Hypnose beim Zahnarzt: wie sie funktioniert, was sie bringt

Junge blonde Frau, die beim Zahnarzt hypnotisiert wird.

Hypnose beim Zahnarzt: Für Patienten mit Angst vor der Behandlung eine gute Möglichkeit, diese Ängste abzubauen. Adobe Stock, (c) Photographee.eu

Panische Angst vor dem Zahnarzt verhindert oft notwendige Zahnbehandlungen und kostet daher so manches wertvolle Beißerchen. Hypnose kann da helfen. Den meisten Angsthasen jedenfalls nehmen hypnotisierende Zahnärzte Schmerzen. Häufig ohne jede Betäubung. HEROLD verrät, wie die Hypnose beim Zahnarzt funktioniert und welche Wiener Zahnärzte diese etwas andere Form der Sedierung anbieten.

Hypnose beim Zahnarzt – funktioniert das wirklich?

Angst vor dem Zahnarzt kennt wohl fast jeder. Die meisten schaffen es aber, sich zu überwinden und den notwendigen Gang zum “Marterstuhl“ anzutreten. Bei Menschen mit einer Dentalphobie helfen jedoch alle guten Vorsätze nichts, kein tröstendes Zureden, keine Belohnungen. Die Furcht ist einfach stärker. Wenn nun aber Zahnschmerzen überhandnehmen oder sonst ein Zahnproblem ansteht, ist guter Rat teuer.

Entspannungstechniken brauchen Zeit, bis man sie beherrscht, Psychotherapie erst recht, und auf Akupunktur vertrauen schafft auch nicht jeder. Wegen jedes kleinen Eingriffs gleich eine Narkose zu riskieren, erscheint aber wenig ratsam. Dann heißt der Ausweg: zahnärztliche Hypnose.

Hypnose – was ist das?

Hypnose nennt man die Methode, eine Trance (lat.: transire = hinübergehen, überschreiten; Zustand zwischen Wachsein und Schlafen) herbeizuführen. Eine Trance ist ein veränderter Bewusstseinszustand, in dem die Umgebung, der Körper und die eigene Identität anders erlebt werden als gewohnt, herbeizuführen. In dieser Entspannungssituation (erkennbar an einem ruhigen Puls, einer tiefen Bauchatmung und entspannten Muskulatur) lenkt der Hypnotiseur mit sonorer, rhythmischer Sprache die Aufmerksamkeit von äußeren Reizen weg, also nach innen. Zu Gedanken an etwas Positives wie beispielsweise einen schönen Urlaub.

Bei Kindern mit ihrem geringeren Konzentrationsvermögen werden auch Geschichten, Märchen und Konfusionstechniken (Verwirrungstechniken) wie hypnotische Bewegungsinduktionen eingesetzt.

Junge blonde Frau, die beim Zahnarztbesuch Panik bekommt. Hypnose Zahnarzt.

Eine Zahnarztbehandlung unter Hypnose hilft dem Patient dabei, Ängste abzubauen. Aber nicht jede Praxis bietet diese Methode an. Adobe Stock, (c)Nestor

Wie wirkt Hypnose beim Zahnarzt?

Bestenfalls verlieren bei der angeleiteten Phantasiereise äußere Geschehnisse (zahnärztliche Handlungen) so an Belang, dass sie kaum noch wahrgenommen oder umgedeutet (z.B. Geräusch des Saugers wird zum rauschenden Bächlein) werden. Somit werden unangenehme Empfindungen (statt Schmerz sind dumpfer Druck, Berührungen oder Temperaturunterschiede spürbar) ausgeblendet, zeigen die Erfahrungen vieler Hypnosepatienten. Die Sensibilität des Körpers kann bis zur vollkommenen Schmerzunempfindlichkeit herabgesetzt sein.

Zahnarztbehandlung unter Hypnose

Einen therapeutischen Trancezustand darf man nicht mit Willenlosigkeit verwechseln, denn natürliche Schutzmechanismen sorgen dafür, dass man sich gegen etwaige Manipulationen während einer Hypnose wehrt und nichts tut, was man nicht möchte oder den eigenen Überzeugungen zuwiderläuft. Auch die Sorge, aus einer Trance nicht mehr zu erwachen, ist unbegründet. Denn üblicherweise findet nach einer Hypnosesitzung eine Reorientierung statt, indem der Arzt eine bestimmte, vorher vereinbarte Formel (z.B: „Ich zähle jetzt bis fünf, bei fünf werden Sie sich strecken und munter sein.“) sagt. Man wird aber auch ohne Reorientierung wieder munter.

Gut zu wissen: Es kann NICHT passieren, dass ein Patient während eines zahnärztlichen Eingriffs aus der Hypnose erwacht, weil nur er bestimmt, was er zulässt. Und er will das Geschehen sicherlich nicht bewusst miterleben, weswegen er von sich aus in Trance bleibt.

Für wen eignet sich zahnärztliche Hypnose?

Leider ist nicht jeder gleich gut hypnotisierbar, 10 bis 20 Prozent sogar nur schwer bis gar nicht. Faustregel: wer sich leicht auf ein Thema konzentrieren kann und eine bildhafte Phantasie besitzt (z.B. sich beim Lesen oder Fernsehen mitten im Geschehen wähnt), ist empfänglicher für hypnotische Suggestionen. Vom Hypnose Zahnarzt  profitieren in erster Linie:

  • Angst-Patienten,
  • Menschen mit starkem Würgereiz bei Berührungen im Mund, Verspannungen der Kaumuskulatur oder schmerzhaften Kiefergelenkserkrankungen,
  • Personen mit Allergien gegen lokale Betäubungsmittel,
  • Kranke, bei denen eine Vollnarkose ein großes Risiko darstellt,
  • Patienten, bei denen langwierige Behandlungen anstehen, um diese angenehmer zu machen,

Hypnose beim Zahnarzt – Voraussetzungen

Wichtig ist natürlich, dass der/die Betroffene dem Arzt vertraut und ein gewisses Maß an Kommunikation und Zusammenarbeit möglich ist (zum Beispiel bei Kindern). Außerdem sollte der jeweilige Patient Konzentration und Sprachverständnis besitzen, denn ohne diese Voraussetzungen gelingt eine Hypnose nicht. Kleinkinder und Demenzkranke sind deshalb nicht hypnotisierbar.

Vorsicht geboten ist bei psychisch geschädigten Patienten, also etwa solchen, die in Psychotherapie sind, weil dann die Reaktionen (z.B. Auftauchen traumatischer Erinnerungen) unter Hypnose möglicherweise unabsehbar sind.

Junge Frau mit brauen Haaren, die sich beim Zahnarzt in Trance versetzen lässt.

Auch in Wien gibt es Zahnärzte, die die Behandlung in Trance für Patienten mit Zahnarztphobie anbieten. Foto: AdobeStock, (c) Hetizia

Wer bietet zahnärztliche Hypnose an? Wien

Welcher Zahnarzt mit Hypnose arbeitet, verraten das Zahnärzteverzeichnis der Österreichischen Gesellschaft für ärztliche und zahnärztliche Hypnose und die Landeszahnärztekammern. Die dort aufgelisteten Mediziner verfügen über eine fundierte Ausbildung in zahnärztlicher Hypnose mit Zertifizierung, die Trance- und Kommunikationstechniken, Hypnoseanwendungen, Kinderhypnose u.a.m. umfasst. In Wien bieten folgende Zahnärzte die medizinische Zahnbehandlung unter Hypnose an:

Hypnose beim Zahnarzt – Kosten

Eine Hypnosetherapie gehört nicht zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen oder zahnärztlichen Gebührenordnung. Die Kosten richten sich nach dem individuell notwendigen Aufwand und sind mit dem behandelnden Zahnarzt zu vereinbaren. Oft kostet aufgrund des größeren Aufwandes die erste Sitzung mehr als darauffolgende.

Hier findest du die bestbewerteten Zahnärzte in deinem Bundesland:

 



Informationen zum Datenschutz einschließlich Cookie Richtlinie