Zahnschmelz aufbauen: was hilft und was schadet - HEROLD.at

Zahnschmelz aufbauen: was möglich ist

Zahnschmelz aufbauen

Damit Säuren nicht über ihn herfallen, muss man den Zahnschmelz aufbauen. Wir verraten wie. Adobe Stock, (c) Picture-Factory

Er ist ultrahart. Er ist superfest. Wenn aber Säuren über ihn herfallen, ist es um den Zahnschmelz geschehen. Dann – oder besser noch davor – gilt es, ihn aufzubauen. Wir haben recherchiert, welche Speisen den Zahnschmelz besonders stark angreifen, wie du einen Zahnschmelzabbau erkennst und wie sich Zahnschmelz aufbauen lässt.

Warum Zahnschmelz aufbauen so wichtig ist

Der emailleartige Zahnschmelz (Enamelum, Substantia adamantina) ist die härteste Substanz im menschlichen Körper. Er besteht hauptsächlich aus prismenartig angeordnetem Hydroxylapatit (hydroxyliertes Calciumphosphatsalz), Fluorid und dazwischenliegender organischer Kittsubstanz. Wie ein enorm widerstandsfähiger Schutzmantel, der beinahe allen mechanischen Belastungen trotzt, überzieht er jede einzelne Zahnkrone (aus dem Zahnfleisch herausragender Teil eines Zahns).

Somit bewahrt er die Zähne vor zerstörerischen äußeren Einwirkungen wie z.B. extremen Temperaturen. Einziger Wermutstropfen: Nimmt er Schaden, kann er nicht nachgebildet werden, denn er besitzt – anders als viele andere Gewebe – weder lebende Zellen noch Blutgefäße.

Schmelzfresser Säuren & Co.

Mechanischen Belastungen mag der Zahnschmelz großteils gewachsen sein, nicht jedoch Säuren, wie sie z.B. Kariesbakterien bilden. Vor allem, wenn sie über einen längeren Zeitraum auf ihn einwirken, sind sie imstande, ihn anzuätzen und durch Herauslösung von Mineralstoffen aufzuweichen. Zu einem Säureüberschuss in der Mundhöhle, die normalerweise dank des Speichels einen neutralen pH-Wert aufweist, kann es auch bei der Refluxkrankheit (“Sodbrennen“) oder häufigem Erbrechen (z.B. bei Bulimie) kommen. Und nach dem Genuss säurehaltiger Speisen oder Getränke (z.B. Obst, Fruchtsäfte, Soft- und Energydrinks, Alkohol).

Was der Zahnschmelz sonst noch verabscheut:

  • eine zuckerreiche Ernährung.
  • einen zu geringen Speichelfluss, sprich trockenen Mund.
  • Erkrankungen des oberen Verdauungstrakts.
  • Medikamente wie z.B. Antihistaminika oder bestimmte Antidepressiva.
  • mechanische Überlastungen, z.B. durch Zähneknirschen (Bruxismus), zu forsches Zähneputzen, harte Zahnbürsten oder stark scheuernde Zahnpasten.
  • eine schlechte oder übertriebene Mundhygiene.

Zudem gibt es Erbkrankheiten und Entwicklungsstörungen, die mit Zahnschmelzanomalien einhergehen. Etwa die genetisch bedingte Amalogenesis imperfecta mit Braunverfärbungen infolge unvollständiger Schmelzbildung. Oder die von einem gestörten Calciumhaushalt, Infektionskrankheiten oder Ernährungsstörungen verursachte Schmelzhypoplasie mit Einlagerung weißlicher Flecken.

Zahnschmelzabbau erkennen  

Der Zahnschmelz befindet sich ständig in zwei gegenläufigen Prozessen, der Demineralisierung (Mineralstoffverlust, “Entkalkung“ durch Säuren) und der Remineralisierung (Wiedereinlagerung von Mineralstoffen durch den Speichel). Nimmt die Demineralisierung überhand oder kommt es zu keiner adäquaten Remineralisierung, können sich an den Zähnen Symptome einstellen wie

  • Rillen, Einkerbungen oder Verfärbungen.
  • Absplitterungen, Risse oder kariöse Stellen.
  • verdünnte Schneidekanten und abgeflachte Kauflächen.
  • eine Dunklerfärbung, weil das Dentin (Zahnbein) durch den angegriffenen Zahnschmelz hindurchscheint.
  • eine Schmerz- und Temperaturempfindlichkeit, wenn Schmelzdefekte bis zum Dentin reichen, denn dieses besitzt im Gegensatz zum Zahnschmelz (schmerzreizleitende) Nervenfasern.

Spätestens wenn sich Löcher in den Zähnen entwickelt haben, merkt man, wie wichtig ein intakter Zahnschmelz ist. Da scheint es nur natürlich, dass man ihn wiederherstellen, d.h. die wertvolle Schutzhülle der Zähne wieder aufbauen will.

Zahnschmelzaufbau: was weg ist, ist weg

Die Schmelzbildung beginnt, wenn die Zähne noch im Kieferknochen sitzen und ist nach deren Durchbruch in die Mundhöhle abgeschlossen. Sie erfolgt durch Zellen namens Ameloblasten, auch genannt Adamantoblasten, die nach Erfüllung ihrer Aufgabe zugrunde gehen. Nimmt der fertige Schmelz Schaden, kann daher der Organismus keinen neuen Zahnschmelz nachbilden.

Auch ist es – entgegen anderslautenden Werbeversprechen – (noch?) nicht möglich, Zahnschmelzdefekte – z.B. per auf die Zahnoberfläche aufgetragene Zahnpasta mit schmelzähnlichen Inhaltsstoffen (z.B. Zink-Carbonat-Hydroxylapatit) draufzuputzen, d.h. wissenschaftlich erwiesen zu reparieren. Zu diesem Schluss kommt jedenfalls ein Zahnpasta-Check der Stiftung Warentest.

Derzeit bleibt nur die Option, Schmelzdefekte durch zahnärztliche Maßnahmen wie z.B. Zahnfüllungen zu sanieren und bestehenden Zahnschmelz zu stärken, d.h. seine Mineralisierung zu fördern und die Demineralisierung zu stabilisieren.

Zahnschmelz stärken und aufbauen

Zahnschmelz aufbauen

Säuren zerstören den Zahnschmelz, deshalb sollte man nach dem Essen den Mund mit Wasser spülen. Adobe Stock, (c) Lars Zahner

Säuren und mechanische Überbeanspruchung sind die beiden wesentlichsten Übeltäter bei der Zerstörung von Zahnschmelz. Daher empfiehlt sich, um einen etwaigen Zahnschmelzabbau zu stoppen oder auch ihm vorzubeugen

  • nach dem Essen den Mund zwecks Verdünnung von Säuren mit Wasser zu spülen und zwecks Anregung des Speichelflusses zuckerfreien Kaugummi (Zahnpflege-, Mundpflege-Kaugummi) zu kauen.
  • eventuell auf säurehaltige Speisen und Getränke zu verzichten oder wenigstens säure- und kalziumhaltige Nahrungsmittel zu kombinieren, um Säuren zu neutralisieren.
  • eine kalziumreiche Kost (z.B. Milchprodukte) einzunehmen.
  • zwischen dem Verzehr säurehaltiger Nahrungsmittel und der Zahnreinigung mindestens 30 Minuten verstreichen zu lassen.
  • eine konsequente und regelmäßige Zahnpflege mit richtiger Zahnputztechnik zu betreiben: vom Zahnfleisch zur Zahnkrone, ohne übermäßigen Druck.
  • eine mittelharte Zahnbürste und eine Zahncreme ohne zu grobe und zu viele Schleifpartikel, d.h. mit einem niedrigen RDA-Wert (Radioactive Dentin Abrasion) zu benutzen.
  • regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt wahrzunehmen.
  • die Zähne mit fluoridhaltiger Zahnpasta zu putzen, um sie gegen Säuren widerstandsfähiger zu machen. Oder mit fluoridhaltigem Mundwasser zu gurgeln. Oder Fluorid-Tabletten einzunehmen. Aber nur nach Rücksprache mit dem Zahnarzt, denn zu viel Fluorid kann – insbesondere bei Kindern – auch schaden bzw. zu einer Dentalfluorose (Zahnverfärbungen) führen.
  • nach zahnärztlicher Empfehlung einmal wöchentlich vor dem Schlafengehen als “Schutzschild“ ein Fluoridgel zu verwenden, um die Löslichkeit des Zahnschmelzes zu verringern und Karies vorzubeugen.
  • beim Zahnarzt die Zähne mit mineralisierendem Zahnlack versiegeln zu lassen.

Zahnschmelzaufbau auf naturheilkundlich

Auch die Alternativmedizin (z.B. die Homöopathie) befasst sich mit dem Problem Zahnschmelzabbau. Empfohlen wird die Einnahme von den Zahn- und Knochenstoffwechsel stärkenden Schüßlersalzen.

Hier findest du die besten Zahnärzte in deinem Bundesland:

 



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