Weisheitszähne ziehen: Wann müssen sie weg?

Ein Tablett, auf dem nach einem Eingriff in Vollnarkose mehrere Zähne liegen. Weisheitszähne ziehen.

Wann muss man den Weisheitszahn ziehen? Spätestens dann, wenn er Schmerzen bereitet. Foto: Adobe Stock, (c) sebra

Weisheitszähne sitzen ganz hinten im Gebiss. Wenn es darum geht, Probleme zu bereiten, haben sie die Nase aber ganz weit vorn. Denn diese beinahe überflüssigen Relikte aus vergangenen Zeiten können Zahnfleischentzündungen verursachen oder andere Zähne in Bedrängnis bringen. Macht ein Weisheitszahn Probleme, muss er entfernt werden um Komplikationen Einhalt zu gebieten. Wäre es da nicht besser, die Weisheitszähne vorbeugend zu ziehen? Darüber scheiden sich in der Medizin die Geister.

Weisheitszähne – was ist das eigentlich?

Die meisten Menschen besitzen im bleibenden Gebiss vier sogenannte Weisheitszähne, die als letzte in der Zahnreihe (“Achter“) angesiedelt sind. Manche haben mehr davon, manche weniger oder auch gar keine. Diese hintersten Backenzähne brechen (wenn überhaupt) von allen Zähnen als Letzte durch das Zahnfleisch, meist zwischen dem 17. und 25. Lebensjahr. Sie haben eine unterschiedliche Gestalt und eine unterschiedliche Anzahl an Wurzeln, die miteinander verwachsen oder hakenförmig gebogen sein können, was häufig ihre Entfernung erschwert.

Damit ein Weisheitszahn an die Oberfläche kommen kann, muss zwischen dem Vorderrand des aufsteigenden Kieferasts und dem nächsten Backenzahn genug Platz vorhanden sein. Sonst wird ein Teil seiner Krone oder der gesamte Zahn vom Kieferast überdeckt und schafft es nicht, die ihm zugedachte Stelle einzunehmen.

Bleibt er über den üblichen Zeitraum hinaus teilweise oder ganz im Kiefer stecken, spricht man von einem teilretinierten bzw. retinierten (lat.: retinere = zurückhalten) Zahn, bei Verhinderung seines Durchbruchs durch ein Hemmnis (z. B. anderer Zahn) von einem impaktierten (eingeklemmten) Weisheitszahn.

Welche Probleme können Weisheitszähne auslösen?

Wenn Weisheitszähne durchbrechen, müssen die anderen Zähne zusammenrücken, damit alle Platz haben. Ist der Kiefer nicht groß genug, kann es zu Engständen (Crowding), Verschiebungen oder Fehlstellungen von Zähnen kommen. Daraus resultieren oft Zahnschäden, nächtliches Zähneknirschen oder Kiefergelenksprobleme.

Unvollständig durchgebrochene Weisheitszähne wiederum verursachen oft die Bildung von schwer reinigbaren, kapuzenförmigen Zahnfleischtaschen, in denen sich Speisereste und damit Bakterien ansammeln, die Entzündungen (Perikoronitis) bis hin zu Abszessen verursachen. Brechen Weisheitszähne hingegen nur in einem Kiefer durch, fehlt ihnen ihr Gegenpart, sodass sie sich über die Kaufläche hinaus verlängern und beim Kauen stören.

Schief durchgebrochene bzw. gekippte Weisheitszähne erzeugen nicht nur ständig Druck auf den Nachbarzahn, sondern begünstigen auch die Entstehung von Karies am Zahnzwischenraum und den beim Zähneputzen schlecht erreichbaren Flächen beider Zähne.

Wann müssen Weisheitszähne gezogen werden?

Retinierte Weisheitszähne können lebenslang symptomlos im Kiefer verweilen. Finden sie dort aber zu wenig Platz, können sie sich verlagern und durch Druckausübung andere Zähne verschieben oder die Wurzeln benachbarter Zähne derart schädigen, dass diese schlimmstenfalls ausfallen.

Darüber hinaus kann sich im oberen Teil eines Weisheitszahns eine fortwährend wachsende Zyste (mit Flüssigkeit gefüllter Hohlraum) bilden, die sich erst bemerkbar macht, wenn sie sich infiziert, den Knochen verdrängt oder sogar zum Knochenbruch bzw. auch zur Entstehung eines Tumors führen kann.

Nicht zuletzt können Weisheitszähne ausgeprägte Zahnschmerzen auslösen und Herde für verschiedene Gesundheitsstörungen darstellen. In all diesen Fällen führt kein Weg an einer Entfernung der “Übeltäter“ vorbei.

Ein Röntgenbild von einem Weisheitszahn, bei dem eine Operation samt Betäubung notwendig ist.

Ein Weisheitszahn muss entfernt werden, wenn er Schmerzen bereitet oder Entzündungen am Zahnfleisch verursacht. Foto: Adobe Stock, (c) Stefano Garau

Sollte man vorsorglich Weisheitszähne ziehen?

Ob Weisheitszähne auch dann entfernt werden sollen, wenn sie keine Probleme bereiten, darüber gibt es in der Medizin unterschiedliche Ansichten. Die Befürworter einer prophylaktischen Entfernung halten sie für sinnvoll, da das restliche Gebiss vor allerlei möglichen Schäden bewahrt werden kann, sowie die Entstehung von Zysten und Kiefer(winkel)brüchen verhindert wird.

Die Gegner sehen den Eingriff mangels Beschwerden als ein unnötiges Risiko, wie z. B. für eine etwaige Nervenverletzung, die sich als Taubheitsgefühl im Lippen- und Kinnbereich bemerkbar macht. Und sie weisen darauf hin, dass mit intakten Weisheitszähnen potenzielle “Ersatzzähne“ für verloren gegangene Backenzähne bzw. Brückenpfeiler für Zahnersatz geopfert werden.

Ob die Weisheitszähne entfernt werden müssen, sollte letztlich ein Zahnarzt oder Mund-Kiefer-Gesichtschirurg nach einer ausführlichen Untersuchung des Kiefers entscheiden. Spätestens, wenn Weisheitszähne gesundheitliche Probleme auslösen, ist der Griff zur Zange jedenfalls notwendig.

Wer seine Weisheitszähne vorerst behalten möchte, sollte sie jedenfalls regelmäßig vom Zahnarzt kontrollieren lassen. Auch deshalb, weil sie leichter von Karies befallen werden und eine Ursache für Zahnfleischentzündungen sein können.

Weisheitszähne ziehen: Risiken & Komplikationen

Eine Extraktion von Weisheitszähnen birgt Gefahren wie andere chirurgische Eingriffe auch:

  • intraoperative Blutungen bzw. bis zu drei Tage danach Nachblutungen
  • Wundheilungsstörungen oder -infektionen
  • Schmerzen bis zu einer Woche danach
  • Schwellungen oder Blutergüsse
  • eine Narkoseunverträglichkeit

Wenn auch selten drohen darüber hinaus spezifische Risiken wie

  • Beschädigungen von Nachbarzähnen
  • eine Eröffnung der Kieferhöhle oder Kieferhöhlenentzündung
  • Nervenverletzungen im Unterkiefer mit Taubheitsgefühl
  • ein Unterkieferbruch (bei ausgedehnter Knochenabtragung oder Osteoporose)
  • eine vorübergehende Kiefersperre (erschwerte Mundöffnung)
Eine Ärztin, die eine Röntgen Aufnahme vom Mund des Patienten gut betrachtet.

Ein Weisheitszahn muss manchmal mit einem operativen Eingriff entfernt werden.  Foto: Adobe Stock, (c) zinkevych

Wer zieht Weisheitszähne?

Für die Entfernung von Weisheitszähnen sind Zahnärzte oder Kieferchirurgen zuständig. Auf welche Art dabei die Zahnextraktion erfolgt, hängt von der Position und Beschaffenheit des jeweiligen Weisheitszahns ab. Steht er regulär in der Zahnreihe, lässt sich der Weisheitszahn ziehen, d. h. er wird langsam, mit dosierter Kraft mittels Hebel oder Zange hin- und her bewegt, um die Alveole (Zahnfach), in der er sitzt, zu erweitern und ihn herauszubefördern.

Andernfalls ist eine operative Entfernung (Osteotomie) erforderlich, bei der das Zahnfleisch aufgeschnitten und weggeklappt wird, um den Zahn freizulegen. Dann wird, wenn nötig, der den Zahn bedeckende Knochen weggefräst, bis die Extraktionsöffnung so groß ist, dass der Zahn durch passt. Ist sie zu klein, der Zahn sehr fest im Kiefer verankert, im Kiefer verlagert oder von ungewöhnlicher Form, wird der Zahn vor seiner Entfernung zerteilt oder schichtweise abgetragen.

Je nach notwendigem Aufwand und eventuellen Komplikationen dauern die genannten Eingriffe von wenigen Minuten (Extraktion) bis zu mehreren Stunden (Operation). Die Osteotomie wird meistens in örtlicher Betäubung durchgeführt, doch besteht z. B. für Patienten mit Zahnarztangst oder bei einer sehr umfangreichen Behandlung die Möglichkeit, den Eingriff im Dämmerschlaf oder Vollnarkose durchzuführen.

DDr. Wolfgang Seemann – Weisheitszahn entfernen Wien

DDr. Wolfgang Seemann ist Facharzt für Zahnmedizin und Experte für Kieferorthopädie. In seiner Praxis führt er mit seinem erfahrenen Team auch Weisheitszahn-Operationen vor Ort durch.

Tel: +43 1 8934245

Mail: ordination@zahnarzt-seemann.at

Kontakt: DDr. Wolfgang Seemann, 1150 Wien

DDr. Levente Aved – Weisheitszahn entfernen Wien

In der Ordination von DDr. Levente Aved wird die Weisheitszahnentfernung und die Behandlung von Zysten nach modernsten medizinischen Methoden durchgeführt. Mit diesem Arzt bist du gut beraten!

Tel: +43 1 5233695

Mail: praxis@draved.com

DDr. Levente Aved, 1070 Wien

DDr. Wolf Zinn-Zinnenburg – Weisheitszahn entfernen Wien

Wer einen kompetenten Arzt für die Weisheitszahn-Behandlung sucht ist bei DDr. Wolf Zinn-Zinnenburg an der richtigen Adresse! Der erfahrene Mediziner klärt alle offenen Fragen zu dem Thema, berät Patienten über die nötigen Schritte und führt Eingriffe gemeinsam mit seinem Team durch.

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Mail: praxis@zinnenburg.at

Kontakt: DDr. Wolf Zinn-Zinnenburg, 1090 Wien

Dr. Paul Hein – Weisheitszahn entfernen Graz

DDr. Paul Hein führt eine Spezialpraxis für zahnärztliche Chirurgie. Zu seinen Leistungen gehören die Implantologie und Parodontalchirurgie ebenso wie die Freilegung und Entfernung retinierter Weisheitszähne.

Tel: +43 316 463755

Mail: graz@zahn-hein.at

Dr. Paul Hein, 8042 Graz

DDr. Klaus Wild – Weisheitszahn entfernen Linz

Der Kieferchirurg DDr. Klaus Wild steht dir in allen Bereichen der zahnärztlichen Chirurgie fachmännisch zur Seite. Neben der Wurzelspitzenresektion gehört auch die Entfernung von Weisheitszähnen zu seinen Leistungen. Die Behandlung kann in Vollnarkose an der Klinik Diakonissen durchgeführt werden.

Tel: +43 732 655248

Kontakt: DDr. Klaus Wild, 4020 Linz

DDr. Frank-Hendric Kretschmer – Weisheitszahn entfernen Klagenfurt

DDr. Frank-Hendric Kretschmer hat sich auf die Kiefer- und Gesichtschirurgie spezialisiert. Zu seinen Leistungen gehören ästhetische Behandlungen, die Entfernung von Hauttumoren und die Weisheitszahnentfernung.

Tel: +43 676 6309970

Mail: info@mkg-kretschmer.at

DDr. Frank-Hendric Kretschmer, 9020 Klagenfurt

Ein Mann mit Schmerzen im Mund nutzt nach einem Eingriff einen Eisbeutel zur Betäubung.

Schmerzen nach der Operation klingen innerhalb von wenigen Tagen ab. Foto: Adobe Stock, (c) liveostockimages

Wer zahlt für das Ziehen der Weisheitszähne?

Die Kosten für den Eingriff  werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, sofern der behandelnde Zahnarzt oder Kieferchirurg eine medizinische Notwendigkeit für die Extraktion des Weisheitszahns feststellt. Sonst ist mit Kosten von bis zu 800 Euro pro Zahn zu rechnen. Vor allem aber muss die Bezahlung einer Narkose ärztlich begründet und eingereicht werden.

Wann sollte man Weisheitszähne ziehen lassen?

Wer sich zu der vorsorglichen Operation entschließt, tut das am besten im Alter zwischen dem 16. und 18. Lebensjahr, wenn das Wurzelwachstum der Weisheitszähne noch nicht abgeschlossen und die Gefährdung für den im Unterkiefer entlanglaufenden Nerv am geringsten ist. Grundsätzlich können alle Weisheitszähne in einer Sitzung entfernt werden. Doch bietet auch das Vorgehen in zwei Sitzungen Vorteile, wie beispielsweise während der Heilung wenigstens auf einer Seite fast uneingeschränkt kauen zu können.

Was muss man nach dem Weisheitszahn ziehen beachten?

Um eine gute Wundheilung zu gewährleisten und Folgeerscheinungen des Eingriffs zu mindern, sollte man nach der Zahnentfernung eine Ruhephase von ca. zwei bis sieben Tagen einhalten. Für die ausreichende Genesung sollte man sich wenn nötig auch krank schreiben lassen. Bei postoperativen Schmerzen helfen Schmerzmittel, wichtig ist es aber kein Aspirin einzunehmen, da der Wirkstoff Acetylsalicylsäure Blutungen fördert.

In den ersten 24 Stunden hilft es, die Wunde alle 20 Minuten mit einem in ein Tuch eingewickelten Coolpack zu kühlen, um Schmerzen zu lindern und Schwellungen zu verringern. Am Operationstag sollten Patienten außerdem nur Suppen und breiförmige Speisen (z. B. Apfelmus, Kartoffelpüree) essen. Bei der Zahnpflege sollte man die Zähne im Wundbereich zunächst aussparen. Für ca. zwei Tage darf man den Mund nicht ausspülen, um das Blutgerinnsel zu schützen, das die Wunde verschließt. Sonst kann es zu einer Entzündung kommen.

Auch in den folgenden Tagen gilt es, blutdrucksteigerndes Koffein (Kaffee, Schwarztee, Energydrinks, Cola), blutgerinnungshemmenden Alkohol, Milchprodukte, Tabakrauch, körperliche Anstrengung (Sport) und übermäßige Wärmebelastung (Sonnenbad, Solarium, Sauna) zu vermeiden, um keine Nachblutungen oder Wundheilungsstörungen zu provozieren.

Treten dennoch Nachblutungen auf, beißt man am besten auf einen Tupfer oder ein zusammengerolltes Taschentuch. Lässt die Blutung nicht nach, oder falls man Anzeichen einer Infektion wie Fieber oder Schüttelfrost bemerkt, sollte man umgehend einen Zahnarzt aufsuchen.

Die besten Zahnärzte in deiner Nähe:



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