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Zahnschmerzen was tun? Diese Hausmittel lindern Schmerzen

Zahnschmerzen was tun?

Zahnschmerzen – was tun? Schmerzende Zähne sind IMMER ein Fall für den Zahnmediziner. Foto: Adobe Stock (c) DDRockstar

Zahnschmerzen haben oft eine dumme Angewohnheit: Sie richten sich kaum nach den Öffnungszeiten zahnärztlicher Ordinationen. Schlagen gern nachts zu, an Feiertagen, Wochenenden oder im Urlaub. Dann heißt es, sich selbst zu behandeln, will man die Zeit bis zum nächstmöglichen Besuch beim Zahnarzt einigermaßen schmerzfrei überstehen. Aber was hilft dann am besten? Welche Hausmittel oder Medikamente zeigen Wirkung gegen Zahnschmerzen und wovon lässt man besser die Finger?

Ursachen von Zahnschmerzen

Plötzlich und ohne Vorwarnung sind sie da: Zahnschmerzen. Natürlich meist dann, wenn gerade kein Zahnarzt mehr Dienst hat. Wie etwa mitten in der Nacht. Schuld an den Schmerzen sind häufig Erkrankungen bzw. Umstände wie

  • Karies (z.B. Pulpitis = Zahnmarkentzündung) der Zähne
  • Zahnfleischentzündungen und Zahnfleischtaschen
  • ausgefallene oder undichte Zahnfüllungen bzw. mangelhaft isolierte Metallfüllungen
  • zu hohe, beim Aufbeißen störende Füllungen
  • abgebrochene Zähne
  • das Zahnen bei Kindern
  • durchbrechende Weisheitszähne
  • Fehlbelastung der Zähne bei Zahnfehlstellungen
  • Fehlbelastung der Zähne durch Bruxismus (nächtliches Zähneknirschen)
  • verletzte Zähne, z.B. durch einen Sturz oder Biss auf einen harten Gegenstand
  • vor kurzem stattgefundene Behandlungen der Zähne, z.B. Bohren

Außerdem können Erkrankungen, die nicht direkt mit dem Gebiss zu tun haben, Schmerzen verursachen, die in die Zähne ausstrahlen wie etwa eine Entzündung der Nasennebenhöhlen oder Nerven (z.B. Trigeminusneuralgie), Erkältungen, Migräne, Ohrenprobleme oder Herzleiden (z.B. Angina pectoris, Infarkt).

Zahnschmerzen was tun?

Zahnschmerzen sind eine quälende Angelegenheit, die schneller Abhilfe bedarf. Normalerweise ist dann der sofortige Gang zum Zahnarzt angesagt. Doch nachts, an Wochenenden, Feiertagen oder in entlegeneren Gebieten dauert es häufig lange, bis ein Zahnarzt (z.B. zahnärztlicher Notdienst) sich des Problems annimmt. Sofern überhaupt einer erreichbar ist. Bis zum nächstmöglichen Besuch beim Zahnarzt ist man dann mit seinen Zahnschmerzen also auf sich allein gestellt.

Zum Glück helfen oft ein paar Verhaltensmaßregeln, Hausmittel oder auch Medikamente, die Schmerzen am Zahn zu lindern. Als Überbrückung bis zum nächstmöglichen Besuch beim Zahnarzt. Der ist unumgänglich, denn nur ein Fachmann kann die Ursachen (z.B. Karies, Parodontitis) der Schmerzen feststellen und beseitigen. Etwa durch Füllungen, eine Zahntaschenreinigung oder eine Wurzelbehandlung.

Was kann man selbst tun bei Zahnschmerzen?

Was erwiesenermaßen meist hilft gegen Zahnschmerzen, sind frei verkäufliche Schmerztabletten mit Wirkstoffen wie Paracetamol oder Ibuprofen, die ihre Wirkung nach 30 bis 60 Minuten entfalten, wobei die in der Packungsbeilage angegebene Maximaldosis nicht überschritten werden sollte. Acetylsalicylsäure eignet sich weniger, denn sie verdünnt das Blut und erhöht somit das Blutungsrisiko nach einer eventuell nötigen Zahnextraktion. Bei extremen Zahnschmerzen bedarf es schwererer Geschütze wie z.B. rezeptpflichtiger Opioide.

Entzündungen und Schwellungen sowie dadurch verursachte Schmerzen vermindert Kälte, denn sie wirkt abschwellend und betäubt die schmerzleitenden Nervenfasern. In Form von auf die geschwollene Backe gelegten kalten und feuchten Tüchern, in ein Stofftuch eingewickelten (sonst drohen Erfrierungen) Eisbeuteln, -würfeln, Kühlakkus oder Coolpacks. Wärme, Alkohol, Nikotin, Koffein und körperliche Anstrengungen hingegen wirken bei Schmerzen kontraproduktiv und sollten daher vermieden werden. Auch eiskalte oder heiße Getränke können Zahnschmerzen verstärken.

Hausmittel gegen Zahnschmerzen

zahnschmerzen was tun

Adobe Stock, (c) kathrinleu

Auch die Pflanzenmedizin hilft gegen Zahnschmerzen. Das Gute daran:  ihre Hausmittel finden sich im Gewürzschrank der Küche. Oder sind mühelos in Apotheken erhältlich. Wie etwa

  • lauwarmer, ungesüßter, leicht entzündungshemmender Salbei- oder Kamillentee, eventuell Schafgarben- oder grüner Tee zum Trinken oder als Mundspülung.
  • eine in der Apotheke hergestellte, mit kochendem Wasser überbrühte Teemischung aus Pfefferminze, Melisse, Johanniskraut, Quendel und Baldrian – 15 Minuten ziehen lassen!
  • verdünntes Teebaumöl.
  • Nelkenöl, mit dem die schmerzende Stelle vorsichtig betupft wird.
  • eine Gurgellösung aus Steinklee und heißem Wasser.
  • Kräuterdämpfe aus zu gleichen Teilen gemischten Wacholderzweigspitzen, Wacholderbeeren und Huflattichblättern.
  • Zwiebelpäckchen: eine gewürfelte, in ein sauberes Tuch gewickelte, auf die schmerzende Wange gelegte, rohe Zwiebel.
  • Kamillenpäckchen: mit heißem Wasser getränkte, in Verbandsmull verpackte, nach dem Abkühlen auf die schmerzende Stelle gelegte Kamillenblüten.
  • ein Umschlag mit frischen, mit einem Nudelholz gewalkten, in ein Leinentuch gewickelten Kohlblättern, deren Mittelrippe davor entfernt wurde.
  • eine antiseptische, die Wundheilung fördernde Propolistinktur.
  • auf den Zahn geträufelter Klosterfrau Melissengeist.
  • Rosmarinblätter kauen.
  • eine getrocknete Veilchenwurzel oder ein Stück gekühlter Apfel zum darauf Beißen bei Zahnungsschmerzen.

Als ganz heißer Tipp zum Lindern von Zahnschmerzen (v.a. bei Karies als Ursache) gilt das Kauen von ein bis zwei Gewürznelken alle zwei bis drei Stunden. Eine nach Verlust einer Zahnfüllung in die entstandene Öffnung gesteckte Gewürznelke soll zudem den beschädigten Zahn schützen.

Tipps für spezielle Fälle

Schmerz durch eine Parodontitis, d.h. Entzündung des Zahnhalteapparates, spricht meist auf eine Spülung mit Kamille, Salbei, grünem Tee Sencha, Johannisbeersaft oder verdünntem Teebaumöl an.

Zwei Tipps nur für Erwachsene:

  • Mundspülungen mit hochprozentigem Alkohol bekämpfen bei Entzündungen Bakterien.
  • Mundspülungen mit einer starken Kochsalzlösung, die möglichst lange im Mund belassen, dort hin und her bewegt und schließlich ausgespuckt wird.

Auch das sogenannte Ölziehen gilt als Mittel gegen Zahnschmerzen: ein Esslöffel kaltgepresstes, hochwertiges Sonnenblumen- oder Sesamöl für ein paar Minuten im Mund behalten und bewegen, danach ausspucken. Die Methode verbessert das Milieu im Mundraum, denn sie bekämpft Keime.

Alternativmedizin gegen Zahnschmerzen

Die Stimulierung bestimmter Punkte am Körper mittels Akupunktur lindert ebenfalls Zahnschmerzen. Dem Schmerz entgegenzuwirken geht aber auch ohne Nadeln: mit Akupressur, d.h. per Fingerdruck an Stellen wie

  • außen neben dem Fingernagel des Zeigefingers
  • an der höchsten Erhebung der Hautfalte in der Nähe des Daumengrundgelenks, die entsteht, wenn man Daumen und Zeigefinger zusammenführt
  • hinter dem äußeren Knöchel
  • am Oberschenkel im Bereich vor der Hüfte
  • vor den Ohrläppchen
  • in der Mitte des Schädeldachs
  • der Grube zwischen Nase und Mund

Gegen Zahnschmerzen hilft auch eine Behandlung mit homöopathischen Globuli, die sich nach der Art der Schmerzen und den Begleitumständen richten. Schmerz bekämpfen zudem Schüßler Salze, deren Auswahl ebenfalls nach der Schmerzart und -ausstrahlung erfolgt.

Homöopathische Globuli und Schüßler Salze bekommst du in der Apotheke.

Nicht jede Behandlung wirkt bei jedem Menschen gleich gut. Es lohnt sich aber, einige Mittel oder Methoden auszuprobieren. Sollten die Zahnschmerzen jedoch mit Schluckbeschwerden, Schüttelfrost und Fieber einhergehen, sollte unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.



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