Prostata Untersuchung: Wahre Männer sind keine Feiglinge!

Prostata Untersuchung

Eine Prostata Untersuchung ist weniger schlimm als viele Männer denken. Foto: Foto: Shutterstock.com, didesign021

Prostata-Erkrankungen gehören zu den häufigsten Erkrankungen von Männern. Und weil das so ist, sollte jeder Mann seine Vorsteherdrüse (Prostata) ab dem 45 Lebensjahr regelmäßig untersuchen lassen. Eine regelmäßige Kontrolle ist auch dann wichtig, wenn die Prostata keine spürbaren Probleme bereitet. Aber selbst wenn sich bereits Probleme bemerkbar machen, scheuen viele Männer den Gang zum Arzt. In unseren Beitrag erfährst du, wie eine Prostata Untersuchung abläuft und wieso du davor wirklich keine Angst haben musst.

Prostata Untersuchung: Ablauf

Die klassische Prostata Untersuchung bei Urologen umfasst im Normalfall eine rektale Tastuntersuchung, eine Restharnmessung durch eine Ultraschalluntersuchung des Unterbauchs und eine PSA-Bestimmung.

Der Urologe begrüßt den männlichen Patienten und fragt, was er für ihn tun kann. Die Antwort des Mannes: „Ich weiß es nicht. Meine Frau hat mich hergeschickt.“. Unterhaltsam, traurig, aber leider wahr.

Was passiert bei einer Prostata Untersuchung

Eine viel genutzte Ausrede: Wenn mir der Urologe einen Finger in den Allerwertesten steckt, so ist das nicht nur unangenehm, sondern das ist mir auch peinlich. Blödsinn! Bei der Abtastung der Prostata mit dem Finger wird ein Gleitmittel genommen. Das tut nicht weh und ist in ein paar Sekunden erledigt. Gesprochen aus eigener Erfahrung, da ich seit über zehn Jahren regelmäßig zur Prostatavorsorge gehe.

„Die wissenschaftlichen Erkenntnisse der vergangenen Jahre zeigen uns, dass es eben wirklich wichtig ist, sich für die Früherkennung Zeit zu nehmen. Denn nur rechtzeitig erkannte Tumore können geheilt werden. Männer ab 45 sollten darüber Bescheid wissen und sich vom Arzt beraten lassen!“ – Dr. Karl Dorfinger, Vorsitzender des Berufsverbandes der österreichischen Urologen.

Eine weitere Ausrede: Der PSA-Wert ist unzuverlässig. Da kann ich gleich darauf verzichten. Ein erhöhter PSA-Wert (PSA steht für Prostata-spezifisches Antigen) bedeutet nicht zwangsläufig gleich Prostatakrebs. Das kann andere Ursachen haben. Deshalb gehört das beim Arzt abgeklärt. Entscheidend ist der Verlauf des PSA-Werts. Steigt dieser oder überschreitet Grenzwerte, so empfiehlt der Urologe nachfolgende Untersuchungen wie Ultraschall, Gewebeprobe, MR. Sicher ist sicher.

Aus eigener Erfahrung:

• Die Biopsie (Entnahme von Gewebeproben) ist unangenehm, aber schmerzfrei. Danach sind etwa 14 Tage Schonung angesagt.

• Ein MR ist weder unangenehm noch mit Schmerzen verbunden. Die hohe Lautstärke des Geräts verschwindet unter den Kopfhörern. Ich bin fast eingeschlafen.

Der PSA-Wert wird im Blut bestimmt. Das kann beispielsweise gleich bei der jährlichen Vorsorgeuntersuchung beim Hausarzt erledigt werden. Auch hier: Beansprucht kaum Zeit und tut nicht weh.

Was kostet eine Prostata-Untersuchung? Ein bisserl Zeit.

Loose Tie – Kampagne zur Prostatavorsorge - Univ. Doz. Dr. Michael Rauchenwald, Dr. Karl Dorfinger, Mag. Martina Löwe und Univ. Prof. Dr. Paul Sevelda - Foto © Österreichische Krebshilfe

Loose Tie – Kampagne zur Prostatavorsorge – Univ. Doz. Dr. Michael Rauchenwald, Dr. Karl Dorfinger, Mag. Martina Löwe und Univ. Prof. Dr. Paul Sevelda – Foto © Österreichische Krebshilfe

Was passiert, wenn ein Karzinom bei der Prostata Untersuchung entdeckt wird?

Zum Auswendiglernen: Der wesentliche Schlüsselfaktor bei Prostatakrebs ist die Früherkennung!

Wird einem die schreckliche Diagnose von Prostatakrebs bekundet, so setzt sofort Panik ein. Tod ist der erste Gedanken. Eine psychische Belastung, die Nichtbetroffene nicht einmal annähernd nachempfinden können. Eine Horrorvorstellung, die einmal verkraftet gehört. Das geht nicht von heute auf morgen. Da helfen Gespräche mit dem Arzt, der Familie und/oder Experten der Krebshilfe. Die Krankheit darf nicht die Oberhand gewinnen.

„Es gibt verschiedene Formen von Prostatakrebs. Nicht jeder ist lebensbedrohlich und muss behandelt werden.“ Univ.-Doz. Dr. Michael Rauchenwald, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Urologie.

Wichtig sind nach der Diagnose Prostatakrebs zwei Sachen:

• Gemeinsam mit dem Arzt wird eine individuelle Therapie besprochen. Abhängig von der Art des Tumors. Unter Abwägung aller Vor- und Nachteile. Das Vertrauen in den Urologen ist dabei ganz wichtig.

• Die Angst vor der Therapie und den unangenehmen Nebenwirkungen in den Griff bekommen. Leider können bei der Behandlung, z.B. bei einer Operation, Nebenwirkungen auftreten. Das psychische Verkraften ist ein Horror. Aber: Das rettet mein Leben. Die Alternative wäre der Tod. Auch hier: Das Vertrauen in die Erfahrung des behandelnden Arztes ist essentiell.

Active surveillance als eine spezielle Möglichkeit der Therapie

Beim Thema Prostatakrebs hat sich in den letzten Jahren verdammt viel getan. So wurde früher sofort operiert. Was heute nicht immer der Fall ist. Wenn der Tumor sehr wenig aggressiv und auf einen kleinen Teil der Prostata beschränkt ist, gibt es eine spezielle Möglichkeit der Therapie: „Active surveillance„. Bei dieser „aktiven Überwachung“ gibt es keine unmittelbare Operation oder Strahlentherapie. Es wird in regelmäßigen Abständen (beispielsweise alle drei Monate) die Erkrankung neu bewertet. Mit Kontrollen des PSA-Werts/Verlaufs, Tastkontrollen und Folgebiopsien. Erst bei Verschlechterung wird eine aktive Therapie empfohlen.

Der Ansatz dieser Strategie ist klar: Nicht alle Männer, bei denen ein Prostatakarzinom im Frühstadium entdeckt wird, werden auch wirklich daran erkranken. Manche Tumore wachsen langsam und verbleiben über viele Jahre auf einem kleinen Herd in der Prostata.

Loose Tie ist die neue Prostatakrebsvorsorge-Kampagne der Österreichischen Krebshilfe. Machen Sie mit und setzen Sie mit Ihrer locker gebundenen Krawatte ein cooles aber wichtiges Statement: Ich schaue auf mich und geh zur Prostatavorsorge!

Motivationstipp: Begriffe wie Genuss, Freude, Vergnügen sollten in den Vordergrund rücken. Man kann sich beispielsweise nach jedem gewonnenen Quartal einen Wunsch erfüllen. Das hilft die psychische Belastung zu beruhigen. Denn körperlich gibt’s ja keinerlei Beschwerden.

LooseTie Aktion der Österreichischen Krebshilfe

Kann ich gegen Prostatakrebs vorsorgen?

Prostatakrebs kann jeden Mann treffen. Man kann das persönliche Risiko durch einen gesunden Lebensstil (Nichtrauchen, regelmäßig Bewegung machen, gesunde Ernährung, Vermeidung von Übergewicht, vernünftiger Umgang mit Alkohol) senken, aber leider nicht ausschließen. Deshalb ist es so wichtig regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen. Denn Krebs im frühestmöglichen Stadium zu erkennen rettet Leben!

Download Broschüre Prostatakrebs (PDF)

Zusammengefasst: Eine Prostata Untersuchung ist männlich. Das ist keine lästige Pflicht. Das kann das eigene Leben retten. Wahre Männer gehen zur Prostata Vorsorge. Rufzeichen!

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