Dachisolierung: Techniken und Dämmstoffe für die Dachdämmung

Dachboden auf dem eine Dachdämmung und Dachisolierung notwendig wäre

Die Dachdämmung kann als Aufsparren-, Zwischensparren- und Untersparrendämmung erfolgen. Foto: Adobe Stock, (c) hanohiki

Energiedämmung ist auch in Österreich Pflicht. Das betrifft nicht nur die Fassade, sondern auch das Dach. Das Dach gilt seit jeher als eine der größten Wärmebrücken. Ob auch dein Dach isoliert bzw. gedämmt werden sollte, kannst du mit Hilfe einer Thermografie in Erfahrung bringen. Mit einer ordentlichen Dachbodendämmung lässt sich viel Geld sparen, weil Heizwärme nicht mehr ungehindert entweichen kann. Bei noch nicht isolierten Dächern sind nach entsprechenden Maßnahmen Einsparungen von bis zu 40 Prozent möglich!

Dachisolierung: Gesetzliche Mindestanforderungen

Die gesetzlichen Mindestanforderungen an die Energiedämmung müssen auch bei der Dachisolierung erfüllt sein. Zwar unterliegen die Vorschriften der jeweiligen Landesbauordnung, dank des Österreichischen Instituts für Bautechnik (OIB) sind diese jedoch vereinheitlicht. Weitere Auflagen werden aus der ÖNORM abgeleitet. Darüber hinaus sind Hausbesitzer per Energieausweis-Vorlage-Gesetzes (EAVG) dazu verpflichtet, einen Energieausweis erstellen zu lassen. Die Mindestanforderungen kannst du der ÖNORM H 5055 zur Gesamtenergieeffizienz eines Gebäudes entnehmen. Wichtige Faktoren sind spätestens seit 2012 der Heizwärmebedarf (HWB) sowie der Gesamt-Energie-Effizienz-Faktor (fGEE) mit der Energiekennzahl in der jeweils aktuellen Fassung.

Tipp: Ein gedämmtes Dach führt zu enormen Einsparungen bei den Heizkosten und ist daher in der Regel das nachhaltigste Sanierungsprojekt.

Vergleichen, bewerten, planen

Auf Grundlage aller Vorschriften, Regelungen und Fördermittel erfolgt nun deine Basisplanung zur Dachisolierung. In Österreich war lange Zeit das Kaltdach der Baustandard für Dächer. Bei Niedrigenergiehäusern wird heute hingegen das Warmdach als Baustandard umgesetzt. Der Aufbau deines Daches entscheidet darüber, welche Dachdämmung du wählen solltest.

Dachisolierung

Die effizienteste Form der Dachisolierung ist eine Kombination aus Zwischensparren- und Untersparrendämmung. Foto: Adobe Stock; (c) Kara

Drei Arten der Dachdämmung

Da die komplette Umrüstung auf ein Niedrigenergie– oder Passivhaus sehr kostspielig ist (die für ein Warmdach aber notwendig wäre), entscheiden sich die meisten Hausbesitzer für eine nachträgliche Dämmung ihres Kaltdachs. Diese muss zwingend diffusionsoffen sein, damit die Luftzirkulation nicht unterbunden wird. Die Herausforderung besteht also darin, eine Dachdämmung zu machen, über die zwar Feuchtigkeit und Dampf, nicht aber Energie in Form von Wärme entweichen kann. Im Sommer soll die Dämmung das Gebäude und insbesondere das Dachgeschoss außerdem kühlen. Um diese Ziele zu erreichen, stehen dir im Bereich der Kaltdachdämmung drei Möglichkeiten zur Auswahl:

  1. Aufsparrendämmung
  2. Zwischensparrendämmung
  3. Untersparrendämmung

Die Aufsparrendämmung

Die Aufsparrendachdämmung ist recht kosten- und arbeitsintensiv, da zunächst einmal die komplette Dacheindeckung (z. B. Dachziegel) entfernt werden muss. Anschließend wird die Dämmung in die Gefache, das sind die Zwischenräume der Dachlattung (Sparren und Dachlatten), eingebracht. Jedes einzelne Gefache muss sorgfältig mit einer Dampfbremse und Dämmung abgedichtet werden. Bei dieser Technik der Dachdämmung besteht ein relativ hohes Risiko für Wärme- bzw. Kältebrücken.

Aufgrund des großen Arbeitsaufwands solltest du dich für eine Aufsparrendämmung nur dann entscheiden, wenn es ohnehin an der Zeit für eine umfassende Sanierung des Daches bzw. Erneuerung der Dachhaut ist. Aufgrund des Kostenaufwands kann es hier sogar sinnvoll sein, direkt eine Umrüstung zum Warmdach vorzunehmen. Bevor du dich für eine Aufsparrendämmung entscheidest, solltest du also sowohl einen Energieberater als auch den Zimmermann bzw. Trockenbauer deines Vertrauens zurate ziehen.

Die Zwischensparrendämmung

Bei der Zwischensparrendämmung wird, wie der Name bereits sagt, die Dämmung zwischen die Dachsparren eingebracht. Hierfür eignet sich beispielsweise Klemmfilz, der etwas zu groß geschnitten und zwischen die Sparren geklemmt wird. Anschließend wird eine Folie als Dampfsperre angebracht, die an allen Abschlüssen mit speziellen Klebebändern abgedichtet ist. Auch hier ist das Risiko für Wärme- bzw. Kältebrücken relativ groß, weshalb diese Form der Dachisolierung häufig mit der dritten Form, der Untersparrendämmung kombiniert wird.

Die Untersparrendämmung

Die Untersparrendämmung wird direkt auf die Dachsparren montiert. Hier wird zunächst eine quer zu den Sparren verlaufende Auflattung angebracht und die Klemmfilze zwischen Sparren und Auflattung geklemmt. Der Nachteil besteht darin, dass durch die Untersparrendämmung die Wandstärke zunimmt. Wenn du das Dachgeschoss ausbauen möchtest, um zusätzlichen Wohnraum zu gewinnen, geht bei dieser Art der Dämmung wertvoller Raum verloren. Außerdem besteht leider auch bei der Untersparrendämmung ein gewisses Risiko von Wärme- bzw. Kältebrücken.

Kombination der verschiedenen Dämmtechniken

Die Zwischen- und die Untersparrendämmung lassen sich hervorragend als zweischichtige Dämmung kombinieren. Auf diese Weise kannst du die Dämmstärke verringern und etwaige Wärmebrücken neutralisieren. Da eine vollständige Wärmedämmung sowohl Zeit- als auch kostenintensiv ist, bietet es sich an, sie im Zuge einer Dachsanierung durchführen zu lassen. Nach aktuellen Standards sollte das Dach etwa alle 50 Jahre saniert werden.

Dachdämmung mit Mineralwolle

Mineralwolle eignet sich hervorragend als Dämmstoff zur Dachabdichtung. Foto: Adobe Stock; (c) LianeM

Dachdämmstoffe für die Dachisolierung

Bei den verwendeten Dämmstoffen für das Dach wird grob nach Füllstoffen, Platten und Dämmschäumen unterschieden:

Lose Füll- und Dämmstoffe

Dämmstoffe in Plattenform

  • Klemmfilze
  • EPS-Platten (Styropor)
  • PU-Platten (PUR)
  • Dämmplatten aus Naturmaterialien (Hanf, Holzspäne, Kokosfaser)

Welcher Dämmstoff hat eine gute Ökobilanz?

EPS und PUR haben keine gute Ökobilanz. Insbesondere die Wiederverwertung und das Recycling sind problematisch. Häufig als Dämmmaterial eingesetzt werden Klemmfilze, deren Ökobilanz in Ordnung ist. Vom ökologischen Standpunkt aus gesehen ist Schafswolle die optimale Wahl. In der Regel erfolgt der Innenausbau mit Rigipsplatten in Trockenbauweise. Diese Gipskarton-Platten lassen sich hervorragend mit Zellulose hinterfüllen. Der Vorteil: Zellulose ist nahezu unbegrenzt einsetzbar und lässt sich ebenso gut wiederverwenden.

Die richtige Dachdämmung mit professioneller Hilfe auswählen

Wir empfehlen dir, einen unabhängigen Energieberater bei der Entscheidung über Dämmtechnik und -material heranzuziehen und dein Haus bzw. dein Dach nicht in Eigenregie zu dämmen. Nur, wenn du jeden einzelnen Arbeitsschritt belegen kannst und das Ergebnis den aktuellen Standards in Sachen Energie- und Wärmedämmung entspricht, kannst du dir einen Teil der Kosten über die entsprechenden Förderungen zurückholen. Für kleinere Fragen stehen dir manche Energieberater sogar kostenlos zur Verfügung und füttern dich mit Informationen.

Hier findest du die besten Handwerker für Dachdämmungen in deiner Nähe:



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