John Goddard: KMU-Webseiten sind für Konsumenten unsichtbar!

KMU-Webseiten sind für den Konsumenten praktisch unsichtbar, weil sie nicht den gängien Standards entsprechen. HEROLD Geschäftsführer John Goddard klärt auf. (c) HEROLD


Sie haben sich bestimmt schon oft gefragt, wie Sie als Unternehmer Neukunden finden. Aber lassen Sie uns diese Frage doch mal umdrehen: Wie kommt der Kunde eigentlich zum Anbieter? Unsere quantitativen Untersuchungen1 über das Verhalten von Konsumenten haben ergeben, dass die Online-Suche nach Produkten und Dienstleistungen direkt an zweiter Stelle nach den Empfehlungen von Freunden und Bekannten steht. Das heißt: Potenzielle Kunden suchen nach Ihnen. Aktiv. Das Problem ist nur, dass sie Sie nicht FINDEN. Heute möchte ich mit Ihnen darüber sprechen, warum KMU-Websites bei Google & Co praktisch unsichtbar sind und wie wir das ändern können.

Websites unsichtbar und KMUs ratlos

Dass viele KMUs in Österreich die Digitalisierung als Krise erleben, wissen wir bereits. Und in meinem letzten Blogpost habe ich erklärt, warum ich glaube, dass unsere KMUs mutiger werden müssen: Mutiger im Vertrauen auf digitale Prozesse und Marketing-Tools, aber vor allem mutiger im Vertrauen auf Experten für Digitales Marketing. Und darum geht es mir auch heute, denn die Zahlen sind erschreckend! Unsere Studien haben ergeben, dass ganze 89% der KMU-Webseiten in Österreich für Konsumenten praktisch unsichtbar sind, weil sie schlichtweg nicht den aktuellen Standards entsprechen: Zu viele KMU-Websites

  • funktionieren nicht auf mobilen Endgeräten (sind nicht responsive),
  • sind nicht gegen unautorisierte Zugriffe geschützt (kein SSL-Zertifikat),
  • laden viel zu langsam und/oder
  • werden über die Google-Suche nicht gefunden, weil sie nicht für Suchmaschinen optimiert sind.

Mit anderen Worten: 89% aller österreichischen KMU-Webseiten weisen gravierende Mängel auf.  Hier sehen Sie noch einmal sämtliche Zahlen auf einen Blick:

Was ist das Problem mit KMU-Websites?

Ich habe es schon einmal gesagt und ich sage es wieder: DIY funktioniert im Zeitalter der Digitalisierung nicht mehr. Klar, in der Werbung bei 1&1 (nur 9,90 im Monat!) sieht alles ganz einfach aus. Aber vergessen Sie bitte nicht, dass Ihre Website nicht nur gut aussehen soll, sondern dass sie auch konvertieren muss. Sprich: Sie  soll Ihnen Anrufe, Emails und Aufträge von interessierten Verbrauchern einbringen. Und die Realität sieht leider so aus: Ein modernes Design und Top-Fotos interessieren die Suchmaschinen, die Ihrer Seite eine Position unter Hunterten und Tausenden Ihrer Mitbewerber zuweisen, nur am Rande. Was hier zählt, sind maßgeschneiderte Texte und ein Aufbau, der sich zu 100% am User orientiert.

Anbieter wissen nicht, was Konsumenten wollen

Die User-Experience ist übrigens ein gutes Stichwort! Die meisten KMUs haben nämlich keine Ahnung, was die Konsumenten vorfinden möchten, wenn sie ihre Webseite besuchen.  Und das tut übrigens jeder zweite! Unsere Studien haben gezeigt, dass ganze 50% der Konsumenten eine Website besuchen, bevor sie sich für einen Anbieter entscheiden. Leider sind aber nur 11% der KMU-Websites, die sie vorfinden, auch qualitativ hochwertig. Alle anderen laden zu lange, wurden Ewigkeiten nicht mehr aktualisiert und/oder sehen am Handy katastrophal aus.

Zu wenig Zeit für Website-Pflege

Nehmen wir einmal an, Sie kennen sich mit Content Management Systemen aus und haben jemanden gefunden, der userfreundliche, suchmaschinenoptimierte Texte für Sie erstellt (die übrigens deutlich teurer sein werden als Sie erwartet haben): Kann eine DIY-Website dann funktionieren? Möglicherweise. Aber nur, wenn Sie bereit sind, auch zukünftig entsprechend viel Zeit in die Wartung zu investieren. Denn welchen Nutzen hat eine Website, wenn sie dem User veralteten und/oder unvollständigen Content anbietet? Wir wissen aufgrund unserer Untersuchungen, dass sieben von zehn der 18- bis 34-Jährigen aufgrund falscher Daten im Internet bereits vor einer verschlossenen Ladentür gestanden sind. Und wissen Sie was? Mehr als drei Viertel der Befragten (78%) würden in dieser Situation zur Konkurrenz gehen.1

Top Rankings kosten Zeit

Leider ist die regelmäßige Aktualisierung Ihrer Daten das geringste Problem. Viel schlimmer (und zeitaufwändiger!) ist die Tatsache, dass Sie als DIY-Webseiten-Betreiber sämtliche Änderungen im Auge behalten müssen, die Google macht. Was passiert zum Beispiel, wenn die Mutter aller Suchmaschinen die Ergebnislisten (SERPs) in der Mobilen Suche zukünftig anders ausspielt? Vielleicht nichts, vielleicht verliert Ihre Website aber auch ihren Stammplatz unter den Top-Ergebnissen.

Das Problem: Genau wissen Sie es erst, wenn Sie sich ausführlich mit dem Thema beschäftigt haben. Aber haben Sie dafür wirklich Zeit? Gleiches gilt für Trends wie die Sprachsuche, die das Suchverhalten der Konsumenten auf lange Sicht stark verändern wird. Ist Ihre Website darauf vorbereitet? Und wüssten Sie überhaupt, wie Sie sie vorbereiten müssen?

Sie sehen: Selbermachen lohnt sich nicht. Und wenn Ihr Schwiegersohn, der vor ein paar Jahren mal eine Website über Pfeilgiftfrösche gemacht hat und „sowas doch können muss“, Ihnen seine Hilfe anbietet, dann lehnen Sie bitte höflich ab. Denn auch 9,90 im Monat sind zu viel Geld für eine Website, die nicht funktioniert und im schlimmsten Fall sogar potenzielle Kunden vergrault. Finden Sie nicht auch?

In meinem nächsten Blogpost verrate ich Ihnen, warum es für unsere Wirtschaft sehr schnell sehr problematisch werden kann, wenn Österreichs Firmen nicht lernen, digitales Marketing korrekt zu betreiben.



1) marketmind, 10/2018, rep. Studie österreichische Bevölkerung 18+, CAWI / CATI, n = 1065

2) marketmind, KMU Branchenstudie, 07/2018, CATI, n = 1417; untersucht wurden folgende Segmente: Ärzte, Alternative Medizin, Auto, Dienstleistungen Wirtschaft, Versicherungen, Immobilien, Einzelhandel, Handwerker Innen und Außen, Schönheit und Fitness

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