Prostatakrebs: Vorsorge ab 45

Prostatakrebs

Alles zum Thema Prostatakrebs erfährst du hier. Foto: Adobe Stock, (c) Sebastian Kaulitzki

Prostatakrebs ist in der westlichen Welt der am häufigst vorkommende Tumor bei Männern. In Österreich wurden 2016 bei über 5000 Männern Prostatakrebs diagnostiziert. Über 1000 Betroffene starben in diesem Jahr an den Folgen des Karzinoms. Aus diesem Grund sollten Männer ab 45 Jahren einmal jährlich zur Prostata-Untersuchung. Hier erfährst du alles rund um die Gesundheit deiner Prostata.

Prostatakrebs: von A bis Z

Während Prostatakrebs bis zum 45. Lebensjahr praktisch nicht vorkommt, steigt die Zahl der Erkrankungen danach dramatisch an und erreicht ihren Höhepunkt im siebten und achten Lebensjahrzehnt. Das Prostatakarzinom gehört zu den häufigsten und tödlichsten Krebsformen beim Mann.

Was ist die Prostata?

Die Prostata (Deutsch: Vorsteherdrüse) ist eine 3-4 Zentimeter große Drüße, die zu den Geschlechtsorganen des Mannes gehört. Die Hauptfunktion der Vorsteherdrüse ist es, einen Teil der Samenflüßigkeit bereit zu stellen. In Größe und Form erinnert sie an eine Kastanie oder eine Walnuss. Die Prostata ist ein gefäßreiches Bindegewebe mit zahlreichen Drüßen.

Sie befindet sich zwischen Harnblase und dem muskulären Beckenboden. Vorderseitig wird die Vorsteherdrüse durch das Schambein und hinterseitig durch den Enddarm begrenzt. Sie umschließt den Beginn der Harnröhre. Bei einer Ejakulation gibt deine Vorsteherdrüse ein weißes Sekret in die Harnröhre ab, das sich mit der restlichen Samenflüssigkeit vermischt. Wachstum und Funktion der Prostata wird durch das Hormon Testosteron gesteuert.

Was ist Prostatakrebs?

Prostatakrebs (auch: Prostatakarzinom, PCa) ist ein bösartiger Tumor, der meist bei älteren Männern ab 50 diagnostiziert wird. Es handelt sich um die häufigste Krebserkrankung beim Mann.

Wie gefährlich ist Prostatakrebs?

Je nachdem, welche Krebszellen vorliegen, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten der Behandlung. Solange sie sich in der Prostata befinden, sind die meisten jedoch langsam im Wachstum. In einem fortgeschrittenen Stadium können sie jedoch die Kapsel der Prostata durchbrechen und Metastasen bilden. Betroffen sind in weiterer Folge oftmals Lymphknoten und Skelett.

Die Sterberate bei Prostatakrebs ist in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken. Das liegt einerseits an der Weiterentwicklung erfolgreicher Behandlungsansätze, andererseits an der Früherkennung von Prostatakrebs.

Prostatakrebs

Klein, aber fein: die Prostata und ihre Position im Körper des Mannes. Foto: Adobe Stock, (c) Spectral-Design

Wie macht sich Prostatakrebs bemerkbar?

Ist der Tumor noch klein, bleibt er meistens unbemerkt. Deutliche Warnzeichen bleiben meist aus. Die Beschwerden sind unspezifisch und lassen sich schlecht zuordnen. Erst in einem fortgeschrittenen Stadium kann das Karzinom aufgrund seiner Größe beispielsweise auf die Blase drücken. Hierdurch entstehen Probleme beim Wasserlassen.

Häufige Symptome bei einem fortgeschrittenen Prostatakarzinom sind:

  • Probleme und Schmerzen beim Urinieren
  • schwacher Harnstrahl
  • Nachträufeln

Wie lässt sich Prostatakrebs vermeiden?

Ein gesunder Lebensstil senkt das Risiko auf ein Prostatakarzinom, ist allerdings kein Garant dafür. Es gibt keine effektivere Maßnahme gegen Prostatakrebs als die jährliche Voruntersuchung. Je früher das Karzinom entdeckt wird, desto besser stehen die Chancen auf Heilung.

Regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung, ein Normalgewicht sowie der Verzicht auf Alkohol tragen zur Stärkung des Immunsystems bei. Krebs kann zwar niemals aufgrund einer gesunden Lebensweise ausgeschlossen werden, allerdings wird die Entstehung von Krebs zumindest nicht begünstigt.

Was verursacht Prostatakrebs?

Krebs ist eine unkontrollierte Teilung der Zellen. Was die Entstehung von Krebszellen in der Prostata direkt beeinflusst, ist nach wie vor unbekannt. Fest steht, dass das Alter der Betroffenen eine Rolle spielt. Hormonelle und genetische Dispositionen sind weitere Risikofaktoren.

  • Alter
  • genetische Veranlagung
  • Umwelteinflüsse und Lebensstil

Ist Prostatakrebs heilbar?

Ja, sofern das Karzinom in einem frühen Stadium entdeckt wird, stehen die Chancen auf eine Heilung recht gut. Ziel einer Therapie bei Prostatakrebs ist die vollständige Eliminierung der Krebszellen. Hierfür stehen in der Praxis mehrere Optionen zur Auswahl:

  • operativer Eingriff (Prostata wird entfernt)
  • Strahlentherapie (zum Abtöten der Krebszellen)
  • Hormontherapie
  • Chemotherapie

Sowohl die Prostatektomie (operative Entfernung der Prostata) als auch die Strahlentherapie führen bei geringen und mittleren Risikogruppen zum gewünschten Erfolg. Im Durchschnitt sind nach 10 Jahren etwa 7-8 von 10 Patienten geheilt.

Nachdem eine Operation nicht mehr rückgängig gemacht werden kann und mit Nebenwirkungen verbunden ist, empfehlen Ärzte anfangs die Bestrahlung der Prostata. Mögliche Nebenwirkungen sind in erster Linie Erektionsprobleme und Blasenschwäche. Die Chemotherapie wird in der Regel als letztes Mittel angewandt, wenn andere Therapieformen keinen gewünschten Erfolg zeitigen.

Warum Hormontherapie bei Prostatakrebs?

Männliche Geschlechtshormone (Androgene) sind für den Wachstum des Prostatakarzinoms verantwortlich. Krebszellen benötigen vor allem Testosteron für die Zellteilung. Deshalb kann ein Hormonentzug den Wachstum des Krebs hemmen. Die Antihormontherapie kommt in der Regel nur bei Männern in Frage, deren Erkrankung bereits zu einem metastasierenden Befall der Organe geführt hat. Hormonentzug ist also ein Therapieansatz, der in einem fortgeschrittenen Stadium des Prostatakrebs Anwendung findet.

Prostatakrebs

Die Prostata-Untersuchung ist kurz und schmerzlos. Dennoch ist sie mit Scham verbunden. Foto: Adobe Stock, (c) auremar

Was passiert bei einer Prostata Untersuchung?

Für Männer ab 45 Jahren ist eine jährliche Prostata-Untersuchung dringend anzuraten. Das Prostatascreening dient deiner Vorsorge. Für die Untersuchungen zur Früherkennung wendest du dich an einen Facharzt für Urologie. Im Rahmen dieser Vorsorge-Untersuchung greifen Ärzte auf verschiedene Untersuchungsmethoden zurück: Als zuverlässigste Methode bei der Früherkennung von Prostatakrebs gelten in Kombination der Tastbefund und der Antigen-Test.

Besteht ein begründeter Verdacht auf Krebs, entnimmt dein Arzt an mehreren Stellen Gewebeproben (Biopsie) aus der Drüse. Eine Laboruntersuchung gibt schlussendlich Auskunft über das Vorhandensein von Krebs.

Digitale Rektale Untersuchung (DRU)

Bei der rektalen Tastuntersuchung liegen Männer meist seitlich in sogenannter Steinschnittlage. Vom Darm her untersucht der behandelnde Arzt die Prostata, die mit dem Finger abgetastet werden kann. Es handelt sich um eine Behandlung, die von vielen Männern zwar nicht als schmerzhaft, jedoch als unangenehm empfunden wird. Mit Hilfe der rektalen Tastuntersuchung kann dein Arzt jedoch schnell und unkompliziert oberflächliche Gewebeveränderungen feststellen.

PSA-Test

Die Prostatazellen bilden ein prostataspezifisches Antigen (kurz: PSA). Bei Veränderungen in der Vorsteherdrüse erhöht sich die nachweisbare PSA-Dichte im Blut. Ein erhöhter PSA-Wert im Blut kann daher auf Krebs hinweisen, allerdings auch auf eine Entzündung oder eine gutartige Vergrößerung der Prostata (benigne Prostatahyperplasie, kurz: BPH).

Der PSA-Test alleine kann also keine zuverlässige Aussage machen. Für eine exakte Diagnose sind weitere Untersuchungen zwingend notwendig. Mit Ausnahme des PSA-Test werden alle anfallenden Kosten im Rahmen einer urologischen Vorsorge-Untersuchung von deiner Krankenkasse übernommen.

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