Makeover für Google mobile: neue SERPs!

Foto von einer alten Schreibmaschine im Vintage-Stil. Auf dem eingespannten Papier ist zu lesen Are you ready?
Google verpasst den mobile SERPs ein neues Gesicht! HEROLD verrät, was das für die organische Suche und für Google Ads bedeutet. Foto: Adobe Stock, (c) michaklootwijk

Was hat Google mit Heidi Klum gemeinsam? Richtig: Beim Makeover fließen die Tränen! Während Heidi aus Rapunzel-Mähnen Pixies macht, verpasst Google der mobilen Suche einen neuen Look: Ab September 2019 kommt optische Abwechslung in die mobilen SERPs, die Link-Quellen werden wichtiger – und die SEOs weltweit nervös. Die entsprechenden Updates sollen schon in den nächsten Tagen ausgerollt werden. HEROLD verrät, was das für Google Ads und Webseiten-Betreiber bedeutet, und welche Herausforderungen künftig auf Suchmaschinenspezialisten zukommen.

Redesign für Google mobile: Favicon & Link-Quelle

Zunächst eine Entwarnung für alle, die ihr organisches Ranking schwinden sehen: Beim Update der mobilen SERPs handelt es sich um ein Redesign und NICHT um eine Algorithmus-Änderung. Das bedeutet, dass Websites, die bei Google momentan ganz vorne mitspielen, ihr gutes Ranking auch in Zukunft behalten dürften. Aber was genau ändert sich dann ab September? Die Optik der SERPs und die (mobile) User Experience. Für den neuen Look bedeutet das Update vor allem zwei Veränderungen:

  1. Die URL (Domain) wird prominenter dargestellt.
  2. Die Favicons werden direkt in den Suchergebnissen ausgespielt.

Außerdem will Google in den neuen mobilen Suchergebnislisten mehr Platz für Zusatzinformationen bereitstellen, welche Webseiten-Betreiber der Suchmaschine mithilfe strukturierter Daten zur Verfügung stellen können. Es ist also vorstellbar, dass Schema-Markups als Ranking Faktor in Zukunft noch wichtiger werden. Genaueres lässt sich hierzu aber erst sagen, wenn das Redesign flächendeckend aktiv ist. Wir werden uns dieser Frage in ein paar Wochen also noch einmal widmen.

Was ist ein Favicon?

Die meisten Unternehmen verwenden ihr Firmen-Logo als Favicon. Bisher waren die 16 x 16 Pixel kleinen Symbole lediglich neben der jeweiligen URL im Browserfenster zu sehen. Mit dem mobile-SERP-Update gewinnt das Favicon-Icon jetzt an Bedeutung, da es zukünftig direkt in den Suchergebnissen ausgespielt wird. Wie jedes andere Logo auch dient das Favicon dem Branding: ein Effekt, der sich mit der prominenteren Position in den neuen Suchergebnislisten noch verstärken wird. Webseiten-Betreiber, die ein Favicon erstellen möchten, können hierfür einen freien Favicon Generator nutzen. Wie das kleine Logo auf der Website einzubinden ist, verrät Google hier.

Was hat sich durch das Google mobile Redesign verändert?

Was bringt das Redesign für die User Experience?

Alles, was Google tut, tut Google für den User. Das gilt auch für die neuen mobilen SERPs. In diesem Fall geht es der cleveren Suchmaschine vor allem darum, dem User in Zeiten von Fake News und Ibizagate ein sicheres Gefühl zu geben. Aus diesem Grund rückt Google die Link-Quelle (Domain) zukünftig in den Vordergrund, indem der Name der Website nicht mehr, wie bisher, in kleinerer Schriftart unterhalb des Links, sondern gut sichtbar direkt darüber angezeigt wird. Auf diese Weise fällt es dem User leichter, zwischen vertrauenswürdigen und nicht vertrauenswürdigen Quellen zu unterscheiden.

Auch die Anzeige des Favicons in den mobilen Suchergebnissen dient diesem Zweck. Das kleine Logo hilft dem User dabei, die Quelle der Suchergebnisse schneller zu identifizieren. Websites mit hoher Autorität, die von Google bevorzugt ausgespielt werden und dementsprechend auch einen hohen Wiedererkennungswert beim User haben, profitieren hier natürlich zusätzlich.

Was bedeuten die neuen mobile SERPs für Google Ads?

Auch die Google Ads sind vom Makeover für die mobilen Suchergebnislisten betroffen. Aber auch hier gilt: Bitte keine Panik! An die Stelle des kleinen grünen „Ad“-Kastens, der die Adwords bisher als bezahlte Anzeigen auswies, tritt mit dem Update eine grau gefettete Kennzeichnung über dem Link. Außerdem wird auch hier, wie bei den organischen Suchergebnissen, die Quelle nun über dem Link und nicht mehr darunter angezeigt. Eine weitere Neuerung, die sowohl Organic als auch Paid betrifft: Die feine graue Linie, die bisher Organic Title/Ad Headline und Meta-Description voneinander trennte, ist im neuen Design verschwunden. Die Folge: Die einzelnen Search-Cards erscheinen kompakter und sind optisch leichter voneinander zu trennen.

Was hat sich durch das Google mobile Redesign verändert?

Grenzen zwischen Paid und Organic verschwimmen

Wer gut aufgepasst hat, dem dürfte schon aufgefallen sein, dass sich die organischen Suchergebnisse und die bezahlten Anzeigen im Redesign noch weiter annähern. In den neuen mobilen SERPs sind die Adwords nicht mehr farblich hervorgehoben (Adé, grünes „Ad“-Kastl!) und entsprechen auch ansonsten stark dem neuen Look der organischen Ergebnisse. Für den User bedeutet dies, dass die Grenzen zwischen Paid und Organic nach und nach verschwimmen – und das NICHT nur optisch! Der Trend geht offenbar dahin, dass der User seine Auswahl in den mobilen SERPs vollkommen unabhängig von Paid oder Organic auf der Grundlage von inhaltlichen und qualitativen Kriterien trifft. Unter diesen Kriterien treten vor allem die folgenden zwei hervor:

  1. Suchanfrage soll optimal befriedigt werden.
  2. Info soll aus vertrauenswürdiger Quelle stammen.

Ausblick: Bessere Klickraten durch Redesign?

Je mehr die (optischen) Grenzen zwischen organischen und bezahlten Suchergebnissen verschwinden, desto besser stehen die Chancen für steigende Klickraten der Ads. Warum? Ganz einfach: Wenn ich eine Anzeige nicht mehr als solche erkenne, kann ich sie auch nicht bewusst umgehen. Usern, die Adwords grundsätzlich meiden, zeigt Google mit dem Redesign also die lange Nase. 😉 Für Unternehmen, die gerne in Google Ads investieren möchten, sind die neuen mobilen SERPs hingegen eine gute Nachricht.

Google pusht mobile Suche

Es hat einen Grund, warum das neue Link-Design die Suche via mobile Web und Google-App, nicht aber die Desktop-Suche betrifft: Österreich sucht am liebsten mobil. Und Google weiß das. Laut einer Studie der ÖWA nutzen bereits über 80 Prozent der österreichischen Bevölkerung das Internet mobil. Und in 93 Prozent der Fälle nutzen es Herr und Frau Österreicher, um Suchanfragen abzusetzen. Und laut einer aktuellen Google-Studie hat schon heute jede fünfte Suchanfrage einen lokalen Bezug. Was daran so wichtig ist? Ganz einfach: Lokale Suchanfragen werden zu direkten Käufen!

Etwa die Hälfte aller Personen, die ihre (lokale) Suche über das Smartphone absetzen, besucht das Geschäft/den Dienstleister, über den sie sich online informiert hat, noch am gleichen Tag. Und ganze 18% der lokalen Suchanfragen resultieren noch am gleichen Tag in einem Kauf/einem Auftrag.

Das Redesign der mobilen Ergebnislisten macht die lokale Suche nun noch attraktiver: Die bessere Sichtbarkeit der Domain lässt den User mit sicherem Gefühl durch die gebotenen Informationen surfen und die Favicons verleihen den Suchergebnissen zusätzliche Authentizität. Zugleich stärken sie durch ihren Wiedererkennungswert das Markenbewusstsein des Users.

Was bedeutet das für Unternehmen?

Wenn Google ein Update ausrollt, um die mobile (und die lokale) Suche für den User noch attraktiver zu machen, muss es das Ziel eines jeden österreichischen Unternehmens sein, in den mobilen Suchergebnissen ganz vorne mitzuspielen. Eine Website mit Responsive Design und SSL-Zertifikat ist im Kampf um die besten Positionen nur der erste Schritt. Auch klassische Suchmaschinenoptimierung reicht mittlerweile nicht mehr aus, um den Google Algorithmus zu beeindrucken. Wer sicherstellen will, dass er in der mobilen Suche gut rankt und für lokale Suchanfragen gefunden wird, sollte in lokale Suchmaschinenoptimierung investieren.

Pluspunkt: Local SEO setzt verstärkt auf Zusatzinformationen wie Online-Kundenbewertungen und verknüpfte GMB-Daten. Und es sind genau diese Zusatzinformationen, die Google nach eigener Aussage zukünftig verstärkt in den mobilen Suchergebnissen ausspielen will.

Sie wollen für weitere Updates gewappnet sein?

Fazit: Der User gewinnt, SEOs dürfen aufatmen

Das Redesign der mobilen Suchergebnislisten ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zur optimalen Google User Experience. Mit dem neuen Design nähert die mobile Suche sich einem Newsfeed an, der die jeweiligen Informationsquellen deutlicher hervorhebt denn je. Auf diese Weise fällt es dem Nutzer leichter, zwischen vertrauenswürdigen und nicht vertrauenswürdigen Quellen zu unterscheiden. Die (geplante) Einbindung zusätzlicher Informationen wie Vorschaubilder oder Aktionsschaltflächen sorgt dafür, dass der User schon auf der Ergebnisliste optimal über das Linkziel informiert ist und auf diese Weise leichter auswählen oder zurückweisen kann, was ihm angeboten wird.

Suchmaschinenspezialisten und Adwords-Manager können vorsichtig aufatmen. Websites, die gegenwärtig ein gutes mobiles Ranking haben, dürften dieses auch nach dem Resdesign behalten, da der Algorithmus selbst sich nicht verändert hat. Auch an den Anzeigenpositionen der Adwords wird sich durch das neue Design voraussichtlich nichts verändern. Der clevere SEO behält Google natürlich weiterhin im Auge. Man weiß schließlich nie, was der Suchmaschinengigant als Nächstes tut, um den User glücklich zu machen.

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