Zahnspange Österreich! Kosten, Arten, Tragedauer

Junge blonde Frau in Latzhose und mit Zahnspange vor rosa Hintergrund.

Fixe Zahnspange mit Brackets oder unsichtbare Zahnspange? HEROLD informiert über Arten und Kosten der Zahnregulierung. Adobe Stock, (c) Wayhome Studio

Nicht jeder ist von Natur aus mit perfekt gewachsenen Zähnen gesegnet. Beim einen ist der Kiefer zu klein, beim anderen verschieben die Weisheitszähne das Gesamtbild. Und dann gibt es natürlich noch jene unter uns, denen das Daumenlutschen in frühester Kindheit niedliche Hasenzähne beschert hat. Doch welche Art von Zahnspange sollten wir wählen, damit Schiefes wieder gerade wird?

Wir haben uns über fixe und abnehmbare Zahnspangen informiert und wissen, welche Art der Zahnregulierung am besten für Kinder und Erwachsene geeignet ist. Außerdem erfährst du, was Zahnspangen kosten und wie die Kostenübernahme durch die Krankenkasse funktioniert.

Warum eine Zahnspange?

Manchmal wachsen Zähne nicht perfekt gerade aus dem Kiefer, sondern schief, versetzt oder verdreht. Oder ein Zahn verändert seine ursprünglich normale Position, weil er zum Beispiel in Richtung einer Zahnlücke kippt oder von den Weisheitszähnen verdrängt wird. Außerdem passen die Kiefer nicht immer so zusammen, wie wir uns das wünschen. Entsprechende Fehlstellungen sollten grundsätzlich von einem Facharzt für Zahnheilkunde oder Kieferorthopädie korrigiert werden. Idealerweise geschieht dies bereits im Kindesalter, damit Folgeschäden verhindert werden können. Bei Erwachsenen stehen die Chancen, Zahnfehlstellungen mittels Zahnspange zu korrigieren, allerdings auch sehr gut.

Schäden, die durch Zahnfehlstellungen entstehen können, sind zum Beispiel Schwierigkeiten beim Kauen und/oder Sprechen, Schmerzen im Kiefer und schlicht und ergreifend eine dauerhafte Beeinträchtigung des äußeren Erscheinungsbildes. Zahnspangen korrigieren nicht nur Fehlstellungen der Zähne, sondern auch der Kiefer.

Wer macht Zahnspangen?

Für Zahnspangen ist nicht der Zahnarzt, sondern der Facharzt für Kieferorthopädie zuständig. Der Unterschied zwischen Kieferorthopäde und Zahnarzt? Fachärzte für Kieferorthopädie sind Zahnärzte, die sich durch spezielle Fortbildung die Fähigkeit angeeignet haben, Zahn- und Kieferfehlstellungen zu diagnostizieren und zu behandeln.

Zahnspangen Arten

Festsitzende Zahnspange

Eine fixe oder festsitzende Zahnspange trägst du rund um die Uhr. Sie wird normalerweise mit sogenannten Brackets (Halteklammern) an der Außenseite der Zähne befestigt. Brackets gibt es sowohl aus Metall (z.B. Edelstahl) als auch aus Keramik (relativ unauffällig) oder Kunststoff (mangelhafte Farb- und Formstabilität). Für kleinere Korrekturen im Frontzahnbereich werden mittlerweile auch häufig sogenannte linguale Brackets (= an der der Zunge zugewandten Fläche der Zähne angebracht) verwendet, die von außen nicht zu sehen sind.

An den Brackets selbst sind Drahtbögen befestigt. Diese üben einen kontinuierlichen sanften und zugleich effektiven Druck auf einzelne Zähne oder Zahngruppen mit ausgeprägter Fehlstellung im bleibenden Gebiss aus. Durch diesen Druck werden die Zähne oder Zahngruppen mit der Zeit in die richtige Position „gezogen“. Dein Kieferorthopäde überprüft in regelmäßigen Abständen die Einstellung der Drahtbögen und stellt sie bei Bedarf enger oder lockerer.

Warum Gummis an fixen Zahnspangen?

Es gibt sogenannte selbstligierende Brackets, bei denen die Drahtbögen aus sehr weichen, beweglichen Metallligaturen bestehen. Bei „normalen“ Brackets wird häufig mit Zahnspangen-Gummis (sog. Elastics) gearbeitet, die den Draht mit den Bracktes verbinden und auf diese Weise den Druck erzeugen, der notwendig ist, um die betreffenden Zähne an die richtige Position zu verschieben. Manchmal arbeiten Kieferorthopäden auch mit zusätzlichen Druck- oder Zugfedern. Eine festsitzende Zahnspange (Multiband- oder Multibracket-Apparatur) liefert in der Regel ein gutes Behandlungsergebnis mit schöner Zahnbogenform, denn sie rückt nicht nur die Zähne zurecht, sondern vermag auch die Zahnwurzeln im Kiefer zu drehen.

Junge dunkelhaarige Frau beim Kieferorthopäden mit einer fixen Zahnspange, an der Gummis angebracht sind.

Warum Gummis? Ganz einfach: Sie bauen den Druck auf, der notwendig ist, um die Zähne in die richtige Position zu bringen. Adobe Stock, (c) Евгений Вершинин

Herausnehmbare Zahnspange

Herausnehmbare Zahnspangen sind aktive Kunststoffplatten, in welche Halte- und Bewegungselemente (Drahtbögen, Klammern, Schrauben) aus Edelstahl eingearbeitet sind und die in der Mundhöhle angebracht wird. Sollen Unter- und Oberkiefer gleichzeitig behandelt werden, kommt hingegen ein sogenannter Aktivator zum Einsatz. Hierbei handelt es sich um eine Doppelspange aus Kunststoff, die locker in der Mundhöhle liegt und keine aktiven Metallelemente hat. Ein Aktivator wirkt über funktionale Kräfte, die die Kau-, Wangen- und Zungenmuskulatur ausübt.

Lose oder herausnehmbare Zahnspangen sind gut geeignet, um die Kiefer in die richtige Bisslage zu rücken. Die Behandlung eignet sich daher nur für Kinder und Jugendliche, da die Kieferkorrektur auf diese Weise nur während der Wachstumsphase möglich ist. Lose Zahnspangen kannst du zum Essen, zum Zähneputzen oder während des Sports herausnehmen. Um den Behandlungserfolg zu gewährleisten, ist es allerdings wichtig, dass sie trotzdem täglich für die vom Zahnarzt oder Kieferorthopäden empfohlene Zeitspanne getragen werden.

Unsichtbare oder durchsichtige Zahnspange

Eine Variante der herausnehmbaren Zahnspangen sind die sogenannten Aligner, auch Invisalign genannt. Hierbei handelt es sich um dinviduell angefertigte transparente Kunststoffschienen, die speziell für das bleibende Gebiss entwickelt wurden. Im Volksmund werden sie auch häufig unsichtbare Zahnspangen oder Zahnspange für Erwachsene genannt. Detailliertere Informationen zu Kosten, Therapieverlauf und Erfolgsaussichten findest du im Artikel Strahlendes Lächeln dank Invisalign: Was kostet die unsichtbare Zahnspange?

Zahnspange – wie lange tragen?

Vor allem Kinder interessiert in Sachen Zahnspange vor allem zweierlei: Wie lange muss ich die tragen? Und wie oft? Die Frage nach dem „wie oft“ lässt sich leicht beantworten: täglich. Die Frage nach dem „wie lange“ ist schon etwas schwieriger. Tatsächlich hängt die Dauer, wie lange eine Zahnspange insgesamt zu tragen ist, nämlich von mehreren Faktoren ab. Ausschlaggebend sind hier unter anderem

  • die Art der Zahn- und/oder Kieferfehlstellung
  • das Ausmaß der Zahn- und/oder Kieferfehlstellung
  • das Alter des Spangenträgers
  • die Art und Passgenauigkeit der Zahnspange
  • die Mitarbeit des Spangenträgers (zum Beispiel genügend langes Tragen täglich bei herausnehmbaren Spangen)

Grundsätzlich liegt die Dauer bis zum gewünschten Behandlungserfolg zwischen sechs Monaten (bei leichten Fehlstellungen) und drei bis vier Jahren. Der Behandlung selbst folgt in den meisten Fällen die Retention. „Retention“ beichnet das Zurückhalten der Zähne mit einem sogenannten Retainer, einem dünnen Drahtbogen an der Zahninnenseite (Lingualretainer) oder einer abnehmbaren Kunststoffschiene. Die Retention ist wichtig, um die Zähne langfristig in der erwünschten Position zu stabilisieren und eine Rückwanderung zu verhindern

Dunkelhaariges Mädchen mit Brille, das in die Kamera lächelt und zwei verschiedene Arten von Zahnspangen hochhält.

Eine kieferorthopädische Behandlung kann einige Jahre in Anpruch nehmen. Nur so ist ein optimales Ergebnis möglich. Adobe Stock, (c) Robert Przybysz

Zahnspange Kosten

Wie teuer deine Zahnspange wird, hängt natürlich in erster Linie von der zu korrigierenden Fehlstellung sowie von der Behandlungsdauer ab. Außerdem spielt es in Sachen Zahnspangen Kosten eine entscheidende Rolle, ob du dich für eine „normale“ Ausführung (zum Beispiel festsitzende Brackets) oder eine ästhetischere Variante (zum Beispiel unsichtbare Aligner oder transparente Brackets) entscheidest.

Kosten-Beispiel: Der Kassentarif für eine fixe Zahnspange für Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr liegt, inklusive sämtlicher Materialien und Kontrollen, bei 4.914 Euro.

Zahnspange – was zahlt die Krankenkasse?

Da eine möglichst frühzeitige kieferorthopädische Behandlung in mehrfacher Hinsicht sinnvoll und notwendig ist, finanzieren die gesetzlichen Krankenkassen in Österreich ganz oder teilweise herausnehmbare Zahnspangen für Kinder bis zum 10. Lebensjahr. Auch fixe Zahnspangen für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre werden von der Krankenkasse bezahlt. Allerdings gilt die volle Kostenübernahme nur unter bestimmten Voraussetzungen (siehe gratis Zahnspange) und die Krankenkassen finanzieren normalerweise nur die jeweiligen Standardausführungen (z.B. Metall-Brackets mit Bändern, Bogenfolgen und Gummizügen).

Erwachsene müssen die Korrektur normalerweise aus eigener Tasche zahlen. Eine Ausnahme machen die österreichischen Krankenkassen, wenn es nicht um eine rein ästhetische Behandlung geht, sondern wenn neben der kieferorthopädischen Behandlung zum Beispiel auch eine Kieferoperation notwendig ist. Es gibt allerdings auch einige private Krankenversicherungen, die die Kosten für deine Zahnspange (je nach Vertrag) jedenfalls teilweise refundieren.

Junge dunkelhaarige Frau, die sich durchsichtige Aligner einsetzt.

Bei einer kieferorthopädischen Behandlung mit Alignern müssen die Patienten die Kosten normalerweise selbst zahlen. Adobe Stock, (c) AntonioDiaz

Welche Voraussetzungen gelten für die gratis Zahnspange?

In Österreich gibt es die sogenannte gratis Zahnspange. Gratis Zahnspange bedeutet, dass die Krankenkasse die vollen Behandlungskosten trägt. Voraussetzung ist, dass die Zahnfehlstellung dem Schweregrad vier oder fünf (schwere und sehr schwere Fehlstellungen mit dringendem/sehr dringendem Behandlungsbedarf) nach der fünfteiligen Skala der internationalen IOTN-Klassifizierung (= Index of Orthodontic Treatment Need) entspricht. Ob ein Schweregrad vier oder fünf vorliegt, stellt der behandelnde Kieferorthopäde fest.

Wer bietet die gratis Zahnspange an? Wien

Die gratis Zahnspange zählt nicht bei allen Kieferorthopäden zu den normalen Leistungen, da hierfür ein Kassenvertrag notwendig ist. In Wien bieten unter anderem folgende Ordinationen ihren kleinen Patienten die Behandlung mit gratis Zahnspange an:

Gratis-Zahnspange beim Wahlarzt?

Die volle Kostenübernahme für die Zahnspange ist normalerweise nur bei Kieferorthopäden mit Kassenvertrag möglich. Es gibt allerdings eine Ausnahme: Wenn der Wahl- oder Privatarzt als Wahlarzt für Kieferorthopädie von den Krankenkassen akkreditiert ist, dann übernehmen die Kassen bis zum 10. Lebensjahr die Kosten für ein Jahr interzeptive Behandlung, und bis zum 18. Lebensjahr 80 % der Kosten für eine fixe Zahnspange.

Kieferorthopädische Behandlungen: Fragen & Antworten

Warum stinken Zahnspangen?

Ein etwas merkwürdiger oder auch unangenehmer Geruch, der von der Zahnspange ausgeht, ist keine Seltenheit. Bei festsitzenden Spangen wird der Geruch häufig durch Speiseresten verursacht, die sich zwischen Brackets und Schienen sammeln. Eine gründliche Mundhygiene ist hier also Pflicht! Aber auch herausnehmbare Zahnspangen können einen eigentümlichen Geruch haben, der sich auch durch gewissenhaftes Reinigen manchmal nicht entfernen lässt. In diesem Fall können Zahnreinigungs- oder Gebissreinigertabletten wahre Wunder wirken.

Verschiedene Arten von Zahnspangen in unterschiedlichen Farben vor blauem Hintergrund.

Abnehmbare Zahnspangen kannst du in einem Glas mit Zahnreinigungstabletten von unangenehmen Gerüchen befreien. Adobe Stock, (c) silatip

Warum tun Zahnspangen weh?

Dass eine Zahnspange Schmerzen verursachen kann, ist eigentlich nicht verwunderlich. Immerhin werden hier Zähne verschoben. Tatsächlich sind die Schmerzen aber weniger langanhaltend als viele Patienten befürchten. Am stärksten ist das Ziehen im Kiefer in den ersten Tagen nach dem Einsetzen der Zahnspange. Das Gefühl lässt normalerweise aber nach einigen Tagen nach. Zusätzlich kann es zu Schmerzen im Mundraum kommen, weil die Brackets an den Innenseiten der Wangen reiben. Auch hier tritt aber nach ein paar Tagen Besserung ein. Wenn Zahnspangen neu justiert werden, kann es für einige Tage zu einem Wiederauftreten der Schmerzen kommen.

Zahnspange – was tun gegen Schmerzen?

Manchmal treten im Zusammenhang mit einer festen oder herausnehmbaren Zahnspange Schmerzen auf, die sich auch nach einigen Wochen nicht bessern. In solchen Fällen liegt die Ursache meistens nicht in der Zahnregulierung selbst, sondern in Funktionsstörungen und/oder Einschränkungen der Beweglichkeit von Strukturen und Geweben im Bereich von Kiefer und/oder Schädel. Hier kann eine osteopathische Behandlung sinnvoll sein, die stets in Abstimmung mit dem behandelnden Kieferorthopäden erfolgen sollte.

Hier findest du die bestbewerteten Kieferorthopäden in deinem Bundesland:



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