Bausachverständiger: Kosten, Vorteile und Einsatzmöglichkeiten

Bausachverständiger: Kosten und sonstige Infos

Bausachverstaendiger Kosten

Welche Aufgaben er übernimmt, und was ein Bausachverständiger kosten darf, erfährst du beim HEROLD. Foto: Adobe Stock, (c) DOC RABE Media

Die Aufgabe eines Sachverständigen ist die Erstellung eines Berichts über einen bestimmten Sachverhalt. Er wird von Privatpersonen, Unternehmen oder Gerichten bestellt. Im Falle eines Bausachverständigen handelt es sich um einen Experten für das Bauwesen und für Immobilien. Er analysiert unter anderem Bauschäden, kann aber auch den Gebäudewert abschätzen. Der HEROLD verrät dir, was ein Bausachverständiger kosten darf, und worin seine Aufgaben bestehen.

Welche Vorteile bietet ein Bausachverständiger?

Ein Sachverständiger ist objektiv. Er wird zwar von einer Partei beauftragt, muss sein Urteil allerdings auf der Grundlage von fachlichen und sachlichen Begebenheiten treffen. Bausachverständige gelten als zuverlässig und kompetent, weshalb sie von Gerichten zur Klärung von Sachverhalten eingesetzt werden. Die Bausachverständiger-Kosten können gegebenenfalls von der Rechtsschutzversicherung übernommen werden. Im Falle eines positiven Urteils wird die gegnerische Partei zur Zahlung der Kosten verpflichtet.

Wie können Baumängel entstehen?

Baumängel werden entweder direkt während des Baus oder erst nach Fertigstellung bemerkt. Ein Sachverständiger stellt die Mängel fest und berät zu möglichen Gegenmaßnahmen. Er kann die Kosten einschätzen und potenzielle negative Folgen für den Immobilienwert beziffern. Mängel entstehen häufig durch das Eindringen von Feuchtigkeit. Wurden in der Bauphase keine hinreichenden Sicherheitsvorkehrungen getroffen oder ist die Isolierung nicht ausreichend, dann sammelt sich Feuchtigkeit an, welche die Gebäudestruktur schädigt. Ein Bausachverständiger muss die Kosten für die Instandsetzung beziffern, sodass die Verantwortlichen die Ausgaben erstatten können. Mängel ergeben sich aber auch aus einer fehlerhaften Bauplanung. Wurden unpassende Bauteile verwendet, sodass beispielsweise Lücken oder Spalten entstehen, dann stellt dies ebenfalls einen Baumangel dar.

Tipp: Für alle, die den Baumangel erst nach Fertigstellung bemerkt und nun mit Feuchtigkeitsschäden zu kämpfen haben, hat unsere Bloggerin Evelin Stopfer Ratschläge zusammengestellt, wie feuchte Wände wieder trocken werden.

Energieberatung durch den Bausachverständigen

Die Energieberatung beim Bau

In der heutigen Zeit ist der Energieverbrauch eines Hauses ein wichtiges Kaufkriterium. Je besser die Energiebilanz ist, desto höher ist der Wiederverkaufswert der Immobilie. Gebäude werden in Energieeffizienzklassen eingeteilt, welche durch Buchstabenkürzel repräsentiert werden. Potenzielle Mieter und Käufer informieren sich anhand des Energieausweises über die zu erwartenden Heizkosten. Ein Bausachverständiger wird beratend tätig und hilft dabei, energetisch sparsame Häuser zu bauen. Es stehen verschiedene Dämmmethoden, beispielsweise die Fassadendämmung, die Untersparrendämmung und die Zwischensparrendämmung zur Verfügung. Mehrfachverglasungen an den Fenstern und moderne Türen sorgen für eine gute Isolierung.

Tipp: Wer überlegt, sein Haus als Niedrigenergie- oder Passivhaus zu gestalten, sollte zusätzlich zum Bausachverständigen in eine umfassende Energieberatung investieren. Auf diese Weise lässt sich später sehr viel Geld für Energiekosten einsparen.

Bausachverständiger Kosten

Die Bausachverständiger-Kosten rentieren sich bereits, wenn der Energieausweis entsprechend gut ist. Foto: Adobe Stock, (c) Stefan Yang

Die Energieberatung bei Bestandsimmobilien

Bleiben Wärmebrücken im Gebäude unentdeckt, dann entweicht kontinuierlich Heizenergie. Gutachter suchen im Haus solche Wärmebrücken und geben Tipps zur Beseitigung. Die Ausgaben rentieren sich durch die anschließende Korrektur der Schwachstellen und der langfristigen Energieeinsparung.

Wann beauftrage ich einen Bausachverständigen?

Ein Bausachverständiger wird in folgenden Fällen beauftragt:

  • Hauskauf/Hausverkauf
  • Feststellung von Mängeln
  • Schimmelbefall
  • Energieberatung
  • Begleitung während der Bauphase
  • Sanierungen
  • Wohnflächenberechnung

Was ein Bausachverständiger kosten darf

Die Bauschadenanalyse

Ein Bausachverständiger hat die Kosten anhand des Aufwands oder in Form einer Pauschale zu berechnen. Üblich ist bei einer Bauschadenanalyse die Kostenbestimmung anhand der Arbeitsstunden, des Anfahrtswegs und der zu erstellenden Dokumente. Der übliche Stundenlohn beträgt 70 bis 100 Euro. Soll ein Gutachten erstellt werden, dann musst du pro DIN-A4-Seite mit Gebühren von rund 40 Euro rechnen. Die Anfahrtskosten werden gesondert berechnet. Beispielsweise kann vereinbart werden, dass die Kosten für die Anfahrt fünf Prozent des Auftragswertes entsprechen.

Die Wohnflächenberechnung

Die Wohnfläche ist vor allem beim Verkauf und bei der Vermietung von Immobilien wichtig. Sie muss korrekt in den Verträgen angegeben werden. Bausachverständige kosten pro Zimmer rund 20 Euro, zuzüglich 80 Euro Pauschale. Es ist aber möglich, individuelle Preise zu vereinbaren. Je größer die Fläche ist, desto höher wird der Preis für die Berechnung ausfallen. Bei besonders verwinkelten Zimmern können Zuschläge entstehen.

Bausachverständiger-Kosten kalkulieren: Die Energieberatung

Die Bausachverständiger-Kosten werden oft anhand der Anzahl der identifizierten Wärmebrücken bestimmt. Je Wärmebrücke berechnen die Gutachter im Durchschnitt 120 bis 150 Euro. Es können aber auch Pauschalen vereinbart werden. Im Falle eines Einfamilienhauses musst du mit Ausgaben in Höhe von 700 bis 1.000 Euro rechnen. Weist die Immobilie eine Wohnfläche von mehr als 150 m² auf, dann können zusätzliche Kosten entstehen. Je 100 m² Mehr-Fläche werden rund 200 Euro berechnet. Achte bei einer umfassenden Energieberatung darauf, dass diese nach den KfW-Richtlinien durchgeführt wird. Möchtest du einen entsprechenden Förderungsantrag bei der KfW stellen und benötigst hierfür ein Gutachten, dann musst du rund 150 Euro für das Schreiben einkalkulieren.

Die Beratung beim Hauskauf

Potenzielle Käufer von Immobilien stellen sich die Frage, ob der Wert des ausgewählten Objektes dem angebotenen Kaufpreis entspricht. Ein Sachverständiger kann hierbei Hilfestellung leisten. Bausachverständige kosten zwischen 400 und 600 Euro, die Anfahrtskosten sind in diesen Angaben bereits enthalten. Die genaue Höhe des Entgelts hängt von der Immobilienart ab. Ein Einfamilienhaus beziehungsweise eine Eigentumswohnung ist am günstigsten, gefolgt von einem Mehrfamilienhaus. Gewerbeimmobilien und landwirtschaftliche Objekte verursachen die höchsten Kosten.

Begutachtung von Schimmelpilzschäden

Schimmelpilze stellen für die Bewohner eine große Gesundheitsgefahr dar. Es bestehen allerdings Unterschiede im Ausmaß des Schadens und in den zugrunde liegenden Ursachen. Ein Sachverständiger begutachtet den Schaden, beziffert den Schaden und nennt Gegenmaßnahmen. Die Begutachtung eines einfachen Schimmelpilzschadens wird mit rund 350 Euro berechnet. Liegen mehrere Stellen vor, dann erhöht sich der Preis pro zusätzlicher Stelle um circa 50 Euro. Benötigst du ein schriftliches Gutachten über die Ergebnisse, dann musst du hierfür zusätzlich 250 Euro einplanen.

Bausachverständiger: Kosten senken

Die Kosten für einen Gutachter können gegebenenfalls gesenkt werden. Benötigst du kein schriftliches Gutachten, sondern nur eine mündliche Auskunft, dann kannst du hohe Summen einsparen. Es ist außerdem möglich, individuelle Vereinbarungen zu treffen. Viele Gutachter bieten Pauschalen ein, sodass du von einer festen Kostenkalkulation profitierst. Informiere dich im Vorfeld genau über die enthaltenen Leistungen, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Hier findest du die besten Sachverständigen in deinem Bundesland:



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