Elektroinstallation: Tipps zum selber machen

Oliver Glasner will Elektroinstallation selber machen

Die Elektroinstallation selber machen kann gefährlich sein. Foto: Adobe Stock; (c) Focus Pocus LTD

Um Kosten für den Elektriker zu sparen, wollen viele Menschen ihre Elektroinstallation selber machen. Aber ist das auch wirklich sicher? Gehört diese Aufgabe nicht besser in Profi-Hände? Und ist das Einsparungspotenzial wirklich so erheblich? Wir haben wichtige Tipps und Hintergrundinformationen für dich zusammengestellt.

Elektroinstallation – Ein Fall für den Profi?

Entscheiden sich Hausbesitzer für die Durchführung in Eigenregie, müssen alle Sicherheitsbestimmungen und Empfehlungen beachtet werden, andernfalls kann die Immobilie einen enormen Wertverlust erleiden! Die Elektroinstallation kann Arbeiten im gesamten Haus oder auch nur in einem Raum umfassen. Sie ist beim Neubau, beim Umbau und bei Modernisierungen erforderlich. Es werden Stromleitungen verlegt, Abzweigdosen geplant, Steckdosen installiertSchalter verbaut sowie Lampen und elektrische Rollläden angeschlossen. Ein Bauplan sowie Bauanleitungen sind erforderlich, um die Arbeiten zu koordinieren und optimal zu gestalten. In jedem Zimmer sollten ausreichend Lichtschalter und Steckdosen vorhanden sein. Die Anzahl der Stromkreise ist aus Sicherheitsgründen wichtig. Überlastungen sind tunlichst zu vermeiden, da ansonsten Brandgefahr bestehen kann. Aber auch weil Überlastungen häufig zu Stromausfällen führen können. Stelle im Vorfeld einen genauen Plan von der Elektroinstallation auf, um effektiv und sicher arbeiten zu können!

Welche Sicherheitsvorkehrungen muss ich beachten?

Elektroinstallationen dürfen nicht ohne entsprechende Fachkenntnis vorgenommen werden. Führst du die Arbeiten selbst aus, dann musst du die Installationen im Anschluss von einer Fachfirma abnehmen lassen. Bevor du mit der Installation beginnst, musst du dafür sorgen, dass auf den Leitungen kein Strom fließt. Schalte alle Sicherungen aus und arbeite spannungsfrei. Die Sicherungen sollten solange nicht wieder eingeschaltet werden, bis sicher ist, dass alle Arbeiten korrekt ausgeführt worden sind. Ansonsten kann es zu Überspannungen, Kurzschlüssen oder ähnlichen Problemen kommen.

Welche Risiken gibt es?

Die größte Gefahr ist die Brandgefahr. Wird eine Überlastung des Stromnetzes erzeugt oder sind Kabel nicht korrekt miteinander verbunden, dann kann es zu Kabelbrand kommen. Bleiben Schmorbrände an den Kabeln zunächst unbemerkt, dann treten Dämpfe aus, die in der Nacht zur Vergiftungsgefahr werden können. Wird eine Steckdose fehlerhaft montiert, bekommt der Nutzer möglicherweise einen Stromschlag. Offene Kabel oder Kontakte sowie willkürliche unter Strom stehende Bauteile sind sowohl für Kinder als auch für Erwachsene eine große Gefahr.

Verlege die Leitungen mit System

Stromleitungen werden normalerweise in der Wand verlegt. Damit du oder spätere Hausbesitzer genau wissen, wo die elektrischen Leitungen verlaufen, solltest du dich an bestimmte Vorgaben halten. Es ist außerdem zu empfehlen, einen Verlegeplan zu erstellen und diesen aufzubewahren. Im Allgemeinen verlaufen Stromleitungen zu Steckdosen und Lichtschaltern ausschließlich senkrecht oder waagerecht. Sie werden rund 30 Zentimeter unterhalb der Decke parallel zur Kante verlegt und gehen über den Steckdosen und Schaltern senkrecht nach unten. Sogenannte Aufputz Elektroinstallationen, bei denen die Leitungen nicht in der Wand sondern auf der Wand verlaufen, sind heutzutage eher die Ausnahme.

Achtung: Bei älteren Häusern gibt es oft Abweichungen von diesem System.

Plane möglichst sinnvolle und kleine Stromkreise

Das Stromnetz des Hauses wird in einzelne Stromkreise unterteilt. Ein Stromkreis kann beispielsweise aus einem Raum oder aus allen Steckdosen des Raums bestehen. Bei der Planung musst du auf die zu erwartende maximale Belastung achten. Idealerweise wird innerhalb eines Stromkreises nur ein Großverbraucher genutzt. Der Staubsauger sollte nicht mit der Waschmaschine in einem Stromkreis betrieben werden. Auch bei den Elektrogeräten der Küche sollte ein überlegtes System dahinter stecken.

In Hauswirtschaftsräumen dürfen Trockner und Waschmaschine nicht im gleichen Stromnetz angeschlossen werden. Die Heizungsanlage muss einen eigenen Stromkreis erhalten. Jeder Stromkreis wird mit einer Sicherung im Sicherungskasten versehen. Dadurch ist es später möglich, einzelne Stromkreise ab- beziehungsweise einzuschalten.

Die Beschriftung des Sicherungskastens ist wichtig

Im Sicherungskasten sind die Bereiche für die einzelnen Sicherungen notiert. Die korrekte und vollständige Angabe ist wichtig, um spätere Gefahren zu vermeiden. Am einfachsten ist es, wenn Sicherungen nur für einen Raum oder für einen genau definierten Teilbereich eines Raums gültig sind. Abweichungen müssen vermieden werden, da bereits eine fehlerhaft angeschlossene Steckdose zur Gefahr werden kann. Beim Beschriften musst du auf die Eindeutigkeit der Angaben achten. Gängige Namen wie Badezimmer 1 und Badezimmer 2 setzen voraus, dass klar ist, welches das erste und welches das zweite Bad ist. Wird das Haus verkauft oder vermietet, müssen die Hintergrundinformationen mitgeliefert werden.

Elektroinstallation

Gute Planung ist wichtig, wenn man die Elektroinstallationen selber machen will. Foto: Adobe Stock; (c) frankoppermann

DIY oder Profi – was ist sicherer?

Es ist im Allgemeinen anzuraten, die Elektroinstallation von einem Fachbetrieb ausführen zu lassen. Bereits kleine Fehler bei der Durchführung können zu einer großen Gefahr werden. Um die Zusammenarbeit mit den Experten optimal zu gestalten und um die Arbeiten überwachen zu können, sind grundlegende Kenntnisse über die Installation erforderlich. Sich mit dem Thema Elektroinstallation zu beschäftigen ist also wichtig. Häufig lassen sich Kosten einsparen, wenn du nach Absprache mit der Fachfirma einzelne Aufgaben selbst übernimmst. Du gewinnst an Sicherheit, wenn das Unternehmen die korrekte Ausführung direkt kontrolliert.

Ist es gesetzlich erlaubt, Elektroinstallationen selbst auszuführen?

Die gesetzlichen Regelungen hängen vom Wohnort ab. In Österreich sind die Gesetze in diesem Punkt lockerer als in Deutschland. Während in Deutschland eigentlich sogar das Anbringen einer Lampe für Laien verboten ist, darfst du in Österreich deutlich mehr Arbeiten selbst ausführen. Dimmer, Lichtschalter sowie Steckdosen können mit ein wenig handwerklichem Geschick von den Hausbesitzern selbst eingebaut werden. Nach dem Verlegen von Stromkabeln sollte eine Abnahme durch einen Elektromeister erfolgen.

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