Was bringt ein Hauswasserwerk? Modelle, Kosten, Anbieter

Vintage Waschtisch vor blauer Wand mit laufendem Wasserhahn, der sein Wasser über ein Hauswasserwerk aus einer Zisterne bezieht.

Das Hauswasserwerk sorgt dafür, dass das Wasser aus Zisterne oder Brunnen mit gleichbleibendem Druck ins Haus befördert wird. Adobe Stock, (c) XtravaganT

Du willst deine Waschmaschine oder Toilettenspülung mit Regenwasser aus der Zisterne betreiben? Gar kein Problem – vorausgesetzt, du verfügst über eine leistungsstarke Gartenpumpe. Am besten für den Einsatz in Zisternen geeignet ist das sogenannte Hauswasserwerk. Diese Pumpe befördert das Regenwasser aus dem Speicher gezielt und unter gleichbleibendem Druck an alle gewünschten Stellen im Haus. Wir haben recherchiert, wie Hauswasserwerke funktionieren, welche Vorteile sie haben und mit welchen Gartenpumpen Kosten du rechnen musst.

Hauswasserwerk – was ist das?

Ein Hauswasserwerk ist eine selbstansaugende Pumpe, die das Wasser aus der Zisterne (oder dem Brunnen) zu den Entnahmestellen im und am Haus befördert. Anders als herkömmliche Gartenpumpen ist das Hauswasserwerk jedoch mit einem Druckbehälter, einem Tank und einer Steuerung ausgestattet. Das bedeutet, dass sie nicht nur zum Bewässern von Rasenflächen genutzt werden kann, sondern zum Beispiel auch die Toilette oder die Waschmaschine mit Wasser versorgt (möglich unter anderem durch die Erhöhung des Drucks in den Wasserleitungen).

Übrigens: Sofern die Zisterne mit einem hochwertigen Regenwasserfilter ausgestattet ist, kannst du das Wasser über das Hauswasserwerk auch zu sämtlichen Wasserhähnen und Duschköpfen leiten. Auf diese Weise wird eine nahezu vollständige Unabhängigkeit von der öffentlichen Wasserversorgung möglich.

Wie funktioniert ein Hauswasserwerk?

Ein Hauswasserwerk bezieht das gesammelte Regenwasser über eine Zuleitung aus der Zisterne/dem Brunnen. Anders als herkömmliche Wasserpumpen ist das Hauswasserwerk mit einem Druckbehälter (auch Windkessel genannt) ausgestattet, in dem stets eine kleinere Menge Wasser zwischengespeichert wird. Auf diese Weise können geringe Wassermengen direkt aus dem Tank entnommen werden, ohne dass die Pumpe extra anspringen muss (stromsparend). Erst, wenn mehrere kleine Wassermengen entnommen worden sind, schaltet die Wasserpumpe sich an (dies erfolgt automatisch) und saugt gerade so viel Wasser aus der Quelle an, dass der Druckbehälter wieder aufgefüllt ist.

Die Steuerung der Pumpe erfolgt über einen Druckschalter. Der benötigte Druck für den Pumpvorgang wird entweder durch Luft oder durch Stickstoff aufgebaut. Sobald der optimale Druck erreicht ist, schaltet die Pumpe sich automatisch ab. In der Regel können Gartenpumpen dieser Art das Wasser aus einer Tiefe von max. acht Metern ansaugen.

Grafik eines Installateurs und seiner Werkzeuge. Wasserversorgung über ein Hauswasserwerk aus einer Zisterne.

Professionelle Hauswasserwerke versorgen Waschmaschine, Toilette und Wasserhähne mit (gereinigtem) Regenwasser. Adobe Stock, (c) ivan mogilevchik

Hauswasserwerk – Vorteile

In Anbetracht der Tatsache, dass die Ressource Trinkwasser immer teurer wird, ist die Regenwassernutzung sowohl aus ökologischer als auch aus ökonomischer Sicht absolut sinnvoll. Haushalte mit durchschnittlichem oder hohem Wasserverbrauch profitieren schon nach wenigen Monaten von einer deutlichen Senkung ihrer Kosten. In unserem Blogartikel Zisterne einbauen findest du ein entsprechendes Rechenbeispiel für einen 5-Personen-Haushalt. Weitere Vorteile der Regenwassernutzung durch Zisterne/Brunnen und ein Hauswasserwerk sind:

  • stromsparend durch den eingebauten Pufferspeicher (ein Hauswasserwerk mit einem 24-L-Druckbehälter muss erst nach 2 bis 3 Toilettenspülungen nachpumpen)
  • platzsparend durch kompakte Bauweise
  • lange Lebensdauer durch geringen Materialverschleiß
  • effizientes und geräuscharmes Arbeiten (Pumpen)
  • Nutzung von kalkfreiem Regenwasser verlängert die Lebensdauer der Waschmaschine

Hauswasserwerk oder Hauswasserautomat?

Der Hauswasserautomat funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie das Hauswasserwerk. Der Unterschied liegt darin, dass sich die Pumpe automatisch einschaltet, sobald eine Entnahmestelle geöffnet (zum Beispiel ein Wasserhahn aufgedreht) wird. Ist die Entnahmestelle wieder geschlossen, läuft die Pumpe trotzdem noch etwas nach (Nachlaufzeit) und stellt einen Gegendruck her. Erst dann schaltet sie sich ab. Im Gegensatz zum Hauswasserwerk, bei dem es durchaus zu Druckschwankungen kommen kann, sorgt der Hauswasserautomat also kontinuierlich für einen konstanten Wasserdruck. Ein konstanter Wasserdruck ist wichtig, wenn du regelmäßig große Mengen an Wasser entnehmen möchtest (zum Beispiel für die Gartenbewässerung).

Möchtest du das Regenwasser lediglich für die Toilettenspülung und/oder für die Waschmaschine nutzen, ist ein Hauswasserwerk vollkommen ausreichend, da sich diese vergleichsweise geringen Mengen normalerweise vollständig aus dem Druckbehälter decken lassen. Das Hauswasserwerk ist auch dann die beste Wahl, wenn der Wasserdruck vom örtlichen Wasserversorger zu niedrig ist.

Achtung! Das Hauswasserwerk kann nur etwa ein Drittel aller Entnahmestellen zeitgleich mit dem erforderlichen Wasserdruck beliefern, was in Mehrfamilienhäusern durchaus zum Problem werden kann. Ehe du also unter die Dusche steigst, solltest du sicherstellen, dass der Druck stimmt.

Hauswasserwerk – Fördermenge und Leistung

In den Produktbeschreibungen von Hauswasserwerken werden normalerweise die Fördermenge, die Ansaughöhe, die Förderhöhe und der (höchstmögliche) Druck angegeben. Für alle, die eine Zisterne/einen Brunnen als Quelle verwenden möchten, spielt die Höhe eine wichtige Rolle. Die Förderhöhe bezeichnet die Höhe zwischen der Wasseroberfläche (also den Punkt, an dem sich der Zulauf vom Regenwasserspeicher zur Pumpe befindet), und der jeweiligen Entnahmestelle. Die Ansaughöhe ist die Höhe zwischen Wasseroberfläche und der Pumpe selbst. Die max. Ansaughöhe der meisten Modelle übersteigt aus physikalischen Gründen nicht acht Meter.

Wenn du überlegst, ein Hauswasserwerk installieren zu lassen, ist die Fördermenge zunächst einmal die interessantere Größe. Die Leistung der verschiedenen Hauswasserwerk Modelle schwankt normalerweise zwischen 2.800 Litern und 6.000 Litern pro Stunde. Natürlich sind auch noch höhere Fördermengen möglich. Welche Hauswasserwerk Fördermenge du brauchst, hängt davon ab, wie viele Personen in deinem Haushalt leben und wofür das Wasser verwendet werden soll.

 

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Hauswasserwerk Fördermenge – Was brauche ich?

Die Bewässerung eines (großen) Gartens verbraucht grundsätzlich mehr Wasser als die Nutzung im Haushalt. Moderne Toiletten benötigen etwa 10 Liter Wasser für eine Spülung. Eine effizient arbeitende Waschmaschine verbraucht zwischen 70 und 80 Liter pro Waschgang. Dem gegenüber steht der stündliche Verbrauch eines Rasensprengers von 100 Litern für nur 10 qm. Und wer hat schon einen Garten von 10 qm? Wahrscheinlicher sind Grundstücke mit zwei- bis dreihundert Quadratmetern, was einen Wasserverbrauch von 2.000 bis 3.000 Litern pro Stunde bedeutet. Das heißt: Wenn du sowohl deinen Garten bewässern als auch Regenwassernutzung im Haushalt betreiben möchtest, ist eine Fördermenge von 2.800 Litern wahrscheinlich nicht ausreichend.

Bei einem sehr kleinen Garten und maximal drei Personen im Haushalt mag die niedrige Fördermenge genügen. Fördermengen von mehr als 5.000 Litern pro Stunde sind hingegen nur erforderlich, wenn du ein sehr großes Grundstück bewässern und die gesamte Wasserversorgung eines Mehrpersonenhaushaltes über das Hauswasserwerk laufen lässt.

Hauswasserwerk Preise – was kostet eine Gartenpumpe?

Die Hauswasserwerk Kosten variieren extrem und sind unter anderem vom Anbieter, von der Fördermenge und der Förderhöhe abhängig. Sehr günstige Modelle gibt es schon unter € 100. Für hochwertige Gartenpumpen musst du mit Preisen ab etwa € 400 rechnen. Kaufen kannst du Hauswasserwerke sämtlicher Hersteller im Baumarkt oder auch online.

Hauswasserwerke Zubehör

  • Vorfilter: Viele Hauswasserwerke verfügen über einen fix eingebauten Vorfilter. Fehlt er bei deinem Produkt, solltest du ihn beim Einbau ergänzen. Der Filter sitzt zwischen Saugschlauch und Hauswasserwerk und filtert Sand und andere Verschmutzungen aus dem angesaugten Wasser. Fehlt er, werden die Laufräder vorschnell verschleißen, was die Lebensdauer des Motors herabsetzt.
  • Manometer: Bei günstigen Modellen kann es passieren, dass kein Manometer integriert ist. Hierbei handelt es sich um ein Messgerät, das den Druck im System misst. Fehlt es oder arbeitet es ungenau, kannst du den Druck nicht korrekt einstellen.
  • Rückschlagventil: Je höher dein Endverbrauch ist, desto größer ist der Druck auf den Leitungen. Das Rückschlagventil sorgt dafür, dass dieser Druck nicht rückwärts ins System drückt. Wenn dies passiert, kommt es zu einem vorschnellen Verschleiß sämtlicher Bauteile.

Hauswasserwerk anschließen – DIY oder Profi?

Grundsätzlich ist es möglich, ein Hauswasserwerk in Eigenregie anzuschließen. Zu diesem Zweck kommen die meisten Modelle (zum Beispiel jene von Gardena) mit einer umfangreichen Anleitung für den Anschluss und die Inbetriebnahme. In Sachen Gartenpumpen und Regenwassernutzung ist DIY allerdings mit einigen Tücken verbunden, da es sowohl die physikalischen Voraussetzungen zu erfüllen als auch wichtige Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten gilt. Wird das Hauswasserwerk nicht ordnungsgemäß angeschlossen oder versuchst du, Schäden in Eigenregie zu beheben, erlischt die Hersteller Garantie.

Idealerweise schlägst du zwei Fliegen mit einer Klappe und lässt das Hauswasserwerk zeitgleich mit deiner Zisterne installieren beziehungsweise montieren. Auf diese Weise können sämtliche Arbeiten aus einer Hand vorgenommen werden und der jeweilige Dienstleister gibt dir auf die volle Funktionstüchtigkeit der Anlage seine Garantie.

Achtung! Wenn du den Einbau des Hauswasserwerks selbst vornimmst und dir bei der Montage Fehler unterlaufen/du etwas vergisst, besteht die Gefahr, dass das gesamte Gerät irreparablen Schaden nimmt. Auch die Beschädigung einzelner Bauteile kommt dich teuer zu stehen, denn Reparaturen dürfen ausschließlich von Fachbetrieben vorgenommen worden. Legst du selbst Hand an, erlischt möglicherweise der Versicherungsschutz.

Beliebte Hersteller – Hauswasserwerk Test

Hauswasserwerke gibt es wie den sprichwörtlichen Sand am Meer. Einen guten Überblick über die verschiedenen Produkte und ihre Leistungen bieten dir Seiten wie hauswasserwerktests.co  oder vergleich.org. Wir haben die beliebtesten Modelle des Jahres 2018 für dich zusammengefasst:

  • Gardena 5000 5 eco Comfort: Das Wasserwerk von Gardena wurde von vergleich.org als einzige Gartenpumpe mit dem Prädikat sehr gut ausgezeichnet. Die Fördermenge liegt bei 4.500 L/h, der max. Förderdruck bei 5,0 bar und die max. Förderhöhe bei 50 m.
  • Agora Tec AT 5 1300 3DW: Den zweiten Platz belegt das AT-Hauswasserwerk-5-1300-3DW von Agora Tec. Die Fördermenge liegt bei 5.400 L/h, der max. Förderdruck bei 5,6 bar und die max. Förderhöhe beträgt 56 m. Einziges Manko: Die Ansaughöhe liegt bei sieben statt acht Metern und die Pumpe ist, im Gegensatz zu den Plätzen eins und drei, NICHT selbstansaugend.
  • Metabo HWW 4500/25 Inox: Der Metabo HWW des Herstellers Inox ist Testsieger im Bereich Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Fördermenge liegt bei 4.500 L/h, der max. Förderdruck bei 4,8 bar und die max. Förderhöhe bei 48 m.
Ein blaues Hauswasserwerk (Gartenpumpe) auf einem Stück grünem Rasen.

Das Hauswasserwerk bezieht das Wasser häufig aus einer Quelle (das kann ein Brunnen oder eine Zisterne sein) im Garten. Adobe Stock, (c) Shahin Mammadov

Wer bietet Hauswasserwerke an?

Du kannst dir dein Hauswasserwerk natürlich schnell und einfach über Amazon ordern. Das Problem: keine Beratung. Wer noch nie eine Gartenpumpe angeschlossen hat, sollte sich vor dem Kauf ausführlich in einem Fachgeschäft beraten lassen. Bei vielen Anbietern gehört die fachgerechte Montage vor Ort sogar zu den Service Leistungen. Wir haben recherchiert, welche Fachgeschäfte Hauswasserwerke (inkl. Montage) anbieten.

Hauswasserwerke Burgenland

Hauswasserwerke Niederösterreich

Hauswasserwerke Steiermark

Hauswasserwerke Oberösterreich



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