Kreislauf – Gefahr durch Hitze

Kreislauf unterstützen durch Flüssigkeitsaufnahme

Das warme Wetter erfreut Seele und Gemüt. Aber für unseren Kreislauf kann es zur Belastung werden. Foto: Adobe Stock, (c) Dron

Sommer, Sonne Strand – wer freut sich nicht auf die warme Jahreszeit? Doch bei aller Freude ist auch Vorsicht angesagt: Temperaturen jenseits der 30 Grad-Marke stellen eine enorme Belastung für unseren Kreislauf dar und plötzliche Temperaturschwankungen können selbst bei gesunden Menschen zu Problemen führen.

Hitze: Schwerstarbeit für den Körper

Hitzeperioden bedeuten harte Arbeit für das Wärmeregulationssystem unseres Organismus. Denn um die Körpertemperatur in solchen Extremsituationen möglichst konstant zu halten, schwitzen wir. Weil das Verdunsten des Schweißes die Haut kühlt. Diese Kühlwirkung breitet sich über den Blutkreislauf im Körper aus. Doch hat die “körpereigene Klimaanlage“ auch einen Nachteil: Beim Schwitzen verliert der Organismus Wasser und Salze.

Ohne adäquaten Ersatz dieser Flüssigkeit und Mineralstoffe drohen Austrocknung, Überwärmung und ein Absinken des Blutdrucks sowie eine Abnahme des Blutvolumens. Doch wird das Blut dickflüssiger, steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Probleme. Außerdem: Ein zu hoher Wasserverlust kann die Organdurchblutung sogar so stark beeinträchtigen, dass potenziell tödliche Erkrankungen wie Schlaganfall, Herzinfarkt oder Nierenversagen die Folge sind.

Neben der Schweißproduktion kommt es bei großer Hitze als weiterer Regulationsmechanismus zu einer verstärkten Durchblutung der Haut, die sonst – im Gegensatz zu lebenswichtigen Organen wie Herz oder Hirn – zu den weniger intensiv durchbluteten Körperteilen gehört. Diese Umverteilung des Blutvolumens führt zu einer vermehrten Beanspruchung des Kreislaufs, wodurch sich ebenfalls das Risiko für Herz-Kreislauf-Probleme erhöht.

Vorsicht bei schwülem Wetter

Besonders gefährlich ist schwüles Wetter. Denn übersteigt die Außentemperatur die Körpertemperatur (über 37 Grad) bei gleichzeitig sehr hoher Luftfeuchtigkeit, beeinträchtigt dies die Schweiß-Verdunstung. Dann kann das Kühlsystem der Haut überlastet werden. Ein Wärmestau droht.

Überhitzung des Kreislaufs: Alarmzeichen

Die wärmebedingte Erweiterung der Blutgefäße kann zu Blutdruckabfall, Antriebsarmut, Müdigkeit und schweren Beinen sowie zur Minderdurchblutung des Kopfes und schließlich zum Hitzekollaps (Hitzeerschöpfung) führen. Diese geht in der Regel mit Symptomen wie blasser, feuchter und kühler Haut, Frösteln, Schwindel, schwachem, schnellem Puls, ev. auch Kopfschmerzen und Übelkeit einher. Kennzeichen eines akuten Hitzestaus sind u.a.:

  • starker Durst
  • gerötete Haut
  • Kreislaufbeschwerden
  • extremes Schwitzen
  • Schwindelgefühl
  • Flimmern vor den Augen
  • Zittern bzw. Muskelkrämpfe

Achtung: Unbehandelt mündet der Hitzestau im Hitzschlag. Erkennbar an Symptomen wie hohem Fieber, heißer, trockener Haut, starken Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und Verwirrtheitszuständen, schlimmstenfalls auch Bewusstlosigkeit und Schock. Darum ist im Falle eines Hitzschlags unverzüglich ärztliche Hilfe (Notruf: 144) erforderlich.

Erste Hilfe für den Kreislauf

Überhitzung

Zeigen sich milde Anzeichen einer Überhitzung, lauten die Empfehlungen: Raus aus der Sonne, ab in den Schatten und trinken, trinken, trinken! Ebenfalls möglich ist eine Kühlung der Haut durch Wasser. Doch tritt keine Besserung ein, ist ärztliche Hilfe gefragt.

Hitzekollaps

Im Falle eines Hitzekollapses lauten die Empfehlungen: Den Betroffenen an einen kühlen Ort bringen, zwecks Kreislaufstabilisierung seine Beine hochlagern und ihm schluckweise Flüssigkeit zuführen – in Form mineralstoffhaltiger Getränke. Einen Arzt hinzuziehen. Denn es können auch Infusionen nötig werden.

Hitzschlag

Ein Hitzschlag erfordert in jedem Fall eine notärztliche Versorgung. Bis zum Eintreffen der Rettung den Betroffenen im Schatten mit erhöhtem Oberkörper lagern, ihn vorsichtig kühlen, regelmäßig seine Atmung und seinen Bewusstseinszustand kontrollieren. Außerdem bei Bedarf Erste Hilfe leisten.

Der Hitze trotzen – hilfreiche Tipps

Für einen ungestörten (und ungefährlichen) Genuss der sommerlichen Temperaturen sollten stets gewisse Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden:

  • Vorsicht: Aufenthalte in direkter Sonne sollten vermieden werden, eine Kopfbedeckung ist Pflicht.
  • Abkühlen: Zur Kühlung zwischendurch können feuchte Tücher auf Stirn, Nacken oder Füßen dienen.
  • Trinken, trinken, trinken: Um den Flüssigkeitsverlust von mehreren Litern (Schweiß) auszugleichen, sollte ausreichend stilles Wasser (oder auch ungesüßte Frucht- und Kräutertees, verdünnte Fruchtsäfte) zugeführt werden. Nur ein gut hydrierter Körper ist in der Lage, für den Temperaturausgleich zu sorgen. Besonders wichtig ist die Flüssigkeitsversorgung bei Säuglingen, Kleinkindern, Senioren und chronisch Kranken.
  • Gut zu wissen: Durstlöscher sollten niemals eiskalt konsumiert werden. Auch auf Alkohol solltest du bei großer Hitze lieber verzichten – er entzieht deinem Körper zusätzlich Flüssigkeit.
  • ErnährungLeichte Kost statt schwere Mahlzeiten verzehren erspart dem Organismus zusätzlichen Energieaufwand zum Verdauen.
  • Entspannen: Um den Kreislauf nicht zusätzlich zu belasten, ist auf körperliche Anstrengungen (z.B. Sport in der Mittagszeit) zu verzichten.

 



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