Naturpool: Swimmingpool ohne Chlor

Naturpool, Biopool oder Ökopool - Schwimmen in naturbelassenem Wasser

Das Naturpool kommt zur Gänze ohne Bepflanzung aus © Gartenglück Gartengestaltung

Wer sich für eine Pool-Variante mit naturbelassenem Wasser interessiert, wird sich schnell mit einer Vielzahl von verwirrenden Begriffen konfrontiert sehen: Naturpool, Schwimmteich, Biopool, Ökopool, Living Pool – um nur einige zu nennen. Ein und derselbe Begriff bezeichnet oft unterschiedliche Techniken. Andere Begriffe wiederum stellen lediglich eine kreative Wortschöpfung für eine Pool-Variante dar, die bereits unter einem anderen Begriff bekannt ist. Was also sind die Unterschiede und Gemeinsamkeiten? Wie funktioniert ein Naturpool und was kostet er?

Was ist ein Naturpool?

Allen Begriffen bzw. Pool-Varianten gemeinsam ist die biologische Wasserreinigung, die zur Gänze ohne Chlor und sonstige giftige Chemikalien  auskommt. Der wesentliche Unterschied liegt in der Art und Weise, wie die natürliche Wasseraufbereitung erfolgt.

Im Naturpool  erfolgt die Wasserreinigung durch biologisch-mechanische Filtersysteme, die es in den unterschiedlichsten technischen Ausführungen gibt. Naturpools sind in jeder Poolform umsetzbar und auch in einem kleinen Garten problemlos machbar. Auch kann der Naturpool gänzlich ohne Pflanzen betrieben werden oder mit kleineren Bepflanzungszonen, die klar abgegrenzt sind. Der Naturpool ist damit die optimale Lösung für all jene, die auf Pflanzen und tierische Schwimmbegleiter ebenso gerne verzichten wie auf Chlor, oder einfach die herkömmlichen Poolformen einem Schwimmteich vorziehen (Kategorie IV-V gem. Verband Österreichischer Schwimmteich- und Naturpoolbau).

Bei einem Schwimmteich erfolgt die Reinigung des Wassers ausschließlich durch Pflanzen und  Mikroorganismen (Plankton). Durch die Bepflanzung entwickeln sich Ökosysteme, die auch zahlreiche Tiere wie Kaulquappen, Frösche, Insekten oder Fische beherbergen. Detaillierte Informationen zum Bau und Kostenaufwand von Schwimmteichen findest du im Blogartigel „Schwimmteich bauen„.

Alle anderen Begriffe bezeichnen eine dieser Varianten oder beziehen sich auf Mischformen. So werden Naturpools mit Pflanzbereichen häufig (und fälschlicherweise) als Schwimmteich bezeichnet, Naturpools ohne Bepflanzung wiederum als Biopool oder Ökopool. Hier einige Beispiele zur Veranschaulichung der verschiedenen Varianten:

Naturpool mit geringer Bepflanzung, © Sailer Karl GmbH, 4891 Pöndorf

 

Ein Naturpool kann sehr naturnah gestaltet sein und von Biofilteranlagen gereinigt werden

Naturpool in naturnaher Ausführung, © Gartenglück Gartengestaltung GmbH

 

Naturpool mit abgegrenztem und geringen Pflanzenbesatz, nachbar-frisch Teichbau, 4310 Mauthausen

Naturpool mit abgegrenztem und geringen Pflanzenbesatz, © nachbar-frisch Teichbau, 4310 Mauthausen

 

Naturpool mit Bepflanzung am Rand des Beckens

© BIOTOP Living Pool mit abgetrennter Bepflanzung am Beckenrand

 

Das Naturpool funktioniert auf Basis von Biofilteranlagen und benötigt daher keine Pflanzen zur Wasserrreinigung

© BIOTOP Living Pool ohne Bepflanzung, Garten Wammes GmbH

Wie funktioniert ein Naturpool?

Im Gegensatz zum Schwimmteich besteht beim Naturpool eine klare Abgrenzung zwischen Schwimm- und Aufbereitungsbereich. Für die biologische Wasseraufbereitung stehen verschiedene Systeme zur Verfügung. So können die Filterzonen beispielsweise aus Kies-Substraten gebildet werden, die das Wasser mithilfe von Zeolitz und speziellen Mikroorganismen reinigen. Eine andere Variante sind unterirdisch angelegte Biofilter. Auch abgetrennte Pflanzenbereiche unterstützen bei manchen Modellen die Wasseraufbereitung.

Oft erfolgt die Reinigung auch über zwei getrennte Wasserkreisläufe. Der erste Kreislauf sorgt beispielsweise beim BIOTOP Living Pool mithilfe einer Tauchpumpe und einem Skimmer für die Reinigung der Wasseroberfläche und die Entfernung von schwimmenden Partikeln aus dem Wasser. Der zweite Kreislauf dient dem Abbau von Trübstoffen und organischen Verunreinigungen (Biofilter) sowie der Eliminierung des Haupt-Algennährstoffes Phosphor (Phosphatfilter).

Zusätzlich kommt bei Naturpools je nach Bauart ein Poolroboter  zum Einsatz, der die restlichen Algen entfernt. In Naturpools können auch Gestaltungselemente wie Quellstein oder Wasserschütte problemlos integriert werden.

Null-Energie Naturpool mit Photovoltaik

Der Energiebedarf von Naturpools lässt sich auch mittels einer netzgekoppelten Photovoltaik-Anlage decken. Überschüssig produzierter Strom wird ins Netz gespeist und bei Bedarf (Schlechtwetterphase, Nacht) wieder von dort bezogen. Die Amortisationszeit für die solare Energieversorgung beträgt laut Herstellern etwa 13 Jahre. Erweiterte Varianten ermöglichen zudem, den Pool mittels thermischer Solaranlage zusätzlich zu beheizen oder netzunabhängig im Inselbetrieb zu betreiben.

Living Pool mit Solaranlage der BIOTOP Landschaftsgestaltung GmbH

© Living Pool mit Solaranlage, BIOTOP Landschaftsgestaltung GmbH

Umrüsten eines Chlorpools auf ein Naturpool

Falls du bereits ein herkömmliches Swimmingpool zuhause in Betrieb hast, kannst du es relativ einfach und kosteneffizient mit speziellen Systemen (z.B. Living-Pool-Converter-System) auf einen biologischen Gesamtbetrieb umrüsten. Der existierende Wasserkreislauf – bestehend aus Skimmer, Pumpe und Sandfilter – wird dabei in der Regel weiter betrieben. Lediglich die Chlorierung wird stillgelegt und durch ein biologisches Wasserreinigungssystem ersetzt. Auch die Nachrüstung einer Photovoltaik-Anlage ist problemlos machbar.

Welche Vorteile bietet ein Naturpool?

Neben der vollbiologischen Aufbereitung des Wassers und dem damit verbundenen gesundheitlichen und ökologischen Aspekt bietet der Naturpool auch sehr praktische Vorteile im Vergleich zu Chlorpools bzw. Badeteichen:

  • Kein Einsatz von Chemie: Vor allem für Menschen, die auf Chlor vertragen, kann das Naturpool eine echte Alternative sein.
  • Geringerer Pflege- und Wartungsaufwand: Viele Naturpools müssen im Gegensatz zu herkömmlichen Swimming-Pools nicht eingewintert werden, d.h. weder das Beckenwasser muss abgelassen noch die Technik ausgebaut und das Leitungssystem entleert werden – lediglich das Filtermaterial ist alle paar Jahre zu wechseln. Der Wasserverbrauch ist durch den ganzjährigen Betrieb zudem sehr gering und auch die alljährliche Poolreinigung erspart man sich. Im Vergleich zu Schwimm- oder Badeteichen ist der Pflegeaufwand ebenfalls bedeutend geringer (kein Ausschneiden von Pflanzen, etc.).
  • Keine Besiedelung mit Pflanzen und Tieren: Beim Living Pool kann auf Bepflanzung zur Gänze verzichtet werden.
  • Platzersparnis: Ein Schwimmteich benötigt eine Größe von mindestens 40 Quadratmetern. Nicht jeder verfügt über soviel Platz oder das Budget für die Anlegung eines solchen Teiches. Ein Naturpool kann hingegen in jeder Poolform umgesetzt werden und ist daher auch in einem kleinen Garten geeignet.
  • Längere Lebensdauer: Durch den Verzicht auf aggressive Chemikalien verlängert sich die Lebensdauer des Pools.

Was kostet ein Naturpool?

Die Kosten eines Naturpools lassen sich ohne genauere Details schwierig erfassen. Zwar werden von Poolbauern oftmals Quadratmeterpreise angegeben, die allerdings teilweise stark differieren. So werden beispielsweise von von den meisten Firmen Kosten pro Quadratmeter zwischen 100 und 500 Euro angegeben, an anderer Stelle kommt man auf einen Quadratmeterpreis von 800 Euro. Letztlich wird der Preis von vielen verschiedenen Faktoren bestimmt. Die wichtigsten hier kurz in einer Aufstellung:

  • Größe und Tiefe der Schwimmzone
  • Art der Wandausführung (erdmodelliert oder senkrecht)
  • Zugänglichkeit der Baustelle
  • Grundstückslage (Hanglage oder Ebene)
  • Grundwasserspiegel: Muss das Grundwasser während der Bauarbeiten abgesenkt werden?
  • Beschaffung des Untergrunds (Fels, Sand, Lehm, etc.)
  • Art der biologischen Filterung (Stillgewässer oder Fließgewässer)
  • Lage der Pflanz- und Filterzonen: Gibt es höher gelegene Zonen?
  • Größe der Flachwasserzonen
  • Ausstattung (Unterwasser-Scheinwerfer, Gegenstromanlage, Heizung, Gestaltungselemente, Photovoltaik, etc.)
  • Abdichtungsvarianten (Folie, Edelstahl, Beton)
  • Material der Holzterrasse (Lärche, Ipe, WPC, etc.)
  • Gestaltung der umgebenden Verkehrsflächen (Betonstein, Naturstein, etc.)

Bei allen Varianten lassen sich jedoch die Kosten durch Eigenleistungen (z. B. Aushub, Bepflanzung, Errichtung der Mauer) reduzieren. Grundsätzlich solltest du jedoch auch bei Eigenleistungen bereits von Beginn an mit einem professionellen Poolbauer zusammenarbeiten, um kostentreibende Fehler zu vermeiden.

Berücksichtige auch die Folgekosten bei der Auswahl des Naturpools (Stromverbrauch Pumpen, Beleuchtung, Zubehör, Service, etc.). Professionell arbeitende Firmen informieren ihre Kunden detailliert über die zu erwartenden Energie- und Betriebskosten im Vorhinein.

Wer baut Naturpools?

Für den Bau des Naturpools solltest du einen spezialisierten Poolbauer beauftragen. Zertifizierte Mitgliedsbetriebe des Verband Österreichischer Schwimmteich- & Naturpoolbau (VOESN) werden laufend auf den neuesten Stand der Technik überprüft und garantieren dir eine qualitativ hochwertige Umsetzung deiner Wünsche.

Experten für Naturpools und Teichbau in deinem Bundesland:



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