Abfluss verstopft: Was tun?

Abfluss verstopft

Diese Tipps helfen, wenn der Abfluss verstopft ist. Foto: Adobe Stock (c) SkyLine

Wir kennen das alle und es passiert meist im unpassendsten Moment: Der Abfluss ist verstopft. Gott sei Dank gibt es zahlreiche Möglichkeiten, wie wir das Problem selbst lösen können. Einige Tipps können in die Tat umgesetzt werden, wenn der Abfluss oder das WC verstopft sind. Warnen möchte ich euch vor Rohrreinigern, die ebenso wie Salzsäure sehr aggressiv sind. Da ist es schon besser, die Experten zu Rate zu ziehen. Wenn der Abfluss verstopft ist, muss man ihn aber unbedingt reinigen, denn sonst kann es passieren, dass irgendwann der Abfluss stinkt.

Warum verstopft der Abfluss?

Es gibt zahlreiche Ursachen für einen verstopften Abfluss. Das größte Übel sind jedoch Haare. Ob beim Haare waschen oder beim Kämmen, es gelangen täglich Haare ins Waschbecken, in die Badewanne oder in die Dusche. Einmal mit Wasser spülen und schon sind sie weg! Weitere Ursachen können Verkalkungen, Fettablagerungen und auch Flusen sein.

Was kann ich gegen einen verstopften Abfluss tun?

Zum Abfluss reinigen hast du einige Möglichkeiten und Hausmittel, die du versuchen kannst, bevor du einen Handwerker rufst. Prinzipiell muss man zwischen mechanischen und chemischen Methoden unterscheiden – bei beiden gibt es Dinge, die du selber machen kannst und anderes, wofür du unbedingt den Profi brauchst.

Abfluss verstopft: Mechanische Reinigungsmethoden

Saugglocke

Sind das WC oder der Abschluss verstopft, greifen Laien am besten zuerst zur Saugglocke. Das klappt in der Regel recht gut, wenn die Rohrverschmutzungen noch nicht so fest sitzen und sich in Abfluss-Nähe befinden. Für die Gummiglocke, die am Ende eines Holzstabes angebracht ist, werden zahlreiche unterschiedliche  Namen verwendet. In Österreich sind „Saug-Hektor“ nach dem ersten Hersteller oder auch „Stessl“ (von stoßen) am gebräuchlichsten. In Deutschland heißt das Teil, das es in nahezu jedem Haushalt gibt, „Pümpel“, „Pumpfix“, „Stopfstecken“, „Klostampfer“, „Fluppi“ oder auch „Plöppel“.

Doch wie wird das so unterschiedlich benannte Teil richtig verwendet? Man setzt zunächst die Saugglocke auf den Abfluss und flutet das Becken. Dann Saugglocke kurz anheben, damit sich der Ablauf mit Wasser füllt. Achte darauf, dass möglichst wenig Luft unter der Saugglocke und im Abfluss ist. Nun mehrfach pumpen! Durch die Saugwirkung wird das störende Material, das die Verstopfung verursacht hat, gelöst. Ein Teil fließt ab, ein anderer Teil wird nach oben gezogen und kann entnommen werden.

Abfluss verstopft

Mit einer Saugglocke kannst du leichte Verstopfungen im Abfluss lösen. Foto: Adobe Stock, (c) revers_jr

Wer keinen Stessl zur Hand hat, kann auch mit der thermischen Wirkung von heißem Wasser arbeiten, wenn die Verstopfung im Rohr noch nicht allzu fest sitzt. Dazu einfach den Warmwasserhahn – so heiß wie möglich – über dem verstopften Abfluss aufdrehen und das heiße Wasser eine Zeit lang laufen lassen.

Zu den mechanischen Hilfsmitteln gegen verstopfte Rohre zählen auch die Schwammgummikugeln und die Reinigungsspirale. Beide werden auch von Handwerkern verwendet, die damit beste Erfolge erzielen. Inzwischen kann man in jedem Baumarkt Spiralen zur Beseitigung von Verstopfungen kaufen, sodass man es auch damit selbst probieren kann.

Achtung: Entstehen zusätzliche Schäden durch nicht fachgerechten Einsatz oder durch übermäßiges Scheuern, besteht kein Anspruch auf Versicherungszahlungen. Daher sollte man mit den Spiralen sehr vorsichtig umgehen oder am besten doch den Installateur rufen.

Rohrspülung

Als Rohrreiniger für schwer erreichbare Bereiche ist und bleibt Wasser die beste Lösung. Führt ein Installateur eine Rohrspülung durch, werden Spülauslässe genutzt und selbst hartnäckige Verstopfungen in den Rohren durch die Erhöhung der Fließgeschwindigkeit gelöst. Profis unterscheiden hier unterschiedliche Verfahren, nämlich die Wasserspülung, die Luft-Wasserspülung, die Luft-Wasser-Impulsspülung, die Saugspülung und die Feststoffspülung.

Offline-Verfahren

Beim Offline-Verfahren, das gegen hartnäckige Rohrverstopfung effektiv ist, wird das Leitungssystem stillgelegt und es kommt ein sogenannter „Molch“ (Reinigungsgerät gegen Verstopfungen) zum Einsatz. Dieser wird entweder mit Druckluft oder auch mit Wasserdruck durch das Rohrsystem gepresst.
Weniger in privaten Haushalten, sondern in Unternehmen oder Neubaublöcken kommen bei Offline-Verfahren auch Roboter als Rohrreiniger zum Einsatz. Allerdings kann diese Technik nur von Experten angewandt werden und außerdem ist sie sehr kostspielig.

Thermische Reinigung

Anders als bei der bereits beschriebenen Reinigung mit warmem Wasser gehen die Profis beim Reinigen von Abflüssen vor. Das zuvor angeführte Offline-Verfahren wird in diesem Fall mit Hitze betrieben. Der Installateur entwässert zunächst die Rohre. Anschließend werden diese beheizt. Durch den Wasserentzug und die Hitze trocknen die Ablagerungen ein und zerfallen. Ist dieser Zustand erreicht, werden die Brocken herausgespült.

Chemische Reinigungsmethoden bei verstopftem Abfluss

Chemische Rohrreiniger sind im Handel frei erhältlich. Mit diesen Produkten kann man aber nur Verstopfungen bekämpfen, die sich in unmittelbarer Nähe des Ausgusses befinden. Besser wirksam, aber für die Umwelt noch belastender ist die Variante, die der Sanitärfachmann anwenden wird. Zunächst wird die Abwasseranlage in der Regel stillgelegt. Durch den Einsatz der Chemikalien lösen sich auch hartnäckige Ablagerungen an unzugänglichen Stellen.

Hausmittel bei verstopftem Abfluss

  • Natron
  • Backpulver
  • Salz
  • Essig
  • Salzsäure
  • Plastikflasche
  • Saugglocke (Pümpel)
  • Siphon reinigen

Aus der Trickkiste ist bekannt, dass Backpulver oder Natron helfen kann. Andere wiederum schwören auf eine Mischung aus Backpulver und Essig. Diese Methode ist sehr preiswert und schnell umgesetzt. Stelle dir eine halbe Tasse mit Essig zurecht. Mit einem nassen Lappen ist der Überlauf, wenn vorhanden, zu verschließen. Zwei Päckchen Backpulver werden in den Abfluss gestreut und sofort der Essig hinterher gegossen. Wenn du ein Sprudeln oder brodeln hörst, wird die Kohlensäure freigesetzt. Der Abfluss ist, wenn möglich, sofort zu verschließen. Hörst du die beschriebenen Geräusche nicht mehr, kannst du mit reichlich heißem Wasser spülen.

Diese Vorgehensweise macht Sinn, wenn der Abfluss im Waschbecken oder in der Dusche verstopft ist. Auch Kaffeesatz wird oft als Geheimtipp zum Abfluss reinigen gehandelt. Die Praxis hat aber gezeigt, dass diese Methode eher kontraproduktiv ist. Ist ein WC verstopft, ist die Konzentration zu gering, um eine optimale Wirkung zu erzielen.

Hausmittel wie Natron und Essig können bei einem verstopften Abfluss helfen. Foto: Adobe Stock, (c) ekramar

Abfluss mit Plastikflasche oder Saugglocke durchpumpen

Bewährt hat sich hingegen der Einsatz von Plastikflaschen oder der Saugglocke. Die etwa 1 Liter fassende Flasche wird hierzu mit heißem Wasser gefüllt. Der Rand sollte der Öffnung des Abflusses entsprechen. Der Überlauf ist mit einem feuchten Tuch abzudecken. Nun wird die Plastikflasche auf den Abfluss gestülpt und immer wieder zusammengedrückt – der erzeugte Druck sollte helfen die Verstopfung zu beseitigen.

Beim Einsatz der Saugglocke ist ins Waschbecken etwas warmes Wasser und Seife zu geben. Der Überlauf ist wiederum mit einem Tuch zu verschließen. Nun wird der Pümpel genau auf den Abfluss angesetzt und das Waschbecken so weit gefüllt, biss der rote Gummi der Glocke bedeckt ist. Nun wird sie schnell nach unter gedrückt und wieder nach oben gezogen. Die entstehende Sogwirkung sollte den Abfluss wieder von Haaren oder anderen Ursachen befreien.

Einige schwören auch darauf, eine Drahtbürste zu Hilfe zu nehmen. Diese Vorgehensweise ist für stärkere Verstopfungen effizient. Kalkablagerungen können somit auch gelöst werden. Allerdings reicht ihre Einsatzmöglichkeit nur bis zur ersten Verwinkelung.

Siphon reinigen

Im Siphon eines Waschbeckens sammelt sich im Laufe der Zeit so einiges an, sodass das Wasser immer schlechter abfließt bis es zur Verstopfung kommt. Hier eine kleine Anleitung in vier Schritten zur Reinigung des Siphons für alle Hobbyhandwerker.

Schritt 1:

Löse die Überwurfmutter direkt am Waschbeckenanschluss. Einige Hersteller haben dafür ein Linksgewinde verwendet. Wurde sie lange nicht bewegt, kann sie recht fest sitzen. In dem Fall benötigst du eine Rohrzange. Zum Schutz der galvanischen Beschichtung und der Überwurfmutter wickelt man am besten ein Tuch um die Backen der Zange. Beim Herausdrehen des Siphons sollte man die Dichtungen in Sicherheit bringen.

Schritt 2:

Dann legst du den Siphon in eine Schüssel mit warmem Wasser und  schraubst weitere Überwurfmuttern ab. Zur Reinigung des Siphons benutzt man am besten eine Bürste. Beim Säubern der Dichtungen solltest du darauf achten, dass es zwei verschiedene Typen sind. Vorsichtig mit den Händen abspülen und auf Schäden (Risse, spröde Stellen) überprüfen! Gegebenenfalls musst du Dichtungen ersetzen.

Schritt 3:

In umgekehrter Reihenfolge wie bei der Demontage erfolgt nun der Zusammenbau des Siphons. Wurden die Dichtungen eingelegt, können die Überwurfmuttern fixiert werden. Nachdem du den Siphon wieder zusammengebaut hast, kannst du ihn mit dem Ablaufventil des Waschbeckens verbinden.

Schritt 4:

Zum Schluss kommt der Funktionstest. Fülle das mit dem Stöpsel verschlossene Waschbecken mit Wasser. Bleiben beim Ablaufen die Verbindungen und der Siphon trocken, hat man alles richtig gemacht.

Tipp: Vor Beginn der Arbeit unbedingt die Wasserzufuhr unterbrechen!

verstopfter Abfluss

Siphon Reinigung Schritt für Schritt für den Hobbyhandwerker. Adobe Stock (c) megakunstfoto

Wie hoch sind die Kosten einer Rohrreinigung?

Wird für die Rohrreinigung ein Handwerker gerufen, kommen die Kosten entweder auf den Vermieter, den Mieter oder den Eigentümer zu. Anhand der vielen Beispiele, wie eine Rohrverstopfung beseitigt werden kann, lässt sich erahnen, dass auch die Kosten recht unterschiedlich sein können. Demzufolge lässt sich über deren Höhe keine pauschale Aussage treffen. Abhängig sind die Kosten unter anderem davon, ob die verstopfte Stelle leicht erreichbar ist und ob sich diese innerhalb des Hauses befindet. Teurer wird es meist dann, wenn es sich um eine Kanalverstopfung handelt. Hier festsitzenden Verstopfungen schlagen sich meist so richtig auf der Rechnung nieder.

Zum einen ist deren Beseitigung mit einem hohen Zeitaufwand verbunden, zum anderen werden meist teure Hilfsmittel benötigt. Wird der Installateur nach Stunden entlohnt, ist immer noch ein horrender Unterschied zwischen seinem Einsatz in der Stadt oder in einer ländlichen Gegend. Im Stadtgebiet sind die Stundenlöhne meist entschieden  höher.

Die Preisschere für eine Rohrreinigung klafft für eine einfache professionelle Reinigung von 50,- Euro bis zu 500,- Euro auseinander. Selbst vierstellige Bereiche sind nicht auszuschließen. Doch da ist schon die Rede von der Reinigung eines Kanalsystems.

Wer muss die Rechnung zahlen?

Tritt die Verstopfung in einer Mietwohnung auf, muss der Mieter unverzüglich seinen Vermieter davon in Kenntnis setzen. Das sollte bereits bei ersten Anzeichen geschehen. In dem Fall ist gänzlich davon abzuraten, selbst Hand anzulegen. Denn der Vermieter ist für den Zustand von einwandfreien Rohren verantwortlich. Also ist er auch zuständig, um den Schaden beheben zu lassen. Mieter sollten nicht selbst eine Firma beauftragen, die die Verstopfung beseitigt. Teilweise haben Vermieter Verträge mit speziellen Unternehmen.

Sind Abflussrohre zu reinigen, hat der Vermieter die entstehenden Kosten zu tragen. Wird jedoch nachgewiesen, dass der Mieter Schuld an der Verstopfung hat, ist er natürlich selbst in der Pflicht. Aber ein genauer Nachweis für die Schuld ist in den meisten Fällen nicht zu erbringen. Der Vermieter kann es bei seiner Versicherung versuchen. Ob diese in solchen Fällen die Kosten übernimmt, ist im Versicherungsvertrag festgeschrieben.

Verstopften Abfluss vorbeugen

Absolut vermeiden lässt sich eine Rohrverstopfung nicht. Es können aber einige Dinge beherzigt werden, die einen solchen Schaden minimieren können. Gerade im Küchenabfluss landen viele Küchenabfälle, die Ursache für eine Verstopfung sein können. Für einen geringen Preis gibt es Einsätze, für den Küchenabfluss, sodass keine Reste in das Abflussrohr gelangen können. Bei der Toilettenspülung ist darauf zu achten, diese lange genug gedrückt zu halten. In regelmäßigen Abständen sollte zur Pflege der Rohre etwas heißes Wasser mit Zitronensäure verwendet werden. Auch eine Entkalkungsanlage kann nützlich sein, da sich dann weniger Kalk in den Rohren absetzt.

No-Go’s für Abflüsse:

  • Kaffeesatz
  • Speisereste
  • altes Öl und Fett
  • Hygieneartikel wie Watte, Binden, Tampons, Kondome
  • Windeln
  • Katzenstreu
  • Zigaretten
  • Reste vom Malen (Farbe, Kleister)
  • chemische Reinigungsmittel

Die eventuell auf euch zukommenden Kosten, aber auch die damit verbundenen Unannehmlichkeiten sind Grund genug, vorzubeugen. Und der Umwelt tun wir auch was Gutes, wenn die Chemikalien erst gar nicht zum Einsatz kommen.

Hier findest du Spezialisten für Rohrreinigung in deiner Nähe:



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