Schilddrüsenunterfunktion: Symptome, Ursachen & Behandlung

Schilddrüsenunterfunktion

Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse schüttet die Schilddrüse zu wenig Hormone aus. Foto: Adobe Stock, (c) magicmine

Die Behandlung einer Schilddrüsenunterfunktion ist ziemlich unkompliziert: Sie umfasst lediglich eine regelmäßige Einnahme von Schilddrüsenhormontabletten. Doch woher weiß man, dass man eine Schilddrüsenunterfunktion hat? Erfahre im Artikel, welche Symptome bei einer Schilddrüsenunterfunktion auftreten, was die Ursachen dafür sind und wie die Behandlung einer Schilddrüsenunterfunktion konkret abläuft.

Schilddrüsenunterfunktion – was ist das?

Eine Schilddrüsenunterfunktion ist eine hormonelle Erkrankung, bei der die Schilddrüse die Hormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) in zu geringen Mengen produziert. Als Folge verlangsamen sich sämtliche Stoffwechselprozesse im Körper. Fachsprachlich wird eine nicht ausreichende Versorgung des Körpers mit Schilddrüsenhormonen als Hypothyreose bezeichnet.

Neben Diabetes zählen Schilddrüsenerkrankungen zu den häufigsten hormonellen Erkrankungen bei Erwachsenen. Dabei sind Frauen wesentlich häufiger betroffen als Männer. Außerdem steigt in zunehmendem Alter das Risiko für Schilddrüsenerkrankungen (zum Beispiel akute oder chronische Entzündungen, Schilddrüsenkrebs usw.).

Wie entsteht eine Schilddrüsenunterfunktion? Ursachen

Man unterscheiden zwischen einer angeborenen und einer erworbenen Schilddrüsenunterfunktion. Bei einer angeborenen Hypothyreose kommen die Säuglinge bereits mit keiner oder einer zu kleinen Schilddrüse zur Welt. Weil dadurch schwere Entwicklungsstörungen entstehen können, werden alle Neugeborenen auf eine mögliche Schilddrüsenunterfunktion getestet.

Die weitaus häufigere Form der Schilddrüsenunterfunktion ist die erworbene Hypothyreose. Hierbei handelt es sich um eine Schilddrüsenunterfunktion, die erst im Erwachsenenalter auftritt. In den meisten Fällen ist die Ursache dafür eine autoimmune Entzündung (Hashimoto-Thyreoiditis).

Hierbei erkennt der Körper die Schilddrüse irrtümlich als fremd und bildet Antikörper gegen das Schilddrüsengewebe. Es entsteht eine schmerzlose Entzündung. Dabei kommt es zu Beginn zu einer Überfunktion der Schilddrüse, weil durch die Zerstörung des Gewebes zu viele Hormone freigesetzt werden. Mit der Zeit entwickelt sich aber eine Unterfunktion, da nicht mehr genügend Schilddrüsenhormone erzeugt werden können. Eine Hashimoto-Thyreoiditis verläuft meist unbemerkt und wird oft erst nach Jahren erkannt.

Auch ein extremer Jodmangel kann die Ursache einer Unterfunktion der Schilddrüse sein. Doch seit in Österreich Speisesalz mit Jod angereichert wird, ist Jodmangel als Ursache für eine Unterfunktion der Schilddrüse stark zurückgegangen.

Wie erkenne ich eine Schilddrüsenunterfunktion? Symptome

Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse verlangsamt sich der Stoffwechsel im Körper. Das kann sich durch verschiedene Symptome äußern, wobei diese von Person zu Person sehr unterschiedlich ausfallen können. Mögliche Symptome einer Hypothyreose sind folgende:

Erhöhtes Gewicht bei Schilddrüsenunterfunktion

Ein häufiges Symptom für eine Hypothyreose ist eine Gewichtszunahme ohne Ernährungsumstellung. Personen mit einer undiagnostizierten Schilddrüsenunterfunktion nehmen oft Gewicht zu, ohne erklärbaren Grund. Das liegt daran, dass sich durch einen Mangel der Schilddrüsenhormone der Stoffwechsel verlangsamt und daher eine Gewichtszunahme auslösen. Wird die Hypothyreose behandelt, normalisiert sich das Gewicht wieder.

Schilddrüsenunterfunktion: TSH Werte erhöht

Da die Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion oft uncharakteristisch sind und sehr unterschiedlich ausfallen können, ist es nicht möglich, rein durch die Betrachtung der Symptome eine Diagnose zu stellen. Erst mit einer Blutuntersuchung kann eine Schilddrüsenerkrankung diagnostiziert werden. Dabei spielt der TSH-Wert eine entscheidende Rolle.

Ein erhöhter Wert des TSH im Blut ist ein starkes Indiz für eine Unterfunktion der Schilddrüse. Warum? Das Steuerungshormon TSH (Thyreoidea stimulierendes Hormon) wird von der Hirnanhangsdrüse gebildet und reguliert die Ausschüttung der Schilddrüsenhormone T3 und T4. Nimmt die Hirnanhangsdrüse einen Mangel an Schilddrüsenhormonen wahr, schüttet sie mehr TSH Hormone aus, um die Produktion anzukurbeln. Aus diesem Grund ist bei einer Unterfunktion der TSH-Wert hoch, da die Schilddrüse nicht genügend Hormone produzieren kann, um wieder ein Gleichgewicht herzustellen. Der TSH Normalbereich ist 0,2 bis 4,0 µU/ml.

Solltest du also unter einem oder mehreren der oben genannten Krankheitszeichen leiden, solltest du unbedingt einen Arzt aufsuchen, um die Ursachen zu klären.

Schilddruesenunterfunktion

Die Schilddrüse ist etwa 10 cm breit und erzeugt die Hormone T3 und T4. Foto: Adobe Stock, (c) Kateryna_Kon

Welcher Arzt bei Schilddrüsenunterfunktion?

Der erste medizinische Ansprechpartner bei einem Verdacht auf eine Erkrankung der Schilddrüse ist der Hausarzt. Als ersten Schritt nimmt dieser eine Blutuntersuchung vor, um den TSH Wert zu ermitteln. Liegt dieser Wert nicht im Normalbereich, wird das Blut auf die Werte T3 und T4 untersucht. Zusätzlich wird eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse durchgeführt, um die Größe der Schilddrüse zu ermitteln und eventuelle Entzündungen des Gewebes oder Tumore erkennen zu können.

Bei bereits diagnostizierter Schilddrüsenunterfunktion ist es ratsam, eine spezialisierte Schilddrüsenpraxis zu besuchen. Die dort arbeitenden Ärzte haben lange Erfahrungen mit Schilddrüsenerkrankungen und weisen eine hohe Expertise in dem Bereich auf. Hier kannst du bei Bedarf eine zweite Meinung einholen und dich umfassend beraten lassen.

Schilddrüsen-Ordinationen in Österreich

Schilddrüsenpraxis Josefstadt in 1080 Wien

In der Schilddrüsenpraxis im 8. Wiener Bezirk sind acht erfahrene Ärzte tätig, die schon seit Jahren ihren Schwerpunkt auf der Diagnose und Therapie von Schilddrüsenerkrankungen haben. Alle Schilddrüsenuntersuchungen erfolgen in der Praxis: Blutuntersuchung, Ultraschall und Schilddrüsenszintigrafie. Im Schilddrüsenzentrum Josefstadt kannst du außerdem eine Ernährungsberatung und eine Betreuung bei Kinderwunsch oder Schwangerschaft in Anspruch nehmen. (Wahlarztpraxis)

KontaktSchilddrüsenpraxis Josefstadt in 1080 Wien

Schilddrüsenzentrum Wien Mitte in 1030 Wien 

Das Schilddrüsenzentrum Wien Mitte bietet eine umfassende Diagnostik sowie Therapien bei allen Schilddrüsenerkrankungen an. Termine können auch kurzfristig und flexibel stattfinden, ohne lange Wartezeiten in Kauf nehmen zu müssen. In der Praxis arbeiten Univ.-Prof. Dr. Karanikas, führender Schilddrüsenexperte in Österreich, und Dr. Schütz, ein anerkannter Experte in Sachen Kinderwunsch und Schilddrüsenfunktionsstörungen. (Wahlarztpraxis)

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Diagnosezentrum Mödling

Im Diagnosezentrum Mödling werden klinische Untersuchungen und Ultraschalluntersuchungen der Schilddrüse sowie eine Schilddrüsenszintigraphie angeboten. In einem ausführlichen ärztlichen Gespräch wird dir anhand der Befunde ein Therapievorschlag gemacht. (Alle Kassen & privat)

Kontakt: Diagnosezentrum Mödling, 2340 Mödling, NÖ

Schilddrüseninstitut in 8200 Gleisdorf

Das Angebot des Schilddrüseninstituts in der Oststeiermark umfasst die Diagnose und Therapie aller Schilddrüsenerkrankungen. Außerdem werden hier Radiojodtherapien durchgeführt, die in manchen Fällen statt einer Operation eingesetzt werden können. Die Ärzte nehmen sich für alle Patienten ausreichend Zeit, wodurch du mit einer Untersuchungsdauer von einer halben Stunde rechnen solltest. (Wahlarztpraxis)

KontaktSchilddrüseninstitut in 8200 Gleisdorf, Steiermark

Schilddrüsenordination Dr. Wolfgang Köhler in 4020 Linz

Der Schwerpunkt der Ordination von Dr. Wolfgang Köhler in Linz liegt zur Gänze auf der Untersuchung und Therapie von Schilddrüsen. Die Leistungen der Praxis umfassen Anamnesegespräche, Ultraschall, Feinnadelpunktion, Blutabnahme und die Therapierung aller Schilddrüsenerkrankungen. Hier kannst du auch kurzfristig Termine ausmachen ohne lange Wartezeiten. (Wahlarztpraxis)

KontaktSchilddrüsenordination Dr. Wolfgang Köhler in 4020 Linz

Wahlärzte haben keinen Vertrag mit Krankenversicherungen, weshalb du die Behandlung aus eigener Tasche bezahlen musst. In den meisten Fällen wird aber ein Teil der Kosten von deiner Krankenversicherung zurückerstattet. Die Behandlungen in den Schilddrüsenambulanzen der öffentlichen Krankenhäuser und Gesundheitszentren werden jedoch vollständig von der Krankenkasse gezahlt.

Schilddrüsenunterfunktion

Bei Erkrankungen der Schilddrüse findet eine Blut- und Ultraschalluntersuchung statt. Foto: Adobe Stock, (c) Kalim

Was tun bei Schilddrüsenunterfunktion? Behandlung

Eine Schilddrüsenunterfunktion wird mit der Einnahme von Tabletten behandelt. Da die Schilddrüse zu wenig Hormone produziert, müssen die Schilddrüsenhormone in Form von Tabletten ersetzt werden. Schilddrüsenhormontabletten bestehen meistens aus T4 (Zusammensetzung aus Thyroxin und Tetrajodthyronin). Aus dem T4 bildet sich im Körper das notwendige T3. Sehr selten kann der Körper das T4 nicht mehr in T3 umwandeln. In diesem Fall werden Kombinationspräparate verschrieben, die sowohl T4 als auch T3 enthalten.

Etwa drei bis vier Monate nach Therapiebeginn erfolgt eine Kontrolle beim Arzt. Dieser kontrolliert, ob der TSH-Wert im Normalbereich ist. Falls nicht, wird die Dosierung weiter angepasst, bis der TSH-Wert weder zu hoch noch zu niedrig ist und keine Beschwerden mehr auftreten. Wenn die Dosierung optimal abgestimmt ist, erfolgt nurmehr einmal im Jahr eine Kontrolle.

Die Schilddrüsenhormontabletten solltest du auf nüchternen Magen einnehmen und danach eine halbe Stunde bis zur nächsten Mahlzeit warten. Nur so kann der Wirkstoff optimal vom Körper aufgenommen werden. Da eine Unterfunktion der Schilddrüse in den meisten Fällen nicht heilbar ist, muss die Behandlung lebenslang erfolgen. Bei einer richtigen Dosierung und regelmäßigen Einnahme sind keine Nebenwirkungen zu erwarten und das Leben kann ohne gesundheitliche Beschränkungen weitergeführt werden.

Schilddrüse & Schwangerschaft: Schilddrüsenhormone sind während einer Schwangerschaft immens wichtig für die gesunde Entwicklung des Ungeborenen. Aus diesem Grund sollten vor der Schwangerschaft die Schilddrüsenwerte gemessen werden und auch während der Schwangerschaft vom Arzt kontrollieren werden. Ist bereits vor der Schwangerschaft eine Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse bekannt, muss mit dem Arzt eine optimale Medikamentendosierung festgelegt und regelmäßig kontrolliert werden.

Ernährung bei Schilddrüsenunterfunktion: Was beachten?

Wenn du eine Schilddrüsenunterfunktion hast, solltest du auf eine allgemeine gesunde Ernährung achten. Die Schilddrüse braucht verschiedene Spurenelemente wie Jod oder Selen, um richtig funktionieren zu können. Aber auch Vitamin A und D sowie Eisen und Calcium sind für eine gesunde Schilddrüse von Bedeutung. Nur mit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung kannst du dem Körper alle wichtigen Spurenelemente und Vitamine zuführen.

Jod ist das wichtigste Spurenelement für die Schilddrüse, da die Schilddrüsenhormone nur mit ausreichend Jod gebildet werden können. Aus diesem Grund solltest du auf eine ausreichende Jodversorgung deines Körpers achten. Aber Achtung: Eine vermehrte Jodzufuhr kann sich auch schädlich auf die Schilddrüse auswirken. Autoimmunerkrankungen können vor allem im Anfangsstadion von zu viel Jodzufuhr verschlimmert werden. Sprich also unbedingt mit deinem Arzt ab, ob du auf eine jodarme oder jodreiche Ernährung setzen solltest.

Am besten bewertete Hausärzte in deinem Bundesland:



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