Zahnbrücke: was sie kann, was sie kostet

Zahnbrücke

Eine Zahnbrücke ist dazu da, Zähne zu verbinden – also Zahnlücken zu füllen. Adobe Stock, (c) Andy Ilmberger

Brücken verbinden Objekte, zwischen denen sonst kein Kontakt (mehr) besteht. In der Landschaft also meist Flussufer. In der Zahnheilkunde Zähne, denn da füllen Zahnbrücken Zahnlücken. Eine stabile Sache, sofern die Nachbarzähne, die diesen Zahnersatz tragen müssen, der Belastung gut standhalten.

Woraus eine Zahnbrücke besteht

Jede Brücke besitzt Brückenpfeiler (“Anker“) und einen Brückenkörper. Bei einer Zahnbrücke bilden an sie grenzende Zähne (meist Zahn mit Krone) die Pfeiler und das Gerüst, das ein bis – aus Stabilitätsgründen – höchstens vier Brückenglieder (= künstliche Zähne) nebeneinander trägt, den Körper. Die Pfeiler sorgen für die Festigkeit, die Glieder für die Kaufunktion und Ästhetik der Konstruktion.

Da eine Zahnbrücke erheblichen Kaubelastungen standzuhalten hat, muss sie aus stabilem und möglichst verträglichem Material angefertigt werden. Daher kommen Werkstoffe zum Einsatz wie

  • Edelmetalle, meist – kostenintensive – Goldlegierungen.
  • Nichtedelmetalle wie z.B. preisgünstiger Stahl (“Sparlegierung“).
  • Keramik (“weißes Gold“) meist auf Basis eines Zirkon-Gerüsts, die als langlebig, ästhetisch (farbstabil, hoch lichtdurchlässig, keine dunklen Ränder wie z.B. bei Metallkeramikbrücken) und –  da metallfrei – als für Allergiker besonders geeignet gilt.
  • Titan, dessen Verarbeitung sich jedoch aufwändig gestaltet und dessen Verblendung (Überschichtung mit zahnfarbenem Material) nicht so zuverlässig hält.

Am haltbarsten haben sich Brücken aus Metallkeramik (auf Metallbasis mit Keramik- oder Kunststoff-Verblendung) erwiesen.

Wann kommen Zahnbrücken als Behandlung zum Einsatz?

Ist ein Zahn nicht mehr zu retten, braucht man einen Zahnersatz, denn Lücken im Gebiss schaden der Kaufunktion, dem Sprechvermögen und dem Aussehen. Die Nachbarzähne verlieren ihren seitlichen Halt und kippen in die Lücken, was den Kontakt mit der gegenüberliegenden Zahnreihe stört.

Sind an eine Zahnlücke grenzende Zähne saniert, d.h. plombiert oder wurzelbehandelt (kein Trauma des Zahnnervs mehr möglich), aber voraussichtlich für Jahre stabil genug (keine Parodontitis), um einen festsitzenden Zahnersatz zu tragen, eignet sich oft eine Zahnbrücke zur Lückenschließung. Hierzu müssen diese Pfeilerzähne zwecks Anbringung einer Zahnkrone beschliffen werden. Bei gesunden Nachbarzähnen hingegen empfiehlt sich statt einer Krone das Setzen eines Implantats als Behandlung der Wahl. Das Abschleifen gesunder Zähne für das Überstülpen einer Zahnkrone kann die Zähne nämlich unwiderruflich schädigen.

Lieber Zahnimplantate?

Zahnbrücken werden schon seit langem routinemäßig und mit geringerem Aufwand als Zahnimplantate als fester Zahnersatz eingesetzt und liefern funktionell und ästhetisch gute bis sehr gute Ergebnisse. Sie sind kostengünstiger als Zahnimplantate, besonders, wenn man sich mit einer einfachen Form (Stahlgerüst, unverblendet) zufriedengibt.

Sie haben aber auch Nachteile: für ihre Anbringung (Krone) muss meist gesunde Zahnsubstanz abgetragen werden, was einen so behandelten Zahn der Gefahr des Absterbens (Schleiftrauma mit Schädigung des Zahnnervs) aussetzt. Zudem können Pfeilerzähne überlastet werden und am Rand der Kronen Karies entwickeln. Beides Risiken, dass sie frühzeitig verloren gehen. Auch verhindert eine Brücke – anders als ein als Pfeiler dienendes Implantat – nicht den Knochenabbau im Kiefer, der nach einem Zahnverlust einsetzt. Und sie ist nicht erweiterbar.

Welche Arten von Zahnbrücken es gibt

Zahnbrücke

Man unterscheidet je nach Einsatzgebiet und Sitz zwischen verschiedenen Arten von Zahnbrücken. Foto: Adobe Stock, (c) pitb_1

Je nach Einsatzgebiet, Pfeiler und Sitz unterscheidet man zwischen folgenden Arten von Brücken:

Einspannige Brücke (Schaltbrücke): füllt eine Zahnlücke aus.

Mehrspannige Brücke: versorgt mehrere Lücken in einem Kiefer, sofern deren Verteilung und die Anzahl der fehlenden Zähne das zulassen.

Tangentialbrücke: konventionelle Brücke mit schräg vom Zahnfleisch weglaufenden Gliedern (daher: leicht zu reinigender Spalt). Vor allem im Frontzahnbereich, im Oberkiefer auch im Seitenzahnbereich.

Schwebebrücke (Seitenzahnbrücke): im nicht sichtbaren Backenzahnbereich, sitzt nicht fest auf dem Kiefer, ist daher unterspülbar, d.h. leicht zu reinigen.

Freiendbrücke (Extensionsbrücke/Anhängerbrücke): fehlt der letzte Zahn einer Zahnreihe, werden die beiden Zähne am Ende der Zahnreihe überkront und verblockt (miteinander verbunden), sodass ein freischwebendes Brückenglied (darf nicht zu lang sein, sonst entstehen ungünstige Hebelkräfte) vorliegt und der Ersatzzahn – auf Kosten der Stabilität – nur auf einer Seite gehalten wird.

Spezielle Brücken

Inlay-Brücke: wird an zwei Inlays (im zahntechnischen Labor hergestellte, in den Zahn eingesetzte Zahnfüllungen) von Nachbarzähnen befestigt, was diesen eine Beschleifung und Überkronung erspart. Doch können sich mit der Zeit die Verklebungen der Inlays durch die Kaubelastungen lösen.

Klebebrücke (Adhäsivbrücke/Maryland-Brücke/Flügelbrücke/Schmetterlingsbrücke): eignet sich vor allem für den Frontzahnbereich junger Menschen und erfordert ein nur geringes Beschleifen der Pfeilerzähne auf der Innenseite, weil hier dünne Metallplättchen statt Kronen als Anker dienen. Sie ist weniger stabil als eine fest verankerte Brücke, aber z.B. eine gute Übergangslösung bis zu einer Implantatsetzung.

Verbundbrücke (Kombinationsbrücke): verbindet natürliche Zähne mit Implantaten, wobei beide meist als Pfeilerzähne (Hybridbrücke) dienen.

Implantatbrücke (implantatgetragene Brücke): wird allein von Zahnimplantaten getragen.

Teleskopbrücke: aufwändig in der Herstellung, daher kostenintensiver, auf Pfeilerzähnen aufgesteckter statt fest einzementierter, daher herausnehmbarer und leicht zu pflegender Zahnersatz mit Außenteleskopen (in die Brücke eingearbeitete Teleskopkronen). Wird verwendet, wenn nur noch wenige Zähne vorhanden sind und die Lebensdauer der Pfeilerzähne möglicherweise nicht mit der Haltbarkeit der Brücke (bei guter Zahnpflege und keinen übermäßigen Belastungen durchschnittlich 10 bis 15 Jahre) mithält.

Geschiebebrücke (geteilte/unterteilte Zahnbrücke): besteht aus mindestens zwei ineinander schiebbaren Teilen. Bei schiefstehenden Pfeilerzähnen.

Provisorische Zahnbrücke: dient der Überbrückung des Zeitraums zwischen Zahnpräparation und Einpassung des Zahnersatzes sowie der Ästhetik und dem Schutz beschliffener Pfeilerzähne.

Behandlung: Anpassung einer Zahnbrücke

Zunächst werden die Zähne, die die Brücke tragen sollen, wenn nötig saniert und auf die Anbringung der Brücke vorbereitet (“Präparation“: z.B. Abschleifung, Stiftaufbau).

Dann wird anhand eines vom Zahnarzt abgenommenen Gebissabdrucks (mittels Präzisions-Abformmaterial wie z.B. Silikon) die Zahnbrücke nach Vorgaben hinsichtlich Form, Farbe und Größe von einem Zahntechniker in einem Dentallabor hergestellt. Der Zahnarzt bringt zum Schutz der Zähne Kronen-Provisorien und eine provisorische Brücke (meist aus Kunststoff) am Patienten an.

In späteren Sitzungen wird das mithilfe des Abdrucks angefertigte Brückengerüst an der vorgesehenen Stelle probemäßig aufgesetzt und bei Bedarf nachkorrigiert. Passt die Konstruktion beschwerdefrei (d.h. die Brücke ist nicht zu lang, wackelt und schmerzt nicht), wird die Zahnbrücke definitiv eingesetzt und mittels Löt-, Schweiß- oder Klebetechnik (adhäsiver Kompositzement/Kunststoffkleber) befestigt.

Danach kann es anfangs zu Alltagsproblemen wie einem Fremdkörpergefühl oder Schwierigkeiten beim Kauen kommen. Diese verschwinden aber meist nach der Eingewöhnungsphase. Selten hält die Befestigung nicht, sodass eine Brücke im Extremfall auch verschluckt werden und – so sie nicht von einem Speisebrei umhüllt wird – das Verdauungssystem beschädigen kann. Dann sollten Röntgenaufnahmen ihren Verbleib aufspüren. Beim Stuhlgang ist darauf zu achten, ob sie auf natürlichem Weg den Körper verlässt.

Was Zahnbrücken kosten

Die Kosten einer Brücke setzen sich aus den verwendeten Materialien, der Anzahl an Brückengliedern und der Behandlung beim Zahnarzt zusammen, sodass sich eine Spannbreite von 500 Euro (Stahlbrücke) bis über 2.500 Euro (Vollkeramikbrücke) ergibt. Unter bestimmten Umständen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen einen Teil des finanziellen Aufwands. Auf jeden Fall sollten Patienten vorab entsprechende Informationen (Kostenvoranschlag) einholen.

Wie man eine Zahnbrücke richtig pflegt

Zahnbrücken werden ebenso oft wie die eigenen Zähne geputzt, doch kann sich – je nach Brückentyp und Abstand des Brückenstegs zum Zahnfleisch – die Reinigung der Brückenzwischenglieder (leichteres Festsetzen von Speiseresten) aufwändig gestalten und Hilfsmittel wie z.B. Zahnseide, eine Interdental- oder spezielle Brückenzahnbürste erfordern. Zahnärzte oder Zahnhygieniker zeigen, wie man eine Brücke an für normale Zahnbürsten unzugänglichen Stellen am besten säubert.

Hier findest du die besten Zahnärzte in deinem Bundesland:

 



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