Flachdachaufbau: diese 3 Möglichkeiten gibt es

Flachdachaufbau

Wähle den richtigen Flachdachaufbau für deine Bedürfnisse und deine Ökobilanz. Adobe Stock, (c) Magda Fischer

Als Flachdach wird ein Dach bezeichnet, dessen Gefälle weniger als 10° beträgt. In südlichen Regionen ist das Flachdach die geläufigste unter den Dachformen. Die Konstruktion und der Flachdachaufbau müssen sehr sorgfältig ausgeführt werden, damit sich weder Wasser auf dem Dach sammeln kann, noch Algenwuchs entsteht. Dank der flachen Bauweise kann das Dach mit dem entsprechenden Flachdachaufbau auch als Terrasse oder – wenn begrünt – als Gartenalternative dienen. In diesem Ratgeber erfährst du, welche Flachdächer es gibt.

Der Flachdachaufbau

Das Warmdach

Das Warmdach, auch einschaliges Dach genannt, ist eine Dachkonstruktion ohne Lüftung. Die Dachhaut wird dabei direkt auf der Dämmschicht montiert. Ist die Dämmschicht hingegen auf der dichten Dachhaut montiert, handelt es sich um ein Umkehrdach. Auf der Tragekonstruktion deines Daches werden die einzelnen Schichten für die Wärmedämmung und die Dachhaut aufgebracht. Die Dämmung besteht entweder aus Polystyrol, Mineralfasern oder Schaumglas. Wenn du beispielsweise das gegen Feuchtigkeit unempfindliche Schaumglas zur Dämmung verwendest, brauchst du keine extra Dampfsperre mehr. Andernfalls musst du mit einer speziellen Dampfdruckausgleichsschicht dafür sorgen, dass der bei der Erwärmung von Feuchtigkeit entstehende Dampfdruck auch wieder aus dem Dachaufbau entweichen kann. Damit dein Flachdach richtig wasser- und regendicht wird, versiegelst du es wahlweise mit einem zweilagigen bituminösen Aufbau oder einer einlagigen Folie. Ganz zum Schluss schützt du mit einer Schicht aus Kies den darunter befindlichen Flachdachaufbau vor Sonne, Windsog und mechanischer Beschädigung.

Tipp: Wenn du möchtest, kannst du diese mit Platten, Schiefersplitt und anderen Materialien ergänzen und aus dem Flachdach eine begehbare Terrasse machen. Alle Materialien dafür findest du bei unseren Händlern für Dachdeckereibedarf.

Das Gründach

Ein begrüntes Dach bringt die Natur auf dein Dach. Außer den ökologischen bietet ein begrüntes Dach auch bautechnische Vorzüge: Es schützt vor Temperaturschwankungen und Windsog, gleichzeitig ist der Wärme- und Schallschutz höher. Allerdings ist der Flachdachaufbau bei einem begrünten Dach etwas aufwendiger als bei einem einfachen Flachdach. Damit das Grün gut wurzeln kann, braucht es weitere Funktionsschichten. Das ist eine wurzelfeste Abdichtung, Trenn- und Schutzschicht, Dränschicht, Filterschicht und schlussendlich die Vegetationsschicht sowie die Pflanzen.

Das Kaltdach

Willst du ein einfaches Kaltdach auf deinem Haus haben, funktioniert das relativ einfach: Wird das Flachdach von der Sonne im Sommer aufgeheizt, kühlt es gleichzeitig dank seiner Hinterlüftung ab. Damit heizen sich deine Räume unter dem Dach nicht so sehr auf. Das kann aber nur dann funktionieren, wenn die Luft frei durch die Lüftungsebene ziehen kann. Allerdings musst du darauf achten, dass weder ein Baum vor der Lüftungsöffnung steht, noch innen Träger quer zur Lüftungsebene verlaufen oder gar die Wärmedämmung aufgequollen ist. Funktioniert die Hinterlüftung tadellos, bietet sie einen hervorragenden sommerlichen Wärmeschutz. Ein weiterer Vorteil des Kaltdachs ist die Ableitung des Wasserdampfes. Trotzdem wird das Kaltdach seltener gebaut als ein Warmdach, da der Flachdachaufbau aufwendiger und somit auch teurer ist.

Die einzelnen Schichten des Kaltdachs

  • Oberer Abschluss des Geschosses
  • Dampfsperre aus Folie
  • Wärmedämmung aus Polystyrol, Polyurethan oder Mineralwolle
  • Feuchtigkeitsschutz aus diffusionsoffener Dachbahn
  • Hinterlüftung zur Ableitung von Feuchtigkeit
  • Trenn- bzw. Ausgleichsschicht
  • Abdichtung mit Kunststoff- oder Bitumenbahnen, ein- und mehrlagig aufgebracht und entweder teil- oder vollflächig miteinander verklebt
  • Kiesschicht, Begrünung oder Plattenbelag

Das Umkehrdach

Genau genommen ist ein Umkehrdach eine Sonderform des einschaligen Warmdachs. Allerdings liegt bei diesem Flachdachaufbau die Wärmedämmung über der Dachhaut und die Folge der Schichten ist umgekehrt. Zu Beginn sieht der Aufbau des Umkehrdaches dem des Warmdach sehr ähnlich. Erst kommt der Gefälleestrich, anschließend ein Voranstrich und dann die Ausgleichsschicht. Während bei einem Warmdach jetzt die Wärmedämmung an der Reihe wäre, wird beim Umkehrdach die Dachabdichtung montiert. Diese besteht in der Regel aus einer zweilagigen Polybitumenschicht. Die Wärmedämmung wird auf die Dichtung montiert. Da diese aber Wind und Wetter ausgesetzt ist, lässt sich nicht jeder beliebige Dämmstoff verwenden. So ist beispielsweise extrudiertes Polystyrol unempfindlich gegen Wasser und Feuchtigkeit, während sich Mineralwolle mit Regen- und anderem Wasser vollsaugt.

Erfolgt der Flachdachaufbau des Umkehrdaches fachgerecht, hat dieses eindeutige Vorteile gegenüber dem normalen Warmdach: Hier erfolgt die Dachdichtung als erstes, sodass das Dach bereits in einer frühen Bauphase dicht ist, unabhängig von der Witterung. Alle anderen Schichten können somit auch bei schlechtem Wetter verlegt werden. Ist die Dämmung auf dem Dach, kann die Sonne das Haus darunter nicht mehr aufheizen. Zudem schützt die Dämmschicht die darunter liegende Abdichtung vor mechanischer Belastung.

Flachdachaufbau

Unterschiedliche Möglichkeiten für einen Flachdachaufbau machen die Entscheidung schwer. Foto: Adobe Stock; (c) Irina MANSIEUX

Wichtig: An die Entlüftung des Flachdaches denken!

Liegen Feuchträume wie Küche oder Bad unter dem Flachdach, brauchen diese eine Entlüftung. Diese Anschlüsse müssen sorgfältig vom Fachmann abgedichtet werden, damit keinerlei Feuchtigkeit unter die Dachhaut gelangen kann. Die für den ein- oder zweischaligen Aufbau geeigneten Produkte werden von unterschiedlichen Herstellern angeboten. Du findest auf HEROLD.at den richtigen Fachmann, der dir gleichzeitig alles qualifiziert und fachgerecht einbaut. Außerdem braucht ein Flachdach wenigstens zwei Ableitungen für das Regenwasser in die Kanalisation, die ebenfalls perfekt dicht sein müssen.

Gelangt Feuchtigkeit ins Flachdach und wird nicht abgeleitet oder kann entweichen, kann das zu großen Problemen führen. Deswegen sollte der Flachdachaufbau immer von einem erfahrenen Profi übernommen werden. Entspannungslüfter sorgen beispielsweise dafür, dass eventuelle Feuchtigkeit aus dem Dach entweichen kann und Dichtung und Dämmung ihre Funktion behalten. Ob Dachsanierung oder Neubau – lass dich für deine Dacharbeiten ausführlich beraten, um die fachgerechte Lösung für deine Ansprüche zu finden.

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