Raucherwohnung renovieren: So verschwinden Geruch und Nikotin - HEROLD.at

Warum du eine Raucherwohnung renovieren solltest

Fettige Wände, graue Gardinen und ein unangenehmer Geruch: Wird in einer Wohnung regelmäßig geraucht, bleiben Spuren zurück. Der Rauch dringt tief in die Stoffe von Möbeln und Vorhängen ein und lagert sich auf den Tapeten ab. Aus diesem Grund stehst du vor einer echten Herausforderung, wenn du eine Raucherwohnung renovieren möchtest. Wir verraten dir clevere Tipps, mit denen du diese Aufgabe bewältigen kannst!

Warum du eine ehemalige Raucherwohnung renovieren solltest

Die Folge jahrelangen Rauchens in geschlossenen Räumen ist ein gelblicher, klebriger Belag auf Möbeln und Tapeten. Diese Nikotinablagerungen enthalten krebserregende Stoffe (tabakspezifische Nitrosamine, kurz: TSNA), die eine ähnlich schädliche Wirkung wie Schimmelpilze haben. Wer also in eine ehemalige Raucherwohnung einzieht, ohne diese fachgerecht zu renovieren, muss mit vergleichbaren Folgeschäden rechnen, wie sie durchs Passivrauchen auftreten. Darüber hinaus mindern die Schäden, die durch das Rauchen in der Wohnung entstehen, den Wert der Immobilie. Wenn du deine Wohnqualität also steigern und gesünder wohnen möchtest, solltest du eine ehemalige Raucherwohnung renovieren (lassen).

Tipp: Für alle, die die Renovierung im Zuge einer Rauchentwöhnung durchführen möchten, hat unsere freie Bloggerin Evelin Stopfer die 5 besten Anti-Rauch-Tipps zusammengestellt.

Maßnahmen: Wie kann ich eine Raucherwohnung renovieren?

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, eine Raucherwohnung zu renovieren: Ozonreinigung oder Sanierung. Die Ozonreinigung wird normalerweise nach Brandfällen eingesetzt. Die hier verwendeten Geräte spalten den Sauerstoff in der Raumluft in Ozon auf, wodurch die Geruchspartikel gebunden werden und sich der Raumgeruch innerhalb von maximal 48 Stunden neutralisiert. Es gibt Reinigungsservices, die auf diese Art der Reinigung spezialisiert sind.

Die zweite Möglichkeit, eine Raucherwohnung zu renovieren, besteht darin, die komplette Wohnung richtig und gründlich sanieren zu lassen. Neben der intensiven Reinigung der Räumlichkeiten zählt hierzu auch das Sanieren von Böden, Türen, Tür- und Fensterrahmen sowie Zimmerdecken und Wänden. Da für die Sanierung eine gewisse Expertise und spezielle Gerätschaften erforderlich sind, ist es sinnvoll, diese Aufgabe in die kompetenten Hände einer professionellen Gebäudereinigung zu geben. Die entstehenden Kosten sind aber von der Größe und Ausstattung der Wohnung abhängig.

Raucherwohnung renovieren und sanieren

Es gibt viele gute Gründe, warum du eine Raucherwohnung renovieren solltest. Photo: Adobe Stock, (c) Gina Sanders

Warum es nicht reicht, nur die Wände zu streichen

Willst du eine Raucherwohnung renovieren, genügt es nicht, den Geruch zu entfernen oder zu übertünchen. Der Nikotinbelag zieht in alle offenporigen Materialien wie Polster und Teppiche, aber auch in Wandfarbe, Putz und sogar in das Mauerwerk ein. Ein neuer Farbanstrich mag den Wänden also ein frisches Aussehen verleihen, doch der alte Geruch wird bereits nach wenigen Wochen wiederkommen – und mit ihm die Schadstoffe im Nikotinbelag.

Achtung: Durch das Überstreichen mit wasserbasierten Farben kannst du das Problem sogar verschlimmern. Da die Schadstoffe im Nikotin wasserlöslich sind, gelangen diese durch einen entsprechenden Anstrich noch schneller an die Oberfläche. Gleiches gilt für lösungsmittelhaltige Wandfarben. Auch Tapezieren löst das Problem nicht, da der Tapetenkleister ebenfalls zu viel Feuchtigkeit enthält.

Raucherwohnung renovieren

So kannst du eine Raucherwohnung renovieren. Foto: Adobe Stock, (c) ungermedien

Polster, glatte Oberflächen, Fenster und Türrahmen reinigen

Wenn du eine ehemalige Raucherwohnung renovieren möchtest, solltest du es gründlich tun. Wenn du sichergehen willst, dass der Geruch nicht wiederkehrt und alle Giftstoffe restlos entfernt wurden, solltest du dich von einem Bauunternehmen deines Vertrauens bzgl. einer vollständigen Sanierung beraten lassen. Für alle, die die Renovierung in Eigenregie durchführen möchten, hier ein paar hilfreiche Tipps:

  • Polster & Teppiche: Für die korrekte Reinigung von Polstern und Teppichen muss die Reinigungslösung tief in die Fasern eindringen. Idealerweise nutzt du hierfür ein sog. Sprühextraktionsgerät. Ein solches kannst du normalerweise im Baumarkt deines Vertrauens gegen eine geringe Gebühr ausleihen.
  • Glas, Kunststoff, Keramik, Fliesen: Glatte Oberflächen lassen sich mit Allzweckreiniger in der Regel sehr gut von dem lästigen Nikotinbelag befreien.
  • Linoleum & Laminat: Für Fugen im Bodenbelag gibt es leider schlechte Nachrichten. Da der Rauch auch durch kleinste Fugen unter das Laminat bzw. Linoleum gelangen und sich dort festsetzen kann, bleibt hier nur die radikale Lösung – der Boden muss raus. Erst, wenn der Untergrund gereinigt und mindestens 24 Stunden durchgelüftet ist, kannst du einen neuen Boden nach deinem Geschmack verlegen.

So werden Fenster und Türen wie neu:

#1: Fenster- und Türrahmen aus Holz zuerst von Hand oder mit einem Schleifgerät abschleifen.
#2: Das abgeschliffene Holz mit einer schützenden Grundierungsschicht versehen.
#3: Nach dem Trocknen dieser Schicht die grundierte Fläche noch einmal leicht anschleifen.
#4: Staub gründlich entfernen und das Holz mit Holzfarblack streichen.

So entfernst du Nikotin von Decken und Wänden

Das Entfernen des Nikotinbelags von Decken und Wänden ist eine verhältnismäßig aufwändige Arbeit. Da wasser- und lösungsmittelhaltige Wandfarben das Problem nicht nur nicht lösen, sondern sogar verschlimmern können, solltest du auf spezielle Grundierungen zurückgreifen. Im Fachhandel für Farben und Lacke sind diese mit dem Zusatz „Nikotinsperre“ bzw. „Anti-Nikotin-Farbe“ gekennzeichnet.

Das Prinzip der Anti-Nikotin-Farbe ist simpel: Die dickflüssige Farbe aus Kunstharz hat eine hohe Deckkraft und verschließt Wände und Decken atmungsdicht, sodass das darin festgesetzte Nikotin nicht entweichen kann. Da hierdurch auch die bauphysikalischen Eigenschaften der Wand verändert werden, sollte der Anstrich mit Nikotinsperre optimal vorbereitet sein. War deine Wohnung in der Vergangenheit nämlich von Schimmel befallen, würden entsprechende Sporen durch den Farbauftrag in der Wand eingeschlossen werden.

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Anti-Nikotin-Farbe: Anwendung

1. Schritt: Entferne alle vorhandenen Tapeten von den Wänden.

2. Schritt: Säubere die darunter liegenden Flächen. Notfalls musst du schmutzige Stellen zuerst reinigen und trocknen lassen, bevor du fortfahren kannst.

3. Schritt: Achte auf den Untergrund: Wände mit gipshaltigem Fertigputz solltest du zuerst leicht anschleifen, den Staub entfernen und deine lösungsmittelhaltige Grundierung auftragen. Besteht das Mauerwerk aus Kalkstein oder normal saugendem Putz, kannst du die Anti-Nikotin-Farbe nach dem Trocknen der Wand auch ohne Grundierung auftragen.

4. Schritt: Nach etwaiger Vorbehandlung kannst du die Wand mit der Nikotinsperre versehen. Diese hat in der Regel eine sehr starke Deckkraft, weshalb ein einziger Anstrich in der Regel ausreicht. Nur bei sehr starken Nikotinflecken kann ein zweiter Anstrich erforderlich sein.

Ein Tipp: Wenn du dir nicht zutraust, die Anti-Nikotin-Farbe fachgerecht auf deine Wand aufzubringen bzw. du den relativ hochen Arbeitsaufwand vermeiden möchtest, kannst du auch einen professionellen Malermeister beauftragen. Die meisten Malerbetriebe sind mit den notwendigen Maßnahmen für das Renovieren einer Raucherwohnung bestens vertraut.

Hier findest du die besten Maler und Anstreicher deines Bundeslands:


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