Karies bei Kindern: Vorbeugung und akute Maßnahmen

Karies bei Kindern ist ein weit verbreitetes Problem

Schon im Kindesalter sollte man auf seine Zähne gut aufpassen. Leider ist Karies bei Kindern ein weit verbreitetes Problem. Foto: Adobe; ia_64

Erschreckende Bilder von zu schwarzen Stummeln verkümmerten Milchzähnchen beweisen es: Karies ist häufig bereits in den ersten Lebensjahren ein Problem. Sie sorgt dafür, dass schon Kleinkinder Bekanntschaft mit dem Zahnarzt und dessen Bohrer machen. Dabei könnte man Karies ganz einfach vermeiden. Woher Karies bei Kindern kommt, woran man sie erkennt und welche Vorbeugungsmaßnahmen es gibt, dazu gibt es Näheres hier.

Wie entsteht Karies bei Kindern?

Karies ist eine von Bakterien verursachte Infektionskrankheit. Die Keime verwandeln Speisereste (Zahnbelag, Plaque) zu organischen Säuren, die bei längerer Einwirkung, Mineralien (v.a. Kalzium) aus den Zahnhartsubstanzen herauslösen. Dieser Prozess verläuft – sofern nichts dagegen unternommen wird – stadienhaft:

  1. Kreidefleck (white spot, beginnende Karies, Initialkaries): als weißer Fleck bzw. oberflächliche Rauhigkeit erkennbare Demineralisationsstelle.
  2. Tiefenzunahme der Rauhigkeit mit Festsetzung der Plaque, Einwanderung und Vermehrung der Bakterien mit nachfolgender Zerstörung von Zahnschmelz, später auch Zahnbein, sodass sich dunkle Verfärbungen und Löcher bilden.
  3. Einbruch der Karies ins Zahnmark, das sich entzündet und eitrig zerfallen kann, sodass die Zahnwurzel abstirbt.

Da Milchzähne einen geringeren Mineralstoffgehalt und einen dünneren Zahnschmelz aufweisen als die bleibenden Zähne, breitet sich Karies an Milchzähnen schneller aus.

Die Übertragung der Kariesbakterien von Erwachsenen auf Kinder erfolgt über Küsse, gemeinsam verwendetes Essbesteck, oder über mit Erregern verseuchte Schnuller/Kauspielzeug. Je früher Kinder mit Kariesbakterien in Berührung kommen, desto früher kann diese entstehen.

Obwohl Karies die häufigste chronische Erkrankung im Vorschulalter darstellt, die an den oberen Schneide- und Eckzähnen beginnt und von dort auf alle anderen Zähne übergreifen kann, werden anfängliche kariöse Zahnveränderungen (Zahnbelag, Zahnfleischentzündungen, white spots) bei Kindern oft nicht beachtet oder erkannt. Deshalb wird der Zahnarzt – wenn überhaupt – meist zu spät aufgesucht. Nämlich erst, wenn die Zahnerkrankung weit fortgeschritten ist oder sich gar schon massive Gebisszerstörungen eingestellt haben und Milchzähne entfernt werden müssen.

Wie erkennt man Karies bei Kindern?

Als Vorstufe von Karies sind weiße Flecken am Zahn zu erkennen, an denen die Kariesbakterien das Kalzium aus dem Zahnschmelz herauslösen. Auch dunkle Stellen am Zahn können ein Hinweis auf Karies sein. Wenn die Kinder bei süßen, heißen oder kalten Speisen über Zahnschmerzen klagen, ist dies entweder ein Zeichen für schmerzempfindliche Zähne oder für bereits stark vorangeschrittene Karies.

Ursachen von Milchzahnkaries

Ein von der Mama zum Vorkosten abgeschleckter Schnuller, Löffel oder Milchflaschensauger – und schon ist es passiert: Kariesbakterien wandern aus ihrem Mund in den des Kindes. Dort brauchen die Keime dann nur noch eines, um bestens zu gedeihen: Kohlenhydrate wie etwa Zucker oder Stärke, wie man sie beispielsweise in Süßigkeiten, Obst (Fruchtzucker) und gesüßten Getränken (Tees, Fruchtsäfte, Milchnahrung) findet. Letztere wirken besonders fatal, wenn sie ständig – also z.B. auch nachts – die Zähne umspülen (Fläschchenkaries).

Denn mehr noch als die aufgenommene Zuckermenge entscheidet die Häufigkeit des Verzehres von Zucker über die Eentstehung von Karies. Deshalb ist es z.B. vorteilhafter, eine größere Menge Schokolade auf einmal zu essen als mehrere kleine Schokostückchen über den Tag verteilt. Aber auch säurehaltige Nahrungsmittel wie Essig oder Obstsäfte rauen die Zahnoberfläche auf und greifen den Zahnschmelz an.

Zur Entwicklung von Karies tragen außerdem eventuelle Zahnfehlbildungen oder -stellungen (z.B. Engstände) bei.

Zahnarzt für Kinder

Kinder haben normalerweise keine Angst vor dem Zahnarzt. Die Angst entsteht erst mit negativen Erfahrungen. Foto: Adobe Stock; (c) Sergey Nivens

Warum Karies bei Kindern behandelt werden muss

Da Milchzähne ohnehin ausfallen, glauben viele, ihr Zustand sei egal und sie müssten nicht saniert werden. Doch das Gegenteil ist der Fall. Gerade Karies bei Kindern gehört therapiert. Auch wenn sie (noch) keine Schmerzen verursacht. Denn unbehandelt erhöht sich mit der Zeit die Zahl problematischer Keime. Kinder mit kariösen Milchzähnen weisen daher einen vielfach höheren Kariesbefall an ihren zweiten Zähnen auf als gesunde, weil sich die krankmachende Bakterienflora – schon während die Zähne durchbrechen – auch daran festsetzt. Wird die Behandlung kariöser Milchzähne unterlassen, können sich zudem Mineralisationsstörungen im bleibenden Gebiss einstellen.

Eine frühkindliche Karies entspricht einer schwerwiegenden Gesundheitsstörung, die mit Schmerzen, Abszessen und Fieberzuständen einhergehen und aufgrund stark zerstörter Zähne sowie möglicher Entzündungszustände den Allgemeinzustand und (etwa durch den Verlust der oberen Schneidezähne) die Nahrungsaufnahme oder auch die Sprachentwicklung beeinträchtigen kann.

Gehen Milchzähne, die als Platzhalter für die bleibenden Zähne dienen, zu früh verloren, leiden darunter sowohl die Kau- und Sprachfunktion als auch die Restzähne, die dann zu Fehlstellungen neigen. In solchen Fällen kann eine Zahnprothese bereits im Vorschulalter erforderlich werden.

Vorbeugen erspart Behandlungen

Das beste Mittel gegen Karies bei Kindern ist, die Infektionskrankheit erst gar nicht entstehen zu lassen. Durch

  • die Vermeidung des Ableckens von Löffel oder Sauger eines Kindes durch Betreuungspersonen, damit eine Ansteckung unterbleibt.
  • eine sorgfältige Zahnpflege: regelmäßiges Zähneputzen mit der richtigen, etwa alle drei Monate gewechselten Zahnbürste, fluoridhaltiger Kinderzahnpasta und der richtigen Zahnputztechnik (bis ins Schulalter sollten die Eltern nachputzen) bereits nach Durchbruch der ersten Zähne sowie Verwendung von Mundspülungen.
  • eine altersentsprechende Fluoridierung der Zähne (fluoridhältige Zahnpasta, Fluoridlack/-gel/lösung).
  • regelmässige Zahnarztkontrollen ab Durchbruch des ersten Zahns.
  • eine ausgewogene, vitamin- und mineralstoffreiche, zahngesunde Ernährung: Wasser und ungesüßter Tee als Durstlöscher, Süßes nur nach den Hauptmahlzeiten, keine Naschereien zwischendurch. Außerdem sollten Fruchtsäfte nur stark verdünnt getrunken und nur harte, zum Kauen anregende Nahrung, die den Speichelfluss anregt, verzehrt werden.
  • die Vermeidung der gefürchteten Nuckelflaschen-Karies: keine Nuckelflasche zum Dauergebrauch oder in der Nacht, das Kind zu bestimmten Zeiten und ab dem Alter von einem Jahr aus einer Tasse oder einem Becher trinken lassen. Eine Trinklerntasse möglichst nur kurz verwenden.

Karies bei Kindern heilen

Einer beginnenden Karies kann man mit einer gezielten Kariesprophylaxe, wie konsequente Zahnpflege und Remineralisierung (Zufuhr von Fluorid, Kalzium und Phosphat) der entmineralisierten Stellen entgegenwirken. Im Anfangsstadium der Karies wirksam ist ein recht neues Verfahren namens Kariesinfiltration. Bei der Kariesinfiltration wird mit einer sogenannten Icon-Substanz die Zahnfäule gestoppt. Nach sorgfältiger Entfernung der obersten Mineralschicht des Zahns mit Säure wird die harzige Flüssigkeit mittels sehr dünner, auch für schwer erreichbare Zahnzwischenräume geeigneter Folien auf die kariösen Stellen aufgebracht und mit einer Tageslichtlampe gehärtet. Das Harz ordnet sich zwischen den kristallförmigen Schmelzpartikeln an und festigt die Zahnstruktur.

Bei bereits etablierten Schäden muss hingegen der Zahnarzt ran, um die Löcher auszubohren, zu säubern und mit “Plomben“ zu versorgen.

Nun sind diese Prozeduren unangenehm bis schmerzvoll, sodass viele Kinder Angst davor haben oder auch gar keine Zahnbehandlungen zulassen. Deshalb suchen Eltern oft nach schmerzfreien Behandlungsmethoden. Diese finden sie am ehesten bei auf kindgerechte Behandlung spezialisierten Zahnärzten (“Kinderzahnärzte“), die darauf geschult sind, die Kleinen sanft an die notwendigen Maßnahmen heranzuführen und positive Zahnarzterlebnisse zu erzeugen.

So ist es etwa möglich, beginnende Karies ohne starke Schmerzen per Lasertechnik zu entfernen. Ansonsten wird eine Schmerzfreiheit angestrebt, indem Zahnbehandlungen unter

  • örtlicher Betäubung (z.B. unter Zuhilfenahme eines nach Frucht schmeckenden Betäubungsgels, das den Einstichschmerz nimmt),
  • Hypnose,
  • Sedierung (Dämmerschlaf) oder Lachgas-Gabe durch einen Anästhesisten oder
  • nach entsprechenden Voruntersuchungen zur Risikoabklärung unter Narkose (z.B. bei umfangreicher Gebisssanierung) durch einen Anästhesisten erfolgen.
Kinderzahnarzt behandelt Karies bei Kindern

Kinderzahnärzte verfügen über viel Geduld und nehmen den Kindern mit ihrer liebevollen Art die Angst vor der Behandlung. Foto: Adobe; (c) zinkevych

Kinderzahnärzte: Hier findest du Zahnärzte für Kinder in deiner Region:

Wien

Dr. Cora Haller-Waschak

Auf Kinderzahnheilkunde spezialisiert ist beispielsweise Dr. Cora Haller-Waschak in Wien. Ihre Praxis befindet sich im 18. Bezirk. Dr. Haller-Waschak verfügt über enormes Fingerspitzengefühl und viel Geduld, was bei der Behandlung von Kindern essentiell ist.

Dr. Haller-Waschak, 1180 Wien

Dr. Martin Kova

Ein Gespür für Kinder beweist auch Dr. Martin Kova. Seine Praxis befindet sich im 11. Bezirk im Gasometer A. Da Dr. Martin Kova die Zahngesundheit von Kindern ein besonderes Anliegen ist, bekommen Kinder von 10 bis 18 Jahren bei ihm eine kostenlose Mundhygiene.

Dr. Kova, 1100 Wien

Sleep and Smile Center

Das Sleep and Smile Center im 23. Bezirk bietet Zahnbehandlungen mit Hilfe von Lachgas, Sedierung oder Hypnose an. Lachgas ist ein anorganisches Gas, das die Schmerzempfindung herabsetzt und zudem ein beruhigendes Gefühl vermittelt. Dadurch kommt den Kindern die Behandlung wesentlich kürzer vor, als sie eigentlich ist.

Sleep and Smile Center, 1230 Wien

Niederösterreich

Dr. Shari Fischer

Die Ordination von Kinderzahnärztin Dr. Shari Fischer liegt in Weikendorf. Dr. Fischer behandelt neben Jugendlichen und Erwachsenen auch zahlreiche Kinder.

Dr. Fischer, 2253 Weikendorf

Steiermark & Kärnten

Dr. Thomas Schopf

Für Steirer und Kärntner könnte Dr. Thomas Schopf eine Überlegung wert sein. Durch eine besonders liebe- und verständnisvolle Behandlung möchte Dr. Schopf den Zahnarztbesuch für Kinder zu einem schönen Erlebnis umwandeln.

Dr. Schopf, 8430 Leibnitz

Tirol

Zahn Kind – Dr. Brigitte Brückner

Explizit auf Kinderzähne hat sich Dr.med.dent. Brigitte Brückner aus Hall in Tirol spezialisiert. Ein gesundes und herzerwärmendes Kinderlächeln ist ihr persönliches Anliegen, weshalb sie sich voll und ganz der Kinderzahnheilkunde verschrieben hat.

Dr. Brückner, 6060 Hall in Tirol

Quellen:

https://www.gesundheit.de/krankheiten/mund-und-zaehne/karies/fruehkindliche-karies-milchzahnkaries
http://www.dent.med.uni-muenchen.de/exponent-0.96.4/index.php?section=120
http://www.zahnaerztekammernordrhein.de/fuer-patienten/patienteninfos/fruehkindliche-karies-verhindern-erfolgreicher-start-in-ein-zahngesundes-leben/
http://www.milchzahn-co.de/44.html
http://www.zahngesundheit-online.com/Kariologie/Kariesinfiltration/



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