Was tun bei einem Wasserschaden in Haus und Wohnung?

Wasserschaden

Du hast einen Wasserschaden in der Wohnung? Wir verraten dir, wer bei Wasserschäden haftet. Adobe Stock, (c) marog-pixcells

Kommt es zu Wasserschäden in Wohnung oder Haus, sind viele Mieter und Eigentümer zunächst einmal ratlos. Die ersten Fragen, die einem da durch den Kopf gehen, sind: „Wie wird der Schaden beseitigt? Wer kommt für den Schaden auf? Muss ich einen Fachmann für Wasserschadensanierung zu Rate ziehen?“ Wir haben ein paar nützliche Tipps für die missliche Lage für euch zusammengestellt.

Was bedeutet Wasserschaden und wie kann dieser entstehen?

Grundsätzlich spricht man dann von einem Wasserschaden, wenn ein Haus oder eine Wohnung durch austretendes Wasser Schaden nimmt. Die Ursachen können sehr vielfältig sein. Am häufigsten ist ein Wasserrohrbuch, der durch einen Materialfehler, Frost, Rost oder durch fehlerhafte Bauarbeiten ausgelöst wird. Auch Hochwasser, starker Niederschlag oder andere Natureinflüsse sind oft Auslöser, aber auch überlaufende Badewannen, defekte Waschmaschinen oder Löschwasser aufgrund eines Brandes können einen Wasserschaden verursachen.

Wasserschaden was tun?

Wasserzufuhr stoppen/ Wohnung gegebenenfalls verlassen

Ist ein Schaden durch Wasser entstanden, muss zuerst unbedingt die Wasserzufuhr, also die Quelle des austretenden Wassers, gestoppt werden. Manchmal muss man sogar die komplette Wasserversorgung des Hauses kappen, um den Schaden so gut wie möglich zu minimieren. Der Haupt-Wasseranschluss befindet sich in der Regel im Keller eines Hauses. Man muss in so einem Fall auch abschätzen, ob ein gefahrloser Aufenthalt in Haus bzw. Wohnung noch möglich ist oder ob es besser ist, dass die Familie die Wohnräume verlässt. Denken Sie unbedingt auch daran, die Elektrizität, die sich in unmittelbarer Nähe des Schadens befindet, abzuschalten!

Vermieter, Installateur u. Versicherung benachrichtigen

Anschließend werden bei einer Mietwohnung der Vermieter oder die Hausverwaltung benachrichtigt. Handelt es sich um eine Eigentumswohnung sollte unverzüglich die Versicherung darüber informiert werden, damit diese ein Eigenverschulden ausschließen kann. Hinzu kommt die Dokumentation des Schadens am besten durch Fotos. Diese kann man dann später bei der Versicherung einreichen. Versicherungen haben in der Regel eine 24 Stunden-Hotline speziell für Schäden. Handelt es sich um einen sehr großen Wasserschaden, der selbst nicht mehr zu regulieren ist, sollte die Feuerwehr oder ein professionelles Sanierungsunternehmen hinzugezogen werden, damit diese das Wasser abpumpt.

Wertvolle Gegenstände in Sicherheit bringen

Nun sollten alle wertvollen Gegenstände und Möbel aus dem nassen Bereich in einen sicheren und trockenen Raum gebracht werden. Dies ist natürlich nur möglich, wenn in den betroffenen Räumen keinerlei Gefahr besteht. Handelt es sich um einen geringen Wasserschaden, kann man dem Wasser auch mit einem Nass-Trocken-Sauger, falls vorhanden, Herr werden. Dies ist aber nur dann „erlaubt“, wenn die Versicherung zuvor das „Ok“ dafür gegeben hat.

Folgeschäden minimieren und Liste anlegen

Um die Folgeschäden so gering wie möglich zu halten, sollten eventuell in Mitleidenschaft gezogene Teppiche mit einem Teppichmesser entfernt und wenn möglich außerhalb des Hauses gelagert werden. Das verhindert, dass sich Schimmel bildet und dieser auf andere Bereiche übergreift. Grundsätzlich empfiehlt es sich, alle nass gewordenen Gegenstände an einem sicheren Ort zu lagern und von zerstörten Gegenständen Fotos zu machen. Such am besten auch gleich die entsprechenden Garantiescheine heraus!

Trittplatten und Sesselleisten sollten von feuchten Wänden ebenfalls entfernt werden. Um den Schimmelbefall zu minimieren, am besten jede Form von Wand-Dekoration und Tapete bis zu einem Abstand von 30 cm vom betroffenen Bereich entfernen. Dabei unbedingt auf vorhandene Leitungen und Kabel in den Wänden achten!

Sofortmaßnahmen bei Wasserschaden

Für eine erfolgreiche Wasserschadensanierung bei größeren Schäden sind die richtigen Sofortmaßnahmen entscheidend, um nicht nur den Schaden, sondern auch die Sanierungskosten zu begrenzen. Je früher das Wasser entfernt wird, desto besser! Um Folgeschäden zu vermeiden, aber unbedingt einen Profi, nämlich eine auf Wasserschäden spezialisierte Sanierungsfirma, mit der Reparatur beauftragen! Nur diese verfügt über umfangreiches Fachwissen und die notwendigen Geräte.

Sanierungsunternehmen wie etwa SANAG bieten einen 24-Stunden Notdienst für Sofortmaßnahmen im Schadensfall. Dazu gehören das provisorische Verschließen von Leckagen, das Absaugen von Wasser und Schlamm, Ruß- und Löschwasserbeseitigung ebenso wie die Notstromversorgung und weiterführende Absperr- und Sicherungsmaßnahmen. Darüber hinaus übernehmen Sanierungsunternehmen in der Regel auch die Schadensdokumentation und Abwicklung mit Versicherungen und Sachverständigen. Damit ist gewährleistet, dass die Reparaturfreigabe schnell erfolgt und die Sanierungsmaßnahmen sehr rasch eingeleitet werden können.

Raum trocknen nach Wasserschaden

Handelt es sich um einen geringen durch Wasser verursachten Schaden, reicht zur Trocknung in der Regel auch ein klassisches Heizgerät aus. Bei mildem Wetter Fenster öffnen! Das beschleunigt die Trocknung. Meist lassen sich Wasserschäden aber leider nicht mit einem herkömmlichen Heizgerät beseitigen. Um eine komplette Trocknung zu gewährleisten, müssen dann professionelle Trocknungsverfahren zum Einsatz kommen.

Sanierungsunternehmen wie SANAG wissen, welche Trocknungsmethoden für den spezifischen Schadensfall am besten geeignet sind. Je nachdem, ob Wände, Boden, Decke oder Dämmschichten betroffen sind, ist eine Kombination verschiedener Maßnahmen und Verfahren erforderlich – von Überdruck- und Unterdruckverfahren über Fugendüsen- und Fugenkreuzverfahren bis hin zu Eckschiebeverfahren oder Luftkissenverfahren können hier zur Anwendung kommen.

 

Grundsätzlich wird bei einem größeren Schaden davon abgeraten, in Eigenregie ein Entfeuchtungsgerät aufzustellen, da die optimale Entfeuchtung von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird und entsprechendes Fachwissen erfordert:

  • Auswahl und Einstellung des Trocknungsgerätes: Von Kondenstrocknern über Adsorptionstrockner bis hin zu Dunkelstrahlern gibt es verschiedenste Trocknungsgeräte, die je nach Schadensfall optimal eingesetzt werden können. So ist beispielsweise für die Austrocknung von Massivmauerwerken ein Kondenstrockner das Mittel der Wahl. Für die Dämmschichttrocknung im Zuge der Wasserschadensanierung hingegen eignen sich Geräte wie der Multiqube. Je nach Größe des Raumes muss zudem die Leistung des Entfeuchtungsgeräts optimal eingestellt werden.
  • Einsatz von Ventilatoren: Durch die Verwendung von Ventilatoren wird nicht nur die Trocknungsgeschwindigkeit erhöht, auch Schadstoffe wie Staubteilchen, Lack- und Farbdämpfe, Schweißrauch, Kohlendioxid, Wasserdampf etc. werden beseitigt. Die Bandbreite der Ventilatoren reicht von Axial- und Radialventilatoren bis hin zu Windmaschinen mit einer Leistung von 20.000 m3/h.
  • Umgebungstemperatur: Um die Raumtemperaturen auf ein „austrocknungsoptimiertes Klima“ zu bringen und die Austrockungsgeschwindigkeit zu beschleunigen, sind bei Bedarf auch Heizgeräte sinnvoll. Eine Methode, mit der feuchte Wände extrem schnell trockengelegt werden können, ist die Trocknung mit der Heizstabtechnik.

Wie lange dauert die Trocknung bei einem Wasserschaden?

Je nachdem wie umfangreich der Schaden ist, kann eine Trocknung sogar mit einem Profi-Gerät bis zu drei Wochen dauern. Das hängt natürlich auch von der Anzahl und der Höhe der betroffenen Räume ab und davon, ob eine Fußbodenheizung oder eine Holzdecken-Konstruktion vorhanden ist.

Muss ich einen Wasserschaden melden?

Wasserschäden müssen immer unverzüglich der Versicherung gemeldet werden. Wer dies versäumt, muss damit rechnen, dass der Versicherungsschutz komplett wegfällt.

Gutachter bei Wasserschaden?

Bei Wasserschäden kommt in der Regel immer ein Gutachter zum Einsatz, der den Schaden fachgerecht beurteilt und einen Sanierungsplan aufstellt. Dieser Sachverständige wird meist direkt von der jeweiligen Versicherung beauftragt und somit auch bezahlt. Wer einen Gutachter eigenständig beauftragt, muss für die Kosten selbst aufkommen.

Welche Wasserschäden sind versichert?

Eine Haushaltsversicherung übernimmt normalerweise alle Wasserschäden, die im Haushalt auftreten können und nicht selbstverschuldet sind. Dazu gehören zum Beispiel ein Wasserrohrbruch im Badezimmer, eine falsch angeschlossene Waschmaschine oder ein Geschirrspüler und ein Leck im Heizkörper. Übernommen werden auch die Kosten für Wasserschäden, die durch Ereignisse in den Nachbarwohnungen ausgelöst wurden. Je nachdem um welche Versicherung es sich handelt, sind auch Wasserschäden versichert, die durch Erdrutsche, Lawinen oder andere Naturkatastrophen ausgelöst worden sind.

Wasserschaden

Schimmelbildung gehört zu jenen Folgeschäden, die durch einen Wasserschaden entstehen können. Foto: Adobe Stock, (c) Gundolf Renze

Wann werden Wasserschäden als grob fahrlässig eingestuft?

Als grob fahrlässig  gelten Wasserschäden dann, wenn der Betroffene nicht sorgfältig gehandelt hat. Das kann z. B. schon der Fall sein, wenn die Badewanne übergelaufen ist. Auch wenn die Waschmaschine keine sogenannte Aqua-Stopp-Vorrichtung aufweist, kann das als grobe Fahrlässigkeit ausgelegt werden. Je nach Versicherung wird dies unterschiedlich gehandhabt.

Wann sind Wasserschäden verjährt?

Verjährt sind Wasserschäden bereits nach zwei Jahren. Dies bedeutet, dass nach diesem Zeitraum der Versicherte seinen Anspruch auf Leistung seitens der Versicherung verliert. Als Stichtag gilt hier jedoch das Ende des Kalenderjahr, in dem sich der Schaden ereignet hat. Erst ab diesem Zeitpunkt beginnt die Verjährungsfrist.

Wer haftet bei Wasserschäden in Mietwohnung/Eigentumswohnung?

In einer Mietwohnung ist der Vermieter dazu verpflichtet, sich um die Beseitigung des Schadens zu kümmern. Handelt es sich bei einer Eigentumswohnung um einen Wasserschaden, der das komplette Gebäude betrifft, ist die Eigentümergemeinschaft für die Behebung zuständig, sprich die Gebäudeversicherung. Ist nur die Wohnung eines einzelnen Eigentümers betroffen, haftet dieser komplett alleine für den Schaden und zwar über seine Haushaltsversicherung.

Was kann man bei Wasserschäden alles geltend machen?

In der Regel bezahlt die Haushaltsversicherung alle Schäden am beweglichen Mobiliar und Hausrat. Ausgeschlossen sind dabei Schäden am Gebäude oder an der Wohnung, sowie Wasserschäden, die durch einen Nachbarn verursacht wurden. Schäden, die zum Beispiel durch einen Wasserrohrbuch beim Nachbarn entstanden sind, werden in der Regel von dessen Haftpflichtversicherung übernommen. Die Haushaltsversicherung übernimmt aber nur die Schäden, die in Verbindung mit dem Wasserschaden entstanden sind, sprich im direkten Zusammenhang damit stehen.

So unter anderem mit den Abwasserrohren, den Anschlüssen von Geschirrspülmaschine und Waschmaschine, dem Rohrsystem in der Wohnung, den Leitungen für Trinkwasser und mit der Heizungsanlage. Es gibt aber durchaus Versicherungen, die Zusatz-Tarife anbieten, mit denen der Versicherungsschutz beliebig erweitert werden kann.

Wann entsteht Schimmel nach Wasserschäden?

Wer einen Wasserschaden nicht rechtzeitig durch einen Fachmann beseitigen lässt, fördert die Bildung von Schimmel. Dies sollte nicht unterschätzt werden, denn das feuchte Milieu bietet einen perfekten Nährboden. Daher kann sich nach Wasserschäden schon nach ein paar Tagen der erste Schimmel bilden.

Ab wann ist eine Mietminderung nach Wasserschäden möglich?

Eine Mietminderung ist dann möglich, wenn die Gebrauchstauglichkeit der Wohnung durch den Schaden beeinträchtigt ist. Kommt ein Trocknungsgerät zum Einsatz, ist der Mieter natürlich stärker beeinträchtigt, da dies eine gewisse Geräuschkulisse mit sich bringt.  Da kann man durchaus eine Mietminderung verlangen. Eine wichtige Voraussetzung ist jedoch, dass der Mieter den Schaden nicht selbst verursacht hat. Dies ist zum Beispiel bei einem fehlerhaften Lüftungs- und Heizverhalten der Fall, durch das feuchtigkeitsbedingte Wasserschäden oder Schimmel verursacht wurden.

Wie viel Prozent kann eine Mietminderung bei Wasserschäden betragen?

Pauschal kann dies nicht beantwortet werden, da sich die Mietminderung immer nach der Gebrauchsbeeinträchtigung der Wohnung richtet. Ist die Wohnung nach einem Schaden durch Wasser unbewohnbar, kann die Minderungsquote der Miete sogar 100 Prozent betragen. Es besteht zudem die Möglichkeit, fristlos zu kündigen.

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