Patellaspitzensyndrom: Therapieformen

Patellaspitzensysndrom: Sportler mit schmerzendem Knie

Das Patellaspitzensysndrom tritt bei Sportlern häufig auf. Foto: Adobe Stock, (c) Noom Kittipong

Das Patellaspitzensyndrom ist eine schmerzhafte und chronische Reizung der Kniescheibensehne, die im Endstadium auch durchreißen kann. Es handelt sich um eine häufige Sportverletzung. In diesem Beitrag erfährst du alles zum diesem Thema: Von der Therapie bis hin zur Operation, wenn physiotherapeutische Übungen nicht mehr helfen.

Patellaspitzensyndrom: von A bis Z

Du läufst deine Runden im Park und verspürst dann plötzlich einen Druckschmerz unterhalb der Kniescheibe. Wenn der Schmerz auch in anderen Situationen, in denen du dein Knie belastest, wiederkehrt, könnte es sich um das Patellaspitzensyndrom handeln. Eine zuverlässige Diagnose erstellt dir dein Orthopäde.

Beim Patellaspitzensyndrom – auch Patella-Tendinopathie (PT) – handelt es sich um eine Überlastung der Kniescheibensehne (auch Patella-Sehne). Im Volksmund spricht man auch vom Läufer- oder Springerknie. Es handelt sich um eine orthopädische Erkrankung, die in der Regel bei Sportlern vorkommt, die durch Springen oder Laufen ihr Knie häufig belasten. Durch falsche Belastung kann sich jedoch auch bei Nicht-Sportlern die Patella-Sehne entzünden. Bei 20 – 30 % der Patienten sind beide Knie betroffen.

Patellaspitzensyndrom

Seiten- und Frontalansicht der Patellasehne (roter Pfeil). Foto: Adobe Stock, (c) matis75

Symptome des Patellaspitzensyndroms

Anfangs verspürst du direkt nach einer Belastung des Knies Schmerzen unterhalb der Kniescheibe. Im Laufe der Zeit kommt es zu sogenannten Anlaufschmerzen und anschließend zu immer wiederkehrenden Schmerzen während des Sports. Im Alltag können auch Treppensteigen oder langes Sitzen Schmerzen hervorrufen. Für gewöhnlich entwickelt sich das Patellaspitzensyndrom zu einer chronischen Beschwerde, die unbehandelt nach beschwerdearmen Phasen regelmäßig auftreten.

Diagnose des Patellaspitzensyndroms

Im Erstgespräch erkundigt sich dein Arzt zunächst nach deinen sportlichen Aktivitäten und dem Auftreten der Symptome. Anschließend wird er dein Knie abtasten und den Schmerz lokalisieren. Außerdem wird er Beugen und Strecken des Knies bei dir kontrollieren. Wenn ein begründeter Verdacht besteht, wird er dich zum Radiologen überweisen, der mithilfe folgender Methoden das Patellaspitzensyndrom diagnostiziert:

  • Röntgen
  • Ultraschalluntersuchung der Blutgefäße
  • Magnetresonanztomographie (MRT)

Ursachen des Patellaspitzensyndroms

Eine Reizung der Patellasehne ist in den meisten Fällen auf Sport zurückzuführen. Unnatürliche Zugbewegungen des Knies oder auch häufiges Springen sind hier typische Ursachen. Anfällig sind Sportarten wie Basketball, Volleyball, Laufen (auf Beton), Hochsprung, Weitsprung, Gewichtheben usw.

Weitere Ursachen können sein:

  • unterschiedliche Beinmuskulatur
  • Fehlstellungen der Beine
  • Übergewicht
  • schlechtes Schuhwerk beim Laufen/Sport
  • harter Boden beim Laufen/Sport
  • Krankheiten, welche die Sehnen schwächen

Schweregrade des Patellaspitzensyndrom:

I. Grad: Schmerz treten nach sportlicher Betätigung (z. B. Laufen) auf.
II. Grad: Bei sportlicher Betätigung haben Betroffene immer wiederkehrende Schmerzen (z. B. Anlaufschmerzen).
III. Grad: Betroffene haben chronische Schmerzen bei sportlichen Aktivitäten.
IV. Grad: Die Schmerzen sind permanent da. Die Sehne kann im Extremfall reißen.

Patellaspitzensyndrom: Therapiemöglichkeiten

Konservative (nicht-operative) Therapien

Kontrollierte Ruhephasen, in denen du dein Knie schonst und jegliche Belastung vermeidest, gehören zu den ersten therapeutischen Maßnahmen. Spezielle Übungen, die dir dein Physiotherapeut zeigt, stärken die Kniemuskulatur und fördern die Beweglichkeit. Dein behandelnder Arzt wird dir eine Überweisung für die Physiotherapie ausstellen. Je konsequenter du deine physiotherapeutischen Übungen machst, desto besser verläuft der Heilungsprozess. Darüber hinaus stehen dir noch weitere konservative Therapiemöglichkeiten zur Verfügung:

  • Physiotherapie
  • Ultraschallbehandlung
  • Elektrotherapie
  • Querfriktionen (Massage der betroffenen Sehnenfasern)
  • Stoßwellentherapie
  • manuelle Therapie

Welche Übungen bei Patellaspitzensyndrom?

Folgende Übungen sind im Rahmen deiner Physiotherapie wichtig zur Behandlung deiner Schmerzen:

  • Kraftaufbautraining
  • Dehnübungen für Oberschenkel und Wade
  • Exzentrische Übungen (Kniebeugen auf einem Schrägbrett)

Eine Verbesserung der Muskel-Sehnen-Funktion durch exzentrische Trainingseinheiten steht im Mittelpunkt deines Reha-Programms. In diesem kurzen Video siehst du, wie du mithilfe eines 25°-Grad-Schrägbretts zuhause üben kannst. Das entsprechende Zubehör bekommst du bei jedem Anbieter von Orthopädie-Behelfen.

Operative Therapien

Die meisten Ärzte werden einen operativen Eingriff erst als letzten Ausweg in Erwägung ziehen. Denn Operationen bergen die Gefahr, dass sich der Zustand des Knies verschlimmert. Hier gilt es jedoch auch zu bedenken, dass es sich um einen klassischen Routine-Eingriff eines Kniespezialisten handelt. Dein behandelnder Arzt kann dich über sämtliche Risiken aufklären.

Wenn konservative Therapieformen nicht den gewünschten Erfolg bringen, ist die Knie-Arthroskopie das Mittel der Wahl. Bei diesem Eingriff entfernt der Operateur nach Möglichkeit entzündetes Sehnengleitgewebe oder Sehnenanteile. Die Operation erfolgt in der Regel minimal-invasiv und unter Vollnarkose oder Kreuzstich.

Patellaspitzensyndrom: arthoskopische Operation

Die Knie-OP als letztes Mittel bei Patellaspitzensyndrom. Foto: Adobe Stock, (c) edwardolive

Im Rahmen eines operativen Eingriffs kommen folgende Methoden zum Einsatz:

  • teilweise Entfernung des Sehnengleitgewebes
  • Entfernung des entzündeten Areals
  • Abtrennen von Nervenbahnen im Areal der Sehnen
  • Sehneninzisionen in Längsfaserrichtung
  • Abtrennen der Sehne an der Kniescheibenspitze

Was hilft gegen Patellaspitzensyndrom?

Regelmäßiges Dehnen vor allem nach dem Sport ist eine effektive Maßnahme, um dem Patellaspitzensyndrom vorzubeugen. Auf diese Weise wird der Muskel gelockert und die Spannung der Sehnen reduziert. Angemessenes Aufwärmen vor dem Sport und eine langsame Steigerung der Trainingseinheiten wird dir dein Knie mit Sicherheit danken. Außerdem solltest du dir auch ausreichend Zeit zur Erholung zwischen Sporteinheiten gönnen. Orthopädische Einlagen können Fehlstellungen ausgleichen und wahre Wunder bewirken. Selbstverständlich führt auch Gewichtsreduktion zu einer geringeren Belastung des Knies.

Patellaspitzensyndrom: Kniespezialisten

Dr. Thomas Dirnberger – Orthopäde Wien 1030 (alle Kassen) 

Der sportbegeisterte Orthopäde Dr. Thomas Dirnberger findet eine angemessene operative oder nicht-operative Behandlungsstrategie für dich. Der Facharzt hat eine Zusatzausbildung in manueller Medizin.

Kontakt: Dr. Thomas Dirnberger, 1030 Wien 

Dr. Christian Schiller – Orthopäde Wien 1080 (alle Kassen) 

Dr. Christian Schiller kümmert sich individuell um seine Patienten und nimmt sich ausreichend Zeit für eine exakte Diagnose. Der Experte für orthopädische Chirurgie kann auf eine langjährige Erfahrung zurückblicken.

Kontakt: Dr. Christian Schiller, 1080 Wien 

Dr. Georg Brandl – Orthopäde Wien 1130 /1190 (Wahlarzt) 

Dr. Georg Brandl ist ein Spezialist für Sportverletzungen und Erkrankungen des Knies. Der Orthopäde und Sport-Traumatologe ist Oberarzt der orthopädischen Abteilung im Herz-Jesu-Krankenhaus. Wahlarzt

Kontakt: Dr. Georg Brandl, 1130 Wien / 1190 Wien 

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