Decke streichen Schritt für Schritt: So klappt’s streifenfrei

Auf einem Holzboden stehen Utensilien zum Decke Streichen: Pinsel, Farbrollen, Farben und ein Farbfächer.

Decke streichen gehört zum Renovieren dazu – Wir haben die wichtigsten Tipps für dich. Foto: Adobe Stock, Andrey Popov

Eine frisch gestrichene Decke lässt jeden Raum in neuem Glanz erstrahlen. Aber wie bereitest du die Decke am besten vor und worauf musst du beim Kauf der Farbe achten? Mit unseren Tipps und Tricks zum Decke Streichen gelingt der Anstrich frust- und streifenfrei.

Decke Streichen: Was braucht man?

Dass du Deckenfarbe brauchst, liegt auf der Hand. Aber was braucht man zum Decke Streichen sonst noch? Wir haben eine Einkaufsliste mit den wichtigsten Maler Utensilien für dich zusammengestellt.

Einkaufsliste für den Baumarkt

  • Deckenfarbe je nach Bedarf
  • Abdeckfolie für Möbel
  • Malervlies für den Boden
  • Malerkrepp zum Abkleben
  • Flachpinsel und Eckenrollen für Ecken und Kanten
  • breite Farbrollen für große Flächen
    • Langflorrollen für raue und unebene Flächen
    • Kurzflorrollen für glatte Flächen
  • Rührstab zum Aufrühren der Farbe
  • Abstreifgitter oder Farbwanne zum Abstreifen der Farbrollen
Ein Paar liegt auf dem Boden und betrachtet einen Farbfächer.

Beim Decke Streichen zu zweit zu arbeiten empfiehlt sich vor allem beim Renovieren großer Räume. Foto: Adobe Stock, shefkate

Zusätzliches Material:

  • Tücher, Schwämme, Besen und weiche Bürste zum Reinigen der Decke
  • Wasser und Tücher zum Aufwischen von Farbspritzern
  • Einmachgläser für Farbreste
  • Leiter
  • Spachtelmasse und feines Schleifpapier für Löcher und Risse (falls nötig)
  • helfende Hände zum Streichen einer größeren Decke 🙂

Welches Werkzeug zum Streichen?

Für die Ecken und Kanten der Decke benutzt du kleine Rollen oder Pinsel. Am besten eignen sich Flachpinsel und spezielle Eckenrollen. Mit einer großen Rolle malt man schnell mal über das Kreppband, das Decke und Wände voneinander trennt, hinaus.

Eine Langflorrolle mit gelber Farbe, mit der eine Decke gelb gestrichen wird.

Mit einem Langflorroller kannst du eine raue Decke streichen – mit einem Kurzflorroller eine glatte. Foto: Adobe Stock, Falko Matte

Den Rest der Decke streichst du mit größeren Rollen. Für eine Decke grober Struktur eignen sich dabei Langflorrollen. Das längere Flor daran sorgt dafür, dass die Farbe auch in die Unebenheiten der Decke dringt. Der Nachteil: Dadurch, dass Langflorrollen sehr viel Material aufnehmen, liegen sie schnell schwer in der Hand. Für glatte Oberflächen wählst du Kurzflorrollen.

  • für raue Flächen: Langflorrollen
  • für glatte Flächen Kurzflorrollen
  • für Kanten und Ecken: Flachpinsel oder Eckenrollen

Rollen und Pinsel mit kurzem Griff ermöglichen dir zwar ein genaues Arbeiten, da du damit sehr nahe an der Decke bist. Längere Striche ermöglichen dir jedoch moderne Rollen mit Teleskopstangen aus Aluminium, die du beliebig lang ausfahren kannst.

Wie viel Farbe braucht man zum Decke streichen?

Rechne dir am besten vorab aus, wie viel Farbe du ungefähr benötigen wirst. Pro Quadratmeter (Zimmerlänge x Zimmerbreite) musst du in etwa mit 150 ml Wandfarbe rechnen. Das bedeutet bei einem Zimmer mit einer Länge von 5 Metern und einer Breite von 4 Metern:

5 m x 4 m = 20 m² Fläche
20 m² x 150 ml = 3.000 ml bzw. 3 Liter Wandfarbe

Bei Decken mit einer gröberen Struktur ist der Farbverbrauch etwas höher. Möchtest du eine Raufasertapete streichen, schlägst du beispielsweise noch einmal 20 % auf den Verbrauch auf. In unserem Beispiel bedeutet das: 3.000 ml x 1,2 = 3.200 ml bzw. 3,2 Liter Farbe.

Welche Farbe zum Decke Streichen?

Günstige Dispersionsfarben decken oft nur schlecht. Das bedeutet, dass du mehrmals streichen musst und dadurch auch mehr Material benötigst. Investiere darum lieber ein paar Euro mehr in eine hochwertige Farbe. Deckenfarbe unterscheidet sich übrigens von Wandfarbe: Sie ist etwas dickflüssiger.

Was bedeutet Nassabriebbeständigkeit?

Ein Qualitätskriterium, auf das du beim Kauf der Deckenfarbe achten kannst, ist die Nassabriebbeständigkeit. Sie zeigt auf, ob eine Deckenfarbe dem Abrieb mit einem feuchten Tuch standhält oder nicht. Dabei haben Farben der Klasse 1 die höchste Nassabriebbeständigkeit, Farben der Klasse 5 die geringste.

Farben der Klasse 5 solltest du ausschließlich in sehr wenig genutzten Räumen oder in solchen nutzen, in denen Flecken nicht weiter stören. (z. B. in der Garage) Bedenke allerdings, dass du eine solche Farbe später nicht ohne weiteres mit einer hochwertigeren überstreichen kannst. Diese würde daran nicht haften.

Farben der Klasse 1 (Latexfarben) sind hingegen die widerstandsfähigsten. Sie kannst du später sogar mit Wasser, Reinigungsmittel und einer weichen Bürste reinigen. Diese Farben zahlen sich vor allem bei stark beanspruchten Räumen und Feuchträumen wie dem Bad oder der Toilette aus. Für normale Räume, wie beispielsweise das Wohnzimmer, reicht Klasse 3 völlig aus.

Nassabriebbeständigkeit bei Zimmerfarbe:

  • Klasse 1: für stark beanspruchte Räume und Feuchträume; Reinigung mit Wasser, Reinigungsmittel und weicher Bürste möglich
  • Klasse 2: für Feuchträume oder Küchen; Reinigung mit Wasser, Neutralreiniger und weicher Bürste möglich
  • Klasse 3: für mittelmäßig beanspruchte Räume; Reinigung mit Wasser, Neutralreiniger und weichem Tuch möglich
  • Klasse 4: für leicht beanspruchte Räume; Reinigung mit feuchtem Tuch ohne Reinigungsmittel möglich
  • Klasse 5: für kaum beanspruchte Räume; Reinigung ohne Farbabrieb kaum möglich

Kann man die Farbe selber mischen?

Du kannst Farben entweder fertig gemischt im Baumarkt kaufen oder selbst einen individuellen Farbton mischen. Möchtest du zu einem späteren Zeitpunkt jedoch nachstreichen, kann es schwierig sein, den gleichen Farbton noch einmal herzustellen. Um das zu vermeiden, bieten viele Fachhändler an, Farben für ihre Kunden anzurühren. Das genaue Rezept wird dabei notiert und kann später immer wieder nachgemischt werden.

Ein Farbeimer in dem weiße und lila Farbe vermischt werden.

Schöner wohnen – Rühre die Wandfarbe zunächst ausreichend um. Foto: Adobe Stock, Hekkate

Wenn du dennoch selbst experimentieren möchtest, mische deine Wunschfarben am besten in einem Kübel und achte darauf, sie ausreichend zu verrühren. Ansonsten gibt es Schlieren. Rühre dabei lieber zu viel als zu wenig Farbe an. So vermeidest du, dass diese ausgeht.

Decke Streichen Anleitung

Eine gründliche Vorbereitung erleichtert die Arbeit und trägt maßgeblich zu einem zufriedenstellenden Ergebnis bei. Die folgenden Tipps solltest du beachten, bevor es ans Streichen geht.

Schritt 1: den alten Anstrich überprüfen

Zunächst solltest du deine Decke einer gründlichen Inspektion unterziehen. Denn wenn der Putz schon jetzt bröckelt, stehen die Chancen gut, dass er dir nach einem weiteren Anstrich direkt entgegenkommt. Wenn du über eine alte Tapete streichen möchtest, muss diese ebenfalls noch fest verklebt sein. Ist deine Decke in einem schlechten Zustand, solltest du alten Putz, Farbe oder Tapete zunächst entfernen.

Schritt 2: Einrichtung vor Farbe schützen

Um deine Einrichtung vor Farbspritzern zu schützen, schiebe alle Möbel in die Mitte des Raums und decke sie mit einer Schutzfolie ab. Besser ist es natürlich, wenn du die Möbel ganz aus dem Zimmer entfernst. So hast du mehr Platz zum Arbeiten. Lampenschirme montierst du vorübergehend ab. Bedecke auch den Fußboden, um keine Flecken auf den Dielen oder dem Parkett zu riskieren. Günstig geht das mit Zeitungspapier. Profis nutzen hingegen ein Malervlies.

Schritt 3: Decke vorbereiten

Bevor du mit dem Streichen beginnst, solltest du die Decke gut abkehren und von Staub befreien. Nur dann kann die neue Farbe daran auch haften. Auch Spinnweben, Fliegendreck, Rauch- oder Fettflecken solltest du gewissenhaft entfernen.

Zwei Hände kleben vor dem Decke Streichen eine Wand mit Malerkrepp ab.

Beim Decke Streichen solltest du alle Leisten mit Malerkrepp abkleben. Foto: Adobe Stock, Michael Eichler

Achtung: Vor dem Anstrich muss die Decke vollkommen trocken sein. Findest du Bohrlöcher oder Risse vor, füllst du diese zuerst mit Spachtelmasse auf, bevor du sie überstreichst.

Schritt 4: abkleben mit Kreppband

Dann geht es ans Abkleben. Versiegle Steckdosen, Lichtschalter, Fensterrahmen oder Leisten zum Schutz mit Kreppband. Auch den Bereich zwischen Wand und Decke trennst du mit Kreppband ab.

Nach dem Streichen solltest du dir nicht zu viel Zeit lassen. Löse das Malerkrepp ab, wenn die Farbe noch feucht ist. So erhältst eine saubere Kante. Zu nass sollte die Farbe jedoch nicht sein, da sie ansonsten verlaufen kann.

Schritt 5: die richtige Temperatur

Direkt unter der Decke staut sich die warme Luft. Um diesen Effekt nicht noch zusätzlich zu fördern, solltest du auf eine kühle Temperatur im Raum achten. Auch direktes Sonnenlicht sollte nicht auf die Decke fallen. Ansonsten trocknet die Farbe stellenweise zu schnell. Flecken und Streifen sind die Folge.

Was zuerst streichen: Decke oder Wände?

Wenn du im Zuge einer Renovierung einen Raum komplett streichen möchtest, solltes du zuerst die Decke streichen. Der Grund dafür ist einfach: Beim Streichen der Decke geht häufig ein paar Spritzer daneben. Gerade wenn die Decke eine andere Farbe als die Wände bekommt, kann das ärgerlich sein.

Tipps zum Decke Streichen

1. beim Streichen dem Lichteinfall folgen

Beim Streichen sollte die Streichrichtung dem Lichteinfall folgen. Das bedeutet, dass du auf der Seite eines Raums zu streichen beginnst, an der das Licht einfällt. Meistens ist das die Fensterseite. Ansonsten kann es passieren, dass du Stellen ohne Farbe übersiehst und nachstreichen müsst. Das heißt: Die Decke wird scheckig.

Streiche am besten bei Tageslicht, ohne eine zusätzliche Lichtquelle. Dadurch entstehen weniger Schatten auf der Decke, die beim Streichen stören. Halte Fenster während des Streichens geschlossen. Zugluft sorgt dafür, dass Farbe an manchen Stellen schneller trocknet und Flecken entstehen.

Bei günstigen oder ganz neue Pinseln, kann es sein, dass sie anfangs Haare verlieren. Diese lassen sich am besten mit einer Rolle „wegrollen“. Entfernst du sie mit den Fingern, führt das zu Flecken – und farbigen Fingern. 🙂

2. an Ecken und Kanten beginnen

Beginne beim Streichen mit kleinen Farbrollen oder Pinseln an den Ecken und Kanten und arbeite dich dann weiter vor. Wichtig: Genau wie beim Streichen einer Wand solltest du auch beim Decke Streichen schnell arbeiten, damit es keine unschönen Ansätze gibt. Verwende dafür breite Farbrollen und sorge dafür, sie stets gut mit Farbe zu tränken. Damit es nicht tropft, rollst du die Farbrollen am Abtropfgitter ab.

Ein Kübel mit schmutzigen Pinseln und Malerrollen.

Nach dem Decke Streichen solltest du Rolle, Gitter und Kübel gründlich auswaschen. Foto: Adobe Stock, wip-studio

3. Decke in Quadrate unterteilen

Ein beliebter Trick ist es, sich die Decke gedanklich in große Quadrate einzuteilen. Die Quadrate streichst du überlappend, erst längs dem Lichteinfall und dann noch einmal quer. Der Farbauftrag sollte nass in nass und mit möglich gleichmäßigem Druck erfolgen.

Nach dem Decke Streichen

Als erstes solltest du nach dem Streichen das Kreppband entfernen, das Decke und Wände trennt. Dadurch verhinderst du eine unsaubere Kante. Lüfte zudem den Raum gut und lange durch, damit die Farbdämpfe sich legen. Auch das Trocknen der Farbe geht dann schneller voran.

1. Werkzeug reinigen

Benötigst du deine Farbrollen und Pinsel am nächsten Tag wieder, kannst du sie in ein gut versiegeltes Plastiksackerl stecken. So bleiben sie feucht und die Farbe daran trocknet nicht ein. Brauchst du dein Malerwerkzeug vorerst nicht mehr, solltest du es gründlich abwaschen, ehe du es wegstellst. So trocknet nichts ein und du kannst sie auch am nächsten Tag wieder problemlos verwenden.

Einen Großteil der Farbe kannst du bereits entfernen, indem du die Werkzeuge an Zeitungspapier abstreifst. Danach wäschst du sie gründlich mit warmen Wasser aus. Bei manchen Farbrollen lässt sich auch der Bezug abnehmen, sodass du diesen in der Waschmaschine waschen kannst. Auch benutzte Kübel und Abstreifgitter solltest du auswaschen, bevor die Farbe daran trocknet.

2. flüssige Farbe entsorgen

Übrig gebliebene Farbe kannst du je nach Art direkt im Farbkübel oder in sauberen Einmachgläsern aufbewahren. Wenn du sie im Originalkübel lässt, solltest du dessen Deckel zuvor gut abwaschen. Andernfalls könnte Farbe daran eintrocknen und beim nächsten Streichen bröseln. Klumpen an Decke und Wänden wären die Folge.

Flüssige Farbe darf übrigens nicht in den Hausmüll und schon gar nicht in die Toilette. Im Altstoffsammelzentrum kannst du sie ordnungsgemäß entsorgen.

Decke vom Maler streichen lassen: Was kostet das?

Die Decke selbst streichen ist, wie du siehst, machbar, aber mit einigem Aufwand verbunden. Bei Decken in schlechtem Zustand, besonderen Mustern oder speziellen Anforderungen – z. B. Leimfarbe entfernen – erspart der Gang zu einem Malerbetrieb nicht nur Zeit und Mühe, sondern auch Frust und Flecken.

Ein Maler lehnt lächelnd an einer Leiter und hält einen Farbfächer in die Kamera

Was kostet es, die Decke streichen zu lassen? Der Preis hängt von verschiedenen Faktoren ab. Foto: Adobe Stock, stokkete

Professionelle Maler haben ihr Handwerk von der Pike auf gelernt und verfügen über jede Menge Erfahrung, sodass du dich hinterher über eine garantiert streifenfreie Decke freuen kannst.

Von diesen Faktoren hängen die Malerkosten ab:

  • Vorarbeit: Müssen die Maler auch Möbel im Raum verrücken oder entfernen?
  • Farbe: Teure oder günstige?
  • aktueller Anstrich: Welche Farbe bzw. welche Tapete befindet sich aktuell an der Decke?
  • Zustand: Weist die Decke Löcher oder Risse auf? Bröckelt der Putz ab oder löst sich die alte Tapete?
  • zusätzliche Arbeit: Muss die Decke grundiert oder neu verputzt werden?
  • Zahl der Anstriche: Wie oft muss der Anstrich wiederholt werden?
  • Aufwand: Sollen spezielle Muster gestrichen werden?
  • Raucherwohnung: Wurde in dem Raum geraucht?

Im Schnitt kannst du von etwa € 10 bis € 12 pro Quadratmeter Deckenfläche (Länge x Breite des Raums) ausgehen. Je nachdem, ob die Maler zusätzliche Arbeiten verrichten müssen, wie die Decke Verputzen oder die Tapete entfernen, wird es etwas teurer. Auch ob es sich um eine Raucherwohnung handelt, wirkt sich auf die Maler Kosten aus. Denn hierbei müssen die Maler eine spezielle Farbe verwenden.

Wenn du zusätzlich Zierleisten streichen lassen möchtest, musst du mit etwa € 2 bis € 5 pro Meter rechnen. Die Kosten für die Farbe ist in der Regel nicht inkludiert.

Malerkosten:

  • Decke streichen lassen: 10-12 € pro m²
  • Zierleisten streichen lassen: 2-5 € pro m²

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