Warum sich das Design der Google SERP häufig ändert

Google verpasst den mobile SERPs ein neues Gesicht! HEROLD verrät, was das für die organische Suche und für Google Ads bedeutet. Foto: Adobe Stock, (c) michaklootwijk

Google tut es immer wieder. Nicht nur der Algorithmus und die Google Rankingfaktoren werden laufend verändert, auch das Design der Google SERPs (= Search Engine Result Pages) – wie die Google Ergebnisliste in Fachkreisen bezeichnet wird – ist ständigen Anpassungen und Veränderungen ausgesetzt. Welche Auswirkungen diese Design-Änderungen haben, beleuchtet HEROLD in diesem Beitrag.

Redesign für Google SERPs

Zunächst eine Entwarnung für alle, die ihr guten Ranking schwinden sehen: Design-Updates der Google SERPs haben zunächst keine direkten Auswirkungen auf die Google Rankings. Denn es handelt sich um rein optische Anpassungen und keine Algorithmusänderungen (= Google Core Updates).

So sahen die Google SERPS vor 20 Jahren aus. Foto: Screenshot aus dem Jahr 2002

Desktop SERPs vs. mobile SERPs

Zunächst muss man wissen, dass es zwei unterschiedliche Darstellungsformen der Google SERPs gibt, jene für mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablets und jene für Desktop-Versionen bei Standcomputern und Notebooks. Diese beiden Darstellungsformen weisen gewisse Unterschiede auf, die in der Vergangenheit zum Teil sehr erheblich waren, aktuell aber relativ gering ausfallen.

Google hat im Laufe der Jahre immer wieder mit dem Design der SERPs experimentiert. Alle nennenswerten Änderungen seit 2000 betreffend Design und Funktionalität, hat IONOS in diesem Beitrag kompakt zusammengefasst. So wurde beispielsweise im September 2019 das Design der mobilen Search Engine Result Pages grundlegend reformiert.

Was hat sich durch das Google mobile Redesign verändert?
Links das mobile SERP-Design vor der Änderung, rechts das seit September 2019 gängige Design.

URL und Favicon prominent platziert

Drei Änderungen stechen sofort ins Auge:

  1. die URL ist nicht mehr grün, sondern ebenfalls schwarz
  2. die URL steht oberhalb des Meta-Titles
  3. ein prominent platziertes Favicon ergänzt die URL

Was ist ein Favicon?

Die meisten Unternehmen verwenden ihr Firmen-Logo als Favicon. Bisher waren die 16 x 16 Pixel kleinen Symbole lediglich neben der jeweiligen URL im Browserfenster zu sehen. Mit dem mobile-SERP-Update gewann das Favicon deutlich an Bedeutung. Wie jedes andere Logo, dient das Favicon dem Branding: ein Effekt, der sich mit der prominenteren Position in den neuen Suchergebnislisten noch verstärken wird. Webseiten-Betreiber, die ein Favicon erstellen möchten, können hierfür einen freien Favicon Generator nutzen. Wie das kleine Logo auf der Website einzubinden ist, verrät Google hier.

Was bringt das Redesign für die User Experience?

Alles, was Google tut, tut Google für den User. Das gilt auch für die SERPs. In diesem Fall geht es der cleveren Suchmaschine vor allem darum, dem User in Zeiten von Fake News und Ibizagate ein sicheres Gefühl zu geben. Aus diesem Grund rückte Google die Link-Quelle (Domain) in den Vordergrund, indem der Name der Website nicht mehr, wie bisher, in kleinerer Schriftart unterhalb des Links, sondern gut sichtbar direkt darüber angezeigt wird. Auf diese Weise fällt es dem User leichter, zwischen vertrauenswürdigen und nicht vertrauenswürdigen Quellen zu unterscheiden.

Auch die Anzeige des Favicons in den mobilen Suchergebnissen dient diesem Zweck. Das kleine Logo hilft dem User dabei, die Quelle der Suchergebnisse schneller zu identifizieren. Websites mit hoher Autorität, die von Google bevorzugt ausgespielt werden und dementsprechend auch einen hohen Wiedererkennungswert beim User haben, profitieren hier natürlich zusätzlich.

Desktop SERPs wurden Mobile-SERPs angepasst

Nur wenige Monate später wurden auch die Desktop-SERPs an die Mobile-SERPs optisch angeglichen. Der größte Unterschied zu den mobilen Ergebnislisten sind die fehlenden Favicons.

Google SERPs 2017 und 2021 im Vergleich zum Thema fliesen legen kosten.
Auch am Desktop steht die URL (Domain) nun über dem Meta-Titel und ist nicht mehr grün gehalten. Grafik: HEROLD; (c) Dominik Knapp

Was bedeuten die Änderungen für Google Ads?

Auch die Google Ads wurden im Zuge des Redesigns neu gestaltet. An die Stelle des kleinen grünen „Ad“-Kastens, der die Adwords bisher als bezahlte Anzeigen auswies, steht seither eine grau gefettete Kennzeichnung über dem Link. Außerdem wird auch hier, wie bei den organischen Suchergebnissen, die Quelle nun über dem Link und nicht mehr darunter angezeigt. Eine weitere Neuerung, die sowohl Organic als auch Paid betraf: Die feine graue Linie, die bisher den Meta-Title von der Meta-Description trennte, ist verschwunden.

Was hat sich durch das Google mobile Redesign verändert?

Grenzen zwischen Paid und Organic verschwimmen

Wer gut aufgepasst hat, dem dürfte schon aufgefallen sein, dass sich die organischen Suchergebnisse und die bezahlten Anzeigen durch das letzte Redesign deutlich annäherten. Adwords sind nun nicht mehr farblich hervorgehoben und entsprechen auch ansonsten stark dem neuen Look der organischen Ergebnisse. Für den User bedeutet dies, dass die Grenzen zwischen Paid und Organic nach und nach verschwimmen – und das nicht nur optisch! Der Trend geht schon länger in die Richtung, dass der User hauptsächlich hochwertige Anzeigen ausgespielt bekommt, die mit den organischen Ergebnissen mithalten können.

Sie haben Interesse an Google-Anzeigen?

Ausblick: Werden Google Ads immer attraktiver?

Man kann davon ausgehen, dass die optischen Unterschiede zwischen organischen und bezahlten Suchergebnissen mit den Jahren immer stärker verschwinden werden. Ein im Jänner 2020 ausgerolltes Update wurde von Google nach heftiger Kritik aber wieder adaptiert, damit Anzeigen besser erkennbar sind.

Dennoch sind Google Anzeigen so attraktiv wie noch nie und werden besser geklickt denn je. Auch dieser Umstand macht Suchmaschinenwerbung für Unternehmen immer interessanter.

Sie wollen für weitere Updates gewappnet sein?

Fazit: Der User gewinnt, langfristige Auswirkung auf Google-Rankings

Die letzten Redesigns der Google-SERPs waren ein weiterer Schritt auf dem Weg zur optimalen Google User Experience. Die Ergebnislisten nähern sich immer mehr einem Newsfeed an, der die jeweiligen Informationsquellen deutlicher hervorhebt denn je. Auf diese Weise fällt es dem Nutzer leichter, zwischen vertrauenswürdigen und nicht vertrauenswürdigen Quellen zu unterscheiden. Der User wird bereits auf der Ergebnisliste optimal über das Linkziel informiert.

Der indirekte Einfluss auf das Google-Ranking

Einen direkten Einfluss auf das Ranking hatten die optischen Anpassungen noch nie. Einen indirekten Einfluss hatte besonders das letzte Redesign aber dennoch. Denn optische Anpassungen haben immer auch einen Einfluss auf das Klickverhalten. Bekannte und vertrauenswürdige Marken sind seit dem letzten Redesign leichter zu erkennen und werden mit großer Wahrscheinlichkeit auch häufiger angeklickt. Unbekannte Marken oder Websites die gar kein Favicon besitzen, sind die großen Verlierer. Denn weniger Klicks führen nach und nach zu Rankingverlusten. Da es bekanntlich ein mühsames Unterfangen ist, ein schlechtes Google Ranking zu verbessern, sollte man es idealerweise gar nicht erst dazu kommen lassen.

Angst vor Rankingverlusten?
Weitere Artikel

HEROLD Blog Team