich eine PSA-Bestimmung Auskunft darüber geben, ob in deinem Blut krebsspezifische Antingene vorhanden sind.

Prostata Untersuchung

Die Prostata Untersuchung ist schmerzlos und nach etwa 30 Sekunden abgeschlossen. Foto: Adobe Stock, (c) auremar

Wie kann dein Arzt die Prostata abtasten?

Der Patient wird gebeten, sich seitlich auf eine Liege hinzulegen und die Knie rechtwinkelig anzuziehen. Anschließend macht dein Urologe den Eingang des Enddarms mit einem Gel gleitfähig. Vorsichtig führt er seinen Zeigefinger etwa 3 Zentimeter ein und tastet vom After her deine Prostata ab. Diese ist etwa so groß wie eine Kastanie und lässt sich rektal gut untersuchen. Hierbei zeigt sich beispielsweise rasch, ob sie verhärtet ist oder andere Veränderung vorliegen.

Die rektale Tastuntersuchung der Prostata ist nach wie vor bei vielen Männern mit Scham verbunden. Sie ist jedoch völlig schmerzfrei und dauert nicht länger als 30 Sekunden. Viele Patienten sind nach ihrer ersten Prostata Untersuchung überrascht, wie unkompliziert die Behandlung verlaufen ist.

Wie macht sich Prostatakrebs bemerkbar?

Gerade im Frühstadium kann ein Prostatakarzinom lange Zeit unbemerkt bleiben. Sofern Beschwerden überhaupt auftauchen, sind diese in der Regel unspezifisch und lassen sich daher schlecht einordnen. Häufige Warnzeichen bei fortgeschrittenem Prostatakrebs sind:

  • Schmerzen beim Urinieren
  • schwacher Harnstrahl
  • Nachträufeln

Eine gutartige Vergrößerung der Prostata geht mit denselben Symptomen einher. Die sogenannte benigne Prostatahyperplasie (BHP) äußert sich in erster Linie durch Probleme beim Wasserlassen bzw. durch Blasenfunktionsstörungen. Etwa die Hälfte aller Männer ab 60 ist von einer gutartigen Prostatavergrößerung betroffen.

Was tun bei Prostatakrebs?

Früher wurde Prostatakrebs sofort operiert. Heutzutage ist die Operation meist das letzte Mittel, auf das Mediziner bei Prostatakrebs zurückgreifen. Oftmals ist eine Operation nämlich gar nicht zwingend notwendig, wenn der Tumor keine aggressiven Wachstumstendenzen zeigt.

In solchen Fällen kommt die Methode des active surveillance zur Anwendung. Hierbei handelt es sich um ein aktives Überwachen des Tumors in regelmäßigen Abständen, so zum Beispiel alle 3 Monate in der Anfangsphase. Begleitend kontrolliert dein Urologe den PSA-Wert und entnimmt von Zeit zu Zeit Gewebeproben. Sobald eine negative Entwicklung der Erkrankung erkennbar wird, kann dein behandelnder Arzt die Strategie hin zu einer aktiven Therapie wechseln.

„Die wissenschaftlichen Erkenntnisse der vergangenen Jahre zeigen uns, dass es eben wirklich wichtig ist, sich für die Früherkennung Zeit zu nehmen. Denn nur rechtzeitig erkannte Tumore können geheilt werden. Männer ab 45 sollten darüber Bescheid wissen und sich vom Arzt beraten lassen!“ – Dr. Karl Dorfinger, Vorsitzender des Berufsverbandes der österreichischen Urologen.

Prostata Untersuchung

Prostata-Screening ist die beste Vorsorge für Männer ab 45. Foto: Adobe Stock, (c) magele picture

Wie lässt sich Prostatakrebs vermeiden?

Es gibt kein Allheilmittel gegen die Gefahr, an Prostatakrebs zu erkranken. Durch einen gesunden Lebensstil (Verzicht auf Nikotin und Alkohol, gesunde Ernährung, kein Übergewicht, ausreichend Bewegung und Sport) kannst du natürlich das Risiko senken, aber niemals ausschließen. Die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung ist daher das beste Mittel der Wahl, wenn es um ein langes und beschwerdefreies Leben geht.

Die österreichische Gesellschaft für Urologie und der Berufsverband der Urologen erinnert mit der Loose Tie Aktion daran, sich regelmäßig untersuchen zu lassen. Unter dem Hashtag #LooseTie soll an die Wichtigkeit der Prostata-Vorsorge erinnert werden. In Österreich sterben jährlich rund 1100 Männer an Prostatakrebs.

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